„Touristenfahrten“ an einem langen Mai-Wochenende!

Mitte April 2026 hat die Polizei in Adenau ihre Statistik für Verkehrsunfälle im Jahre 2025  veröffentlicht.  Dabei gab es auch wieder eine Statistik, mit der die Unfallzahlen für den Nürburgring (Nordschleife und Grand-Prix-Kurs) benannt wurden. Man machte aber deutlich, dass in dieser Statistik nur jene Unfälle erfasst werden konnten, die 2025 polizeilich aufgenommen wurden. Nach Auskunft eines Beamten exakt dieser Polizeistation gegenüber Motor-KRITIK, konnte die Polizei am Nürburgring aber nur jene Unfälle aufnehmen, zu denen sie vom Veranstalter gerufen wurde. Der Veranstalter der „Touristenfahrer“ ist aber nicht verpflichtet, die Polizei über jeden Unfall zu informieren! Bei Unfällen mit Personenschäden besteht jedoch eine Meldepflicht. So wird man auch in der irgendwann in 2027 veröffentlichten Unfallbilanz für den Nürburgring nicht exakt erfahren, wie viele Unfälle es tatsächlich während der „Touristenfahrten“ in 2026 gegeben hat. Schon mit der ersten wirklichen Großveranstaltung in 2026, die von der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG mit dem Titel „Green Hell Driving Days“ powered by Goodyear, deutlich als „Touristenfahrten“ ausgewiesen, die vom 1. bis zum 3. Mai 2026 durchgeführt wurde, dürfte man eine gute Basis für die Unfallstatistik der Polizei in Adenau für das Jahr 2026 geschaffen haben. Wobei sich so ein langes Wochenende mit dem wahrnehmbaren Lärm für die Bewohner im Umfeld des Nürburgring aber auch sehr elaboriert darstellt.

„Touristenfahrten“ an einem langen Mai-Wochenende!

Aber lassen sie mich zunächst die Zahlen nennen, die von der Polizei in Adenau Mitte April 2026 für das Kalenderjahr 2025 veröffentlicht wurden:

  • Anlässlich der "Touristenfahrten" auf der Nordschleife und der Grand-Prix-Strecke wurden im Jahr 2025 96 (in 2024 105) Verkehrsunfälle von der PI Adenau polizeilich aufgenommen. Hierbei erlag 1 Person (in 2025 2 Personen) ihren schweren Verletzungen. 16 Personen (in 2024 23)  wurden schwerverletzt und 44 Personen (in 2024 29) leicht.

Das liest sich gut, weil es im Vergleich zu 2024 eine Abnahme der Unfallzahlen vermittelt. Aber die genannten Zahlen sind so zuverlässig, wie auch so manche Informationen durch die „Künstliche Intelligenz“ („KI“), die nicht überprüft werden können.

Nicht umsonst sagt der Volksmund:

„Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!“

Aber die Polizei in Adenau, ist eben auf die Meldungen der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG angewiesen. Von da wird aber nur gemeldet, zu dem man lt. Gesetz verpflichtet ist.

  • Bestenfalls singt man missverständlich im Chor: „Veronika, der Lenz ist da!“

Diese Abschleppfirma war natürlich auch in diesen ersten Mai-Tagen am Nürburgring im Einsatz, bei denen für die Unfallstatistik der Polizei des Jahres 2026 auch schon eine sehr gute Basis geschaffen wurde. Den zahlenden „Touristenfahrern“ sei Dank!

Aber hier soll nicht nur von Unfallzahlen geschrieben werden. Da sind Bewohner im Umfeld des Nürburgrings auch noch ganz anders betroffen.

  • Betroffen indirekt auch durch Lärm, der selbst nach Unfällen noch störend werden kann!

Am 1. Mai bin ich z.B. schon in aller Frühe, so gegen 6:30 Uhr von einem ungewöhnlichen Lärm aus dem Schlaf geschreckt worden. Wir hatten wegen der linden Luft bei offenem Fenster geschlafen.

  • Da tobte jemand mit seinem Automobil sehr gefühlvoll – weil nicht im Drehzahlbegrenzer – aber mit richtigem Reifenlärm den „Virneburger Berg“ hoch! - Der ist als Stück der B 258 – Luftlinie – nur gut 1.000 Meter entfernt.

