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Auch Motor-Journalisten lesen Todesanzeigen

Lesen ist Teil des Berufs. Nicht nur das von Pressemitteilungen. Ich lese auch gerne das, was die Kollegen so schreiben. - Wer viel liest, bekommt auch vieles mit. - So habe ich auch am Wochenende in den Wochenendausgaben von Tageszeitungen geblättert und gelesen. Eine Tageszeitung spiegelt das gesamte Spektrum des Lebens wider. - Schließlich bin ich auch als Fachjournalist ein Teil des normalen Lebens. Selber unterwegs von der Wiege hin zum Grabe lese ich auch – durchaus interessiert – die Todesanzeigen in Tageszeitungen.

Da fiel mir am Samstag im „Kölner Stadtanzeiger“ eine Todesanzeige gleich optisch ins Auge, weil ich in ihr die Rennstrecke Nürburgring in der oberen linken Ecke fand. - Und gleich daneben wurde ich mit einer anderen Todesanzeige an einen bedeutenden Auto-Manager erinnert: Wolfgang Reitzle.

Ich habe diese ungewöhnliche Todes-Anzeigenkombination für meine Leser festgehalten. Es ist beeindruckend, dass der Nürburgring im Leben von Menschen einen so deutlichen Eindruck hinterlassen hat, dass man auch in einer Todesanzeige an ihn erinnert.

Dass in der anderen Anzeige – direkt daneben - der Name eines Menschen ganz schlicht, ohne alle Titel dargestellt ist, finde ich auch beeindruckend und zeigt, dass es auch unter Menschen und ihrem Verhalten Unterschiede gibt.

Nicht wenige hätten – wenn sie Titel verdient tragen – nicht auf das Hinzufügen von „Prof.“ oder gar „Prof. Dr.“ verzichtet. Wolfgang Reitzle verabschiedet sich als Mensch von seiner relativ jung verstorbenen Schwägerin, die im Rheinischen gearbeitet hat und gestorben ist.

Und mit einer weiteren Anzeige wird deutlich, dass sie in ihrem Beruf – aber auch in ihrem Umfeld – eine Reihe von wirklich guten Freunden hatte.

Ich habe die Verstorbenen nicht persönlich gekannt, aber ich habe durch diese Anzeigen einen Eindruck von ihren Familien, Angehörigen und Freunden erhalten.

Und bin beeindruckt!

Irgendwie wollte ich das auch meinen Lesern vermitteln.

MK/Wilhelm Hahne
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E-Taycan so oder so? - Journalisten arbeiten anders!

Motor-KRITIK ist nicht gegen das Elektro-Automobil. Zum Thema grundsätzlich ist hier bei Motor-KRITIK schon am 4. April 2012 eine Geschichte erschienen - „Strom oder Benzin – eine Glaubensfrage?“ - die bis heute mehr als 66.000 mal von Lesern aufgerufen und gelesen wurde. Sie ist wirklich überlang und könnte heute in Details sicherlich auch ergänzt werden, weil sich Kleinigkeiten verändert haben. Aber hier handelt es sich um eine Grundsatzgeschichte. - Wer interessiert ist und sich die Zeit nimmt, sollte sie lesen! Sie ist mit einem Klick oben auf den genannten Titel direkt zu erreichen. Ich habe sie freigeschaltet, obwohl sie mal – sie werden es nach dem Lesen verständlich finden – zu den reinen „Abo-Geschichten“ zählen sollte. - Speziell diese E-Geschichte ist nun freigestellt. - Und wäre sicherlich allein ein Abo wert! - Meine ich!

Ich möchte heute zum Thema E-Automobil nicht viele Worte verlieren, sondern nur einmal aufzeigen, wie Fans von E-Automobilen reagieren können: Kritiklos! - Das ist nicht böse gemeint, sondern nur eine Feststellung, mit der ich hier auf Motor-KRITIK verdeutlichen möchte, dass es zwischen einem Fan und einem Journalisten schon einen Unterschied gibt. - Geben sollte! - Fans schreiben netter!

Als ich die Information, das Video von der Testfahrt eines Walter Röhrl auf der Porsche-Seite gesehen – und gehört - hatte, habe ich natürlich dazu auch den Ausschnitt gefunden, den ich hier – nur als Beispiel – zitieren möchte. Das hatte sich ein Fan die Mühe gemacht, den Ton des Porsche-PR-Videos in Schriftform zu bringen:

Als Journalist habe ich mich dann mal auf den Internetseiten von Walter Röhrl umgeschaut, der diese Sätze wirklich gesagt hat und bin von da auf „Facebook“ verwiesen worden, wo ich dann – von Walter Röhrl selber geschrieben – folgenden Text gefunden habe:


 In diesem Fall kam es zu einem „Kurzschluss“! - Jeder Leser sollte sich dazu seine eigenen Gedanken machen. - Auch zur Zukunft des E-Automobils.

