Wie lange noch?

Manchmal – wenn man in Erinnerungen kramt – begreift man Entwicklungen, die einem sonst – bei den vorhandenen „weichen Übergängen – gar nicht so bewusst werden.

Seit wann hat eigentlich die Nürburgring GmbH den offiziellen Kontakt zu mir abgebrochen? - Ich habe mal über die Pfingstfeiertage in alten Geschichten geblättert und dies und das gelesen. Da wird dann so manches auffällig. So bin ich auf mein „Gutes Jahr“ vom 30. Dezember 2008 gestoßen und den Text, der in der offiziellen Einladung zum Richtfest des politisch gewollten „Leuchtturmprojekts“ hier in der Eifel auch eine Reihe von Namen enthält, die damals bedeutsam, im heutigen Geschehen keine Rolle mehr spielen. Bis auf einen. Mal dumm gefragt:

Wie lange noch?

11-06-19/04 – Es ist längst vergessen, dass die einladende Hamburger Agentur den 16. Dezember 2008 auf einen Donnerstaqg gelegt hatte. Es hätte Dienstag heißen müssen. - Peinlich? - Es hat bei dem Projekt „Nürburgring 2009“ peinlichere Fehlleistungen gegeben.
Mir wurde die Einladung damals nicht mehr direkt zugestellt, ich habe von ihr aus anderen Quellen erfahren und verstanden, warum ich von der Einladungsliste gestrichen war: Mir hätte tatsächlich einfallen können einen Absatz in der offiziellen Einladung ernst zu nehmen, der da lautete:

„Nach dem offiziellen Festakt haben Sie die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch mit Prof. Dr. Ingolf Deubel, Finanzminister Rheinland-Pfalz und Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH, Dr. Jürgen Pföhler, Landrat des Landkreises Ahrweiler und Aufsichtsratsmitglied der Nürburgring GmbH, Dr. Walter Kafitz, Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH und Kai Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Mediinvest GmbH, offene Fragen zu klären.“

Wer würde heute noch offene Fragen „zur Sache“ an die o.g. Herren haben? - Sie sind inzwischen überwiegend ohne Bedeutung in der Sache. Prof. Deubel und Dr. Pföhler sind irgendwie aus Sicht der Öffentlichkeit abgetaucht. Auch Dr. Kafitz ist nicht mehr im Gespräch. Vielleicht dann wieder nach der Urteilsverkündung im Juli beim Landgericht Koblenz. (So lange wird es das wohl dort noch geben.)

Der Letzte der oben Genannten aus der Fraktion der „Nürburg/Mainz/Düsseldorf/Luxemburg/Kirsbach/Cham/Tirol/Usingen-Verantwortlichen“ (so nannte ich sie damals) ist Kai Richter, dem man die Mehrzahl der oben genannten Ortsnamen zuordnen könnte. Er scheint nicht mehr das Lieblingskind der Politiker zu sein, aber die können sich ihre Freunde oft auch nicht aussuchen. Aber gemeinsames Erleben verbindet. Irgendwie.

Schließlich ist mir Kai Richter auch irgendwie verbunden. Durch Einstweilige Verfügungen, durch eine Anzeige (die mit zu einer Hausdurchsuchung bei mir beitrug), durch einen „Kommunikationsfehler“ (von mir als „Lüge“ empfunden), durch eine bis heute unbeantwortete Anfrage nach der Basis für die CST, die er am 9. September 2008 einem interessierten Publikum in München („SPONSOR's Sportstättenforum“) erklärte, eine Erklärung, die offensichtlich aktuell auch der Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz nicht kennt, da er diese CST eigentlich für überflüssig hält. - Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Wenn Kai Richter mir schon nicht antwortet, so sollte er doch die Landesregierung über seine gedanklichen Ansätze zu einer geschäftlichen Lösung informieren, die jetzt z.B. bei Rock am Ring auch nicht genutzt wurde. - Für wen ist sie eigentlich nützlich? - (Meine Frage ist natürlich geschäftlich gemeint.)

