2022

NLS #1/2022: ...und es kam – wie’s kommen musste!

„Tage an denen man plant Bananen zu essen, nennt man Bananenplantage.“ - Diesen flotten Spruch hatte ich vor Augen, als ich einen Bericht über das erste Motorsport-Rennwochenende am Nürburgring der Saison 2022 plante. Es sollte ein 4-h-Rennen am 26. März durchgeführt werden. Vieles sollte von der Organisation her, nach einem langen „Corona-Tief“ – wieder so sein wie früher. Nun – es wurde ein wenig anders. Schon weil so ein Rennbesuch für die Fans in 2022 auch ein wenig teurer wird. - Auch für die Teams. - Obwohl der Veranstalter erklärt hatte, dass er keine Energiezuschläge nehmen würde. - Spannend war das Beobachten dieses ersten Rennens der „Neuzeit“ für einen Journalisten auch deshalb, um festzustellen, wie sehr die Planungsunsicherheit – aus den unterschiedlichsten Gründen – die Nennfreudigkeit der Teams, Besitzer und Fahrer beeinflusst hatte. Und wie sich die Fans ob der insgesamt für einen Rennbesuch doch stark gestiegenen Kosten verhalten würden. So habe ich mir dann mal am Freitagnachmittag vor dem Rennen einen ersten Überblick verschaffen wollen. Dann habe ich mir auch Gedanken gemacht, wer denn wohl als Siegerteam in Frage käme. Dabei ist mir aufgefallen, dass es die Nennliste erst sehr spät und dann auch – noch später – in einer zweiten Version gab. Es war einiges modifiziert, aber…

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Politiker-Leiden: Sie können nur nach vorn schauen!

Leser wurden sich, dass man das Ergebnis einer Sitzung des Innenausschusses im Mainzer Landtag zum Thema Nürburgring in Motor-KRITIK schon vor der Sitzung hier lesen konnte. Und dass es tatsächlich – wie in Motor-KRITIK schon Tage vorher zu lesen – am Sitzungstag vom SWR-Fernsehen dann in den 19 Uhr 30-Nachrichten auch vermeldet wurde. Dabei ist das kein Wunder: Ein Journalist wird mit wachsender Erfahrung immer besser, wenn er auch immer wieder bereit ist, einen Blick zurück zu werfen, sich zu erinnern und seine berufliche Funktion in der Gesellschaft ernst nimmt. Politiker leben davon, dass sie alles vergessen was hinter ihnen liegt und immer nur nach vorne blicken. Politiker geben sich gerne als Visionäre – und wenn es darauf ankommt, können sie sich an nichts mehr erinnern. Darum war auch eine Vorhersage aus Motor-KRITIK-Sicht so einfach. Auch weil ein öffentlich-rechtlicher Sender eine Verpflichtung hat, während vielleicht eine regionale Tageszeitung mehr von der Bedeutung eines Anzeigenkunden beeindruckt ist. - Wie dem auch sei: Nach meinen Erfahrungen ist es jedenfalls ein….

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Corona/Russland: Bundesrat verlagert das Gewicht!

Die Corona-Pandemie hat ihre Schuldigkeit getan. Die Politik hat nun scheinbar ein neues Druckmittel: Den Russland/Ukraine-Krieg. Da lässt man dann die meisten der bundesweit geltenden Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundesrat hat das am 18. März 2022 beschlossen.

Aber man hat gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die Länder bei regionalen Corona-Ausbrüchen weiter auch scharfe Beschränkungen erlassen können. - Man hat die Verantwortung – nach bewährtem Muster – delegiert!

