Nürburgring: Alle schwerhörig mit „Grauem Star“?

Ich habe mir aktuell im Internet ein Interview mit dem Geschäftsführer der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, Mirco Markfort angesehen und genau zugehört. Am Ende weiß man nicht, ob er der Interviewte – aber auch der Interviewer - „von dieser Welt sind“. Tröstlich ist, dass das Interview von einer Werbe-Agentur, bzw. im Auftrag dieser Agentur vom dort „frei tätigen“ (?) ehemaligen Präsidenten der Koblenzer Industrie- und Handelskammer, Manfred Sattler, gemacht wurde. Manfred Sattler, der sich gerne rühmt, schon eine 30 Millionen-Firma aufgebaut, geführt und geleitet zu haben, ist wohl derzeit ohne größere Aufgaben. Seit 2009 ist er Bürgermeister von Wassenach, wurde 2014 wieder gewählt und ist auch 1. Vorsitzender des Vereins „Freunde des Nürburgrings, der von Hendrik Hering, damals Wirtschaftsminister des Landes Rheinland-Pfalz mit Hilfe des Geschäftsführers der landeseigenen Firma Lotto Rheinland-Pfalz, Hans-Peter Schössler, Träger des Bundesverdienstkreuzes und inzwischen wegen Betrug rechtskräftig verurteilt, ins Leben gerufen wurde. - Hans-Peter Schössler schreibt inzwischen Kolumnen für ein kostenloses Werbeblatt mit dem Titel „Mayen am Wochenende“, Manfred Sattler interviewt für das kostenlose Werbemagazin NEXT, interessante Persönlichkeiten in Videos, die in den Sozialen Medien zu finden sind. In einem davon, in 2019 aufgenommen, lässt er den oben schon genannten Geschäftsführer der Pächterfirma, die sich im Besitz des Nürburgring-Käufers befindet, Bilanz ziehen. - Motor-KRITIK muss da fragen:

Nürburgring: Alle schwerhörig mit „Grauem Star“?

Manfred Sattler erlaubt sich gleich in den ersten Minuten des Interviews, das am 24. Januar 2019 gemacht wurde, die Feststellung:

„Die vielen Kritiker sind verstummt in den letzten Jahren...“

und wird von Mirco Markfort bestätigt:

„Es ist Ruhe eingekehrt.“

Damit hätte man das Interview eigentlich auch beenden können, aber man macht sich daran, nachdem Mirco Markfort zusammen fassend festgestellt hat:

„Wir sind ein gesundes Unternehmen. Wir schreiben tiefschwarze Zahlen.“

 ...einzelne Teile des Erfolgs heraus zu arbeiten:

Markfort: „Wir verstehen uns nicht als reiner Location-Vermieter, sondern versuchen eine Partnerschaft mit den Veranstaltern tatsächlich aufzubauen und gehen auch ins Risiko… -

Und wir erfahren bei dieser Gelegenheit:

„Der Zuschauer steht im Focus.“

Auf den „ring°racer“ angesprochen, die mal die schnellste Achterbahn der Welt werden sollte, erklärt Mirco Markfort:

„Das ist ein Thema dem wir uns noch widmen werden, die in diesem Jahr nicht laufen wird, der ‚ring°racer‘, die Achterbahn. Das ist ein Thema, dem wir uns zu gegebener Zeit annehmen werden. - Ergebnis offen.“

Zum Thema Formel 1: Man ist interessiert, aber nur unter wirtschaftlich vernünftigen Bedingungen!

Von Manfred Sattler auf die „Riesen-Immobilien“ angesprochen, die neben dem Baudenkmal „ring°racer“ an die Leistungen eines Kurt Beck erinnern und nun als „multifunktionale Eventlocation“ vermarktet werden sollen, informiert Mirco Markfort:

„Es gibt keine Eventlocation in Deutschland, in Europa, die so vielseitig nutzbar ist wie unsere.“

Kurt Beck wird eine solche Aussage wie ein Geschenk zum 70. Geburtstag vorkommen müssen. Vielleicht schreibt er sich auch als Erfolg zu, wenn Mirco Markfort auf inzwischen rd. „400 Business-Veranstaltungen im Jahr“ verweist, die man am Nürburgring registrieren kann und bestätigt noch einmal den Wert einer „multifunktionalen Anlage“.

Auf die Frage nach dem Programm – und wichtigen Veranstaltungen -  in 2019, empfindet Mirco Markfort das als ein ‚“ausgewogenes und vielseitiges Programm“ und erwähnt als Highlight „die Ferrari-Days“ und auch – wie Manfred Sattler sie bezeichnet – die „Rennen ohne Asphalt“, womit er den E-Motorsport meint, der auch wieder in 2019 – veranstaltet vom ADAC Mittelrhein – am Nürburgring zu finden sein wird.

Diese Geschichte soll nicht mit kritischen Anmerkungen enden – die durchaus möglich wären. Sie  soll nur die Informationen der Motor-KRITIK-Leser zum Thema Nürburgring abzurunden, weil ein Video – irgendwo in den Sozialen Medien – leicht übersehen werden kann.

Aber es sei mir gestattet darauf hinzuweisen, dass ich, was den Nürburgring betrifft, nie zu den „Tief-Schwarz-Sehern“ gehört habe. Im Internet ist auch heute noch ein Foto von einer Widmung zu finden, die ich am 14. August 2010 einer interessierten Dame in mein gerade vorgestelltes Buch, „Skandal? -‘Nürburgring 2009‘ - Affäre?“ geschrieben habe:

„Es wird schwer werden -
aber Sie werden den
100. Geburtstag des Nürburgrings
noch erleben.“

An meiner grundsätzlich positiven Einstellung zum Nürburgring hat sich nichts geändert. - Was mich aber auch in Zukunft nicht hindern wird, auf z.T. unverständliche Fehler hinzuweisen, die immer wieder im Umfeld dieser Kult-Rennstrecke gemacht werden, wenn man versucht, sie als reine „Melkkuh“ zu nutzen.

Meine Leser werden das hoffentlich verstehen: Ich möchte auch im Fall einer Buch-Widmung recht behalten.

Wenn meine Leser aber zum Ende dieser Geschichte noch gerne eine Gesamt-Wertung zu den hier „nachgezeichneten“ Aussagen des aktuellen Geschäftsführers hätten:

  • Mirco Markfort wird zum 100. Geburtstag des Nürburgrings nicht mehr Geschäftsführer am Nürburgring sein!
MK/Wilhelm Hahne
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