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Das Zitat stammt von Bert Brecht. Der kann die NLS-Serie nicht gemeint haben, als er diese Wahrheit niederschrieb, die von mir jetzt verwendet wird, um auf ein Stück Realität aufmerksam zu machen, die man auch mit einem anderen Zitat von Bert Brecht so beschreiben könnte: „Denn die einen sind im Dunkeln. Und die anderen sind im Licht. Und man siehet die im Lichte. Die im Dunkeln sieht man nicht.“ - Natürlich wirkt das im Hinblick auf die Realität bei der VLN/NLS überzeichnet. Aber das ist nicht nur in der aktuellen Fernseh-Werbung so: Wenn man bei der heutigen Reizüberflutung auf etwas aufmerksam machen möchte, dann muss man überzeichnen. - Ich bin in der komfortablen Situation, Bert Brecht und die VLN/NLS - beide vor ihrem Ende - erlebt zu haben. Ich habe die VLN sogar in ihren Anfängen erlebt, war über viele Jahre einer ihrer regelmäßigen Teilnehmer. In den letzten Jahren war ich aber auch oft als Zuschauer vor Ort. Darum habe ich vielleicht eine andere Sicht auf die Dinge, die dann auch zu einer anderen Bewertung führt.. - In der folgender Geschichte verliere ich so auch nicht die Interessen der Zuschauer und Besucher dieser Breitensport-Veranstaltungsserie aus dem Auge. - So kommt es dann zu dem - vielleicht – überzogen wirkenden Titel:
NLS-Serie: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“
Manchmal kann aktuell der Eindruck entstehen, dass diese Serie nur für Veranstalter und den Streckenbetreiber gemacht wurde. Die VLN-Serie entstand tatsächlich mal mit dem Hintergedanken, auch dem Streckenbetreiber zu helfen, die Nordschleife ein wenig besser mit Rennen auszulasten, weil damit auch eine Werbewirkung für eine Sparte betrieben wurde, die heute unter dem Titel „Touristenfahrten“ zu einer „Cash-Cow“ geworden ist.
Die Idee zu dieser Breitensportserie, wurde unter Leitung eines Mitarbeiters der ehemaligen Nürburgring GmbH entwickelt, der dann auch zum ersten Promotor dieser „Breitensportserie“ wurde. - Das erste Rennen war dann 1977.
Inzwischen wurde aus VLN dann NLS. Damit hat sich nicht nur die Bezeichnung, sondern auch die Art geändert, mit der diese Serie inzwischen in eine neue Form gepresst wurde. So hat sich dann auch die Einstellung gegenüber den Besuchern und Zuschauern dieser Serie geändert.
Zuschauer waren mal wie „bunte Punkte“ im Umfeld dieser Serie, die mit ihrer Begeisterung mit zur Begeisterung der Amateur-Fahrer beitrugen, denen erstmals eine eigene Rennserie in der „Grüne Hölle“ geboten wurde.
Heute wird unter „neuer Leitung“ – sozusagen mit einer „Doppel-Spitze“ - versucht, die ehemals kleine - aber feine - Provinz-Amateurserie, zu einer bedeutenden internationalen Profi-Serie auszubauen. Bisher eher mit einem negativen Erfolg.
Nun glaubt man mit NLS 2 und einem Max Verstappen als vierfachem F1-Weltmeister, ein neues „Zugpferd“ gefunden zu haben. Und weit – wirklich sehr weit – vorausschauend, blickt man in eine „güldene Zukunft“. - Meint man!
- NLS-Serie: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“Immerhin hat Max Verstappen mit seinem Auftritt bei der NLS 2 des Jahres 2026 zu einem gewaltigen medialen Interesse und – so kolportiert man – diesem zweiten Rennlauf des Jahres zu 25.000 Zuschauern verholfen.
Da glaubten dann 25.000 Zuschauer – um bei dieser Zahl zu bleiben – den Gesamtsieg eines F1-Stars erlebt zu haben, um dann erst vielleicht am Montag aus der Zeitung zu erfahren, dass das alles ganz anders geendet hatte.
Der erlebte Gesamtsieger war „gestolpert“ und im Nirvana des DMSB-Reglement-Gestrüpps entschwunden. Weil man das Team und den Werks-AMG-Mercedes disqualifiziert hatte.
