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Dieser erste Rallye-WM-Lauf des Jahres 2026 ging am Wochenende zu Ende. Zufällig war zu diesem Zeitpunkt aktuell auf diesen Internetseiten eine Geschichte zu lesen, die darauf aufmerksam machen wollte, dass eine einseitige Berichterstattung zum Thema E-Automobile nicht die aktuelle Situation verändert. Diese Erinnerung findet nicht unbedingt den Beifall aller Leser. Manchmal sind Einwände auch angebracht, weil ich einfach z.B. eine „Vorschrift“ übersehen habe. Tatsächlich habe ich zum Thema Rekuperation (= Wiedererlangung) eine Wissenslücke gehabt. - Es ist aber schon interessant festzustellen, dass das Denken oft nicht über die Grenzen hinaus geht, die durch die öffentliche Berichterstattung mehrheitlich gesetzt werden. Da wird eben das unangenehm hohe Gewicht der E-Automobile ausgeklammert oder deren Nachteile versucht zu einem Vorteil zu machen. Auch im Motorsport macht jeder, was er in seiner derzeitigen Situation als richtig empfindet, Da wird evtl. dann auch einem „Performance-Kleinwagen“ der Start zum 24h-Rennen dieses Jahres am Nürburgring unmöglich gemacht. Scheinbar ist alles geregelt. Aber das dient der Umsetzung bestimmter Interessen. - Hier bei Motor-KRITIK wurde mal wieder selber gedacht. Weil die „KI“ eigentlich nur deutlich machen kann, was schon mal deutlich gemacht wurde. Es ist eben „nur“ eine andere Art von Statistik! - Selber Denken führt, wenn man selber über langjährige Erfahrung verfügt, evtl. zu besseren, interessanten Ergebnissen. - Wie folgende Geschichte deutlich zu machen versucht:
WRC Rallye Monte-Carlo sollte nachdenklich machen!
Es kommt nicht darauf an, dass man mehr als 1.000 PS hat, wenn man schnell sein will. Das wird aber aktuell mit dem Angebot von E-Automobilen vorgegaukelt, die auch – danke großer Batterien wegen einer werbewirksamen Reichweite – auch viel zu viel Gewicht auf die Waage bringen.
Wirklich schnell ist man – auf normalen Straßen – dann, wenn das Fahrzeug über ein ausgewogenes Verhältnis von PS zu Gewicht verfügt. Darum war „früher“ auch mal die VLN auf der Nürburgring-Nordschleife ein Erfolg, weil hier Fahrzeuge zum Einsatz kamen, die vielfach eng mit denen verwandt waren, mit denen auch Herr und Frau Jedermann auf normalen Landstraßen – immer noch - unterwegs sind.
- Die Nürburgring-Nordschleife war bisher auch – nach heutigen Maßstäben – weniger eine Rennstrecke, sondern mehr eine Landstraße. - Eine Eifel-Landstraße! -
Der neue Rennstrecken-Besitzer - und seine Versallen – versuchen gerade daraus eine „Rennstrecke“ zu machen. - Denn sie wissen nicht was sie tun! - „Schneller sein“ ist kein Qualitätsmerkmal für eine Rennstrecke!
- Aber das ist schon wieder ein eigenes Thema, um das sich aktuell der DMSB bemühen sollte.
Deren „Experten“ ist hoffentlich klar, das die aktuell vorgenommenen „Verbesserungen“ an der Strecke die Wahrscheinlichkeit von unvorhersehbaren Unfällen deutlich erhöht. Man sollte sich da vielleicht einmal mit Reifen-Spezialisten unterhalten, wie das Überfahren von so genannten „Rattersteinen“ Slickreifen auch so „mürbe machen“ kann, dass die dann an anderer Stelle platzen. Da käme dann vielleicht der Streckenabschnitt „Tiergarten“ ins Gespräch.
- Erfolgt jetzt eine „Abstimmung“ der Rennstrecke auf GT3-Boliden, die eigentlich den Sinn des Motorsports in Frage stellen? - Oder waren nur mehr zukünftige Rekrodfahrten dazu eine Anregung?