Übrigens sind auch andere Aktive inzwischen scheinbar in den Hintergrund getreten, indem sie andere Rollen übernommen haben. Da wurde aus dem Aufsichtsratsmitglied Dr. Carsten Kühl z.B. ein Finanzminister. - Was wurde eigentlich aus seiner Mit-Verantwortung für „Nürburgring 2009“?

Mir hat er z.B. (schon Finanzminster) mitgeteilt, dass er im Besitz aller Protokolle von Aufsischtsratsitzungen der damaligen, seiner Aufsichtsratszeit, sei. Im Untersuchungsausschuss wurde festgestellt, dass diese Protokolle oft nicht den Ansprüchen genügen, die man an diese Art von Protokollen stellen muss. Das müsste Dr. Kühl doch auch gemerkt haben. - Warum hat er das denn niemals beanstandet und sich um ein Abstellen dieses Übels bemüht?

Warum führt heute Dr. Jürgen Pföhler, Landrat des Landkreises Ahrweiler praktisch ein Leben im Verborgenen, war nicht vor Kurzem auf der öffentlichen Veranstaltung der CDU-Fraktion in Nürburg, einem Ort, der seinem Landkreis zugerechnet wird. Und Dr. Pföhler ist CDU-Mitglied. - An diesem Abend war jedenfalls sein CDU-Kollege aus dem Nachbar-Landkreis Mayen-Koblenz „vor Ort“.

An manche Dinge möchten manche Leute offenbar nur noch ungerne erinnert werden. Sie hoffen offensichtlich darauf, dass die Zeit alle Wunden heilt.

Kai Richter verlässt sich nicht unbedingt darauf, nutzt da lieber Abmahn-Pflaster. Wenn ich z.B. auf einen ehemaligen Geschäftsfreund (zufällig) treffe und der ist in Sachen Kai Richter stumm wie ein Fisch, dann findet sich die Erklärung darin, dass er schon mal eine Abmahnung unterschrieben hat (wie ich feststellen konnte) und nun den Mund nicht mehr aufmachen darf.

Bei einer solchen Gelegenheit habe ich dann nicht zum ersten Male gehört: „Aber man konnte doch nicht wissen, dass man nochmal...“ - Ja, ja – so ist das Leben.

Aber es geht weiter. Und manchmal werden Manche dann von der Vergangenheit eingeholt. Plötzlich und unerwartet. Die Zeit arbeitet immer. Mal für den Einen, mal für den Anderen.

Aber jetzt leben wir in der Gegenwart. Und da hat mich der 2. „Geschäftsbrief“ der Nürburgring Automotive GmbH erreicht. Wo man sich für das einjährige Jubiläum der neuen Privatfirma feiern lässt. Man zieht eine „positive Jahresbilanz“ (ohne Zahlen). „Jörg Lindner und Kai Richter blicken auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück“, kann man lesen.

Ich warte da lieber auf die Bilanzzahlen im Bundesanzeiger, die aber noch etwas auf sich warten lassen werden. Es besteht auch kein Grund zur Eile.

Ich hatte darum Zeit, einmal die Aussagen des Geschäftsführers der „Grüne Hölle“ Ende 2009 mit den gerade erst veröffentlichten Buchhaltungszahlen zu vergleichen. Ich konnte da keine Übereinstimmung feststellen.

Aber man wird sich schließlich auch mal irren dürfen. - Fragt sich nur: Wie oft und wie lange noch?

MK/Wilhelm Hahne
PS: Um eine Angabe aus meinem „Gutes Jahr“ von Ende 2008 aktuell zu ergänzen: Per Ende 2010 hatte sich die Zahl der Seitenabrufe auf meinen Internetseiten um rd. 30 Prozent erhöht. - Ich hatte übrigens 2008 meine Seite mit einem Zitat aus Goethes „Faust“ überschrieben: „Ich hatte nichts und doch genug“.
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