Das war in den einzelnen Bundes-Ländern den meisten verantwortlichen Ministern schon vor dem Bundesrat-Beschluss klar. So sagte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister, Clemens Hoch (SPD), schon am 14. März, in Kenntnis der Planungen – und Stimmung – in Berlin:

„Ich werde dem rheinland-pfälzischen Ministerrat vorschlagen, dass wir diese Übergangsregel nutzen und unsere aktuell geltenden Maßnahmen im Wesentlichen zunächst bis Anfang April beibehalten. Dieses vorsichtige Agieren halte ich für notwendig und angemessen, um die sehr hohe Dynamik noch genauer einordnen zu können.“

Entsprechend fiel auch eine Einladung des rheinland-pfälzischen Landtags zu einer öffentlichen Sitzung des Innenausschusses am 23. März – also dem folgenden Mittwoch - aus, die am 16. März veröffentlicht wurde..

Hier steht auf Seite 3 – deutlich in Gelb vom Einladenden markiert - was man an diesem Tag – drei Tage nachdem die neuen Bestimmungen des Bundesrates gelten – nun in Rheinland-Pfalz noch aufgrund der insgesamt im Bundesgebiet zunehmenden Corona-Infektionszahlen von den Eingeladenen bei einem Besuch der öffentlichen Sitzung im Mainzer Landtag erwartet wird.

 

Dieses Foto zeigt die Seite 2 der Einladung, der man entnehmen kann, dass an diesem Tag im Innenausschuss - auch - ein Thema behandelt wird, das besonders die Bewohner der Region Nürburgring (aber nicht nur die) interessieren wird. Aber es wird sicherlich kaum so entschieden werden, wie das anderswo – bei ähnlichen Voraussetzungen – zum gleichen Thema schon der Fall war.

Damit meine Leser auch den genauen Termin und Ort der öffentlichen Sitzung des Innenausschusses kennen, füge ich hier auch noch Seite 1 der Einladung ein, die lt. Einladungsschreiben um 14 Uhr am Mittwoch beginnen wird.

  • Tipp: So ist damit zu rechnen, dass in den Abendnachrichten des SWR (19:30 Uhr) etwas zu den Ergebnissen dieser Sitzung zu erfahren ist.

Am Freitag, 18. März, war in Berlin die CDU gegen den neuen Corona-Beschluss, nach dem zum jetzigen Zeitpunkt wichtige Corona-Schutzregeln fallen, weil damit eigentlich nur ein neuer Wirrwarr erzeugt wird.

Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die Partei-Fraktionen am Mittwoch in Mainz zu einem Thema verhalten, das Politiker durch ihre Maßnahmen und Äußerungen in eine bestimmte Richtung – auch bundesweit - angeheizt haben. Es ist aus meiner Sicht genau die Thematik, die die Berliner Politiker veranlasst haben, nun durch ihre „entlastenden“ Beschlüsse in Berlin, das Gewicht auf ein für sie anderes wichtige Thema zu verlagern: Den Russland/Ukraine-Krieg.

In Mainz wird man das wahrscheinlich, weil man z.B. durch die Insolvenz der landeseigenen Besitz-GmbH des Nürburgrings besonders betroffen ist und auch beim überhasteten Verkauf des Nürburgrings an einen nicht solventen Käufer keine gute Figur machte, zu einer anderen Einschätzung kommen, als es von der Öffentlichkeit aufgrund der allgemein geschaffenen Stimmung erwartet werden kann.

  • Dumme Frage: Was soll bei einer erneuten „Störung“ auch aus der nach gut 7 Jahren noch immer nicht abgeschlossenen Insolvenz (in Eigenverwaltung!) werden?

Zum Kaufpreis der gesamten Nürburgring-Anlage stellte mal der Freund des neuen Besitzers, Roman Arkadjewitsch Abramowitsch bei einem Besuch bewundernd fest:

„Dafür erhalte ich in England noch nicht mal einen guten Mittelstürmer!“

Auch die Situation am Flughafen Hahn, die in der jetzigen Form wesentlich von den Fehlleistungen der Politik in Rheinland-Pfalz bestimmt ist, wird eine andere Einschätzung erfahren, als man erwarten sollte. Da wird in der Sitzung am Mittwoch in Mainz wohl mal wieder die unterschiedliche Position von Regierung und Opposition deutlich werden.

