Telex

Zu NLS-Maßnahmen für 2020: Die ILN ist zufrieden!

Eigentlich hat die NLS die Funktion eines „Närrischen Dreigestirns“, die von König, Bauer und Jungfrau. Um die „Nürburgring Langstrecken-Serie“ (NLS) betreiben zu können, bedarf es der VLN VV GmbH & Co. KG („König“), der VLN oHG („Bauer) und den – daran gemessen - „ohnmächtigen“ kleinen Vereinen („Jungfrau“), die eigentlich die notwendige sportliche Ausrichtung der Veranstaltung vornehmen. - Dazu bedarf es der Anmerkung, dass die VLN, seit 1977 auf der Nürburgring-Nordschleife aktiv, eigentlich mal eine Breitensportserie war, die mit relativ kleinem administrativen Aufwand funktionsfähig war.

Die Anzahl – von damals – 10 Rennen pro Saison, wurde inzwischen auf 9 reduziert, dafür aber der Aufwand und die Reglementierung deutlich gesteigert. Verringert hat sich auch über die Jahre die Anzahl der Teilnehmer, weil die sich per Saldo bei dem für das Rennenfahren erforderlichen Aufwand vorkamen, als wären sie auf einer „falschen Veranstaltung“.

Gestiegen ist aber die Anzahl der Klassen. Auch das ist ein Zeichen der „Professionalisierung“. Auch die Reglementierung wurde „verbessert“, aber nur im Interesse einer „Professionalisierung“, die inzwischen solche Auswirkungen hat, das inzwischen vieles technisch erlaubt ist, was sich offensichtlich nicht bei einer (üblichen!) oberflächlichen technischen Abnahme kontrollieren ließ, während man gleichzeitig „Sicherheitsmaßnahmen“ eingeführt hat, die zwar nur Alibicharakter haben, aber die Kosten „professionell“ steigern.

  • So waren dann in den letzten Monaten schon die ersten Insolvenzen bei Einsatzteams zu verzeichnen!

Das alles scheint die ILN, die Interessengemeinschaft Langstreckenrennen Nürburgring, nicht zu stören, die inzwischen auch mehr die Interessen der reinen Profiteams – und damit der Hersteller – vertritt, weniger die Interessen der Teilnehmer, die bei der Ausübung „ihres Motorsports“ eigentlich nur ein wenig Spaß haben wollten.

Die Nürburgring-Nordschleife bot da eigentlich von der Anlage her beste Voraussetzungen, die man leider nicht dadurch verbessert hat, dass man unter dem „Schutzschild“ Sicherheit die Strecke den Sportwagen anpasste, deren Heimat eigentlich die Retorten-Rennstrecken sein sollten, wie sie in den letzten Jahren von „Architekten“ geschaffen wurden, deren Arbeit sich auch an der Auftragstellung ihrer Auftraggeber orientierte. - Die orientierte sich wieder an den Ansprüchen der Industrie

Und die „Sport-Behörden“ weiten die „Spielwiesen“ der Industrie durch die Einbindung von immer mehr Fabrikats-Serien immer weiter aus. Unter dem Beifall der jeweiligen Marketing-Abteilungen, denen jedes Rennen im Ergebnis einen Klassensieg beschert, mit dem sie die „Qualität“ ihres Fabrikats in der Werbung unterstreichen können.

Die ILN klatscht zu all‘ dem Beifall! Das Hauptgewicht dieser „Organisation“ liegt heute in der Verbesserung der Voraussetzungen für „Profi-Teams“. Darum finden auch die kleinen Verbesserungen der NLS für die neue Saison ihren Beifall, wobei es eigentlich dabei nur um ein Abspecken hin zu altem VLN-Niveau handelt.