Schließlich sind wir – hoffentlich - nicht nur ein Volk der Dichter – sondern auch der Denker!

Das wäre zu hoffen!

MK/Wilhelm Hahne
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Beim „Surfen“ entdeckt: Schöne Aussichten für 2019!

Ich lebe in einem kleinen Dorf in Deutschland. Man spricht hier nicht nur Hochdeutsch, sondern auch Dialekt. Dialekte gibt es in den einzelnen deutschen Regionen sehr unterschiedliche. Manche sind für jemanden der nur Hochdeutsch spricht auch schwer verständlich.

Geht man durch deutsche Kleinstädte muss man feststellen, dass wohl insgesamt ein neuer Dialekt hinzu gekommen ist: Denglisch. - An Geschäftstüren findet man „Closed“ und „Open“, in den Schaufenstern findet man „Sale“ und jede Menge Zahlen, die Rabatte darstellen sollen.
Alles sehr glaubwürdig! Wenn man von „oben nach unten“ 30 oder gar 50 Prozent Rabatt gibt, hat man eine Ahnung von der Höhe der Aufschläge, die bekanntlich „von unten“, auf den Einkaufspreis, erfolgen.

Es entwickeln sich aber auch sprachliche Sonderangebote, wie z.B. - selbst gesehen (!):

„Coffee-to-go zum Mitnehmen“.

Die Werbebranche hat sich immer mehr von der deutschen Sprache – und der Verwendung normaler deutscher Vokabeln – entfernt. Das erhöht offensichtlich die Bedeutung und den fachlichen Wert der jeweils vortragenden Agenturmitarbeiter. - Aber wer versteht das schon?

Auch das Marketing, „früher“ mal ein „kleines Pflänzchen“, das geradezu im Verborgenen blühte, ist zu einer „Wucherpflanze“ bei Industrie und Handel geworden und müllt alles – sehr eindrucksvoll – mit einer „Special-Speech“ zu. In einer „Fachinformation“ habe ich gerade eine eindrucksvolle Darstellung gefunden, die ein Schlaglicht darauf wirft, was uns in 2019 – unter anderem – erwartet:

"Die Content Marketing Branche erlebt eine anhaltend rasante inhaltliche, technische und organisatorische Weiterentwicklung", erläutert Andreas Siefke, erster Vorsitzender des CMF.
"Was in den kommenden zwölf Monaten besondere Bedeutung und erheblichen Einfluss auf unser berufliches Tun erlangt, haben wir als praktische Hilfestellung und Leitfaden zusammengefasst."

Motor-KRITIK hat nachfolgend nur die dort verwendeten Zwischentitel einmal zusammengefasst. - Klar und verständlich. - Oder so. - Jedenfalls tut man gut daran so zu tun, als wäre das alles normal und verständlich. - Wurde mir angeraten!

Die 9 Content Marketing Trends 2019

1. Haltung wird im Content Marketing verankert
2. Content Marketing: der Begleiter der Digitalen Transformation
3. Change Management – Content Marketing in der internen Kommunikation
4. Storytelling als Erfolgsfaktor
5. Datadriven Recruiting auf der Candidate Journey
6. Content Marketing rockt B2B
7. Agil und im Lead: Content Marketing re-organisiert sich
8. Audio-Content: Podcasts, Alexa & Co.
9. Disruptive Technologies: Watson bekommt Freunde!

Ich bin wirklich gespannt, in wie weit – und wie - eine neue „disruptive Technologie“ die Entwicklung der deutschen  Automobilindustrie beeinflussen wird.

Da wir bei Motor-KRITIK nur mit „natürlicher Intelligenz“ arbeiten, wird uns eine Vorhersage auch in 2019 schwerfallen!

MK/Wilhelm Hahne

PS: „Watson“ ist eine von IBM entwickelte KI-Plattform (KI = Künstliche Intelligenz). „Watson versteht alle Formen von Daten, interagiert auf natürliche Weise mit Menschen, lernt hinzu und zieht Rückschlüsse.“ - Sagt IBM.

