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Versuch einer Bestandsaufnahme [1]

Gespeichert von wh am/um 26 Januar, 2012 - 18:41

Natürlich „Nürburgring 2009“ betreffend. - Viele versuchen sich inzwischen an Konzepten. Neuen Konzepten. Aber mit welcher Ausgangsbasis? - Alte Gutachten sind eigentlich nicht mehr als beschriebenes Papier. Erklärungen von Politikern sind „Wort-Wolken“, die von den Stürmen der Realität längst zerrissen wurden. - Was ist die Realität? - Sie ist eigentlich als Voraussetzung ungünstiger als die Meisten denken. Weil sie weniger wissen als notwendig ist. - Darum dann hier – leider auch nicht vollkommen - der...

Versuch einer Bestandsaufnahme

Erinnert sich jemand an die erste Zeit, da über die Politik das Projekt am Nürburgring angeschoben werden sollte? - Da war von der „Erlebnisregion Nürburgring“ die Rede. Das veränderte sich hin zu „Nürburgring 2009“. War das Anschieben des Projekts zunächst dem Wirtschaftsministerium in Mainz (Hendrik Hering) zugedacht, wurde dann diese Aufgabe dem Finanzministerium (Ingolf Deubel) übertragen. Mit einem eigenen „Etat“. - Oder sollte man von „Sonderfonds“ sprechen? - Weil der Finanzminister gleichzeitig der Aufsichtsratsvorsitzende der Nürburgring GmbH, ein 90 Prozent-Tochter des Landes Rheinland-Pfalz war? - Jedenfalls war er offensichtlich der „Vertrauensmann“ von Ministerpräsident Kurt Beck, der dann später auch der Einzige war, der das Finanzierungsmodell des Herrn Finanzministers verstanden hat.

Dabei war das unverständlich. - Bis das auch Kurt Beck verstand. - Und wieder war Hendrik Hering „am Zug“.

Die dem Projekt zugeordneten Summen stiegen, während der Umfang der „Subventionen“ (oder sollte man von „Investionen“ sprechen?) sich von der „Region“ auf ein „Projekt“ verlagerte. Das betraf dann zufällig ausschließlich das direkte Umfeld der Nürburgring GmbH.

Natürlich wurden die Politiker von Geschäftsführer Dr. Walter Kafitz ein wenig in die Irre geführt. Der wusste – als studierter Marketing-Experte – wie man das macht. Natürlich hatte der von Motorsport keine Ahnung, kannte den Nürburgring nicht, aber wohl die Profilierungssucht von Menschen allgemein und von Politikern im Besonderen.

So hat er für sich zunächst eine Situation geschaffen, mit der er glaubwürdig wirkte. Er hat die Umsatzzahlen gesteigert, damit die Säulenstatistiken eindrucksvoll wuchsen. Dann hat er die Formel 1 sozusagen als „Druckmittel“ genutzt. - Das funktioniert auch heute noch.

Die Politiker waren beeindruckt und haben zur Stützung der Region – sollte die Formel 1 das Ergebnis weiter schwächen – einen Fonds gebildet. Der war mit „Tourismus“ überschrieben und um 40 Millionen Euro groß.

Wollte Dr. Walter Kafitz an diese Millionen kommen, musste er also die „Karte Tourismus“ spielen. Und er hat's getan, sich durch Deutschland zu Freizeit- und Erlebnisparks fahren lassen, um dann gegenüber den Politikern auch hier als Fachmann auftreten zu können.

So wurde dann über die Zeit eigentlich immer weiter weg geschoben, was eigentlich Gegenstand des ursprünglichen GmbH-Vertrages war und ist:

„Förderung des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports mit dem Ziel, zur Verkehrsertüchtigung der Fahrer, technischen Verbesserung der Fahrzeuge und damit zur Sicherheit auf den öffentlichen Sgtraßen beizutragen. Zugleich soll durch den Betrieb der Rennstrecken 'Nürburgring' und ihrer Einrichtungen der Fremdenverkehr im Eifelraum gefördert werden. Die Gesellschaft verwaltet die Rennstrecken sowie ihre sonstigen Anlagen und Liegenschaften.“

Doch die Politik wollte „modern“ sein, träumte – zusammen mit Kafitz – von Erlebnisparks und Eventcenter und – expandierte. In Gedanken sogar erfolgreich. Wie der Ministerpräsident gerne heute noch – und immer wieder – in Aussicht stellt: In fünf Jahren.