  • Ohne dass sich daraus irgendwelche sinnvollen Ergebnisse ableiten lassen!

Wie das halt in der Politik so ist. Politiker müssen eben wie gute Schauspieler sein, die im richtigen Moment die richtigen Texte sprechen. - Damit die Öffentlichkeit applaudiert!

In der kriegerischen Auseinandersetzung sind inzwischen weltweit auch Politiker eingebunden, die mal gute Schauspieler waren! - Die haben Erfahrung!

Wir aber schauen zunächst mal am Mittwoch ins Provinz-Theater nach Mainz! - Das Ergebnis wird wohl kaum zum Singen und Lachen sein! - Karneval war auch schon!

Am Nürburgring hat man am letzten Sonntag – gestern (!) - schon die Richtung für eine Entscheidung der Landesregierung in Mainz – ganz im Interesse des neuen Besitzers - zu einem Teil von TOP 6 am Mittwoch vorgegeben:

„Startklar: Die NLS-Saison kann kommen!“

MK/Wilhelm Hahne
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Interessiert es Fahrer und Streckenposten wirklich?

Hier in Motor-KRITIK wurde vor Tagen eine Geschichte veröffentlicht, in der ich mich mit der Arbeit des DMSB beschäftigt habe. Es war praktisch ein Ausblick auf eine für April geplante virtuelle Mitgliederversammlung eines e.V. Dazu gäbe es sicherlich eine Menge mehr zu sagen und zu schreiben. Das Leser-Echo auf die oben erwähnte Geschichte zeigt, dass gerade eine bestimmte Gruppe von  Fahrern - aber auch Streckenposten (!) - daran interessiert ist, einmal genau zu erfahren, wie sie mit ihren Lizenzgebühren mit dazu beigetragen haben, dass es den Motorsport in Deutschland überhaupt noch gibt. - Ja, es war ein wesentlicher Beitrag!

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DMSB: Info zum virtuellen Treffen am 23. April 2022!

Der 23. März ist schon ein besonderer Tag. Da spricht man im Innenausschuss der rheinland-pfälzischen Landesregierung in Mainz (auch) über die Zukunft des Nürburgrings. Der 23. April wird noch besser! Da gibt es die „25. Ordentliche Mitgliederversammlung des DMSB e.V.“. Man trifft sich zum „High Noon“, mittags um 12 Uhr, in virtueller Form. - Da ist man als Motor-Journalist dann im Zweifel, was die wichtigere Veranstaltung an einem 23. sein wird. - In diesem Zusammenhang ist aber auch  interessant, dass vom DMSB bis heute – 17. März 2022 -  die NLS-/VLN-Serie noch immer nicht genehmigt worden ist, obwohl die bereits am 26. März – in 9 Tagen (!) - mit einem Rennen am Nürburgring starten soll. Was ist eigentlich beim DMSB los? - Motor-KRITIK gegenüber war lt. einer Antwort des DMSB vom 7. März auf eine entsprechende Anfrage, die Genehmigung für die NLS-/VLN-Serie „kurz vor dem Abschluss“. - ??? - Hängt die Verzögerung vielleicht damit zusammen, dass das mit der angekündigten „Strukturreform“ wohl auch nicht so recht geklappt hat? - Man hat nach der Ankündigung Ende November 2021 nichts mehr davon gehört! - Es gibt also für einen Motor-Journalisten schon Gründe genug, mal den Versuch zu machen, etwas mehr zu erfahren, als in Pressemitteilungen zu lesen stand. - Also habe ich auch jetzt recherchiert. Der Zufall hat mir geholfen, weil mein Rechercheansatz offenbar zur richtigen Zeit erfolgte. - Aber ich habe auch einen Fehler gemacht, der mir per Saldo geholfen hat. Ich hatte in einer e-Mail an die Pressestelle des DMSB die Monate März und April durcheinander gebracht. - Obwohl ich eigentlich schon über den Termin der 25. DMSB-Mitgliederversammlung richtig informiert war. - Heute kann es dann – nach erfolgreicher Recherche - nicht nur für meine Motor-KRITIK-Leser, sondern auch für die am 23. April tagenden DMSB-Mitglieder, ein paar nachdenkliche Überlegungen und Feststellungen geben, auf die ich bei einem Abgleich von so fast zufällig erlangten Daten und Fakten kommen musste. Das alles betrifft:

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Nürburgring: Tag Eins der Polizei-Statistik 2022!