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Ahnungsloser an Ahnungslose: „Wir ändern nichts!“

Es gab am 7. November eine Pressemeldung der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, mit der man ankündigte:

MAMMUT-BAUPROJEKT STARTET IN DER GRÜNEN HÖLLE

    • Über zwei Kilometer neue Fahrbahn: Mammut-Bauprojekt startet in der Grünen Hölle
    • Umfangreichste Bauarbeiten auf der Nordschleife seit über 40 Jahren
    • „Vollausbau“ auf zweieinhalb Kilometern Länge in fünf Streckenabschnitten
    • Einzigartige Fahrbahn-Charakteristik der Nordschleife bleibt erhalten
...
      
 „Maßgeblich für den späteren Einbau der Fahrbahn sind seitliche Fixpunkte, wie zum Beispiel die vorhandenen Curbs, links und rechts der jetzigen Strecke. So stellen wir sicher, dass selbst Gefälle und Neigungen auch nach der Sanierung dieselben sind und die Charakteristik erhalten bleibt“, erklärt Nürburgring-Projektleiter Alexander Schnobel.

Was Herr Schnobel dort erklärte, wurde von derzeitigen Pressechef des Nürburgringpächters gegenüber einer Mitarbeiterin der „Rhein-Zeitung“ aktuell noch einmal unterstrichen, indem er feststellte:

„Wir ändern nichts, wir erneuern!“

Und die Mitarbeiterin macht dazu dann ein „Beweisfoto“:

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat sie aber nicht begriffen, was sie dort fotografisch festgehalten hat. Es zeigt die Anfahrt in Richtung „Schwedenkreuz“, wo es über einen Hügel dann – leicht links -  hinab zur scharfen Rechtskurve unter die „Poststraßenbrücke“ hindurch hinab in die „Fuchsröhre“ geht. Das Foto macht deutlich, dass ab einem bestimmten Punkt doch die Curbs beseitigt wurden, was den Verdacht nahe legt, dass ab hier dann – später einmal – der Anstieg sanfter verlaufen wird.

Aber dieses „Vernebelungstaktik“ kennen wir bereits vom „Umbau“ des „Flugplatz“, der nach dem Unfall eines hochtalentierten SIM-Racers mit DMSB Permit Nordschleife (!) im März 2015, der zu einem Toten unter den Zuschauern am „Flugplatz“ führte, auch nicht verändert wurde. Auch hier wurde immer wieder betont, dass lediglich auf der Anfahrt „Wellen“ beseitigt würden, während bei Motor-KRITIK zu sehen und zu lesen war, was wirklich passierte.

Auch dieses Mal möchte Motor-KRITIK darauf hinweisen, dass hier bei den neuesten Baumaßnahmen wieder von den Verantwortlichen „das gleiche Spiel gespielt wird“. Diese Verantwortlichen sind so kenntnisreich, dass sie sogar – wie wir hören und lesen konnten -  in Zukunft Formel 1-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife nicht ausschließen.

Die neuen „Herrscher“ am Ring sind unter den Ahnungslosen die Größten. Vielleicht verstehen sie ja etwas vom Hotelgeschäft, da sie für 2019 gerade wieder im „Dorint“-Hotel 100 Zimmer für die kommende Saison „geblockt haben“, um ihren Kunden „Komplettangebote“ machen zu können.

Und das „Lindner“-Hotel hat gegenüber 2018 für Teams, die über die Saison ein festes Zimmerkontingent buchen wollen, nun für 2019 die Zimmerpreise um 60 Euro „leicht“ angehoben. Von 179 Euro auf 239 Euro pro Nacht.

MK/Wilhelm Hahne
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Stichwort: Tobias Hagenmeyer – powered by GETRAG

Langjährige VLN-Fans kennen seinen Namen. Bekannt wurde er Insidern als Rennfahrer durch Rennerfolge in der VLN-Langstreckenserie. Immerhin errang er nicht nur 34 Klassen-, sondern auch zwei Gesamtsiege. Alle mit BMW.  Der überwiegend von ihm gefahrene M3 trug nach meiner Erinnerung die Start-Nr. 100 und war seitlich – schräg – vom Schriftzug „GETRAG“ überzogen.

Tobias Hagenmeyer verwirrte seine Fans schon mal, dass er seine Erfolge mit der Angabe von unterschiedlichen Wohnorten einfuhr. Da wurden dann sowohl Schwieberdingen als auch Köln genannt. Wenn schon mal ein Schreibfehler im Spiel war, war auch Schweberdingen zu lesen.