Aus der „Spinnerei“ eines Marketing-Allzweck-“Spezialisten“ (Was hätten Sie denn gern?) wurde das „Leuchtturmprojekt“ der Landesregierung. Und der Finanzminister des Landes und Aufsichtsratsvorsitzender der (überwiegen) landeseigenen GmbH gab im Landtag 2009 den Fachmann:

„Bis Mitte der 90er Jahre seien am Nürburgring Aktivitäten auf niedrigstem Niveau zu verzeichnen gewesen. Mit einer geringen Zahl von Arbeitsplätzen fristete der Nürburgring ein Schattendasein. Seit Mitte der 90er-Jahre habe sich die Situation deutlich verändert, wodurch eine Vielzahl zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen werden konnte. Diese Zahl von Arbeitsplätzen wolle die Landesregierung halten und in der strukturschwachen Eifel nach Möglichkeit vermehren.“'

Das „Marketingsystem Kafitz“ funktionierte also. Das mit der Umsatzsäulen-Statistik, mit Versuch des „Absahnens“ über die Sparte Tourismus, das mit der Vision der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Es ist noch nicht lange her, dass einer der neuen Betreiber, Jörg Lindner, klagte, dass bei ihm – der neuen privaten Betreibergesellschaft - noch 40 Arbeitsplätze unbesetzt seien, für die man keine Mitarbeiter finden würde. - Heute müsste er dann also noch 40 Leute mehr entlassen. -

Merkt eigentlich niemand, das jeweils von Seiten der Politik und der Betreiber so argumentiert wird, wie es gerade „passend“ erscheint? Das Gedächtnis der Öffentlichkeit (und der Medien, die die Öffentlichkeit vertritt) ist jeweils kurz.

Man klatscht gerne Beifall. Darum sagen Politiker auch jeweils gerne das, was Beifall auslöst, ihn  als erfahren, seriös und souverän erscheinen lässt. Wie z.B. Prof. Dr. Ingolf Deubel, Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH, der am 19. Oktober 2008 im SWR sagte:

„Mache nur Geschäfte, die du verstehst, und mache nur Geschäfte, die auch
bei schlechter Entwicklung beherrschbar sind.“

Ebenfalls im Oktober 2008 schrieb der Bund der Steuerzahler den Politikern des Landes ins „Schwarzbuch“:

„Nürburg. Im letzten Jahr noch hatte der Landesrechnungshof die desolate
wirtschaftliche Lage der im öffentlichen Besitz (90 Prozent Land Rheinland-Pfalz, 10 Prozent Landkreis Ahrweiler) befindlichen Betreibergesellschaft des Nürburgrings konstatiert. Dessen ungeachtet plant die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, weiteres Geld in dieses Fass ohne Boden zu werfen. Das Projekt „Erlebnispark Nürburgring“ im Umfang von 215 Mio. Euro soll neue Besucher anlocken, Arbeitsplätze schaffen und die strukturschwache Region stärken.
Geplant war zunächst eine vollständige Finanzierung durch private Investoren, später sollten mindestens 50 Prozent privat finanziert werden. Doch die Unternehmen winkten nach und nach ab. Übrig blieb ein Investor für ein Hotel, der 80 Mio. Euro zum Projekt beisteuern soll. Den Rest schultert die Betreibergesellschaft Nürburgring GmbH ganz allein. Das Land finanziert einen Erlebnispark mit zweifelhaftem Konzept und unsicherer Rentabilität.“

Da hat Prof. Deubel aber im Landtag 2009 etwas anderes „zum Besten gegeben“:

„Diese Projekte seien anhand des Marktes durchkalkuliert worden Im Vorfeld sei eine Vielzahl von Gutachten erstellt worden. Wenzel Consult habe ein Gutachten zu den Marktchancen und die Frequenzen abgegeben. Auf dieser Basis seien dann die Planung und die Businesspläne entwickelt worden, die durch die KPMG überprüft worden seien. Allerdings sei leider nur eine rechnerische Überprüfung erfolgt, ob die Zahlen stimmig seien. Es sei überprüft worden dass die Zahlen korrekt und stimmig seien. Es sei abr nicht durch die KPMG überprüft worden, ob die Datengrundlagen richtig seien.“

Wie ich immer schon gesagt und geschrieben habe: Sie waren es nicht. Denken wir nur an die Diffenrenz von vermeldeten und tatsächlichen Zuschauerzahlen. Da hat sich übrigens bis heute wenig geändert. Richtig sind immer die Zahlen, die gerade für eine  Argumentation passend sind. - Das bezieht sich nicht nur auf Zahlen im Motorsportbereich, wo man gerne mischt oder trennt, je nach Bedarf.

Nur mit Motorsport konnte der Nürburgring z.B. nicht überleben (wenn das als Argument gebraucht wurde), oder das „Kerngeschäft des Nürburgrings ist hochprofitabel“ (Hendrik Hering, nun SPD-Fraktionsvorsitzender im Januar 2012). Noch präziser: „In verschiedenen Bereichen, wie dem Rennbetrieb, sei gutes Geld zu verdienen.“ - Sagt Hendrik Hering heute.

