Realität & Wirt-lichkeit: Robertino Wild

Geschichten über Robertino Wild waren in der Vergangenheit immer schon so unterschiedlich wie Tageshoroskope in Zeitungen: Man muss immer die Richtige lesen. - D.h. genau das, was zur eigenen Meinung passt. (Wenn man denn schon eine hat.) Heute ist z.B. in meinem Horoskop in der „Rhein-Zeitung“ zu lesen: „Kämpfen Sie jetzt intensiv gegen Ihre Zerstreutheit an. Sie müssen sich auf jeden Fall im beruflichen Bereich sicher und zuverlässig unter Kontrolle haben.“ - Im Horoskop des „Kölner Stadtanzeiger“ wird an meine „verborgenen Talente“ erinnert und Robin Dutt zitiert: „Es wird immer Naturtalente geben, die keine Ausbildung haben, aber dennoch das Richtige tun.“ - Dieses Horoskop hat – wenn man daran glaubt – auch für Robertino Wild Gültigkeit. Auch er ist – wie Wilhelm Hahne – im Sternzeichen des Steinbock geboren. So erklärt sich auch der Firmenname „Capricorn“, der vielen seiner Firmen vorangeśtellt ist und den seit seinen Bemühungen um der Kauf des Nürburgrings viel mehr Leute als vorher kennen. Darum sind sie auch – selbst wenn das mit dem Nürburgring nicht geklappt hat – (wobei die Glaubwürdigkeit von Landesregierung und Insolvenz-Fachleuten dadurch stark gelitten hat) weiter am Schicksal dieses Herrn interessiert, zumal er auch noch in Nürburgring-Nähe eine Firma betreibt, die einen neuen Minderheitsgesellschafter erhalten sollte. Einer mit klangvollem Namen: Porsche. - Man hat aus Stuttgart offiziell lange nichts mehr dazu gehört.

Realität & Wirt-lichkeit: Robertino Wild

Die Abwicklung ist wohl „still und heimlich“ über die Bühne gegangen, weil Porsche sich in der eingegangenen Verbindung nicht so ganz wohl fühlt. Immerhin läuft gegen den Geschäftsführer der Gesellschaft ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren, das – soweit bekannt - auch noch nicht abgeschlossen ist.

So ist die Zurückhaltung von Porsche mit offiziellen Verkündungen zu verstehen. Schließlich rechnet man sich als Teil des VW-Konzerns zu den DAX-Unternehmen, bei denen man besonders auf die Einhaltung auf „Compliance-Regeln“ achtet. Dort ist so ein Fall zwar nicht präzise benannt, aber... - So wie ein Herr Winterkorn sicherlich nicht gerne daran erinnert werden möchte, dass Uli Hoeneß zu seinen guten Bekannten zählt, so möchte man auch bei Porsche vermeiden, dass da jemand „auf dumme Gedanken“ kommt.

Motor-KRITIK kann aber nach einem entsprechenden Blick in das Düsseldorfer Handelsregister sagen:

  • Porsche ist bei der capricron COMPOSITE GmbH seit dem 14. Juli 2015 mit einem Anteil von 25,1 Prozent Minderheitsgesellschafter.

Damit bestätigen sich die Informationen in Motor-KRITIK vom 4. März und 20. Mai 2015. In dieser letzten Information zu den Vorgängen „hinter den Kulissen“ war auf diesen Internetseiten als Motor-KRITIK-Feststellung und -Meinung zu lesen:

Auch wenn es offiziell bis jetzt noch nicht verkündet wurde:

  • Porsche ist praktisch Teilhaber an der capricorn COMPOSITE GmbH, Düsseldorf

Vorhersage von Motor-KRITIK: Man wird dem aktuellen Geschäftsführer einen „Aufpasser“ zur Seite stellen.

Eine Darstellung, die sich jetzt beim Blick in das Düsseldorfer Handelsregister – denn dort ist die Firma am Nürburgring registriert - bestätigt, wenn man dort lesen kann, dass Robertino Wild „nach Änderung der besonderen Vertretungsbefugnis Geschäftsführer“ ist.

Aber Robertino Wild erregt weiter das Aufsehen von Öffentlichkeit und Presse, wenn er z.B. aktuell einen Zehnjahresvertrag zum Betreiben des in Düsseldorf nicht unbekannten Restaurants (mit Bar und Biergarten) „Malkasten“ abschließt.