Was vielen der Sportfreunde unbekannt blieb war, dass Tobias Hagenmeyer der Inhaber und Präsident des Getriebeherstellers GETRAG in Untergruppenbach war, einem der größten Getriebehersteller der Welt. Hagenmeyer war zwar stolz, dass man in seiner Firma inzwischen sogar das „my“, einen 1000stel Millimeter, gespalten hatte, aber nicht nur ich war vor Jahrzehnten der Meinung, dass es bessere, weicher laufende Getriebe gab.

Ich erinnere mich, dass in den ersten 7er BMW auch GETRAG-Getriebe verbaut waren. Ich hätte mir in diesem Fahrzeug damals  – für‘s geforderte Geld - bessere vorstellen können und habe das  auch in Gesprächen mit Münchner Verantwortlichen zum Ausdruck gebracht.

Auf Vorstandsebene verstand man meine „Klage“ nicht, da die Herren dort ihre 7er Dienstwagen als perfekt empfanden. Ich habe mir meinen Teil gedacht, bis ich recherchieren konnte, dass in den 7er-Dienstwagen für BMW-Vorstände  - ohne deren Wissen (!) - ZF-Getriebe verbaut wurden.

Aber nicht nur hier wurden die BMW-Vorstände „hinters Licht geführt“, auch bei den alljährlich stattfindenden Ausfahrten mit BMW-Motorrädern – damals alle mit Boxermotor – wurden die dafür bereit gestellten Motorräder getriebemäßig so lange von Hand nachgearbeitet, dass sie sich ohne das sonst unüberhörbare Klacken schalten ließen. - Weil mir das gerade zum Thema einfällt.

Wie sollten diese Vorstandsmitglieder da noch für die in Tests niedergeschriebenen Beanstandungen Verständnis haben? - Dumme Journalisten eben! - Doch eigentlich waren die Vorstände die, die „hinters Licht geführt wurden“. Von ihren Mitarbeitern. Sie haben wirklich nicht gewusst, dass sie getäuscht wurden!

Tobias Hagenmeyer hat die Firma GETRAG, die von seinem Vater 1935 gegründet wurde, im Jahre 2015 an die kanadische Magna-Gruppe verkauft, deren Europa-Niederlassungen von Österreich aus geführt werden. Das ging sozusagen „still“ über die Bühne. Der Verkauf hat damals der Familie 1,75 Milliarden Euro eingebracht, die nun – auch mit Hilfe „alter Mitarbeiter“ aus der „alten Firma“ durch das Investieren in „neue Firmen“  vermehrt werden sollen.

So investiert man nun über das „Family Office“, die THI Investment GmbH in Stuttgart, z.B. in den Arzneimittel-Internethandel und andere „Start-ups“ und hofft, das nirgendwo „Sand ins Getriebe“ kommt.

Motor-KRITIK wurde an diese Entwicklung erinnert, weil ab 1. Januar 2019 der Name GETRAG wohl weiter in den Hintergrund gedrängt wird, weil Magna dann diesen bedeutenden Getriebehersteller unter der Bezeichnung

  • Magna PT International GmbH ins Stuttgarter Handelsregister unter HRB 107988

eintragen ließ. - So wie Tobias Hagenmeyer still aus der VLN verschwand, verschwindet jetzt ein deutscher Getriebehersteller. Einer meiner kundigen Leser, der mich mit seinem Hinweis erinnerte,  stellt dazu fest:

„Nun ist die deutsche Firma GETRAG auch Geschichte.“

MK/Wilhelm Hahne
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Alles im Wandel: Motorsport und Journalismus!

Mich erreichen über‘s Jahr eine Menge Leser-Kommentare. In so manchem werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich wohl übersehen hätte, dass sich die Zeit – und damit auch unsere Gesellschaft und ihre Einstellung – verändert hätten. Ich antworte auf jeden Einwand. Auch auf solche, dass mein Schreibstil überholt sei.

Natürlich hat sich die Zeit geändert, aber das sollte doch nicht unser Verhältnis zu Moral und Ethik verändert haben. Es gibt doch Werte, die wir bei aller Weiterentwicklung als gesunde Basis für unser Handeln beibehalten sollten.

Ich lese täglich – neben anderen – eine Tageszeitung, die im Untertitel verkündet:

„UNABHÄNGIGE TAGESZEITUNG“

Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und führt seitdem diesen Zusatz im Titel. Dieser Zusatz wird auch wohl von keinem Leser beanstandet. Weil keiner darüber nachdenkt. - Vielleicht wird er auch einfach überlesen.