Warum wurde dann gerade für um 1,4 Millionen Euro eine „Großküche“ am Nürburgring fertig gestellt? - Was soll ein ring°racer, die bisher nutzloseste Achterbahn der Welt, am Nürburgring? Das Geräusch-Emmissions-Guthaben der Motorsportveranstaltungen weiter schmälern?

Wer jemals den ring°racer bei Versuchsfahrten gehört hat, kann nur den Kopf schütteln. Wer die Kosten dafür kennt, die man eigentlich nur als „Immer-mehr-Kosten“ bezeichnen kann, der kommt aus dem Staunen nicht heraus, wenn man jetzt noch mal im Mainzer Landtagsarchiv kramt. Damals – 2009 - sagte der Finanzminister des Landes u.a. zu möglichen Kostensteigerungen den Landtagsabgeordneten:

„Die Entwicklung werde vom Verlauf des diesjährigen Winters abhängen. Allerdings müsse damit gerechnet werden, dass zusätzliche Beschleunigungsmaßnahmen mit damit verbundenen Kostensteigerungen notwendig seien, da eine Fertigstellung des Projekts bis zum Formel 1-Rennen erfolgen müsse. In diesem Zusammenhang müsse fast das Motto 'Koste es was es wolle' gelten. Es wäre wirtschaftlich ziemlicher Unfug, aus Gründen der Kosteneinsparung das Projekt beispielsweise erst im August fertigzustellen.“

Und dann kommt eine Passage in seinem Vortrag, die man aufgrund der heute bekannten Gesamtkosten von um 500 Millionen Euro (oder 0,5 Milliarden) einfach mehrfach lesen sollte:

„Nach heutiger Einschätzung müsse mit Gesamtkosten von 156 bis 158 Millionen Euro gerechnet werden. In diesem Betrag seien 6 Millionen Euro für weitere Beschleunigungsmaßnahmen eingerechnet, die bisher noch nicht über Vergaben usw. festgeschrieben sei.“

Da glaubte Ingolf Deubel wohl noch an Wunder oder den Aussagen eines Kai Richter, der bereits beim „2. SPONSORs Sportstättenforum“ am 8./9. September 2008 in der „Allianz-Arena“ in München, einem „internationalen Fachkongress für alle Entscheider im Sportstättenbereich“ mit einem Vortrag geglänzt hatte, der lt. Veranstalter das Thema hatte:

„Erlebnispark Nürburgring: Die Karte als zentrales Zahlungs- und Kommunikationstool
· Was sich hinter dem 250-Millionen-Euro-Projekt チErlebnispark Nürburgring. verbirgt
· Warum Mediinvest 100 Millionen Euro investierte
· Warum sich die Betreiber für チcashless payment. entschieden haben“

Kai Richter hatte ich damals um das Manuskript seiner Rede gebeten. Schon der „100 Millionen“ wegen. - Wundern Sie sich, lieber Leser, wenn Kai Richter mir nicht geantwortet hat?

Kai Richter ist einer jener schillernden Figuren im Umfeld von schillernden Politikern, die sich jeweils „pragmatisch“ verhalten. - Wie hätten Sie's denn gerne? - Gestern noch Investor, heute Entwickler. - Oder umgekehrt? - Welche Kontakte dieser Mann (nicht nur) damals suchte, konnte man bei „Xing“ erfahren:

„Ich suche Bauträger, Initiatoren, Investoren, Kapitalanleger, Bauunternehmer, Generalunternehmer, Architekten, Banken"

Im November 2008 verkündete eine Hamburger Agentur im Namen der Nürburgring GmbH:

"Derzeit wird der Nürburgring zu einem ganzjährigen Freizeit- und Businesszentrum ausgebaut. Neben den beiden Rennstrecken wird es zukünftig einen Boulevard mit Markenwelten der Automobilindustrie, Gastronomie, Merchandising und Tourist-Info geben, dazu eine Arena mit 3.600 Sitzplätzen, ein weiteres Vier-Sterne-Hotel, eine gleichermaßen museale und unterhaltsame Indoor-Attraktion rund um das Thema Nürburgring und das schnellste Fahrgeschäft der Welt. Das Gesamtvolumen beträgt rund 215 Millionen Euro, von denen über die Hälfte von privaten Investoren getragen wird."