Nachdem die Bauarbeiten auf der Nordschleife pünktlich zum 11. März 2022 beendet waren und die Strecke damit freigegeben werden konnte, wurde dann am Samstag, 12. März 2022 mit den ersten „Touristenfahrten“ des Jahres 2022 das eigentliche Basisgeschäft wieder gestartet. Im Internet war der Start in die neue Unfall-Saison schon für 8:30 Uhr angekündigt – und es wurde keine Zeit verschenkt. - The Show Must Go On! - Sie wurde am 13. März natürlich fortgesetzt.

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...“hat es auf der Nordschleife noch nicht gegeben“!

Michael Bork, der Leiter VLN-Sport, hat das über das geplante „12 Stunden Nürburgring“-Rennen am Nürburgring gesagt, das im September 2022 stattfinden soll. Eigentlich denkt er dabei weniger an eine sportliche Veranstaltung, sondern mehr an ein „Event“. Natürlich ist dabei auch noch einiges unklar. - Gibt es darum noch keine Ausschreibung für dieses Rennen?

Wenn man einmal auf der VLN-Internetseite nachschaut – und jeder Interessierte hat dazu die Möglichkeit . dann muss man darauf stoßen, dass es bisher – per heute – für keines der NLS-/VLN- Rennen eine vom DMSB genehmigte Ausschreibung gibt. Es gibt auch – und das per 9. März 2022 – auch immer noch keine genehmigte Serien-Ausschreibung für die Saison 2022. Dabei soll das erste Rennen am 26. März 2022 durchgeführt werden.

  • Warum sollte ein Team ein Wettbewerbsfahrzeug für eine Serie vorbereiten, die es – wenn man es genau betrachtet – nur eventuell geben wird? (Bei dem heute dafür notwendigen Aufwand!)  

Die vielen VLN-Fans zählen inzwischen auf „Facebook“ die Tage bis zum ersten Rennen der Saison rückwärts. Der PR-Chef der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, Alexander Gerhard, lässt über die „Rhein-Zeitung“ verkünden, dass man sich darauf konzentriert, „dass der Wirtschaftsmotor Nürburgring wieder zum Laufen kommt. Denn davon“, stellt er fest, „profitiert die ganze Region“.

    • Plaudertaschen unter sich? - Und die Fans klatschen Beifall! - Politiker-“Speech“?

In der „Rhein-Zeitung“ wird auch beklagt, dass die CDU-Opposition im rheinland-pfälzischen Landtag wahrscheinlich moralische und wirtschaftliche Interessen miteinander verquickt, wenn sie am 23. März 2022 – also in wenigen Tagen – im Innenausschuss des Landtages erfahren möchte, welche Auswirkungen der russische Angriffskrieg in der Ukraine auf die wirtschaftliche Situation am Nürburgring hat.

Zunächst mal – meint Motor-KRITIK – wird die allgemeine Situation zu einer Verunsicherung beitragen. Darum gab es auch von mir – und das rechtzeitig – eine Anfrage zur aktuellen Situation – bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung. (Die Antwort findet man in einer Motor-KRITIK-Geschichte vom 24. Februar) Darum ist für mich unverständlich, dass man dieser allgemeinen Verunsicherung nicht mit dem Verweis auf Ergebnisse von eigenen Vorarbeiten gegensteuert, sondern nur Triviales absondert.

So ist für die VLN-Langstreckenserie, die aktuell wohl unter der Bezeichnung „NLS“ (Nürburgring Langstrecken-Serie) vermarktet werden soll, die vorbereitende – sicherlich harte Tagesarbeit – wohl vergessen worden. Man hat sich – s. Leiter VLN-Sport – gleich der „Kür“ gewidmet, die aber für die Teams noch genauso unsicher ist, wie alle Rennen der VLN-/NLS-Serie in 2022.