- Immerhin hatten die Zuschauer gegen Kauf eines Tickets real die Vorstellung eines Rennens erlebt, das dann am „runden Tisch“ zwei Stunden später im Ergebnis dem Reglement angepasst wurde.
Das war immerhin schon eine Steigerung gegenüber NLS-Lauf Nr. 1 des Jahres 2026. Dort NLS-Serie: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“durften die Zuschauer zwar Tickets kaufen. Was aber ist von den Versprechungen des Veranstalters übrig geblieben?
Im Internet wurde ein Ticketkauf so beworben:
...“und erlebe Motorsport hautnah und authentisch.“
Alles richtig! - Rund eine Viertelstunde vor dem Zeitpunkt, an dem das Rennen gestartet werden sollte, erfuhr der Ticketkäufer: Das Rennen ist abgesagt! - Authentischer kann man den Motorsport nicht erleben!
Bei „Wikipedia“ ist nachzulesen:
„Authentisches Handeln wird nicht von äußeren Einflüssen bestimmt, sondern von der Person selbst entschieden.“
Zu den äußeren Einflüssen zum vorgesehenen Rennbeginn war vom Veranstalter, exakt vom Sportleiter der VLN/NLS, Christian Vormann, gesagt worden:
„Nach einer Inspektionsrunde hat die Rennleitung entschieden, dass die Strecke befahrbar ist. Die Seitenstreifen waren frei von Schnee und es trocknete langsam ab. Seitens der Teams waren die Meinungen gemischt. Eine Abstimmung ergab eine geringe Mehrheit, die Veranstaltung durchzuführen. Am Ende hat die Warnung der Reifenindustrie den Ausschlag zur Absage gegeben.“
Da hat mich dann schon interessiert, wie man die Käufer von Tickets zu dieser Veranstaltung behandelt hat. Da ging es nicht nur um „normale“ Tages-Tickets, zum Preis von 25 Euro, sondern es waren – hoffentlich - auch „Race & Lunch“-Tickets (190 Euro) und „VIP“-Tickets (285 Euro) verkauft worden.
Ich habe zufällig nur mit Käufern von Tages-Tickets Kontakt bekommen. Die schilderten mir die Antwort auf eine entsprechende Anfrage durch den Ticket-Verkäufer bzw. seinen Beauftragten, indem sie mir eine Kopie der offiziellen, schriftlichen Antwort zur Verfügung stellten:
Diese Antwort wurde – natürlich – von den Ticket-Käufern als unbefriedigend empfunden und führte – verständlicher Weise – zu einer Verärgerung. Die „Absage“ hatte in diesem Fall – wie nicht nur die Ticketkäufer glauben - eigentlich keine rechtliche Basis. Es wurde nicht wegen „höherer Gewalt“ abgesagt, denn wie ich oben bereits zitierte:
- Die Rennleitung hatte nach einer Inspektionsrunde festgestellt: Die Strecke ist befahrbar!
Wenn die Reifenindustrie „Sicherheitsbedenken“ hatte, so sind die bei jedem Rennen berechtigt, wie man mit der Unfallhäufigkeit bei solchen Rennen in der Vergangenheit nachweisen kann.
Schon meine Großmutter pflegte zu sagen:
„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um!“
Man hätte bei der VLN/NLS also auch – unsinniger Weise – genau mit der Aussage meiner Großmutter die Absage des Rennens argumentieren können!
Bei einem telefonischen Versuch eines Ticket-Käufers für NLS 1, die eigentlich nicht zutreffende Art der Absage des Rennens, als Grund für einen Verständigungs-Versuch zu nutzen, hat ihn wegen der krassen Art der Absage tief verärgert. Er hatte seine Vorstellung von einem kleinen Entgegenkommen noch einmal mit der Schilderung der Tatsache verbunden, dass für ihn, als Besucher des Rennens, zusätzlich zum Kauf des Tickets noch einmal mit allem zeitlichen und geldlichen Aufwand relativ hohe Ausgaben insgesamt entstanden waren.
Aber es gab nur eine klare, eindeutige – eigentlich freche – und dumme Absage, die eine – wahrscheinlich von der Geschäftsleitung - vorgegebene „Blockadehaltung“ der Dame am Telefon der VLN-Geschäftsstelle verdeutlichte, der keinen Spielraum erkennen ließ.