Jeder hat eben auf seine Art gerechnet. Nicht damit gerechnet hatte man aber wohl, dass es jemanden gab, der sich über die Jahre des Themas angenommen, es "begleitet" hat. Das hat gestört. Und da hat man gestört. Kai Richter z.B. mit einer Anzeige, die er aber lt., eigener Aussage gegenüber einem meiner Kollegen nicht gemacht hat. Wenn ich das eine Lüge nenne, bezeichnet es sein Anwalt (und der Anwalt des Bundespräsidenten) als "ein kommunikatives Missverständnis".

Diese Affäre scheint ausschließlich aus kommunikativen Missverständnissen zu bestehen. Das beginnt schon mit dem Raumordnungsverfahren, dessen Abschluss von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz mit dem Entscheid vom 20. Juli 2007 abgeschlossen wurde.

Im Teil I fand sich noch das Wintersportgebiet Jammelshofen mit als Entwicklungsgebiet ausgewiesen. Schließlich wurde damals auch noch von der "Erlebnisregion Nürburgring" gesprochen. Da sollte – man sprach u.a. von Schneekanonen – deutlich aufgerüstet werden. Und die SGD Nord sprach in ihrer Presse-Erklärung zu Teil II erklärend so davon:

"Die Nürburgring GmbH beabsichtigt, durch diese verschiedenen Entwicklungszonen die Anziehungskraft des Nürburgrings weiter zu steigern und auch auf die Wintermonate auszudehnen. Dadurch sollen der Wirtschaftsfaktor Nürburgring in der Eifelregion gestärkt, Arbeitsplätze nachhaltig gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Neben der Formel 1 und den Motorsportveranstaltungen sollen weitere Umsatz- und Ertragsquellen erschlossen werden."

So bin ich dann in dieser Woche, Januar 2012, hin zu diesem reizenden Wintersportort Jammelshofen gefahren, der Teil des (ersten) Investitionsprogramms war, den man der Öffentlichkeit präsentierte. Ein netter Ort, nahe der "Hohe Acht", der höchsten Erhebung der Eifel (747m) gelegen:

[2]

 

Man findet sogar Schnee. Und wenn man sich bemüht, auch einen Hinweis auf Wintersport:

[3]

[4]

Ein schönes Stückchen Erde...

[5]...und in diesen Tagen nicht nur weiß, sondern tatsächlich ein Stück unberührter Natur.

Da, wo man von einer vielbefahrenen Landstraße hin zum Ort Jammelshofen abbiegen kann findet man auch einen Hinweis auf der "Wintersportgebiet".

[6]

Aber nicht nur. Auch auf ein "Classic-Race-Museum". Das Schild wurde "damals" auf Anweisung des Ministerpräsidenten Kurt Beck, bzw. der Staatskanzlei in Mainz aufgrund einer Beschwerde des Museum-Betreiber aufgestellt. Sofort. -. Dabei war sein Wunsch von anderen Behörden vorher mehrfach abgelehnt worden. - Kurt Beck hat eben ein Gefühl für volksnahe Enscheidungen. - Wenn sie ihm in den Kram passen.

Haken wir also das "Wintersportgebiet Jammelshofen" ab. Es passte zwar zum Thema "Erlebnisregion", war aber in der Praxis schlecht umsetzbar. Also vergessen wir es.

Wir sind also weiter auf dem Weg hin zu "Nürburgring 2009". Und verlassen Jammelshofen, um uns auf den Weg zu dem Golfplatz zu machen, der praktisch den Teil II des Genehmigungsverfahrens der SGD Nord bildete. Das las sich in der begleitenden Presse-Info so:

"Der in Abstimmung mit der Obersten Landesplanungsbehörde, dem Ministerium des Innern und für Sport, ergangene Raumordnerische Entscheid bezieht sich in seinem zweiten Teil auf den Vorhabensbestandteil Golfplatzplanung mit zwei potentiellen Standorten in der Verbandsgemeinde Adenau, Landkreis Ahrweiler sowie der Verbandsgemeinde Kelberg, Landkreis Vulkaneifel."

Zum Golfplatz habe ich bereits auf diesen Seiten umfassend informiert, so dass ich hier nur den aktuellen Zustand beschreiben möchte: Es gibt ihn auch im Januar des Jahres 2012 noch nicht. Und wenn Sie mich fragen: Es wird ihn auch nicht geben.

Im November des letzten Jahres irrte ein älterer Herr über den Vorplatz zum "Boulevard" (im "Neubaugebiet" des Nürburgrings). Er fand den Weg nicht zu einem Eingang, der ihn dahin geführt hätte, wohin er wollte: Zum "Nürburgring Business & Golf Club". Er hielt Papiere in seiner Hand, die sich als "Vorvertrag" erwiesen.

Dem Mann wurde geholfen, so weit das die Suche nach dem Eingang betraf. Vor den Büros des "Nürburgring Business & Golf Club", der sich da übrigens anders als auf dem Hinweisschild unten nennt...