  • Es gibt per heute keine vom DMSB genehmigte Ausschreibung für keines der geplanten Rennen!
  • Es werden bis heute zu keinem dieser Rennen von den Veranstaltern Nennungen entgegen genommen!

Darum habe ich in diesen Tagen einmal beim DMSB nachgefragt, wann denn mit einer  Genehmigung der „vorläufigen“ Ausschreibung, seit 3. Januar 2022 im Internet, wohl zu rechnen sei. Darauf antwortet der DMSB mir u.a.:

...„Die Bearbeitung des NLS-Reglements nimmt beim DMSB schon aufgrund seiner Komplexität tatsächlich etwas mehr Zeit in Anspruch. Nach Rücksprache mit den Kollegen ist der Prozess aber inzwischen kurz vor dem Abschluss. Die Bearbeitungszeiten werden außerdem durch den erhöhten Arbeitsanfall zu Jahresbeginn beeinflusst –  auch im vergangenen Jahr dauerte dieser Prozess deshalb ziemlich lange, die Genehmigung erfolgte am 5.3.21.“…

Erstaunlich, dass zu VLN-Zeiten, als die VLN-Serie noch eine echte Breitensportserie war – und wohl weniger „komplex“ – eine Ausschreibung für die nächste Saison schon jeweils im November verfügbar war.

Damit meine Leser die Verantwortlichen für die aktuelle „komplexe“ Ausschreibung-Situation  kennen, habe ich hier einmal den aktuellen „Sport Organisation Chart Nürburgring-Langstrecken-Serie“ eingefügt und auch einen Screenshot von gestern, mit dem ich nachweise, dass aktuell noch keine Nennung für eine Serie angenommen wird, dessen erstes Rennen am 26. März 2022 durchgeführt werden soll.

  • Ob eigentlich die Sponsoren und „Bezahlfahrer“ diese Situation der Serie kennen, für die sie  bereits Verträge unterschrieben – und evtl. auch schon Zahlungen geleistet - haben?  

Die aktuelle Situation per heute ist so, wie sie der Leiter VLN-Sport – in einem anderen Zusammenhang - richtig beschrieben hat:

„So etwas hat es auf der Nordschleife noch nicht gegeben!“

Das gibt es tatsächlich erst in Verbindung mit einer neuen Organisation, die von großen Events träumt und darüber die Vorarbeiten für eine ganze Rennserie vernachlässigt! (s. Chart)

MK/Wilhelm Hahne
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Damals wie im Heute gilt: „Bitte keine Vorurteile!“

Es ist schön, wenn man nach Jahrzehnten von einem alten – eigentlich jüngeren – Journalisten-Kollegen daran erinnert wird, dass man schon „damals“ – 1981 – vieles richtig empfunden und auch geschrieben hat. Wenn auch nur in einem scheinbaren Nebensatz. Heute macht dieser Satz deutlich, dass ich auch vor Jahrzehnten schon alles geschrieben habe, was ich beobachten und als sicher recherchieren konnte. - Unsichere, scheinbare Fakten, habe ich schon „damals“ meinen Lesern nicht zugemutet. - Weil es aktuell noch dazu passende andere Gedankenanstöße gab – mal über Dieses oder Jenes nachzudenken – möchte ich heute dazu ein paar Sätze – vielleicht auch ein paar mehr -. zu Papier bringen. - Und sie nun hier veröffentlichen.

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Opel-Zuverlässigkeit nun mit „Sternen besetzt“?