Den aktuellen ILN-Oberen kann das nicht auffallen, weil einer der ILN-Gründer, Olaf Manthey, sich auf die Position eines „Vorzeige-Ehrenmitglieds“ zurück gezogen hat, nachdem er feststellen musste, dass sein – im Motorsport – guter Name z.B. von Nürburgring-Mitarbeitern missbraucht wurde, um sinnlose Maßnahmen von Geschäftsmachern zu argumentieren.

Jetzt, vier Wochen vor dem ersten Langstreckenrennen der Saison 2020, ist noch keine spezielle Ausschreibung dafür veröffentlicht. - Es wäre eigentlich die „66. ADAC Westfalenfahrt“.

Vielleicht wird auf einen Namen und eine entsprechende Ausschreibung verzichtet. Wer mal einen Blick auf die offizielle NLS-Seite wirft, stößt aktuell nur auf eine Nummerierung der neun Rennen, die offenbar in 2020 namenlos durchgeführt werden, bevor man dann den Versuch unternimmt – irgendwann – den Rennen ein neues „Namens-Korsett“ überzustülpen.

Die Fachpresse lobt, dass es für 2020 keine Nenngelderhöhung gibt, übersieht dabei, dass der „Fortschritt“ für eine Digitalisierung, die z.T. erst für 2021 verbindlich wird, von den Einsatzteams getragen werden muss und damit dann u.a. Unfälle vermieden werden sollen, die erst durch die Einführung von überzogenen Sicherheitsmaßnahmen geschehen konnten.

„Die Teamvereinigung ILN zeigt sich angetan“, lese ich aktuell auf der Internetseite eines Informationsdienstes für den Motorsport. - Und: „Es sind konstruktive Gespräche mit der VLN“.

Na dann… - Hals- und Beinbruch!

MK/Wilhelm Hahne
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Todesanzeigen: Mehr Aufmerksamkeit durch Größe?

Als ich am Samstagmorgen, kurz nach 8 Uhr,  durch die Fußgängerzone von Mayen ging, wurde ich schon von Bekannten – denen ich zufällig begegnete - angesprochen, was ich denn so früh in einer Stadt machen würde, in der die meisten Geschäfte erst um 10 Uhr öffnen. - Abgesehen von Bäckern und dem Zeitungsladen.

Ich war so früh unterwegs, um mir eine Ausgabe des „Kölner Stadtanzeiger“ zu kaufen. Ich vermutete, dass an diesem Tag die Todesanzeigen zum Tod vom Otto Flimm dort erscheinen würden. - So habe ich auf die Nachfragen auch geantwortet:

„Ich kaufe mir so früh eine Zeitung.“

Es war eigentlich das erste Mal, dass ich mir eine Zeitung nur wegen der Todesanzeigen – genau genommen: Wegen einer Todesanzeige – gekauft habe. Mich interessierte, wann das Begräbnis stattfinden würde, da ich eine Einladung mit genauem Termin kaum erwarten konnte. - Von wem auch?

Ich war dann nach dem Aufschlagen der Zeitung doch über mich selbst erstaunt, weil ich – wie wahrscheinlich viele Leser – aus der Größe der Anzeige auf die Bedeutung geschlossen habe, die der Verstorbene für die hatte, die mit einer Anzeige die Öffentlichkeit vom Tod einer besonderen Persönlichkeit informieren wollten.

Den Text der „Belegschaftsanzeige“ habe ich z.B. als passend empfunden, die Größe der Anzeige des ADAC-Gesamtklubs dagegen – gerade wenn man wie in diesem Fall vergleichen kann – war doch überraschend. - Immerhin war Otto Flimm einige Jahre Präsident des ADAC-Gesamtklubs.

Man muss sich da schon die Frage stellen:

  • Wird die Größe einer Persönlichkeit von der Größe seiner Todesanzeige bestimmt?

Sicher nicht! - Aber man kann – vielleicht – aus der Größe schließen, wie wichtig jemand von Jemandem genommen wurde. - Was dann aber auch bedeuten würde, dass man durch die Größe einer Todesanzeige etwas heucheln kann, was gar nicht vorhanden ist.