[7]

 

[8]

 

...aber das Büro war geschlossen. An der Tür gab es damals den Hinweis, dass das bis "September" der Fall sein würde. Das Schild ist inzwischen entfernt. - Ich zeige Ihnen hier den Weg zur verschlossenen Tür:

[9]

[10] [11]

 

 


Der Weg hin zu dieser Situation ist schnell beschrieben.

Es gab (gibt!) einen niederländischen Investor. Der hat sich die Grundstücke für das geplante Golfplatzprojekt mit einem Vorvertrag gesichert. Geld sei kein Problem, hatte er versichert. Und er sagte den Landbesitzern für Ackerland um vier Euro pro qm zu. In Vorverträgen, vor einem Notar geschlossen.

Das war wohl der Erste der "kalte Füße" bekam, weil er nämlich die Vertragspartner im letzten Jahr anschrieb, ob sie schon das Geld erhalten hätten. Offenbar wartet er noch auf sein Geld. Die Verkäufer konnten ihm auch nur bestätigen: Sie hatten auch noch kein Geld.

Dann wurden die Verkäufer vom Käufer angeschrieben: Sie möchten sich ein wenig in Geduld fassen, es gäbe eine kleine Verzögerung. Auch wenn die Vorverträge noch nicht erfüllt wären, er stünde zu dem Vertrag. - Und wenn es mit der "Erfüllung" nach September (2011) würde, dann würde er einen Aufschlag von vier Prozent zahlen.

Inzwischen haben wir 2012, befinden uns im Januar – und der Investor hat zwar inzwischen davon gesprochen dass er das Projekt nun kleiner aufziehen wolle. Aber inzwischen ist es wohl so klein, dass es kleiner nicht mehr geht. - Auf einer "provisiorischen Driving-Range" waren übrigens ab März  2010 "Schnupperkurse" vorgesehen.

Das hier... [12]...

 


...war übrigens das vorgesehene Golfplatzgebiet.

Wir können also auch den Teil des "Förderungsprogramms" der Landesregierung abhaken, der mit "Vorhabensbestandteil Golfplatzplanung" benannt wurde. - Bitte vergessen!

Damit kommen wir zu einem Projekthöhepunkt, den wir eigentlich ebenfalls vergessen können: Die Achterbahn, den so genannten ring°racer. Wäre damit nicht schon einer Reihe von Menschen Dauerschäden zugefügt worden, würde ich diese in Stahl umgesetzten Politikerträume als "Lachnummer" bezeichnen.

In den USA bestellt, obwohl es einen bekannten Fertigungsbetrieb rd. eine Autostunde entfernt gibt, hat diese Bahn bisher nur Kosten verursacht. Prof. Deubel meinte dazu in seiner Auflistung zu erforderlichen Mehrkosten im Jahre 2009 das:

"Die erste Maßnahme (von jeweils drei Millionen Euro!) beziehe sich auf den 'Race Coaster', den gegenüber den ursprünglichen Planungen weiter aufgerüstet werden solle, weil in anderen Teilen der Welt an der Realisierung ähnlicher Projekte gearbeitet werde. Damit werde sichergestellt, dass der 'Race Coaster' über das Alleinstellungsmerkmal verfügen werde. Ob und in welcher Höhe dies zu Mehreinahmen führen werde, könne nicht abgeschätzt werden. Deshalb verbuche er diesen Betrag ausschließlich unter Mehrkosten."

Inzwischen sind aus "Mehr-Kosten" dann "Un-Kosten" geworden. Das Projekt kann aus meiner Sicht als Profitbringer voll abgegeschrieben werden. Es hat bestenfalls noch als "Kunst am Bau" oder als "Warnung vor Baufehlern" eine Bedeutung. Natürlich macht zu sanften Kurven verformtes Eisen...

[13]

...immer einen guten Eindruck. Aber man sollte auch – wie man das hier tut...

 

[14]

 

...davor warnen.

Als ich nach der großen Explosion, die von der Nürburgring GmbH klein geredet wurde, mich einmal mit den Auswirkungen beschäftigte, da bin ich auf Gutachter gestoßen, die die Statik im Umfeld der Explosion überprüften. - Das sei in einem solchen Fall normal, wurde ich von einem Nürburgring-Mitarbeiter informiert. - Wirklich alles OK?

Außer Testläufen, die dann in den Büros der GmbH's jeweils zum Arbeitsabbruch führten (wenn man den Abschussknall hörte, bewegte sich alles in Richtung Fenster, um die Achterbahn im "Boulevard"-Bereich vorbeifahren zu sehen). - Und zu hören, sagen die, die sich beim Erzählen begleitend an die Ohren greifen. - Mögliche Achterbahn-Nutzer würden in ihrem Jargon vielleicht dazu sagen: "Voll krass daneben, Alter!"

