Lohnt sich ein Besuch der IAA 2015?

Die Automobilausstellung in Frankfurt beginnt an diesem Wochenende, ist vom 19. bis 27. September für alle Interessierten geöffnet. Sie bietet – wie alle zwei Jahre – eine Übersicht über das weltweite Angebot an Personenwagen. Sagt man. Aber das stimmt nicht ganz. Tatsache ist übrigens auch – wie Motor-KRITIK schon vor Jahren durch Test-Besuche an Presse- und Besuchertagen feststellen konnte – dass die Präsentation jeweils entsprechend ausgerichtet ist. Was ich sah, muss sich nach der Eröffnung der Ausstellung nicht unbedingt exakt genauso darstellen. Da die Automobilindustrie aus dem Kindergartenalter heraus ist, verfährt man nach dem Motto: „Wir zeigen dir die Welt, wie wir sie gerne hätten“. Für die Presse werden andere Schwerpunkte für deren Berichterstattung gesetzt, als man evtl. den normalen Besuchern – und damit potentiellen Käufern – dann an den Besuchertagen darbietet. Dieses Jahr steht die Ausstellung unter dem Motto: „Mobilität verbindet“. - Ein Besuch lohnt sich – oder auch nicht. Es kommt auf die Erwartungshaltung an. Eine solche Automobilausstellung kann z.B. einen Eindruck von Trends vermitteln. - Was ist nun mit E-Automobilen? - Welche Rolle spielen derzeit Hybrid-Modelle? - Was macht die Batterie-Entwicklung? Ist das Wasserstoff-Automobil im Kommen? - Moto-KRITIK möchte all' diese Fragen mit dem folgenden Bericht vom Besuch der IAA an einem Pressetag nicht unbedingt beantworten. Was folgt, sind Eindrücke und Feststellungen und evtl. sogar sich daraus ergebene Erkenntnisse. Mit vielen Fotos dokumentiert. - Es wird dabei klar, dass die im Titel (oben) gestellte Frage eigentlich gar nicht mit einem klaren JA oder NEIN beantwortet werden kann. Man muss die Frage vielleicht anders stellen:

Für wen lohnt sich eine IAA überhaupt?

Das ist der Lageplan. Daraus ergibt sich schon: Die IAA in Frankfurt ist eine Automobilausstellung der weiten Wege. Man legt an einem Besuchstag so nebenbei eine Strecke von um 10 Kilometer zurück. Wenn man nach einer Automobilausstellung der kurzen Wege Ausschau hält, so ist das sicherlich der Genfer Automobil-Salon. - Da muss man dann aber bis zum Frühjahr 2016 warten.

Damit Sie das zur Beantwortung meiner oben gestellten Frage einbeziehen können: Ein Tagesticket am Wochenende kostet 16,00 Euro, an einem normalen Wochentag 14,00. - Natürlich gibt es Ermäßigungen, wenn Sie z.B. nur einen Nachmittag Zeit haben oder z.B. Schüler sind, usw. -

Schon auf dem Weg zur Ausstellung ist nicht zu übersehen, dass dort die IAA stattfindet. Dort gibt es nach Angaben der Ausstellungsleitung dann 219 Weltpremieren zu sehen, die von 1.103 Ausstellern aus 39 Ländern präsentiert werden. Die Autobranche – davon kann man sich vor Ort überzeugen – nimmt sich selbst sehr wichtig und präsentiert sich entsprechend.

Daraus ergibt sich als erste Antwort auf die Frage im Titel: Die Messebauer sind die, die als erstes an der IAA verdienen. Hier wurden -zig Millionen verbaut. Die daran beteiligten Messebau-Firmen würden sicherlich nur ungern auf eine IAA in Frankfurt verzichten wollen.

