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Wer sich heute zu einem Thema informieren möchte, hat mehr Möglichkeiten, als „alte Leute“ sie vor vielen Jahrzehnten hatten. Da gab es nur die Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunk. Heute kommt nicht nur das Fernsehen – sogar in Farbe - als Informationsquelle hinzu, sondern es gibt viele fleißige Influencer und nicht nur unter „youTube“, sondern in den Socialen Medien insgesamt, kann man sicherlich eine Meinung finden, die der eigenen Meinung entspricht. - Das Angebot ist groß! - Überall werden Experten, Spezialisten und Fachleute bemüht, das jeweilige Thema „fett“ – in richtiger Weise - zu unterfüttern. - Wer es dann nicht glaubt, ist es selber schuld. - Wie „stark“ gerade die Meinung von jungen Meinungsmachern ist, wurde mir an einem Beispiel klar, dass sich vor kurzer Zeit in der Nähe des Bodensees abspielte: Auf der Abifeier einer Schule hatte man die gute Idee, einmal die „Jugend“ (Abiturienten) in einem „Spiel“ gegen die „Alten“ (Lehrer) antreten zu lassen. Die „jungen“ und „alten“ Teams mussten jeweils Fragen nach Begriffen beantworten, die entweder aus der „Jugendsprache“ oder aus der „Sprach der Alten“ stammten. Die „Jugendgruppe“ musste da z.B. bei Fragen „der Alten“ nach Worten wie „Strolch“, „DVD“ und – nur als Beispiel – „impertinent“ passen. Keiner der jungen Leute – alle knapp unter 20 Jahre alt – hatte für diese Worte „aus alter Zeit“ eine Erklärung. - Mir wurde an diesem „jungen“ Beispiel klar:
Wirtschaftskrise? - Wenn Unverständnis viral geht!
Wir gehen in ein neues Zeitalter, in dem „alte Leute“ versuchen, es den jungen Leuten recht zu machen. Sie warnen darum vor einer „Ahr-Demenz“, auch davor, die Auswirkungen des „Dritten Reiches“ zu vergessen, die uns „Konzentrationslager“ den „Rassenhass“, einen „Weltkrieg“ und viel Leid bescherten. - Sie versuchen, „Erfahrungen“ zu übertragen.
Aus Sicht der „jungen Leute“, die in der Zeit des Wirtschaftswunders geboren wurden, waren das aber alles schon Fehler der „Alten“. Sie protestieren gegen jede Art von Unterdrückung, können aber ihre Eltern praktisch nicht mehr verstehen. Nein, sie würden niemals „strolchen“, weil es in ihrer Sprache dieses Wort nicht mehr gibt. - Sie „chillen“!
Und sprechen ihre eigene Sprache! - Über mich würde man vielleicht sagen:
- Der hat null Rizz und ist total delulu! - Ob es jemals bei mir zu einem „Görl“ reichen würde, wage ich zu bezweifeln. Weil ich wirklich nicht „absolut slay“ bin!
Nein, die jungen Leute haben keine Lust immer wieder zu hören, dass arbeiten zum Leben gehört. Zunächst existiert bei Vielen nach dem „Abi“ zunächst mal der Wunsch nach einer Erholungspause. Die Schule war schließlich stressig genug!
- Aber tatsächlich sollten sich die „Alten“ davor hüten – was man gerne macht – zu verallgemeinern! - So wird man kein „Digga“!
Diese Altersgruppe kennt zwar das Wort „impertinent“ nicht, weil sie real mit solchen Situationen in ihrer Jugend auch nicht wirklich konfrontiert wurden. Dafür sind ihnen Situationen bekannt, die durch Reaktionen in den Socialen Medien entstehen, sich schnell verbreiten. - Viral eben! (Kommt von Virus!)
Es fehlt auch nicht an Selbstbewusstsein! - Die „jungen Leute“ wollen den Klimawandel verhindern, essen vegan wegen dem Tierschutz, möchten als Persönlichkeiten gewertet und auch so behandelt werden.
Sie haben mit der Industrie, die in ihr eine wichtige Käufer-Zielgruppe sieht, dann auch „gläubige Follower“! - Aber eigentlich versteht man einander nicht.
- Der Industrie geht es nur ums Geld! - Jeder denkt an sich! - Nur ich denke an mich!
So passen sich selbst ältere, seriöse CEO’s an, indem sie mit „offenem Hemd“ und „weißen Sneakern“ auftreten. - Muss wirklich jeder „mit der Zeit gehen“ um „glaubhaft“ mit den Ergebnissen seiner Arbeit zu wirken?
So nimmt man denn auch die Vorwürfe der „jungen Generation“ unwidersprochen hin, die der „alten Generation“ z.B. vorhalten, mit ihrer Arbeit ihre zukünftigen Renten zu gefährden!
Und überhaupt: Wer garantiert der Jugend eine sorgenfreie Zukunft? - Man hofft sicherlich auf die Hilfe der Gewerkschaften, die überall eine „Arbeitsplatz-Garantie“ herzustellen versuchen! - Aber bitte doch mit hohem „Home-Office“-Anteil!