Das ist übrigens der Grund, weshalb ich mich darauf festgelegt habe, „komplizierte Schachtelsätze“ in meinen Geschichten zu verwenden. Manche muss man so halt zwei Mal lesen, um sie zu verstehen. Wenn ein Motor-KRITIK-Leser eine Geschichte von mir gelesen hat, dann hat er sie auch begriffen. Aber gerade junge, gebildete Leser neigen dann zu der Feststellung:

„Das ist kein seriöser Journalismus, sondern das sind Meinungskommentare.“

Ich bin nun mal kein „Nachrichten-Redakteur“. Aber selbst der „macht Meinung“, in dem er die Meldungen zur Veröffentlichung auswählt. Aus einer Vielzahl von anderen, die dann „in den Papierkorb wandern“. - Auch das ist eine Meinungsbeeinflussung.

Ich habe die auch schon vor dem Zweiten Weltkrieg erlebt, als Chefredakteure noch Schriftleiter genannt wurden. Auch da gab es nur „unabhängige“ Tageszeitungen. Die „tanzten dann nach der Pfeife der Politik“. Heute „tanzt man gerne nach der Pfeife von Anzeigenkunden“. - Was hat sich also geändert?

Anders ist das z.B. bei Motor-KRITIK, da es sich hier um eine Fach-Information handelt, die beim Schreiber Fachwissen und Erfahrung voraussetzt. So werden bei mir niemals Pressemitteilungen in voller Länge als eigene Geschichten dargestellt, sie dienen mir höchstens als Anregung für eigene Recherchen. Ein einzelner von mir in einer Geschichte geschriebener Satz erfordert evtl. eine Stunde – oder mehr – Recherchearbeit. - Als Beispiel dafür zwei Sätze aus einer meiner letzten Geschichten:

„Bei der Ehrung werden die Klassensieger von 31 Klassen geehrt! Das allein sind dann schon 65 Pokale die überreicht werden müssen!“

Hochqualifizierte Kollegen in Verlagen genügt es oft, eine anderswo erschienene Aussage – ohne Nachprüfung - zu übernehmen, wenn sie damit „Meinung machen können“. Aktuell in „Auto Bild“ (Seite 5) gelesen, wo FDP-Chef Christian Lindner wie folgt zitiert wird:

„Ich bin groß geworden mit Micky-Maus-Heften und AUTO BILD. … Ich konnte noch nicht lesen, aber die Bilder haben mich fasziniert. Das war meine Kindheit.“

Motor-KRITIK stellt dazu – nach eigener Recherche – fest:

  • Christian Lindner konnte im Alter von 7 Jahren noch keine Comics lesen!

Aber wer will das wissen? - Da freut es mich, wenn mich heute auf dem iPhone eine Leser-Information erreicht die da lautet:

„Lese jeden Artikel!! Weiter so!

Sie kommt von einem – inzwischen auch – älteren Herrn. - Früher mal ein bekannter deutscher Rennfahrer.

Aber ich schreibe auch – und gerade – für junge Leute. Als Anregung zum selbstständigen Denken. Weil man nicht zu einer Persönlichkeit wird, indem man im Mainstream mitschwimmt und gefällige Phrasen absondert, die dann andere „Mitschwimmer“ zum gefälligen Nicken bringen.

MK/Wilhelm Hahne
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Die neuen Chefs der VLN arbeiten professioneller!

Die Zeit ist nicht stehen geblieben. Die Welt ist nach der Einführung der Computer „digitaler“,  vieles ist einfacher geworden. Aber das versprochene „papierlose Büro“ ist nach wie vor eine Utopie! - Es gibt mehr Statistiken als früher, mehr Qualitätsprogramme, alles ist teurer geworden – aber nicht unbedingt besser. - Auch nicht die Führungskräfte in Firmen und Organisationen. Wir haben mehr Spezialisten. Leider auch an der Spitze von Firmen. Es gibt immer weniger „Generalisten“, die den Gesamtüberblick haben.

Aber die Entwicklung wird auch vom Verantwortungsbewusstsein der Menschen bestimmt. Auch da hat sich einiges geändert. So etwas wie Selbstverantwortung ist immer seltener geworden. Man kann es – wenn man alt genug ist – am Verhalten der Straßenverkehrsteilnehmer ausmachen.