Die Verhandlungen dazu hatten sich schon über Monate hingezogen, waren Motor-KRITIK zwar bekannt, aber... - Da war die Berichterstattung über den Abschluss der Verhandlungen in der gestrigen Ausgabe der Düsseldorfer „Rheinische Post“ dann doch eine Überraschung. - Nicht nur für Motor-KRITIK!

Dass drückte sich auch dadurch aus, dass zu diesem Thema ein lebhafter Telefonverkehr – auch mit Düsseldorfern! - entstand, die auf eine Erklärung von Motor-KRITIK hofften.

Leider habe ich auch keine Erklärung dazu.

Robertino Wild besitzt schon ein Restaurant im Düsseldorfer Medienhafen, mit dem er – leider – keine Gewinne erwirtschaftet. Wie er dazu kam – auch auf die Idee zu einem Restaurant – findet man im Internet so beschrieben:

„Wie kommt man von einer italienischen Gelateria zu einer französischen Brasserie? Ganz einfach: Indem man in einem Dorf in den Dolomiten in eine Familie von Eisherstellern hineingeboren wird, als Junge in Mamma’s Eisdiele in Düsseldorf Kaiserswerth das leckerste Eis der Stadt verkauft, später mit der Firma capricorn ein erfolgreicher Geschäftsmann wird, die Liebe zur französischen Küche entdeckt und dann ganz konsequent ein eigenes Restaurant aus der Taufe hebt: das LIDO.

Die Gelateria gleichen Namens gibt es seit 1960. Sein Restaurant eröffnete Robertino Wild 2005, direkt an der Fußgängerbrücke des Medienhafens.“

Wirft man eine Blick in die zuletzt veröffentlichte Bilanz dieses Restaurant, wird man mit sehr hohen Zahlen unter „Verbindlichkeiten“ konfrontiert. Man muss aber darauf achten, dass den dort stehenden Zahlen drei Nullen hinzugefügt werden müssen, worauf man im „Kopf“ durch ein voran gestelltes „T“ (= x tausend) hingewiesen wird.

Motor-KRITIK hat sich dann mal die Bilanzen des „Malkasten“-Restaurants der letzten Jahre angesehen. Das sieht auch nicht gut aus. In der 2013er Bilanz musste schon ein Gläubiger seine Forderungen zurückstellen ("Rangrücktrittserklärung"), damit es nicht – weil durch die Verluste das Eigenkapital der „MK-Gastronomie GmbH, Düsseldorf“, die seit 1995 Bar, Restaurant und Biergarten vom Düsseldorfer Künstlerverein „Malkasten“ gepachtet hat, mehr als deutlich aufgezehrt gewesen wäre.

Für die Übernahme dieses Lokals hat also jetzt Robertino Wild, Chef der Capricorn-Group, einen 10-Jahres-Vertrag abgeschlossen, der ihn dann quasi zum Chef einer „Lido-Group“ macht. - Um es so zu formulieren. - Aber warum? - Mit welchem finanziellen Background?

Da macht auch der Hinweis des Vorsitzenden des gewählten Vereinsvorstands des Künstlervereins „Malkasten“, Robert Hartmann, nicht schlauer, der betont, die Solvenz des Pächters geprüft zu haben.

Motor-KRITIK hat das auch schon mal beim Kauf des Nürburgrings gehört – und nicht glauben können. Weil der Glaube in solchen Finanzdingen auch wenig nutzt. Da geht es eigentlich um Fakten, die auch im Fall der erweiterten Nürburgring-Affäre sich wohl in der Realität nicht so darstellten, wie sie von der Verkäuferseite gegenüber der Öffentlichkeit dargestellt wurden.

Nun greift Robertino Wild also zum „Malkasten“. Vielleicht kann er dann so seine Lido-Restaurants in den richtigen Farben darstellen.

Zartrosa wäre gut. - Auch wenn es Motor-KRITIK hier in SCHWARZ schreiben muss.

Und es auch als Dorfbewohner auch anders sieht, als manche Bewohner der großen Kleinstadt Düsseldorf.

Die Wahrheit steht eben in den Sternen!

Und den Sternenhimmel sieht man in der „dunklen“ Eifel eben etwas deutlicher, als in „hellen“ Großstädten.

MK/Wilhelm Hahne
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