NLS 2: „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben…

...meine Mutter kochte Rüben, meine Mutter kochte Speck – und duuuh bist weck!“ - An diesen Kinderreim hat mich das Geschehen am Nürburgring erinnert. Natürlich hätte ich auch mit dem Titel des Märchens vom Hasen und dem Igel einen Titel machen können. „Haase & Verstappen“, das wäre doch versöhnlicher gewesen. Aber Max startete eigentlich gut rasiert - nicht als „Igel“. -Der Gesamtsieg von Max Verstappen war für Alle – wirklich für Alle! - keine Überraschung. Der Sieg wurde eigentlich wie selbstverständlich hingenommen. Der Veranstalter kann von einem gewaltigen medialen Erfolg sprechen, den man durch den Start eines mehrfachen F1-Weltmeisters hatte. Man wird sich dabei gegenseitig freudig auf die Schulter schlagen, in Bestätigung der Terminverlegung dieses NLS-Laufs, der so erst den Start eines Max Verstappen möglich machte. Alles nach dem Motto: Wir machen alles richtig! Aber das tatsächliche Ende des Rennens durch eine Disqualifikation des Gesamtsiegers, war für Viele dann eine geradezu skandalöse Entscheidung. Dabei könnte man durchaus auch andere andere Erkenntnisse aus dem Insgesamt-Ergebnis dieser Veranstaltung, gerade im Hinblick auf die Zukunft dieser „Breitensportserie“ ziehen. Denn bei „ahnungsloser“ Betrachtung des „ersten“ Ergebnisses in Zahlen, wurde ein Max Verstappen als „Wunderkind“ z.B. eigentlich entzaubert. Ein „Haase“ war in seiner schnellsten Runde schneller als Max! - Wirklich! - Zu allem gibt es nachfolgend ein paar Sätze zu sagen, die dann wieder mal zu einer Geschichte werden, die keiner meiner Kollegen – auch mit „KI“ nicht – schreiben könnte. - Man müsste der „KI“ schon die richtigen Fragen stellen können! - Auf die eine „KI“ aber keine Antwort haben kann.

NLS 2: „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben“…

Max Verstappen ist ein Profi. Aber einer mit entsprechendem Backgroud! Da spielt er dann auch – durchaus mit Achtung – mit einem 38jährigen Motorsportler, der auch – wie Max – viel Spaß beim Betreiben dieses Sports hat.

  • Christopher Haase ist aber tatsächlich beim NLS-Lauf 2 die schnellste Runde des Rennens gefahren! - Das war nicht Max Verstappen! - Haase war mit 7:52,737 min. um 0,815 sec in seiner schnellsten Rennrunde auf einem Audi GT3 „einen Hauch“ schneller unterwegs!

Aber man sollte sich schon darüber klar sein, das Max bei diesem Einsatz noch „mit gebremstem Schaum“ seine Runden drehte.

Ich würde sein fahrerisches Potential mit diesem Werks-AMG-Mercedes um 5 – 7 sec beim 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife besser einschätzen.

Ich weiß, wie man bei Mercedes ein solches Rennen vorbereitet. Dabei denke ich an die Erfahrungen mit der Mercedes-Strategie, die – nicht nur – beim 24h-Rennen im Jahr 2016 von jenen Beobachtern „notiert“ werden konnten, die sich „im Sport“ ein wenig auskennen.

Ich erwähne dieses Rennen deshalb, weil schon die Art des Einsatzes dieses Werks-Mercedes-AMG für Max Verstappen bei mir ein wenig Verwunderung ausgelöst hat.

  • Da gibt es einen wirklich echten Werks-GT3 von Mercedes AMG.
  • Der Renneinsatz wird vom „Red Bull“ gesponsert.
  • Der Einsatz wird vom „Team Verstappen Racing“ verantwortet.
  • Der Einsatz aber real von einem von Mercedes beauftragten „Winward Racing“ vorgenommen.
  • Teamchef dieses Teams ist Christian Hohenadel.

Darum habe ich auch oben aus dem 24h-Rennen 2016 zitiert. Da wurde Christian Hohenadel in einem Werks-Mercedes von einem Maro Engel in einem Werks-Mercedes geschlagen. Insgesamt waren „damals“ vier Werks-Mercedes die ersten Vier nach dem Überfahren der Ziellinie, beim Ende des 24h-Rennen-Rennens 2016. Maro Engel hatte Christian Hohenadel erst in der letzten Runde des Rennens überholt. Hohenadel hat auch keine Gegenwehr geleistet.

  • Damals war Christian Hohenadel schon überrascht und frustriert, weil doch eigentlich… -

Wenn man das alles registriert hat und weiß, dann wundert man sich auch nicht, dass man im Winward-Racing Team aktuell nicht bis Sechs zählen konnte.

  • Oder entsprach das vielleicht sogar einer Werks-Anweisung?

