Save The Ring: STRaßenfest in Nürburg

Freitag, 21. August 2015 – also in dieser Woche – exakt um 16:00 Uhr, startet mal wieder im Umfeld der Nürburger Gemeindehalle ein Straßenfest, mit dem gleichzeitig an die aktuelle Situation des Nürburgrings erinnert werden soll. - Es ist also eine „Spaß-Veranstaltung“ mit ernstem Hintergrund. An diesem Jahr erhält diese Veranstaltung sicherlich auch besondere Bedeutung dadurch, dass man zu diesem Termin dann auch wohl das endgültige Ergebnis der am Wochenende zuvor durchgeführten „ADAC GT Masters Nürburgring“ erwarten kann. Dank einer überreglementierten Veranstaltung mit überforderten Funktionären sind die Rennen wohl beide nicht so ausgegangen, wie sie die wenigen vor Ort befindlichen Zuschauer live zu erleben glaubten. Motorsport ist eben nicht mit Bundesliga-Fußball zu vergleichen. Da werden evtl. auch Rennergebnisse erst am Ende von Sportgerichtsverfahren nach Wochen und Monaten offiziell bestätigt – oder nicht. - Oder aber beim:

Save The Ring: STRaßenfest in Nürburg

Es ist ein VLN-Wochenende. Freitags gibt’s die so genannten „Einstellfahrten“, in dessen Rahmen jeweils auch der DMSB-Präsident, Hans-Joachim Stuck, von einem Sponsor bezahlt, in dessen Auftrag, mit einem speziell hergerichteten Audi R8 auf der Nordschleife „Taxifahrten“ durchführt.

Als geborener Rennfahrer macht ihm das Spaß, als angelernter DMSB-Präsident hat er da große Sicherheitsbedenken.

Auch an diesem 21. August wird das „Taxifahren“ eine Aufgabe von Hans-Joachim Stuck sein, mit der er wohl mehr eine Aufgabe als Repräsentant des größten deutschen Automobilkonzerns, VW, erfüllt – von dem er auch bezahlt wird. - Oder vom TÜV Rheinland?

Er ist als Präsident des DMSB, des Deutschen Motor-Sport-Bundes, also gleichzeitig bei einem Automobilkonzern unter Vertrag, arbeitet aber auch als „Taxifahrer“ - natürlich gegen ein Zusatz-Honorar - und – wie er dem Veranstalter des „STRaßenfestes“ mitteilte, wird er entsprechend einer Verpflichtung gegenüber seinem Arbeitgeber VW, dann früh am Abend an einem offiziellen „VW-Abend“ in Trier teilnehmen müssen, weshalb er – so war seine Entschuldigung – leider nicht an der geplanten Diskussionsrunde am 21. August teilnehmen kann.

In Trier läuft an diesem Wochenende, vom 20./23. August, die „ADAC Rallye Deutschland“, die übrigens durch das Unwissen (Kurzsichtigkeit!) eines damaligen Geschäftsführers der Nürburgring GmbH mal vom Nürburgring und der Region vertrieben wurde. - Weil „Touristenfahrten“ nach seiner Rechnung mehr einbringen, als die Vermietung an einen Rallye-Veranstalter. - Wirklich!

Hans-Joachim Stuck ist ein kluger Taktiker, der sich nicht gerne – vor allen Dingen in der Öffentlichkeit - festlegen (lassen) möchte. Und darum... -

Das hat einen Privatmann gestört, der für das STRaßenfest auch einige Exponate bereit stellt und er hat den Chef des VW-Konzerns, Martin Winterkorn, per E-mail angefragt, ob der Konzern in Trier bei seiner Gala nicht mal wenige Stunden auf einen Hans-Joachim Stuck, den „Gaudi-Bursch“, verzichten könne, damit der auch mal eine wichtige andere Aufgabe – die als DMSB-Präsident nämlich– auf dem STRaßenfest in Nürburg in der geplanten Diskussionsrunde – z.B. zum Geschwindigkeits-Limit auf der Nordschleife – wahrnehmen kann.

Martin Winterkorn hatte wohl dafür großes Verständnis und hat über seine Presseabteilung, Herrn Thul, sicherstellen lassen, dass Hans-Joachim Stuck am 21. August 2015 – nach seinen „Taxifahrten“ auf der Nordschleife, dann auch vor der Gemeindehalle in Nürburg in der Diskussionsrunde auftritt.

Leute, die Hans-Joachim Stuck gut zu kennen glauben, sind davon überzeugt, dass den jetzt wohl zum 21. August eine „Sommer-Grippe“ (o.ä.) überfällt. - Achtung! - Das würde in diesem Fall aber wohl zu einer „Abmahnung“ in der Wolfsburger „Personal-Akte“ führen!