Ich habe im Titel zu dieser Geschichte darum auf die Rallye Monte Carlo abgehoben, weil die deutlich macht, dass „normale Automobile“ – gemessen an GT3 – die sinnvolleren Sportinstrumente sind.
- Alle in der Rallye-WM eingesetzten Fahrzeuge haben eine Fahrzeuglänge von um 4 Meter, besitzen einen modernen 1,6 Liter-Turbomotor, der es mit E-Unterstützung auf über 500 PS bringen kann. Die Serien-Versionen wiegen zwischen 1.100 und 1.300 Kilogramm.
Die Werksfahrer, die mit diesen Fahrzeugen bei einem Wettbewerb auf normalen Straßen unterwegs sind, fahren auch langsam - wie bei der diesjährigen Rallye Monte-Carlo auch schon mal Schritttempo – wenn es die Straßenverhältnisse erfordern, Sie fahren bei Eis und Schnee, im Schneematsch und wenn des denn so ist, auch Nebel die Sicht einschränkt.
- Wie übrigens jeder normale Autofahrer auf dem Weg zur täglichen Arbeit!
Rallye-Rennfahrer werden als denkende Menschen noch ernst genommen, Rundstreckenfahrer auf Retorten-Rennstrecken werden wie Kleinkinder betreut: Mit Safety-Car, Gelb- und Rot-Phasen. Sie müssen sich auch innerhalb von aufgezeichneten Linien bewegen und müssen den Anweisungen ihrer Rennleiter folgen, weil man z.B. im Training „nicht alles zeigen darf“. - Wegen der „BoP“ -
Aber die Industrie forciert halt die teuren GT3-Boliden, die eigentlich im Motorsport nicht die Bedeutung haben sollten, die sie inzwischen – auch durch das angepasste Verhalten der Veranstalter – erhalten haben!
Was soll z.B. eine „DTM“ – Deutsche Tourenwagen Masters – die ausschließlich GT3-Fahrzeugen vorbehalten ist? - Da ist der ADAC – mal wieder – „Vorbild“! - Was Tourenwagen sind, bestimmt der ADAC.
Das ist dann ähnlich, als wenn man 2014 mal VW durch eine „fehlerhafte“ Auszählung den Autopreis „Gelber Engel“ gewinnen lässt.
Ich persönlich bin aus dem ADAC schon 2005 ausgetreten, als dieser Verein als bedeutender Tester einen Dacia zum Umfallen brachte. - Natürlich lag das an der Ausstattung des Dacia! - Ich habe über meine Meinung den ADAC informiert und daraus meine Konsequenzen gezogen.
Viele Jahre später – zum Zeitpunkt „Gelber Engel“ – hat mir ein Leser seine Austrittserklärung aus dem bedeutendsten Automobilklub Europas dann mit der Bemerkung zugeschickt:
„Sie liegen ja meistens mit Ihren Einschätzungen richtig und sind dann auch mit Ihren Entscheidungen uns um Jahre voraus.“
Nun aber zurück zum ADAC und seiner Vorliebe für die GT3, weil man doch der Industrie nicht wehe tun kann.
Das führt dann z.B. inzwischen beim ADAC – in diesem Fall auch beim ADAC Nordrhein - zu Extremen. Man möchte es den GT3-Werksteams am Nürburgring so angenehm wie möglich machen.
- Da werden „Performance“-Kleinwagen, wie ein Renault Twingo - dann als Teilnehmer zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring erst gar nicht zugelassen. - Sie könnten stören!
Als ich beim Stöbern im Internet davon erfuhr, habe ich nicht etwa auf Basis von unsicheren Internet-Informationen dann eine „Abschreibe-Info“ gemacht, sondern beim Veranstalter, dem ADAC Nordrhein in Köln nachgefragt.
Die Antwort auf alle meine Fragen – weil mich in diesem Zusammenhang auch andere Antworten interessierten – habe ich nachstehend einkopiert:
...“Der ADAC Nordrhein ist als Veranstalter der 24h Nürburgring mit der Streckenabnahme nicht befasst. Diese wird jährlich kurz vor Saisonbeginn vom DMSB in Abstimmung mit dem Nürburgring durchgeführt. Bis wir als Veranstalter die Nordschleife nutzen, sind nach Erfahrung der vergangenen Jahre alle manchmal erforderlichen Streckenarbeiten (Asphalterneuerungen etc.) abgeschlossen.