Erwarten Sie als Besucher bitte nicht dass auf der IAA alle bedeutenden Firmen vertreten sind. Lotus*, Lada, Aston Martin oder Volvo werden Sie vergeblich suchen. Dafür gibt es Ausstellungstände von Firmen mit Namen, die als Automobilhersteller schon lange – wie Borgward – oder daran gemessen nur relativ kurz vom Markt verschwunden waren – wie Artega, wo, wie das Foto zeigt – nun neu „gestromert“ wird.

Bei Rundgang durch die eigentliche Mercedes-Halle wird eigentlich bei dem vorhandenen Modellangebot deutlich, dass aus einer ehemals bewusst als Premium-Hersteller dargestellten Marke, inzwischen ein Großserien-Hersteller geworden ist, bei dem sich kaum eine Modell-Lücke findet, der auch jede Möglichkeit nutzt, über das was man vornehm als „qualitatives Wachstum“ umschreibt, die Rendite zu verbessern. - So wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so macht ein Conseptcar noch keine zeitgemäße Modellpalette. Selbst ein guter cw-Wert ist kein Beweis für eine gute Aerodynamik. Erst cw x A vermittelt den richtigen Eindruck. „A“ steht für die Stirnfläche des Fahrzeugs. Da ist das Ergebnis dann sicherlich nicht „umwerfend“ toll. - Hauptsache ist aber wohl, dass bei den in Serie gefertigten Modellen die Rendite stimmt.

Darauf achtet man auch beim Thema „Smart“, wo man – aus Kostengründen – mit Renault als Partner zusammen arbeitet, um die „Plattformkosten“ zu senken. Und man scheint jetzt unangenehm berührt zu sein, wenn Renault vom „Twingo“, der die gleiche Plattform wie der „Samrt“ nutzt, nur eine viertürige, aber keine zweitürige Version baut und anbietet. Weil das die eigentlich angedachte Gesamtstückzahl für „Smart“ und „Twingo“ schrumpfen lässt. - So ähnlich ist es im „manager magazin“ dargestellt.

Bei Renault ist dagegen zu hören, dass es einem Agreement entspricht, wenn Renault keinen dreitürigen „Twingo“ anbietet, weil Mercedes sonst um dem Absatz seines zweitürigen „Smart“ fürchten müsse. - Gentlemen unter sich!

Dass der „Smart“ in einer der Mercedes-Halle angedockten separaten Ausstellungsfläche den „Smart“ dann auch noch als „Lautsprecherwagen“ darstellt, darf dagegen wirklich als Scherz empfunden werden. Der neue „Smart“ ist übrigens – ganz subjektiv – gegenüber der alten Version nicht schöner geworden. - Es wäre nicht gut, wenn mögliche Interessenten das auch so empfinden würden.

Interessant ist, dass man auf dieser 66. IAA, einer Automobilausstellung, auch über Zweiräder stolpert. Selbst als Fahrräder sind sie nicht gerade billig, wenn sie über MINI oder AMG geliefert werden und preislich erreichen sie dann Automobil-Niveau, wenn es um Ducati geht, wo Audi gerade in Ingolstadt die Deutschlandzentrale auf „Premium-Niveau“ neu bauen lässt oder um die AMG-MV-Agusta, die auch nach einer Frischzellenkur nicht mehr so attraktiv wirkt, wie sie zu Zeiten eines Giacomo Agostini einmal war, der mit dieser Marke allein zwischen 1966 und 1973 dreizehn Weltmeistertitel einfuhr, und nun das Angebot eines Premium-Großserienherstellers abrundet. - Damit verglichen ist dann die neu wieder auferstandene Horex geradezu ein Schmuckstück. Allerdings wird sie – wenn sie denn 2016 gebaut und ausgeliefert wird, deutlich über 30.000 Euro kosten. - Ein edles Stück, in jeder Beziehung.