Damit kämen wir dann zum "Wirtschaftsteil" "Grüne Hölle". Eigentlich sollte die zunächst in Drees entstehen, während am jetzigen Standort das so genannte "Eifel-Dorf" geplant war. Wie man hört, sorgte Kai Richter für die Um-Planung. Der damalige Marketing-Mann der GmbH, Bruckner, war anderer Meinung und – musste gehen.

Im entsprechenden Raumordnungsbescheid...

[15]

 

...ist die "Grüne Hölle" als "Erlebnisgastronomiedorf mit angeschlossenem Hotel" benannt. Jedenfalls hatte sich das Kai Richter wohl so vorgestellt. Was aus dieser Einrichtung resultierte: Für die Adenauer Polizei ein neues Betätigungsfeld. Es kam häufiger zu Schlägereien auf einem Platz, der heute eigentlich als Parkplatz fehlt.

Aber vielleicht werden ja in nächster Zeit die ersten "Löcher" in der Bebauung entstehen, da sicherlich das "Steakhaus" irgendwie weichen muss. Wie ich höre, glaubt man intern noch an eine mögliche Sanierung, ist sogar der Meinung, dass man die über eine Versicherung abrechnen könne. - Man solle Kindern ihren Kinderglauben nicht nehmen, habe ich gelernt.

Nur bei mir war übrigens über die Gründe für eine "vorübergehende Schließung" im letzten Jahr zu lesen. Es gab auch keine offizielle Pressemitteilung dazu. Wenn es jetzt... - Wie sagte meine Großmutter immer: "Nun mal' den Teufel mal nicht an die Wand!". - Also lasse ich das hier.

Ich war jedenfalls bei der Grundsteinlegung dabei und habe damals – extra für meine Leser – dann auch meine Kamera einen Blick ins Gästebuch werfen lassen:

[16]

 

Sie finden auf den von mir fotografierten Seiten sowohl den Namen des Herrn Dr. Kafitz, von dem ich Ihnen hier noch mal ein Foto zeige...

 

[17]

 

...wie auch die Unterschrift des Herrn Deubel. Sie waren genauso vor Ort, wie der Nürburger Pastor, der sich noch vor kurzem für seinen Eintrag ins Gästebuch (auf dem "Familientreffen" von ver.di) quasi entschuldigte. - "Gottes Segen zur Grundsteinlegung". - Irgendwer hat da wohl etwas nicht mitbekommen.

Die "Grüne Hölle" ist eigentlich überflüssig. So wie man "oben" zwischen Himmel und Hölle unterscheidet, sollte man hier auch auf Erden deutlich trennen.

Als ich auf diesen Internetseiten vor Wochen meine Leser befragte, da gab es dazu eine klare Meinung. Meine Frage lautete:

"Sollte der Rennbetrieb am Nürburgring vom 'Event'betrieb kaufmännisch getrennt werden?" - Von 680 Gesamtstimmen waren 97 Prozent für JA, nur 3 Prozent dagegen.

Kommen wir nun zu einem weiteren Teil der (ursprünglich) "Erlebnisregion". Dieser betrifft den kleinen Ort Drees, nicht weit vom Nürburgring entfernt. Dahin hat Kai Richter dann "sein Dorf" ausgelagert. Er hat die Grundstücke gekauft. Und gut daran verdient. Als ich dachte, ich hätte das erste Musterhaus dazu gesehen...

[18]

 

...da war das falsch. Was andere übersehen haben: Es gibt zweimal MI-Haus. (Dazu wäre eine Menge zu schreiben. Aber auch zu rechnen!)

Auch ein Neuzugang bei den Beratern der neuen Nürburgring Automotive GmbH scheint das inzwischen begriffen zu haben. Ich hatte ihm zwar eine andere Frage gestellt. Aber Karl-Heinz Steinkühler antwortet nicht. - Aber gerade deshalb – nicht deswegen – steuert "XY ungelöst" nun einer Lösung zu. - Denn die Geschichte ist längst geschrieben. Aber sie muss noch Geschichte werden. - Übrigens: Eine spannende Geschichte. Ich werde rechtzeitig darauf aufmerksam machen.

Das"Lindner Feriendorf" (so nennt sich das wirklich) liegt schön:

[19]

 

Kai Richter und seine (Geschäfts-)Frau werden es in angenehmer Erinnerung haben. Ich würde in diesem Zusammenhang von leicht verdientem Geld sprechen. Wurde es die Basis...?