Oder an den „Sprüchen“ von Verantwortlichen. Natürlich wird man nicht erwarten können, dass sie sich als „Nieten“ outen, aber man darf doch wohl – wenn Zahlen genannt werden – exakte Werte erwarten.

Was die VLN betrifft, so beobachte ich schon seit Monaten ein „Schönen“ der Situation. Dazu würde dann auch gehörten, dass man eine Situation mit „verbesserten“ Zahlen darstellt. Das hat am Nürburgring eine gewisse Tradition, zumindest im „Spitzen-Motorsport“ und ihrer Vermarkter.

Man versucht schließlich das Interesse von Sponsoren zu wecken. - Das geht nur mit Zahlen!

So bin ich nicht erstaunt, dass ich mit meinen vorab geschätzten Starterzahlen bei den letzten VLN-Rennen der Realität näher gekommen bin, als die von der VLN als „vorläufig“ vermeldeten Teilnehmerzahlen. Verständlich! - Je höher, je besser. Das verspricht auch für die Zuschauer interessantere Rennen. - Das betraf einzelne Rennen.

Beim letzten VLN-Lauf, dem 43. Münsterlandpokal, präsentierte der Streckensprecher Olli Martini nun die drei wichtigen „Chefs“ der VLN 2018, Michael Bork, Renndirektor, Dietmar Busch, Geschäftsführer der VLN VV, sowie Herrn Ralph-Gerald Schlüter, Generalbevollmächtigten der VLN oHG, in einem Interview.

Die Entwicklung der VLN ist nach Darstellung dieser Herren nur positiv zu sehen. Alles ist gut. Und wird noch besser. Man arbeitet daran. - Und die Stimmung bei den Teams, Fahrern ist großartig. Alles ist besser geworden. - Aussage z.B. des Generalbevollmächtigten Schlüter:

    • Es gab in der Saison 2018 bei den 9 VLN-Läufen im Durchschnitt 165 Starter.

Motor-KRITIK möchte wenigstens diese Zahl berichtigen:

    • Es gab in der Saison 2018 bei den 9 VLN-Läufen im Durchschnitt 151 Starter.

Als die Herren ihre Aufgabe bei der VLN neu übernahmen, war damit auch bei den Teilnehmern der VLN, den Sponsoren, den Zuschauern u.a. eine gewisse Erwartungshaltung verbunden. Die versucht man nun mit Zahlen zu bestätigen, die nicht der Realität entsprechen. - Aber gerade die in der VLN erlebte Realität sollte der Ausgangspunkt für Überlegungen sein, die zu Verbesserungen führen.

Motor-KRITIK möchte feststellen:

  • Die VLN ist nicht nur im Hinblick auf die Starterzahlen verbesserungswürdig!

Da ist es leider mit so „professionellem“ Nennen von hohen Zahlen nicht getan!

MK/Wilhelm Hahne
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VLN: Unterschiede zwischen Ausschreibung & Nennung?

Es gibt Leser, die meine Darstellung zu dem Protest von Manheller ./. Adrenalin in Zweifel gezogen haben. Denn eigentlich kann auch nicht sein, was nicht sein darf. Aber bei DMSB und VLN ist alles möglich! - Es ist eine Tatsache, dass die Entscheidungen „der Herren da oben“ mit großem Respekt entgegen genommen werden, während der „Kuddelmuddel“ im Regelwerk – und die Art wie es je nach Fall genutzt wird – bei nüchterner Betrachtung eigentlich ein mildes Lächeln auslösen sollten. Um den Ausspruch eines VLN-Streckensprechers zu verwenden:

„So muss Rennsport sein!“

Wirklich?

Weil der „43. DMW Münsterlandpokal 2018“ noch wenige Tage vor uns liegt, möchte ich den als Beispiel nennen und – als Journalist – darauf aufmerksam machen, was den meisten der inzwischen vielfach lizensierten Fahrer aber auch den offiziellen Kommisaren und dem Renndirektor der VLN bisher wohl – durch immer wieder vorgenommene Ergänzungen und Komplettierungen des Regelwerks abgelenkt – dann wohl entgangen ist.

Was beim „50. Barbarossapreis“ am 6. Oktober zu dem skurrilen Ende eines Protestes führte, der noch sein Nachspiel in Frankfurt beim DMSB finden wird, ist weiterer Ärger beim vor uns liegenden „Münsterlandpokal“ vorprogrammiert:

In der Ausschreibung ist folgendes zu lesen:

Art. 20 Protest und Berufung
Bei Protesten und Berufung gelten das Internationale Sportgesetz der FIA, das Veranstaltungsreglement des DMSB, die Rechts- und Verfahrensordnung des DMSB sowie bei Berufungen zur FIA die Rechts- und Verfahrensordnung der FIA.