Der Sechszylindermotor der Horex ist zum Beispiel ein Schmuckstück, während sich die moderne Motorentechnik in Automobilen heute häufig unter großflächigen Plastikabdeckungen verbirgt. Wer möchte da noch unter die Motorhaube schauen? - Wenn man denn wirklich mal einen modernen Achtzylindermotor auf einem Ausstellungsstand ohne Verkleidungen betrachten kann, so macht man das interessiert und staunend. Ein direkt daneben stehender Elektromotor wird dagegen zum Zeitpunkt meiner Beobachtung keines Blickes gewürdigt. - Was soll eigentlich aus den Kfz-Reparaturwerkstätten unserer Tage werden, wenn sich der Elektroantrieb im Automobil so durchsetzt, wie das den Politikern vorschwebt?

Nicht nur Politikern schwebt etwas vor. Auch den Herstellern. Audi schwebt vor, dass ein neues E-Modell dann mit einer Batterieladung 500 Kilometer weit fährt. - So um 2018. - Oder doch später? - Weil gerade Bosch auf der IAA eine neue Batterie-Generation präsentiert, die halb so schwer als die bisherige, dann doppelt so lange hält. - Ab 2020 lieferbar. - Wenn wir Glück haben.

Überhaupt wird auf dieser Ausstellung viel davon gesprochen, was für uns in Zukunft an Gutem erlebbar werden soll. Wir müssen nur daran glauben. - Und auf 2020, 2030 hoffen. Ich persönlich höre diese Vorhersagen, das Ankündigen von neuen Technologien für das Automobil, seit den 70er Jahren. Damals sollte es noch 10 Jahre dauern. Dann wieder 10. - Oder waren es 20? - Und jetzt ist so ein Knackpunkt das Jahr 2020.

Von neuen Modellen wird auf der IAA 2015 viel geredet. Und man versteckt Automobile am ersten Pressetag noch unter Tüchern, die eigentlich so neu sind wie die BILD-Zeitung von gestern. Und interessierte Kollegen drängen erwartungsvoll vor der Absperrung, warten auf „große Worte großer Leute“, die dann gerne zitiert werden. Bei Bugatti, bei Mercedes, bei Lamborghini. - Aber auch auf anderen Ständen. Wo dann unweit der verhüllten Neuheit evtl. schon exakt dieses Modell gesehen und fotografiert werden kann.

Bei BMW wurden die Kollegen an diesem Tag enttäuscht. Natürlich erwarteten sie nicht nur neue Modelle, sondern auch große Worte. Und der große Vorsitzende trat vor sie – und es wurde ihm schlecht. Wie man hört: Kreislaufversagen. Es ist schlimm wenn die Technik versagt, aber noch schlimmer ist es, wenn Menschen, die man in ihrer Position hochstilisiert hat, sich dann wirklich als Menschen erweisen. - Dabei ist ein defekter Mensch so häufig, wie ein defektes Automobil. - Auch bei BMW.

Gute Besserung, Herr Krüger!

Natürlich zeigte man auch bei BMW sein Motorradangebot. Oder als ein Beweis für die motorsportliche Kompotenz des Hauses eine GT3-Version eines teuren Coupés, während andere – auch normale Menschen – sich für die schnelle Diesel-Version des 3er BMW interessierten.

BMW hat wirklich auf dem Sektor der E-Automobile einen deutlichen Schritt in die Zukunft unternommen. Aber das ist auch den Interessen der Familie Quandt geschuldet, die in die Carbon-Industrie investiert hat und sicherlich über die neuen BMW-Modelle der Konkurrenz eine Anregung für die Verwendung dieses leichten, aber in der Großserie nicht gerade ideal schnell zu fertigenden – und darun teuren - „Baustoffs“ geben wollte.

BMW hatte auch mal auf den „Runflat“-Reifen gesetzt, wie ihn nicht nur Bridgestone, sondern auch andere Reifenhersteller fertigen. Diese – vor Jahren – neue Idee hat man dann immer weiter „aufweichen“ müssen, weil z.B. - BMW könnte dazu etwas erzählen – über die Zeit die Fahrwerke größeren Schaden nahmen. So ist man dann – in den Flanken – weicher geworden. Und Bridgestone tut einen Schritt in die Zukunft, wenn man auf der IAA einen „luftleeren“ Reifen zeigt. - Das ist allerdings auch nicht mehr so neu. Aber sicherlich genau so ein Extrem, wie der Leichtlaufreifen, den man für ein Solar-Automobil herstellte. Da andere Extrem ist dann der „Potenza“ für einen Ferrari, der die Reifenflanken noch mal minimiert. - Man nennt das Ergebnis dann „sportlich“. - Nichts für Gebissträger ohne Kukident!