Aber ich überlasse die Auflösung gerne einem anderen Medium und wende mich dem"Kern" des Projekts, "Nürburgring 2009" zu. Es war ein langer Weg zu eigentlich etwas Überflüssigem:

[20]

 

Da wurde Kleines

abgerissen...

[21]

 

...um wirklich Unwirtschaftlichem Platz zu machen. - Damit Sie sich erinnern:

[22] [23]

 

[24]

 

Ich war in dieser Woche noch mal da. Der Parkplatz war offen und – leer. Natürlich gab es – obwohl dieses Jahr der Winter nicht gerade streng ist – nur einen eingeschränkten Winterdienst:

[25]

 

Der Aufgang war nur einseitig geräumt. Und oben – über die Brücke – ging es auch "einseitig" weiter:

[26]

 

Beim Blick nach

rechts...

[27]

 

...grüßte die ring°kartbahn", die auch so ihre Probleme hat. Die sind aber – mehr oder weniger – selbst gemacht, bzw. basieren auf den Ideen eines guten Freundes von Kai Richter: Peter Jung. -

Der ist schon länger in der Eifel zu Hause. Aber ist eigentlich Düsseldorfer und betreibt u.a. mit Kai Richter auch eine gemeinsame Firma. In Düsseldorf. Und war auch vor kurzer Zeit mit Kai um Verlegung einer Yacht bemüht. Während Kai's Jagd auch ein Gebiet umfasst, in dem Peter eine Wohnung unterhält. Der sich wiederum durch kleine Spenden, kleine Sponsoren-Gesten, in seiner Ortsgemeinde beliebt macht.

Aber zurück zur Kartbahn, wo Peter Ausbaupläne hatte, die aber aus Kostengründen (so um 160.000 Euro) zurückgestellt wurden. Aber den Kreis Ahrweiler animierten, mal in EU-Unterlagen zu blättern. Weil davon aber nur ein kleiner Teil ins Deutsche übersetzt ist, konnte es zu (großen) Missverständnissen kommen.

Was aber Kai Richter nicht hindert, ab und zu mal, wenn es ihm danach ist, mit netter Begleitung nach Mitternacht in der Kartbahn einzukehren, um ein wenig Freude zu haben. - Ein bis'chen Spaß muss sein. - Den hat man, dank DOM-Schlüsselsystem (und Hauptschlüssel) dann auch leicht.

Geht man weiter in Richtung "Boulevard", wird es schon stiller. Selbst der Lotto-Shop ist geschlossen:

[28]

Der "Boulevard" selbst ist so tot, dass man erschrocken ist. Selbst die

Video-Wand...

[29]

 

...ist abgeschaltet. Von der sagte der Herr Finanzminister "damals" im Landtag:

"Die zweite große Veränderung (Mehrkosten!) hänge mit einer großen interaktiven Videowand zusammen. Diese Videowand sei so groß, dass nicht nur einer, sondern sehr viele an dieser Videowand interaktiv arbeiten können. Über diese interaktive Viedeowand mit Kosten von 3 Millionen Euro werde es möglich sein, konservativ geschätzt Werbeeinnahmen von zusätzlich rund 800.000 Euro zu erzielen."

Ich möchte korrekterweise darauf hinweisen, dass der Finanzminister nicht gesagt hat in welcher Zeit. Nun ist sie mal vorhanden und – nun machen wir sie aus. Es ist eben Winter in der Ganzjahresdestination.

Immerhin kann ich vier Leute (außer mir!) im "Boulevard" zählen:

[30]

 

Da wäre es doch dumm, wenn man das Stromnetz durch Einschalten der Videowand belasten würde. Eveline Lemke würde ganz schön schimpfen, wenn man so vielleicht das Laden von Elektroautomobilen behindern würde, bevor sie ausreichend Strom durch Windkraft sichergestellt hat. - Wen hat sie eigentlich vor ihrer Minister-Tätigkeit beraten?

Und draußen dampft das Wärmekraftwerk:

[31]

 

Das zuständige Vorstandsmitglied der zuständigen Herstellerfirma (der RWE zugehörig) wollte mir s.Zt. nicht sagen, welche Sicherheiten man vor dem Bau der "Kraftwerkes" von der Nürburgring GmbH (Landesregierung?) verlangt habe. Dabei hatte sich die gleiche Firma im Falle des von Kai Richter erbauten "Personalhauses" in Adenau beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler, im Grundbuch von Adenau, auf Blatt 4255 der "Zweite Abteilung" eintragen lassen:

"Beschränkte persönliche Dienstbarkeit (Recht auf Errichtung, Unterhaltung und Betreibung einer Pelletsheizung verbunden mit einem Unterlassungsanspruch betreffend andere Wärmeerzeugungs- oder versorgungseinrichtungen) für OIE Aktiengesellschaft, Idar-Oberstein. Gemäß Bewilligung vom 03.12.2008 (UR-Nr. 1449/2008, Notar Bernd Kunze in Adenau) eingetragen am 09.12.2008. gez. U. Zimmermann"

Ich gehe langsam und nachdenklich, über das Treppenhaus des Info-Centers, zurück zu meinem einsamen Automobil auf dem heute kostenlosen Parkplatz.