- Natürlich nur, weil man damit Umweltschäden minimiert – und Fahrtkosten spart! - Man setzt auf das eigene „Rizz!“
Dabei gibt es garantiert heute kaum noch Arbeitsplatz-Garantieen mit Garantie! Inzwischen ist man aber auch in der Wirtschaft durch die Fehlleistungen „der Alten“ – sagen die „Jungen“ - in Krisen der unterschiedlichsten Art gerutscht. Da jammert man über China, schimpft über Russland, empfindet den Krieg in der Ukraine als schlechtes Beispiel!
Man hat aber nichts gegen eine Kriegsunterstützung mit „Sondervermögen“, ist mit modischen „Billig“-Klamotten unterwegs und lässt sich gerne Medizin-Produkte verschreiben, die in Indien gefertigt wurden. - Hauptsache: Es kostet wenig!
- Und warum sollte man auch etwas dagegen haben, wenn die Industrie zur Absicherung ihrer Zukunft ins Rüstungsgeschäft investiert?
Auch die Entwicklung hin zu einem „Sport“, bei dem aktuell Millionäre hinter einem Ball her laufen, empfinden viele als normal. Man empfindet auch den aktuellen Formel 1-Sport als „cool“ und wichtig, weil der zumindest inzwischen weitgehend „sicher ist“, aber trotzdem „Spannung“ bietet. - Und wenn nicht: Dann kommt das „Safety-Car“!
In der Formel 1 fährt man inzwischen doch auch mit einem gewissen „Strom-Anteil“. - Das muss doch gut sein! - Und es wird doch mit diesem Sport (?), mit vielen Rennen viel Geld verdient! - Das kann einfach nicht falsch sein.
- Dass Menschen mal gearbeitet haben, ohne dafür Geld zu erhalten, ist für eine „junge Generation“ nicht mehr vorstellbar.
Dass die Großeltern das heutige Deutschland wieder durch „harte Arbeit – praktisch mit ihren Händen“ in ungezählten Arbeitsstunden wieder auferstehen ließen, scheint für sie „Normalität“ zu sein. Schließlich waren „die“ doch selber dafür verantwortlich, dass alles zerstört wurde.
- Da hätte man doch nur nicht mitzumachen brauchen!
So einfach ist das, wenn man „die Welt nicht versteht“, weil man auch nicht „deren Sprache kennt“, die Vokabeln begreift, die man dann auch noch richtig verwenden müsste.
Dabei ist alles so einfach: Die Jugend macht doch heute auch nicht den „Blödsinn“ der Alten mit, protestiert gegen den Klimawandel, isst möglichst vegan, benutzt nur ungern „dreckschleudernde“ Automobile.
Und wenn doch? - Da sagt man einfach kurz: „Yolo“! (Das bedeutet für „Alte“ übersetzt: „Man lebt nur einmal“, wurde dann „jugendlich“ zu „You only live onse“. - Na ja – und die Abkürzung ist klar – wenn man mal genau hinschaut.)
- Da scheint es jetzt – die Jugendlichen haben dafür schon ein Gespür – sogar bei uns zu einer „Wirtschaftskrise“ zu kommen! - Die „Alten“ haben einfach alles falsch gemacht! - Die in Europa!
Denn in Asien scheint alles besser zu funktionieren. Man hat aufgeholt und überholt. Dort scheint man auch die Sprache der „Alten“ noch zu verstehen und nutzt deren Erfahrung! Denn das waren die, die sich gerne belächeln ließen, wenn sie z.B. auf einer IAA halb unter den Ausstellungs-Automobilen lagen, um technische Details fotografieren zu können. Die Entwicklung in Asien ist die logische Folge einer erfolgreichen Zusammenarbeit von Jung und Alt!
In Europa war man zu sehr von der eigenen Überlegenheit überzeugt. Man glaubte die Zukunft bestimmen zu können. - Warum ist man gescheitert?
Weil man Thesen verfolgte, die man nicht verstanden hat? Während man Ansprüche zu erfüllen suchte, die nicht gefordert wurden?
- Anbieter und Konsumenten haben aneinander vorbei geredet und gearbeitet. Weil der Eine den Anderen nicht verstanden hat! - Ein Generationen-Problem?
So einfach scheint das alles. - Wenn man sich durch das Ergebnis eines Spiels bei einer Abifeier in der Nähe des Bodensees daran erinnern lässt, dass sich inzwischen ganze Bevölkerungs-Gruppen nicht mehr mit einander verständigen können. - Nationen sowieso nicht mehr!
Wie war das doch beim Turmbau zu Babel?
- Na ja: Es hätte also alles noch schlimmer kommen können!
Das für die, die immer gerne getröstet sein möchten und auf einen „Erlöser“ hoffen, aber selber wenig tun. - Alles wird gut?
Eigentlich sollte man schon mehr Einsatz und Engagement zeigen, etwas tun! - Und wenn: Dann – bitte – aber nicht das Falsche!
Weil man vielleicht einigen „Richtigen“ – auch ohne sie zu verstehen – gefallen möchte!
Gibt es eine Lösung? - Vielleicht sogar eine einfache:
- Alle Menschen sollten Menschen wie normale Menschen behandeln!
Und sich darum bemühen, den Anderen zu verstehen! - Auch wenn man nicht unbedingt „seine Sprache spricht“!
MK/Wilhelm Hahne
PS: Ich gebe mir übrigens „Minus 5.000 Aura“ für diese Geschichte! - Oder doch nur minus 3.800?