Bridgestone steht hier in der Berichterstattung auf diesen Internetseiten für die mangelnde Innovationsbereitschaft der gesamten Reifenindustrie. Alle so genannten „Neuheiten“ dieser Branche sind Augenwischereien. - Der Reifen eines Automobils wird noch heute auf der Basis von 100 Jahren alten Ideen gefertigt. Dabei sind die Gesetzmäßigkeiten, die auch für einen Automobilreifen gelten, genau so lange bekannt. - Die wurden aber wohl übersehen. - Und bis heute nicht berücksichtigt. - Die gesamte Reifenindustrie versucht mit plakathaft vorgestellten Neuheiten zu verdecken, das all' ihre Produkte eigentlich „von gestern“ sind.

„Von heute“ ist auf der diesjährigen IAA in Frankfurt der Ausstellungsstand von Opel. Er wirkt frisch, optimistisch, anregend, wie der neue Opel Astra. Der ist ein schönes Automobil geworden, dem auch die Farbe Rot gut steht. Man sollte die Marke – und deren Automobile – wirklich nicht „mit Füßen treten“. Opel Deutschland verschuldet nicht alle Katastrophen, die der Marke angedichtet werden. Der Einfluss der amerikanischen Mutter war in der Vergangenheit mehr als nur deprimierend. Wenn es z.B. eine Zeit lang nur einen „Insigna“-Caravan und keinen kleinen, kostenmäßig günstigeren Caravan gab, dann war das eine Entscheidung der Amerikaner. - Eine falsche! - Jetzt scheint man ein wenig einsichtiger geworden zu sein. - Und der neue Opel-Astra macht – wie der Opelstand auf der diesjährigen IAA – einen positiven Eindruck.

Dazu müsste ich noch ein paar grundsätzliche Anmerkungen machen: Die Zeit ist vorbei, in der nur Premium-Hersteller auf eine besonders gute Fertigungsqualität verweisen konnten. Die Fertigungstechniken sind heute überall gleich, werden im Wesentlichen von Robotern bestimmt. Warum sollte eine Mercedes A-Klasse besser gefertigt sein als ein Opel-Astra? - Der Unterschied liegt eigentlich „nur“ in Details der Konstruktion. Die werden von Menschen bestimmt, spielen aber heute in der Berichterstattung der Fachpresse kaum noch eine Rolle. - Weil es auch die Käufer nicht interessiert. - Hört man. - So ist dann das Image einer Marke wichtig. - Und der Preis! (Bzw. die Rabatte!)

Was vielen Besuchern der IAA in diesem Jahr nicht auffallen wird – wahrscheinlich auch vielen Kollegen nicht – ist, dass es den neuen Opel-Astra nur viertürig gibt. Dreitürig gibt es nur den „alten“ Astra, den OPC. Während der neue aber „nur“ als Spitzenmotorisierung einen 1,6 Liter-Turbo zu bieten hat. Aber die Basis für eine ab 2016 mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückende neue Rennserie im Automobilsport ist eine viertürige Limousine mit Zweiliter-Turbomotor.

Und darum wird es auch weiterhin den OPC-Astra geben, weil der einen Zweiliter-Turbomotor hat, den man dann – weil es das Reglement erlaubt – in die viertürige Version des neuen Astra verpflanzen kann. - Und so kommt dann zusammen, was zusammen gehört.