Diese Diskussions-Runde wird aber auch sonst gut besetzt sein, wenn auch schon jetzt so mancher zuckt, weil es dort gilt „Farbe zu bekennen“. Andere „zucken“, weil sie glauben, dass sie in dem vorhandenen Umfeld leicht die Kontrolle verlieren könnten. - Und machen erst mal einen „Rückzieher“. - Aber sie werden sicherlich „vor Ort sein“.

Darum wird interessant sein zu beobachten, wer sich am 21. August 2015 überhaupt der Diskussion um die aktuellen Probleme am Nürburgring stellen wird.

Als zuverlässig können auf dem Podium erwartet werden:

  • Carsten Schuhmacher, Geschäftsführer der CNG, dem Pächter des Nürburgrings;
  • Karl Mauer, Generalbevollmächtigter der VLN OHG;
  • Dirk Adorf, Toyota-Händler und BMW-Werksfahrer, Vorsitzender der DMSB-AG „Nordschleife“;
  • Olaf Manthey, Teamchef des GT-Porsche-Werks-Teams und Nürburgring-Fan;
  • Altfried Heger, Ex-BMW-Junior und Chef einer Motorsport-Marketingagentur;
  • Ossi Kragl, Inhaber einer Nürburger Marketing-Agentur und „Nürburgring-Geschädigter“,
  • Lars Gutsche, Streckensprecher VLN;
  • Hans-Joachim Stuck, DMSB-Präsident und VW-Repräsentant (? - s.o.); - u.a. -

In der Presseinladung zu dieser Veranstaltung heißt es u.a.:

„Seit mittlerweile 6 Jahren befindet sich der Nürburgring und mit ihm wirtschaftlich von ihm abhängige Eifelregion und die weltweite Motorsportgemeinde in Aufruhr und Unsicherheit durch die Belastungen, welche das Nürburgring 2009 Projekt der Rheinland Pfälzischen Landesregierung der Rennstrecke und der Region aufgebürdet hat.

Seit Anfang dieses Jahres ist ein zweiter Faktor hinzugekommen, der weltweit für Aufsehen gesorgt hat und die Frage nach der Zukunftssicherheit des Motorsports auf der Nürburgring Nordschleife aufgeworfen hat: Seit dem Unfall während des ersten Langstreckenrennens der VLN, bei der ein Zuschauer ums Leben kam, existieren auf der Nordschleife an zwei Stellen Tempolimits, welche temporär für mehr Sicherheit sorgen sollen, aber sowohl dem motorsportlichen Grundgedanken widersprechen, wie auch für starken Widerspruch durch viele Motorsportler und sinkende Teilnehmerfelder gesorgt haben.
Auf dem STRassenfest der Initiativen „Wir sind Nürburgring“, „Ja zum Nürburgring e.V.“ und „Save the Ring“ kommen traditionell die Insider des Rings zusammen, Motorsportler, Funktionäre, Teamchefs um sich über die aktuellen Entwicklungen rund um den Ring zu informieren und auszutauschen.“

Die Podiums-Diskussion steht übrigens unter dem Motto:

  • „Quo vadis Nürburgring?“
    (Für Nicht-Lateiner: „Wohin gehst du, Nürburgring?“)

Einwurf von Motor-KRITIK:

  • Hätte man nicht besser „Кво вадис?“ fragen sollen?

Außer den o.g. Persönlichkeiten, die man – auf dem als Podium genutzten – LKW-Anhänger erwarten darf, ist mit der Anwesenheit auch anderer Verfechter von „Save The Ring“ zu rechnen. Ganz bestimmt mit Otto Flimm, Vorsitzender von „Ja zum Nürburgring“, einem Verein, der auch einen Gerichtsprozess gegen den Verkauf des Nürburgrings in seiner jetzigen Form gegen der Beschluss der EU-Kommission eingeleitet hat.

Eine Anreise zu diesem VLN-Wochenende schon am Freitag, wird also für viele Nürburgring-Fans nicht nur interessant, sondern auch deshalb wichtig sein, weil sich über die Anzahl der Besucher einer solchen Veranstaltung auch die öffentlichen Meinung ausdrückt.

Und am Samstag, dem 22. August 2015, wird dann der 6. VLN-Lauf in 2015 auf der Nürburgring-Nordschleife durchgeführt.

  • Das 38. RCM DMV Grenzlandrennen, mit einer Renndauer von 4 Stunden.

Natürlich haben die STRaßenfest-Veranstalter auch dafür gesorgt, dass am 21. August niemand hungern oder dürsten muss. Und es gibt – neben köstlichen „Eifler-Schnibbelchen“ - auch Live-Musik!

Und wie gesagt – eine spannungsgeladene – Diskussionsrunde. „Quo vadis, Nürburgring!“

MK/Wilhelm Hahne

Weil's mir gerade einfällt: Mein Bruder Hubert erzählt zu diesem Thema gerne folgenden Witz: Treffen sich zwei Eifler. „Wohin geh'ste?“ - „In'd Kino!“ - „Wat gibt et?“ - „Quo vadis.“ - „Wat heißt dat?“ - „Wohin geh'ste!“ - ENDE -

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