Die Marke Opel ist auch nach der Übernahme durch Citroen/Peugeot (Groupe PSA) im Jahre 2017 als Marke erhalten geblieben. Dieser Marke war vorher eine bestimmte Käuferschicht eigentlich lebenslang treu. In Rüsselsheim konnte man fast sicher sein, dass z.B. ein Opel Ascona-Besitzer nach dem „A“ auch einen „B“ und dann einen „C“ kaufte. Auch der Opel-Rekord hatte eine treue Käuferschicht, obwohl der Nockenwellenantrieb (damals mit „Novotex“-Räder benannt) des 1,9-Liter-Motors in den 60er Jahren schon mal – so um 60 – 80.000 km - Ärger machte.

Opel hatte sogar das „Problem“ (!) zur Zeit des „Kadett“, mehr „Rekord“ zu verkaufen als den eigentlich preislich günstigeren „Kadett“, der mal als Konkurrenz zum „Volkswagen“ entwickelt worden war. - Die ursprüngliche Produktionsstätte des „Kadett“ – in Bochum – ist schon lange Vergangenheit – und ausgelöscht!.

Opel war – und ist – aber eine Automobilmarke mit einer Vergangenheit, in der auch für die Marke mit einer gewissen Berechtigung mit dem Slogan geworben wurde, „Opel – der Zuverlässige“.

Inzwischen ist Opel zu einer von 14 Marken im Stellantis_Konzern geworden, schreibt wieder „schwarze Zahlen“, auch dank der Nutzung von Synergien, die sich aus der Möglichkeit ergibt, Teile einer anderen Marke mit zu nutzen und so insgesamt größere Stückzahlen zu erreichen. So werden die Kosten dann auch reduziert.

  • „Stellantis“ ist übrigens eine Wortschöpfung, die aus „stellare” (lat. = „mit Sternen besetzen“) entstand. (Darum auch der – vielleicht – zunächst unverständliche Titel zu dieser Geschichte.)

Eine Kostensenkung ist allerdings auch durch eine „intelligente“ Konstruktion möglich, was sich dann – z.B. beim Motor – in der Verwendung von weniger Teilen ausdrücken kann (z.B. Porsche-Wasserboxer gegenüber luftgekühlter Version), aber auch durch Verwendung von preisgünstigeren Teilen.

Ich erinnere mich noch sehr gut – aber das ist Jahrzehnte her – dass mir ein Dr. Reitzle, damals noch in BMW-Diensten, während einer Schiffsreise auf der Donau mir auf meine entsprechende Frage antwortete:

„So lange ich bei BMW bin, wird es keine Motoren mit Zahnriemen geben.“

Nun liegen zwischen einem Zahnriemen, wie er zunächst von Glas (erinnern Sie sich noch an den Glas 1004 1962?) verwendet wurde und einem Zahnriemen von heute kleine Welten. Die Gründe für seine konstruktive Verwendung in Serienmotoren sind aber damals wie heute die gleichen:

  • Sie sind kostengünstiger und leiser als eine langlebigere Steuerkette!

Inzwischen sind die Zahnriemen bei modernen Motor-Konstruktionen aber noch leiser geworden:

  • Die Zahnriemen laufen inzwischen – in einigen Motoren – auch in einem Ölbad!

Da schüttelt ein alter Motor-Journalist den Kopf. - Unglaublich! - Aber wahr! - So sind z.B. alle Peugeot-Motoren des Typs EB2 - die 1,2-Liter Benziner - so ausgerüstet, wie sie auch – und damit schließt sich der Kreis – z.B. in einem Opel Crossland eingebaut werden. Das führte in der Vergangenheit nicht unbedingt zur Zufriedenheit der Besitzer dieser so ausgerüsteten Opel-Fahrzeuge. (Nachfolger des Opel-Meriva)

Man registrierte oft einen nachlassenden Öldruck und es gab teure Reparaturen, die dann wohl auch dem Hersteller auffielen, so dass es hier auch Rückrufaktionen gab. - Aber nicht jeder Opel Crossland-Besitzer - gerade die Käufer von Gebrauchtfahrzeugen - hat das mitbekommen. Da wurde dann jeweils nicht nur der Zahnriemen erneuert, der sich – oder Teile davon – im Öl aufgelöst hatten. Es musste dann auch eine Motorreinigung, bis hin zur Ölwanne erfolgen.