So muss man sich dann auch nicht über den neuen Peugeot 308 Gti wundern, denn es gleich in der richtigen Version, viertürig und mit Zweiliter-Turbo gibt. (Einschub 19.9.: Entschuldigung! - Hier ist mir ein Fehler unterlaufen. Der Peugeot hat "nur" einen 1,6 l-Turbo-Motor!) Und auch bei Mercedes – pardon, AMG – hat man den richtigen Pfeil im Köcher: Eine viertürige A-Klasse mit Zweiliter-Turbomotor. Und wenn man sich dann auf diesem Gebiet noch weiter umsieht, dann wird man weitere GTi-„Blüten'“ dieser Art entdecken, die nur darauf warten, in der neuen Rennserie – die übrigens weltweit (!) nach dem gleichen Reglement ausgeschrieben ist – an den Start gehen werden.

Es wird zwar heute noch nicht darüber gesprochen, weil es viele auch noch nicht begriffen haben: Aber diese neuen Tourenwagen-Rennserie wird für eine „Normalisierung“ des Motorsports sorgen. Das Ende der DTM z.B. ist damit eingeläutet. - Wer es noch nicht begriffen hat: Bing-bong, bing-bong, Klingelingeling!

Hans-Werner Aufrecht ist es auf diesem Foto nicht, dem da der Durchblick fehlt. Den Überblick hat aber jedenfalls Walter Röhrl, der hier auf dem Porschestand Fachgespräche führt. Und das in seiner offenen, fachkundigen Art, die sicherlich Porsche in der Vergangenheit oft auf der sicheren Seite eines Sportwagenherstellers bleiben ließ.

Ich erinnere mich noch gut an die erste Megane. Die „neue'“ ist nun aufgeblasener. Genauso wie der Honda Civic, dessen erste Version – wenn ich mich recht erinnere – 1977 im Test fuhr. Ein toller Kleinwagen – damals. Heute wirkt er, als würde er täglich bei McDonalds gegessen haben. Auch die neue Megane ist kein Veganer. - Warum müssen Automobile von Modellpflege zu Modellpflege eigentlich größer werden?

Wer hier verweilte, der konnte auch mitbekommen, dass sich Renault als Hersteller von Formel 1-Motoren und „Red Bull“ als Formel 1-Team und Kunde getrennt haben. Der „Kunde“, primär „marketinggeil“ - wie deren Kundschaft sagen würde – freut sich sicherlich auf einen Imagegewinn durch Ferrari-Motoren. Was bei Limonade weniger wichtig ist, zählt aber in der Formel 1 Siege! - Warten wir also auf die großen Worte der „Red Bull“-Marketing-Strategen in 2016!

Ich habe übrigens auf der IAA eine ganze Reihe von ADAC-Ständen gesehen, die an den Pressetagen noch nicht besetzt waren. Man geht wahrscheinlich erst danach auf Mitgliederfang.

Man hat's nötig. - Wenn man das „Herumeiern“ auf der letzten Tagung (am letzen Freitag) in München beobachtet hat, wo der neue ADAC-Chef die vorgesehene Tagesordnung so korrigieren lässt, dass er bei einer Abstimmung keinen Schaden nimmt, dann kommen mir in der Eifel die Tränen. - Aber der ADAC ist schon ein wichtiger Verein. - Mit richtigen Vereins-Meiern.

Die Tränen kommen mir auch, wenn ich solche „Concept-Cars“ wie diesen Golf auf einer Automobilausstellung sehe. Aber ich verstehe auch – und habe Verständnis – füŕ die Absicht der Aussteller, sich in der Zusammensetzung der Ausstellungsstüćke schon von einem Parkplatz bei Aldi zu unterscheiden. - Schwamm drüber!

Man hat schon eine Menge getan, um der IAA 2015 - nicht nur für die Besucher - eine Bedeutung zu geben. Da sind „vor Ort“ sogar Probefahrten möglich. Aber auch denen, die keinerlei „praktische Erfahrung“ haben, denen wird versucht zu verdeutlichen, dass man sie ernst nimmt. - Aber natürlich wird man sie zu beeinflussen versuchen. - Im Interesse der Allgemeinheit.