- Die Auskunft am VLN-Telefon war eindeutig und unverrückbar: Es wird keine Rückerstattung erfolgen! - Basta!
Die VLN/NLS ist zur Zeit, bei den inzwischen sehr klein gewordenen Starterfeldern bei NLS-Läufen, augenscheinlich auf jeden Euro angewiesen, den man auch von den Zuschauern kassiert. Gerade darum ist eine solche Ablehnung, wie sie in der Realität erfolgte, eigentlich dumm und kurzsichtig!
- Denn: Nicht bei jedem NLS-Lauf in Zukunft startet ein vierfacher F1-Weltmeister!
Nach dem 24h-Rennen sind in der zweiten Hälfte des Jahres bei den folgenden NLS-Läufen Startfelder von weniger als 100 Fahrzeugen zu erwarten. - Das ist eine Vorhersage von Motor-KRITIK!
Ein Besuch dieser Rennen ist unter Berücksichtigung der aktuellen Benzinpreise und der notwendigen mehr oder weniger langen Anfahrt eine Kostenbelastung für jeden Zuschauer insgesamt, so dass man die Fans aus einer scheinbaren Position der Stärke heraus nicht „mit Gewalt“ vergraulen sollte.
Denn zu den „günstigen“ 25 Euro für ein Tages-Ticket, muss man noch den in seiner Höhe eigentlich unverschämten Parkpreis von 10 Euro rechnen. - Wie auch mein Foto zeigt. - Dieser Parkpreis muss für das Abstellen eines Pkw auf auf einem unbefestigten Privat-Parkplatz, ohne garantierte Bewachung und ohne eine Versicherung gegen fremdverschuldete Beschädigungen des dort abgestellten Fahrzeugs, sollte zu einem günstigeren Preis möglich sein.
- Aber am Nürburgring scheint man sowohl ein Einnahme- als auch ein Ausgabe-Problem zu haben. - Wie hätten Sie’s denn gerne?
So gibt es in der Saison 2026 keine kostenlose Notruf-Nummer mehr. Bisher – bis Ende 2025 - war dazu die Notruf-Nummer (0)800 0302 112 geschaltet, die bei Unfällen auf dem langen und unübersichtlichem Kurs eine schnelle Meldung durch jeden Zuschauer möglich machte.
Wie mir die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen in Bonn auf meine Anfrage mitteilte, hat der Netzbetreiber diese Nummer am 28. Dezember 2025 bei der Bundesbehörde abgemeldet.
Wer jetzt am Nürburgring – auf der Nordschleife – z.B. einen Unfall beobachtet, der sollte schon die jetzt einzige Möglichkeit zur Meldung entweder im Kopf oder auf seinem Handy programmiert haben.
- Es ist eine „normale“ Telefon-Nummer, mit der man nun die Einsatzzentrale erreichen kann. Bitte merken: +49 (0) 2691 302 9111.
Nur so ist aber auch sichergestellt, dass man nicht die Anzahl der Unfallmeldungen über eine 0800-Nummer mit den Zahlen für Unfälle auf der Nürburgring-Nordschleife in der Polizei-Unfallstatistik abgleichen kann. Die hat nur Alibi-Charakter, da der Veranstalter nicht verpflichtet ist, jeden Unfall z.B. während der „Touristenfahrten“ der Polizei-Inspektion Adenau zu melden, so es sich nicht um einen Unfall mit Personenschaden handelt.
- Eine 0800-Nummer ist auch für die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG per Saldo teurer!
Weil ich mit einem Zitat von Bert Brecht begonnen habe, möchte ich auch mit einem Zitat aus seiner Feder enden:
„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“
Motor-KRITIK-Leser sind keine Dummköpfe!
MK/Wilhelm Hahne
PS: Ein Leser aus dem Kölner Raum schrieb mir nach NLS 1 und vor NLS 2, dass er nach dem Erlebten wahrscheinlich in diesem Jahr nicht mehr Rennen der NLS-Serie besuchen würde und zitiert aus dem „Alten Testament“: „Alles hat seine Zeit!“ - Hat vielleicht die Zeit – nun in einem GT3 unterwegs – inzwischen auch die VLN/NLS-Serie überholt?