Bisher habe ich eine Todesanzeige als eine geradezu sachliche Information der Öffentlichkeit empfunden, mit der einem Toten nahe stehende Menschen aber auch versuchen, ihre Beziehung zum Verstorbenen deutlich zu machen.

Was ist dann da wichtig:

  • Wenig Text in einer großen Anzeige?
  • Viel Text in einer kleinen Anzeige?

Eigentlich habe ich bisher solche Anzeigen, wenn es Anzeigen von Familien waren, immer ziemlich wertfrei gelesen. - Plötzlich mache ich mir Gedanken!

Weil in diesem Fall verschiedene „Nachrufe“ vergleichbar zusammen standen. (Wie das Foto zeigt.)

Und die Gedanken sind frei!

MK/Wilhelm Hahne
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Luftrettung in Rheinland-Pfalz: Mal so – mal so!

Anfang 2018 hatte die ADAC-Luftrettung mit „Christoph 77“ ihren Modernisierungsprozess mit der Einstellung eines modernen Airbus H 145-Hubschraubers als „Dual-Use“-Rettungs-Hubschrauber auf dem Landesplatz des Johannes-Gutenberg-Universitäts-Klinikums in Mainz vorläufig abgeschlossen.

Dort besteht lt. Bescheid des Wirtschaftsministeriums in Mainz seit Juli 2008 eine Genehmigung zur Durchführung von Flügen nach Sichtflugregeln bei Tag und Nacht, die aber erst jetzt – im Jahre 2020 – von der ADAC-Luftrettung in der Praxis genutzt wird, wie man einem SWR-Fernsehbeitrag in diesem Wochen entnehmen konnte.

Eine Nachtfluggenehmigung nach §6 Luftfahrtrecht für den Johanniter-Hubschrauber am Nürburgring – vor rd. zwei Jahren beantragt – wurde bis heute nicht erteilt. Eine aktuelle Auskunft des zuständigen Mainzer Ministeriums lautet:

„...Ein derartiges Genehmigungsverfahren zur Anlage und zum Betrieb eines Hubschrauberflugplatzes erfordert unter anderem die Beteiligung von Fachbehörden als auch der Öffentlichkeit durch die Obere Landesluftfahrtbehörde. Beispielsweise bei schwierigen topografischen Bedingungen und betrieblichen Anforderungen Dritter, die auf die Anlage und den Betrieb eines Hubschrauberflugplatzes einwirken, können umfangreiche Abstimmungen und Verfahrensschritte erforderlich sein. Umfangreiche Gutachten müssen eingeholt und mit diversen Fachbehörden abgestimmt werden.

Die Verfahrensdauer eines derartigen Genehmigungsverfahrens zur Anlage und zum Betrieb eines Hubschrauberflugplatzes hängt von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls ab. Sie beträgt regelmäßig mehrere Monate, kann sich aber auch über Jahre hinziehen. ...“

In 2019 flog der Johanniter-Hubschrauber vom Typ Eurocopter AS 356 N3 am Nürburgring 821 Einsätze im 12-Stunden-Betrieb, wodurch eigentlich schon deutlich wird, dass dort eine Nachtfluggenehmigung als eine sinnvolle, praxisgerechte Ausweitung der Unterstützung von Rettungskräften in der Eifel-Region um den Nürburgring empfunden werden könnte.

MK/Wilhelm Hahne
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Über kleine Unterschiede im Motorsport-Reglement!

Wenn aus einer noch nicht genehmigten Ausschreibung für die VLN Langstreckenserie 2020 eine vom DMSB genehmigte Ausschreibung für die „Nürburgring Langstreckenserie 2020“ (Nr. 620/20) wird, so ist dieser Weg ein langer, beschäftigt viele Mitarbeiter in den verschiedensten Organisationen, hat viel Zeit in offenbar unsinnigen Meetings verschlungen.