„Gemeinheit geht vor Eigennutz“, haben wir „früher“ schon als Kinder gesagt, wenn wir unsere Eigeninteresse schönen wollten. - Eigentlich hat sich eine reine Ausstellung wie die IAA überlebt, auch wenn man bei der jetzigen, der 66. spürt, dass man um Änderungen bemüht ist.

„Schöne Wohnen“ ist wohl der Anspruch, den BMW mit den überarbeiteten Versionen des Rolls Royce oder des 7er BMW's für sich beansprucht. Wobei BMW die geniale Idee hatte, dem neuen 7er 'BMW einen „Zündschlüssel“ in der Größe eines Handys mitzugeben, der ausschließt, dass man ihn ständigt mit sich führt. Denn neben dem 7er steht oft noch ein Zweitwagen in der Garage. Und wenn man es so macht, wie z.B. Jaguar bei seinem neuen SUV, dann führt man ständig den „Schlüssel“ in einem Armband bei sich. Und wenn man dann noch ein anderes Fahrzeug in seiner Doppelgarage stehen hat, das auch mit einem Chip... - Aber darüber habe ich schon mal berichtet. - So genannte „innovative Lösungen“ sind nicht unbedingt immer ein Fortschritt.

Berichtenswert ist aber, dass VW alle wesentlichen dem Konzern zugehörenden Marken in einer Halle versammelt hat. Für Audi gab es aber die Möglichkeit den „Vorsprung durch Technik“ in einer eigenen Halle darzustellen. - Audi = Premium? - Und VW rührt Skoda, Seat, Porsche, Bugatti und Lamborghini „in einem Topf an“?

Es waren vielleicht weniger Journalisten als sonst in den Jahren vorher vor Ort. Aber es gab tatsächlich viele aus dem Ausland. Nicht nur vom fernen Japan wurden Kollegen und Kolleginnen gesichtet, sondern auch Inder. Und es war angenehm zu beobachten, das trotz der vielen „Taxis“ der unterschiedlichsten Fabrikate, immer noch dynamische Vertreter unserer Zunft „per Pedes“ unterwegs waren.

Trotz der „New Mobility Word“ in Halle 3.1 – und im Freigelände F 12 – ist die IAA 2015 eigentlich eine Präsentationsart „von gestern“. - Der VDA hat sicherlich in der Vergangenheit von den guten politischen Kontakten seines Chefs profitiert. Aber das aktuelle Automobilgeschäft ist nichts für Beamte. - Ein wenig Kreativität würde nicht schaden!

Der Besuch dieser Ausstellung für einen normalen Interessenten für den Neukauf eines Automobils ist so sinnvoll, wie eine Wanderung auf einem Aldi-Parkplatz an einem Montag oder Donnerstag. - Oder vielleicht auch Samstag?

MK/Wilhelm Hahne

*Letzte Neuigkeit: Lotus zeigt seine „Weltneuheit“, den Lotus „Evora 400“ auf dem Frankfurter Flughafen im Terminal 2. Die Modelle „Exige“ und „Elise“ sind in der „Shopping Avenue“ des Terminals 1 zu besichtigen. Lotus hat diese „Exklusiv“-Präsentation mit Unterstützung seines Frankfurter Händlers, der „Dörr-Group“, unternommen, die u.a. auch McLaren vertreibt und – mit Hilfe des Frankfurter Flughafens. - Das wird die Frankfurter Messe AG nicht freuen. - Wer als Flugreisender aktuell in Frankfurt durch den „Duty Free Shops“ geht, kann sich auch an der Verlosung eines „Traum-Lotus“ im Wert von 120.000 Euro beteiligen.

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1 Kommentar

Peugeot 308 GTi

<p> Aus meiner Sicht hat der neue 308 GTi doch aber einen 1.6-Liter aus dem RCZ R, oder t&auml;usche ich mich?</p>

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