Im Nennungsformular zum gleichen Rennen findet sich auf Seite 3 unter:

Protest und Berufungsvollmacht
Die Teilnehmer (auch mehrere für ein Fahrzeug genannte Fahrer) bevollmächtigen sich mit Abgabe der Nennung gegenseitig, den jeweils anderen im Protest- und Berufungsverfahren zu vertreten. Sie bevollmächtigen sich insbesondere gegenseitig zur Abgabe von Protesten, deren Rücknahme, Ankündigung, Einlegung und Bestätigung, zur Rücknahme und zum Verzicht auf die Berufung und zur Stellung aller im Rahmen der Protest- und Berufungsverfahren möglichen Anträge sowie der Abgabe bzw. Entgegennahme von Erklärungen.

Motor-KRITIK sieht mit Spannung der Berufungsverhandlung beim DMSB in Sachen Manheller ./. Adrenalin entgegen. Irgendwer muss da doch einen Fehler produziert haben!

Ich schrieb bereits am 12. Oktober hier auf diesen Seiten zu Thema der Berufungsverhandlung in obiger Sache:

„Man darf also auf die Verhandlung vor dem DMSB-Sportgericht gespannt sein! - Denn ganz gleich wie sie ausgeht: Sie wird Verlierer haben, die „nachtragend sein werden“! - Es ist vielleicht der Auftakt zu einem neuen Akt im aktuellen Drama um die VLN.“

Spätestens nach dieser kleinen ergänzenden Geschichte sollte das jeder – sogar „die Herren da oben“  beim DMSB – verstehen!

MK/Wilhelm Hahne
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VLN 8 im Herbst 2018: Bunt – aber weniger Starter!

Seit ein paar VLN-Läufen versuche ich hier in Motor-KRITIK die wirklichen Starterzahlen bei den Rennen vorherzusagen. Natürlich erst, nachdem der Veranstalter jeweils die „Vorläufigen Teilnehmerzahlen“ veröffentlicht hat. Das geschieht jeweils am Mittwoch vor einem VLN-Lauf. Meine Schätzungen waren bisher immer deutlich niedriger – aber passend und jeweils ganz nahe an der Realität, wenn es nach dem Training zur Startaufstellung ging.

Nachdem am Tag der Deutschen Einheit der Veranstalter des 50. Rennen um den ADAC-Barbarossa-Preis veröffentlicht hat, versuche ich es heute wieder. Der Veranstalter hatte gestern die

„Vorläufige Teilnehmerliste“ mit 155 Startern

veröffentlicht, die sich normalerweise um ein paar reduzieren, die während der Einstellfahrten am Freitag und dem Training am Samstag durch technische Defekte oder Unfall ausfallen. Das sind aber im Normalfall keine hohen Zahlen.

Der Veranstalter, der MSC Sinzig e.V. im ADAC hatte schon ab Montag, 01.10.2018, um 12 Uhr die Übersicht, denn da war Nennungsschluss. Lt. Ausschreibung sind 210 Starter in drei Startgruppen á 70 Teilnehmer auf der 24,358 km langen Strecke des Nürburgrings zugelassen.

Nach meiner Vorabschätzungen werden

138 Fahrzeuge am Start sein, die einzelnen Startgruppen also wesentlich kleiner ausfallen.

Auch bei diesem VLN-Lauf, dem 8. Wertungslauf zur Deutschen Langstreckenmeisterschaft in 2018, ist gegenüber den Vorjahren ein klarer Rückgang gegenüber den Vorjahren festzustellen. Die höchste Starterzahl gab es da 2014 mit 176 Startern an der Startlinie zum Rennen. Das Rennen wurde aber wegen Nebel nicht gestartet, das Rennen abgesagt. Der Durchschnitt in den letzten 5 Jahren betrug exakt 164,6 Fahrzeuge am Start.

Lassen wir – meine Leser und ich – uns mal überraschen, wie weit die heute hier in Motor-KRITIK genannte Teilnehmerzahl von der Realität entfernt ist. Oder anders: Wie nahe ich mit meiner Schätzung der Realität bin. - Was dann evtl. Fragezeichen aufwerfen würde!

Aber – wie die VLN selber auf ihren Internetseiten feststellt – wird es bei der „bunten Mischung“ und dem zu erwartenden schönen Wetter sicherlich ein schönes Rennen werden, „dürfen sich die VLN-Fans auf einen fantastischen Renntag freuen“.