  • Manchmal wurde „falsches Öl“ als Grund vorgeschoben. - War das wirklich ein Grund?

Continental liefert inzwischen seit Mitte 2020 einen verbesserten Zahnriemen für die Motoren, deren Verbindung zwischen Kurbel- und Nockenwelle(n) im Ölbad laufen.

  • Der Zahnriemen mit der Bezeichnung CT1188 wurde zu diesem Zeitpunkt – mit verbesserten  Materialeigenschaften  - durch den vom Typ CT1228 ersetzt.

Ob nun ein Opel Crossland (oder auch ein Peugeot 2008) zuverlässiger geworden ist, kann ich hier in Motor-KRITIK nicht verbindlich sagen. Aber es sollte schon eine Verbesserung erzielt worden sein.

Bei Continental werden inzwischen auch Zahnriemen für Antriebe im Ölbad gefertigt, die z.B. die kleinen Zahnräder zum Ausgleich von Ausgleichswellen ersetzen sollen. - Weil das billiger ist!

So strebt der Verbrennungsmotor, der mal – von heute aus rückblickend betrachtet – hohe Laufleistungen ohne größere Reparaturen erreichte, nun ziemlich modern, aber einem „Todeszeitpunkt“ entgegen, wie er von einigen Herstellern und Politikern verkündet wird. - Und wird krank und kränker!

Ich wollte hier in Motor-KRITIK nur daran erinnern, dass man als Käufer eines neuen Automobils mit Verbrennungsmotor  sich auch heute noch vor dem Kauf über konstruktive Details eines solchen Motors informieren sollte. - Auch, wenn sie nur schwer zu finden sind!

Es gibt heute – leider – auch nur noch relativ wenige Verkäufer, die über Farben und Leasingraten hinaus, die Käufer aus ihrer Erfahrung und technischem Wissen heraus, echt beraten können. - Schade! - Aber wer interessiert sich überhaupt noch für die Technik eines richtigen Motors, der sich heute auch gerne schon mal unter großflächigen Kunststoff-Abdeckungen verbirgt?

Wer muss sich eigentlich schämen?

MK/Wilhelm Hahne
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Ukraine-Krieg: Nun mit deutschen Panzerfäusten?

Es gibt Erlebnisse – aber oft auch nur einzelne Sätze – die einem immer wieder einfallen. Bei mir ist es immer wieder die Feststellung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, Eberhard von Kuenheim, der in meiner Gegenwart einmal einem gerade ernannten Chefredakteur einer Motorradzeitschrift sagte: „Das ist das Schöne bei euch Journalisten: Ihr braucht von Nichts etwas zu verstehen und könnt über alles schreiben!“ - Mir schien das damals schon passend. Erst recht heute, wenn ich in den Medien per „Kriegsberichterstattung“ über die Ereignisse in der Ukraine – und wie es dazu kommen konnte – informiert werde. - Ich habe mich bewusst vor Jahrzehnten dazu entschieden, als Motor-Journalist zu arbeiten. - Auf diesem Gebiet weiß ich, worüber ich schreibe. Ich habe vieles in dieser Branche gemacht, kenne viele Hintergründe aus eigenem Erleben, kann die Arbeit darin – gerade in Details – bewerten. - Natürlich weiß ich, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist. Aber darum kann ich auch bewerten, was sich zum Guten, was sich – gerade auf den Menschen bezogen – zum Schlechten hin entwickelt hat. - Nun muss ich aktuell feststellen, dass ich auch in „Sachen Krieg“ über Erfahrung verfüge, die modernen Berichterstattern - manchmal spürbar - fehlt. - Das kann natürlich nur eine Feststellung, kein Vorwurf sein! - Aber darum muss ich heute einmal ein Thema streifen, das mit Blick auf meine Berufsbezeichnung – zum Glück (!) nur ein kleines Zusatzstück meiner Lebenserfahrung darstellt.

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