Nachdem nun knapp 40 Tage vor dem ersten Lauf der Serie, am 21 März 2020, die (end-)gültige, vom  DMSB (Deutschen Motor-Sportbund) genehmigte Ausführung erschienen ist - gestern, am 11 Februar 2020 - habe ich mal kurz hinein geschaut, weil im „ersten Entwurf“ - oder was immer das sein sollte – schon – zumindest für mich - unverständliche Dinge standen.

So weit das zum Beispiel die TCR-Fahrzeuge betrifft, ist tatsächlich ein Abschnitt weggefallen. Das wird nur den direkt Betroffenen auffallen, denn diese Information findet man auf den Internetseiten unter „Teilnehmernews“:

„28.01.2020 11:43 Uhr | Offizielle Mitteilungen der VLN | 01.01.2020
2019er-Bestimmungen für TCR-Fahrzeuge bleiben bestehen
Für die am 21. März 2020 beginnende Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie gibt es für die Teams mit TCR-Fahrzeugen Neuigkeiten: Entgegen der ursprünglichen Vorgaben der TCR-Rechteinhaber für die Saison 2020 können umgebaute und entsprechend modifizierte TCR-Fahrzeuge, wie im vergangenen Jahre, auch in anderen Klassen, zum Beispiel in der SP3T, in der Nürburgring Langstrecken-Serie 2020 an den Start gehen. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der spezifischen technischen Regularien der betreffenden Klasse und ein entsprechender Eintrag im Wagenpass. Der Rechteinhaber hat die anfängliche Vorgabe zugunsten der Teams und Teilnehmer zurückgezogen.“

 

Dazu keinen Kommentar! - Auf der gleichen Seite findet man übrigens auch folgende Zeilen:

„10.02.2020 10:25 Uhr | Formulare für Teilnehmer | DMSB-Permit-Nordschleife
  00 Fahrzeugklassen und DPN Nordschleife in der VLN 2010“

Klar, das ist nur ein einfacher Tippfehler. - Entschuldigung, dass ich ihn nicht übersehen habe! - Denn eigentlich wollte ich nur mal schauen, was sich denn in Sachen „Bremsanlagen“ zwischen der „vorläufigen“ und nun „endgültigen“ Version der Ausschreibung geändert hat. - Nach meiner Feststellung: Nichts! - Da findet man auf unterschiedlichen Seiten der nun gültigen Ausschreibung folgende Formulierungen. Die erste beschreibt ein Beispiel aus der V-Klasse:

„Die Bremsanlage, das Getriebe, das Differential, Wasserkühler, Ladeluftkühler und der Achsantrieb einschließlich der Übersetzungen müssen dem verwendeten Fahrzeugmodell entsprechen.
Bei verwendeten Varianten müssen alle Komponenten komplett verwendet werden.“

Ein paar Seiten weiter ist zu lesen:

„In allen Klassen dürfen die vorderen Bremsscheiben und Bremssättel durch andere Bremsscheiben und Bremssättel ersetzt werden, wobei Kohlefaser- oder Keramik-Bremsscheiben nicht zulässig sind.“

Was denn nun? - Teilnehmer an der „Nürburgring Langstrecken-Serie“ 2020 bestätigen mir inzwischen, dass sie so einen Umbau natürlich längst vorgenommen haben.

Inzwischen sind dann z.B. die „Serienwagen“ in der Klasse V4 in 2020 nicht nur mit einem Sperrdifferential unterwegs, das es in den Serienfahrzeugen nicht gibt, sondern auch mit einer selbst entwickelten Bremsanlage vorne.

  • Warum schreibt man eigentlich noch eine Klasse SP-X, eine Prototypen-Klasse aus?