Die Ausschreibung ist derzeit beim DMSB zur Prüfung. Wir erwarten die genehmigte Ausschreibung in Kürze zurück und werden sie dann umgehend online auf der Teilnehmer-Website der 24h veröffentlichen.
Wir bedauern, dass Rauh Racing als ambitioniertes Breitensportprojekt sich entschieden hat, sein Einsatzprojekt nicht fortzuführen. Allerdings verstehen wir auch, dass die Bedingungen, die wir im Sinne der Sicherheit und Chancengleichheit aufstellen müssen, im Einzelfall eine sehr hohe Hürde darstellen – gerade auch für ein Privatteam.
Die 24h Nürburgring sind nicht nur das größte Automobilrennen der Welt, sondern auch eine Veranstaltung mit sehr extremen Bedingungen. Insgesamt rund 140 Fahrzeuge, unterschiedliche Klassen mit sehr unterschiedlichen Fahrzeugtypen und -leistungsdaten machen die Organisation und Teilnahme zu einer großen Herausforderung für alle Beteiligten. Als Veranstalter versuchen wir, die verschiedenen Interessen der Rennteams und -fahrer unter einen Hut zu bekommen. Dabei sind selbstverständlich nach wie vor auch Breitensportler und Profiteams und -fahrer gleichermaßen willkommen. Gerade diese Kombination und die unterschiedlichen Rennklassen, machen diese Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis.
Um einen fairen und sicheren Wettbewerb zu garantieren, hat der Veranstalter dabei insbesondere die extrem schnellen, aber auch die besonders leistungsschwachen Fahrzeuge besonders im Blick. Die Performanceunterschiede im Multi-Class-Feld sollen nicht zu groß werden. Dies gilt für mögliche Fahrzeuge oberhalb des GT3-Levels ebenso wie für das andere Ende der Leistungsskala. In Absprache mit dem Veranstalter hat das Dacia-Team zum Beispiel im Vorjahr einen Turbomotor verbaut, um die Differenzen bei Kurven- und Spitzengeschwindigkeiten sowie Rundenzeiten zu minimieren. Auch die Sicherheitsstruktur des Fahrzeugs, die sich ja bereits jahrelang als Cup-Fahrzeug bewährt hatte, wurde noch einmal verstärkt. Ähnliches gilt für den BMW 318ti, der ein bewährtes und etabliertes Rennfahrzeug ist.
Das Projekt von Rauh Racing hingegen ist für alle Beteiligten Neuland, sodass es eine frühzeitige finale Genehmigung durch den Veranstalter deswegen gar nicht geben kann. Stattdessen ist eine enge Abstimmung zwischen Rennteam und Veranstalter in jeder Projektphase dringend notwendig. Diese hat nur sporadisch stattgefunden, wobei bereits im Februar 2025 die Information an das Team ging, dass sich das SP3-Reglement, nach dem der Twingo aufgebaut werden sollte, in absehbarer Zukunft ändern könne. Auch hat der ADAC Nordrhein schon früh darauf hingewiesen, dass eine Zusage zum Start immer erst im Rahmen der Nennungsbestätigung erfolgen kann. Bei Fahrzeugen, die seit Jahren bei Veranstaltungen auf der Nordschleife etabliert sind, ist dies auch eher Formsache. Bei einem Fahrzeug, das vor über 30 Jahren produziert wurde und deutlich modifiziert werden sollte, ist ein intensiver Austausch nötig – der am Ende dennoch dazu führen kann, dass ein Start nicht möglich ist. Das Team hat sich nun entschieden, das Projekt 24h nicht weiter zu verfolgen, obwohl nach Stand von November 2025 eine Zulassung des Fahrzeugs unter Auflagen möglich gewesen wäre. Von einem Startverbot nach einer vorherigen Erlaubnis kann als keine Rede sein.“ ...