Meine Frau glaubt das Geräusch schon öfter gehört zu haben. Ein Mitbewohnerin im Dorf erzählte, dass sie solche Reifenlärm-Spezialisten auch schon mal gegen Mitternacht an ‚“Touristenfahrt“-Tagen am „Virneburger Berg“ gehört hätte.

Bewohner von Quiddelbach berichten von ähnlichen „Bergrennen“ auf der B 257 in Richtung „Potsdamer Platz“. Das übrigens nicht nur nachts, sondern auch, wenn die Nordschleife mal wieder wegen notwendiger Arbeiten an der Strecke nach Unfällen gesperrt ist.

Darüber gibt es natürlich keine Statistik, aber wohl eine Reihe von Bewohnern im Umfeld des Nürburgrings, die sich über solche Lärmbelästigungen beschweren könnten. Darüber hinaus ist aber auch ein solches Spektakel eine Gefahr für alle normalen Verkehrsteilnehmer.

Was aber bisher weitgehend unbekannt ist: 

  • Die Bewohner im nahen Umfeld der Nürburgring-Nordschleife, die nahe von Unfallschwerpunkten ihre Wohnungen und Häuser haben, fühlen sich auch durch die Reparaturarbeiten z.B. an den Leitplanken nachhaltig gestört und – aus dem Schlaf gerissen!

Eine Stahl- und Metallbau-Firma ist nämlich an Montagen nach sonntäglichen „Touristenfahrten“ evtl. schon in der Frühe ab 4:00 Uhr (!!!) mit Leitplankenreparaturen an der Nürburgring-Nordschleife beschäftigt! 

Man hat nämlich seit 2022 erfolgreich die 4-Tage-Woche eingeführt!

  • Das scheppert ganz schön, wenn da dann mit Schlagschraubern die defekten Leitplankenstücke ausgetauscht werden! - Das reißt Menschen aus dem Schlaf und lässt Hunde winseln!

Anwohner haben nicht nur eine Lautstärke von um 80 dB(A) gemessen, sondern sich auch schon bei der Stahlbaufirna beschwert!

  • „Das hat dann schon mal 14 Tage lang etwas bewirkt!“, sagt der Eine, während ein Anderer sich auch schon mal bei der Geschäftsleitung der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG beschwerte – und von einem Effekt von ähnlicher Dauer berichten kann!

Kein Wunder, dass man beim Nürburgring-Pächter aktuell um die Darstellung von Gegenmaßnahmen bemüht ist. Dem Slogan:

„Your home for a weekend. Our home for a lifetime.“...

...in englischer Sprache, wird dann in verständlichem Deutsch Anfang Mai gegenüber gestellt: 

„Erleben Sie drei Tage lang puren Fahrspass in der „Grünen Hölle!“

Aber auch:

„Nürburgring. We make your heart race!“

Dem Ordnungsamt in Adenau kommt da schon eine besondere Aufgabe zu, die sich nicht daran erschöpfen darf, bei Großveranstaltungen am Nürburgring die aus Mangel an vorhandenen Parkplätzen, am Straßenrand abgestellten Fahrzeuge der evtl. von weither angereisten Nürburgringbesucher zu notieren und mit Strafzetteln zu versehen!

Das Ordnungsamt in Adenau ist die zuständige Ordnungsbehörde auch für Ruhestörungen. Sie kontrolliert als zuständige Behörde z.B. auch die Einhaltung der Landes-Immissionsschutzgesetze.

  • Die Kontrolle sollte auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten erfolgen können, wenn dazu ein Anlass besteht!

Im Fall der jeweils „frühen“ morgendlichen Reparaturarbeiten an den Leitplanken, die bei Unfällen während der „Touristenfahrten“ beschädigt wurden, wäre da schon ein Anlass gegeben!

Natürlich wäre auch ein Einsatz der Polizei bei nächtlicher Ruhestörung möglich. Der „Tag“ beginnt nun einmal lt. Gesetz erst ab 6:00 Uhr in der Frühe!

Aber dann – bitte! - auch nicht so lautstark!

MK/Wilhelm Hahne

PS: Man sollte in Verbindung mit der Unfallhäufigkeit bei den „Touristenfahrten“ nicht vergessen zu erwähnen, dass inzwischen seit exakt 10 Jahren – am 1. Mai 2016 – am Nürburgring ein „Johanniter“-Hubschrauber stationiert ist. - Der „Air Rescue Nürburgring“ ist fest in den Betriebsrettungsdienst der Rennstrecke eingebunden! - Das Krankenhaus in Adenau wurde aufgelöst!

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