  Damit meine Leser glauben, was eigentlich unglaublich ist, habe ich mal ein Foto eingestellt, dass einen nAuschnitt aus dem Original-Formular mit der exakten Begründung der Disqualifikation die Einsatz-Werks-AMG zeigt. Damit wird dann für manche meiner Leser erst der Titel zu dieser Geschichte verständlich, den ich – bewusst – mit einem „Kinderreim“ gestaltet habe. Zumal er irgendwie passend ist. 

  • Er macht deutlich, dass auch ein überzogenes Reglement „Kinderkram“ sein kann. 

Denn es kann doch wohl kaum sein, dass ein solches Reglement dazu dienen soll, die Kosten nicht ausufern zu lassen, damit sich jeder – also auch Herr und Frau Jedermann – das Fahren eines GT3 im Langstreckensport leisten können. 

  • Man sollte da zunächst mal auf das geforderte Nenngeld schauen oder den „gesparten“ Reifensatz in Relation zu den Gesamtkosten für ein NLS_Rennen von 4 Stunden stellen.

Das alles kann natürlich nicht die Leistung eines Max Verstappen schmälern, der eigentlich bei diesem NLS 2-Lauf nie wirklich gefordert war. Der hatte trotzdem seinen Spaß und hat auch am Ende festgestellt:

„Die Nordschleife ist für mich eine der verrücktesten Strecken der Welt. Ich will definitiv so oft wie möglich hier fahren.“ 

Ich kenne Teams, die sich während eines Test-Rennens vor einem 24-Stunden-Rennen ihren Fahrern jeweils gerne über Funk bestätigen, dass sie in den einzelnen Abschnitten ihrer aktuellen Runde ganz im Sinne einer richtigen Einstufung in der „BoP“ unterwegs sind.

Das weiß man natürlich auch bei den Ingenieuren, die für die „Gestaltung“ der „BoP“ verantwortlich sind. Die sind alle nicht dumm. Auch nicht so dumm, dass sie nicht begriffen hätten, dass – nicht nur Mercedes – in Vorbereitung eines 24h-Rennens bemüht ist, seinen Fahrern beste  Voraussetzungen und damit auch eine richtige Ausgangsposition für eine gute Platzierung beim werbeträchtigen 24h-Rennen zu schaffen.

  • Die Automobilhersteller investieren am liebsten nur in Erfolge!

So hat mich z.B. dieses Mal der frühe Erfolg eines BMW-Teams überrascht, das per Saldo – nach Disqualifikation von Max Verstappen – sogar auf Platz Eins gewertet werden konnte.

Da habe ich schon die Platzierungen der „Falken-/Dunlop“-Porsche eher verstanden. - Andere werden das dann spätestens am Ende des 24h-.Rennens verstehen.

Ich verstehe auch das HWA-Team, das freitags vor dem NLS 2-Lauf zwar am Nürburgring einen Test fährt, aber am nächsten Tag nicht am Rennen teilnimmt.

    • Mit anderen Worten: Im Motorsport werden Erfolge auch auf eine Art vorbereitet, die weitgehend unbeachtet bleiben!

Weil ich es in meinerFoto 01 letzten Geschichte zu NLS 2 versprochen hatte: Ich wollte meine Leser auch über die Erfolge von „Happinessa“ und Loris Scheider informieren.

„Happinessa“ ist leider nicht zum Rennen gestartet, nachdem sie im Training um rd. 60 sec. langsamer war, als der Schnellster unter den Fahrern, die auf der Start-Nummer 112 gemeldet waren. Zum Rennen ist das Team nicht angetreten.

Loris Scheider war in einer Klasse von Cup-Fahrzeugen, die mit 10 Fahrzeugen besetzt war, dann zwar verglichen mit seinen zwei Mitstreitern auf dem gleichen Fahrersitz der Schnellste, aber musste als Sechster in dieser Klasse ins Rennen gehen.

Im Rennen, das dann alle 10 Fahrzeuge in Wertung beendeten, wurde das Einsatzfahrzeug von Loris Scheider dann als Drittes abgewunken. - Ein respektables Ergebnis!

Zu guter Letzt werde ich gerne noch mal Christian Hohenadel, den Teamchef des Einsatz-Teams des Werks-Mercedes-AMG GT3 von Max Verstappen zitieren, der nach einem Rechenfehler in der „kleinen Zahlenreihe bis 10“ zu folgenden Worten fand.

„Die Disqualifikation tut weh. Leider ist uns im Team ein Fehler unterlaufen, der die Rennleitung dazu gezwungen hat, das Siegerfahrzeug nachträglich zu disqualifizieren. Für uns war es der erste Einsatz als Mercedes-AMG Performance-Team auf der Nürburgring-Nordschleife. Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die mit uns mitgefiebert haben. Wir werden den Tag nun genau analysieren, uns akribisch auf die weiteren Läufe vorbereiten und mit voller Konzentration auf die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring hinarbeiten.“

Na bitte! - Dann werde ich das auch so stehen lassen!

MK/Wilhelm Hahne
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