Diese Aussagen möchte ich nicht im Detail kommentieren. Sie zeigen eigentlich den Stand der Entwicklung des Motorsports in Deutschland unter dem Einfluss des ADAC – auch übrigens beim DMSB - deutlich auf!
Übrigens wurde inzwischen auch der Termin für den zweiten NLS-Lauf am Nürburgring so verlegt, dass nun Max Verstappen eine Startmöglichkeit hat. Der Kommentar von NLS-Chef Mike Jäger:
„Die Entscheidung, einen frühzeitig feststehenden Termin zu verschieben, haben wir mit vielen Beteiligten in intensiven Gesprächen unter Abwägung aller Interessen – im Sinne des Motorsports – getroffen. Den weltweiten Bekanntheitsgrad, den die NLS im letzten Jahr durch die Teilnahme Max Verstappens erzielt hat, wollen wir zum Nutzen aller Teams und Teilnehmer weiter ausbauen.“
Auch das möchte ich nicht kommentieren. - Jeder meiner Leser sollte sich dazu seine eigenen Gedanken machen – wenn er überhaupt am Motorsport interessiert ist.
Nur ein Hinweis: Für die NLS-Rennserie, die am 14. März 2026 startet, gibt es am heute – am 26. Januar 2026 – noch keine vom DMSB genehmigte Ausschreibung!
Für die Interessierten möchte ich mit einer weiteren Gedankenanregung diese Geschichte enden lassen:
- Die Rallye Monte-Carlo 2026 wurde von Oliver Solberg (24) gewonnen. Den zweiten Platz belegte Elfyn Evans (37), den dritten Platz Sébastien Ogier (42).
Alle Drei waren mit einem Toyota Yaris GR unterwegs. Deren Teamchef Jari-Matti Latvala, sagt zum Erfolg u.a.:
„Es ist großartig, mit Oliver Solberg einen neuen Sieger dieses Events zu haben. Seine Leistung war beeindruckend, besonders im Vergleich zu den erfahreneren Fahrern. Er hatte ein paar heikle Momente – wie die meisten –, aber um diese Rallye zu gewinnen, braucht man neben Können auch etwas Glück. Für ihn ist das ein unglaublicher Start mit unserem Team.“
Zum Nachdenken: Oliver Solberg ist mit seinen 24 Jahren der jüngste Sieger bei einer Rallye Monte-Carlo seit Bestehen. Der neunmalige Gesamtsieger dieser Rallye, Sébastien Ogier, stand bei der 15. Rallye Monte-Carlo zum 12. Mal auf dem Podium. Dieses Mal nur nicht in der Mitte.
Rallye-Fahren setzt Erfahrung voraus, das natürlich auf einem vorhandenen Talent aufbauen muss. Darum sind bei Rallye-Veranstaltungen keine „Kinder“ unterwegs. Das sind alles Fahrer, die wissen was sie tun.
Der sehr talentierte Oliver Solberg, war zum ersten Mal als Toyota-Werksfahrer in einem WRC-Yaris unterwegs. Er fuhr, wie er selber sagte, die bisher schwerste Rallye seines Lebens. Er fuhr sie mit vollem Risiko – und sehr viel Glück.
Sébastien Ogier fuhr diese Rally aufgrund seiner größeren Erfahrungen „auf Sicherheit“, weil er weiß, dass nicht der Schnellste in einer Rallye-WM zum Weltmeister wird, sondern der, der in allen Läufen konstant weit vorne ist.
Übrigens lief auch am letzten Wochenende das 24-Stunden-Rennen in Dsaytona (USA). Von den 24 Stunden fuhr man 6 Stunden und 33 Minuten konzentriert hinter einem Safety-Car her. - Aus Sicherheitsgründen, wegen Nebel!
Bei der Rallye Monte-Carlo gab es auch Nebel. - Aber dort waren auch keine „Kinder“ unterwegs!
Man ist dort – wenn es besonders schwierig wurde – eben auch „Schritt gefahren“!
Aber wer von den jungen Leuten kann das schon mit einem GT3?