Wenn‘s Besonderheiten gibt, werden meine Leser sie hier in Motor-KRITIK genannt und erklärt bekommen.

MK/Wilhelm Hahne
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„Toto“ Wolff: Der „Große Manitu“ der Formel 1?

Ich habe den Eindruck, dass er das inzwischen ist. Sein Team bestimmt die WM 2018. Er entscheidet auch, ob er auf bestimmte Fragen antwortet. Im Fernsehen macht er das so, dass ihm niemand böse sein kann. Eben mit österreichischem Charme. Er wurde im Leben von vielen Einflüssen angeregt, aber er hat eigentlich niemals sein eigentliches Lebensziel – ob nun bewusst oder unbewusst – aufgegeben. Seine persönliche Karriere hat zwar in seinem Leben immer eine zentrale Rolle gespielt, aber er hat sein Wissen, sein Können, seine Autorität immer „gut verkauft“, charmant genutzt.

Ich habe ihn – er war „damals“ gerade Zwanzig – ein wenig beobachtet und bin eigentlich davon fasziniert, wie gradlinig er seinen Weg – bis jetzt hin zu einer Führungspersönlichkeit in der Formel 1 – gegangen ist. Auch wenn niemals und irgendwo davon die Rede war und ist: Sein Großvater war für seine berufliche Entwicklung sehr wichtig.

Jetzt in Russland hat er mit seinen Entscheidungen mal wieder die Formel 1 dominiert. Dabei ist die – finde ich – schon ein wenig langweilig geworden, scheinbar auf dem gleichen Weg, den die DTM schon vorher gegangen ist.

Das Bedeutendste in Sotschi war eigentlich, dass es dort wieder Grid-Girls gab, der 21. Geburtstag von Max Verstappen, der im Rennen den schließlichen Gewinnern, die wie „Taxifahrer“ unterwegs waren, einmal zeigte, dass man auch auf einer solchen Strecke überholen kann. Er fuhr von Startplatz 19 bis an die Spitze. Und das mit einem Renault-Motor, der intern der B-Kategorie zugeordnet wird. Der Zwang zum Reifenwechsel brachte ihn dann von der Spitze auf Platz 5, den er schon vor dem Rennen angekündigt hatte.

Es gab 20 Starter, einen Sieger durch Teamorder, 7 Fahrzeuge beendeten das Rennen in der gleichen, der 53. Runde, 8 waren einmal, 3 zweimal überrundet, 2 weitere waren nach vier Runden ausgefallen. - Als Zuschauer versteht man die Abläufe im Rennen eigentlich nur, wenn man das umfassende Regelwerk, einschl. Strafenregister beherrscht. - Toller Sport!

Ich habe in dieser Saison schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass der Formel 1-Sport schon so seine Eigenheiten hat, die mir z.B. ein „Toto“ Wolff nicht gerne erklären möchte. Ich akzeptiere das, weil ich um seine Art weiß und sie – lächelnd – hinnehme. Das schließt allerdings nicht aus, dass ich nachfolgend meinen Lesern einmal in einer Vergleichstabelle verdeutlichen möchte, was mir bei der Formel 1 nicht gefällt bzw. auffällt.

Hier habe ich einmal Daten aus dem letzten VLN-Rennen, Lauf 7, aus dem letzten MotoGP-Lauf und eben aus dem Grand-Prix vom Wochenende in Russland verarbeitet. Um die Unterschiede vergleichbar zu machen, habe ich die Zeitdifferenzen zwischen den jeweiligen Qualifying-Zeiten und den schnellsten Rennrunden auf 1 Kilometer zurück gerechnet. - Wenn ich – bzw. Motor-KRITIK – in den letzten Wochen zur Erklärung der Differenzen in der Formel 1, keine Antwort von Mercedes erhalten habe, so verstehe ich das zwar, aber dann so, das es „Toto“ Wolff leider zur Zeit unmöglich ist, dazu etwas zu sagen, bzw. sagen zu lassen. - Es könnte der Formel 1 insgesamt wohl schaden.

  • So schadet sich die Formel 1 dann weiter selber!

Ich werde jedenfalls mit dieser Geschichte meine Kommentare zur Formel 1 in 2018 einstellen, wohl dann noch später noch mal etwas schreiben, wenn Lewis Hamilton Weltmeister geworden ist.

MK/Wilhelm Hahne
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