[32]

 

Ich schreite über spanischen, schwarzen Schiefer, der jetzt schon so aussieht, wie ich mir das damals (als ich beim Verlegen darüber schrieb) vorgestellt hatte. Schon heute zeigen die Stufen deutlich Nutzerspuren:

[33]

 

Dabei war die Besucherfrequenz "unter aller Sau", wie man sagen könnte.

Aber die Herren der Betreibergesellschaft haben an alles gedacht: Sie haben sich...

[34]

 

...einen Fluchtweg offen gelassen.

An meinem Besuchstag sprach gerade Jörg Lindner vor Mitarbeitern im Kinosaal des "ring°werk". Darum war z.B. bei  meinem Fotospaziergang am Ring...

[35]

 

...dieser Laden geschlossen. Geschäftsführer Lindner betonte, "dass man nach dem Willen des Landes und aller Parteien nun 'ein privatwirtschaftlich tragfähiges Konzept' umsetze." - Und Kai Richter stellte fest: "Nur im Konsens ist ein gemeinsamer Weg in eine gesicherte Zukunft möglich."

Er weiß wovon er spricht. Im Konsens mit Politikern war ihm auch schon in der Vergangenheit so manches Husarenstück gelungen.

Und im Konsens mit der Gewerkschaft ver.di arbeitet nun auch der Nürburgring-Betriebsrat an einem neuen Konzept. Und die CDU verlangt nach einem neuen Konzept und einem Beirat.

Dabei hatte man in Mainz schon in der Vergangenheit immer mal wieder ein neues Konzept vorgestellt. War nicht auch das Einsetzen der Nürburgring Automotive GmbH ein neues Konzept?

Auch das Einsetzen ohne jede Ausschreibung entsprach schon einem neuen Konzept.

Allerdings würde ein "altes" Konzept reichen. Wenn man es denn umsetzen würde. - Dr. Kafitz verkündete damals für seine Nürburgring GmbH, als man noch "alles in einer Hand" betrieb:

"Unser Handeln basiert auf folgenden Grundsätzen":
(Und ich lasse jetzt mal alle Erläuterungen weg, sondern nur die eigentlichen "Grundsätze" folgen)

  • Wir stellen Sicherheit an die erste Stelle.
  • Wir orientieren uns am Kunden.
  • Wir gehen fair miteinander um.
  • Wir stehen für Qualität.
  • Wir übernehmen Verantwortung für die Umwelt.
  • Wir stellen uns dem Wettbewerb.
  • Wir wollen den wirtschaftlichen Erfolg.

Noch Fragen? - Warum macht man auf dieser Basis als Nürburgring GmbH nicht weiter?

Gerade ist auf meinen Internetseiten eine neue Umfrage angelaufen:

"Halten Sie die momentane private Betreibergesellschaft am Nürburgring, Lindner/Richter, für eine gute Lösung?
96 Prozent sagen NEIN, 4 Prozent klicken JA.

Sie, liebe Leser, können übrigens auch noch Ihre Meinung äußern. - Mit einem Klick.

Sie können mir natürlich auch gerne Ihre Vorstellungen für ein neues Konzept zukommen lassen. Denn wenn inzwischen Viele an einem solchen Konzept arbeiten, weil offenbar vorher niemand der großen Investoren und Entwickler daran gedacht hatte, dann können Sie das auch.

Was Sie aber brauchen – wie das vorhandene Beispiel zeigt: Kein Geld. - Und Sie sollten ein paar Politiker kennen.

Der Rest läuft dann unter Datenschutz, Persönlichkeitsrecht, Privatsphäre und – wenn Sie Pech haben – mit .... - Oder brauchen Sie keinen guten Anwalt? -

MK/Wilhelm Hahne
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Quellen-URL (abgerufen am 2012-02-23 01:01): http://www.motor-kritik.de/node/406

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[9] http://motor-kritik.de/sites/default/files/field/image/2012012608.jpg
[10] http://motor-kritik.de/sites/default/files/field/image/2012012609.jpg
[11] http://motor-kritik.de/sites/default/files/field/image/2012012610.jpg
[12] http://motor-kritik.de/sites/default/files/field/image/2012012611.jpg
[13] http://motor-kritik.de/sites/default/files/field/image/2012012612.jpg
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