Da gibt es nun einen Generalbevollmächtigter VLN oHG, einen Leiter Sport + Renndirektor VLN oHG, einen Leiter Technik VLN oHG, einen Geschäftsführer VLN VV und – um nur einen der Hauptverantwortlichen zu nennen, den DMSB – Delegierten, Michael Günther – und alle überlesen sich widersprechende Vorschriften?

Oder muss man im Besitz von „DMSB Permit Nordschleife“ sein, um das zu verstehen? -

Was ich dann auch nicht verstehen würde!

MK/Wilhelm Hahne
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Wie eine traurig endende Satire: Otto Flimm ist tot!

Otto Flimm ist im Alter von 90 Jahren quasi „zufällig“ am 10. Februar 2020 gestorben. Dabei war sein Tod von „Fachleuten“ viel früher prognostiziert worden. Otto Flimm litt an einer Krebserkrankung.

Otto Flimm hat das wenig beeindruckt, auch nicht beeinflusst. Er hat weiter um „seinen“ Nürburgring gekämpft, eine Rennstrecke, die in seinem Leben immer eine bedeutende Rolle  gespielt hat.

Im beruflichen Teil seines Lebens! - Es gab, gerade in seinem letzten Lebensabschnitt, sicherlich etwas, was für ihn größere Bedeutung hatte: Seine Frau! - Sie hat ihn in den letzten Jahren seines Lebens nicht nur begleitet, sie hat es ihm verschönt!

Was man vom Nürburgring nicht sagen kann, dem Otto Flimm einen großen Teil seiner Arbeit gewidmet hat. Engagiert – nicht immer effektiv! - Er hatte nicht nur immer eine klare Meinung zu den Dingen, er hat sie auch nach außen vertreten!

Manchmal waren seine Vorstellungen geradezu romantisch verklärt, aber er hat immer versucht, die Dinge im Sinne seiner idealen Vorstellungen zu beeinflussen. Manchmal wurden seine Ideen von pragmatischen Beratern abgeschwächt, wurden dann schon mal ein wenig undeutlich. - So hat er sich auch schon mal „vor den falschen Karren spannen lassen“.

Vorbei! - Otto Flimm ist tot!

Ein Mensch ist in einem Moment gestorben, den man nicht so erwarten konnte. Es war ein unverschuldeter Unfalltod, der ihn jetzt aus dem Leben riss, das für ihn – nach einer notwendigen Beinamputation vor einem Jahr – doch ein wenig an Lebensqualität verloren hatte.

Aber er hätte um den Nürburgring immer weiter gekämpft! - Sein Nachlass ist der Einspruch seines Vereins „Ja zum Nürburgring“ gegen eine – für ihn unverständliche - Entscheidung eines Europa-Gerichts.

Otto Flimm war einmal ADAC-Präsident, er war Motorsportler, er war ein erfolgreicher Unternehmer, aber wichtiger – er war immer ein Mensch!

Es mag Pragmatiker geben, die seinen Abgang – in „dem“ Alter – als normal empfinden. Meine Sicht des aktuellen Geschehens ist ein wenig von Wehmut überlagert.

Ich trinke auf das „Original“ einen „KABÄNES“ - auch ein Original!

Wilhelm Hahne
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No Elvis Presley – Now DMSB: Love me Tender!

Wer kennt nicht den Elvis Presley-Song „Love me tender“? - Auch die, die nicht perfekt Englisch sprechen, werden diese Zeile verstehen. Wenn man im Internet nach einer Übersetzung der englischen Begriffs „tender“ sucht, dann findet man als Übersetzung ins Deutsche dort:

  • Unter Adjektive die Begriffe: zart, empfindlich, zärtlich, weich.
  • Unter Substantive dann: Das Angebot, die Offerte, das Gebot.
  • Unter Verben (to tender): Andienen, offerieren, etwas anbieten.

Nun gibt es scheinbar keinen Grund – für einen Motor-Journalisten – sich damit an einem Sonntag auseinander zu setzen. Aber der Schreiber dieser Zeilen empfindet sich nun mal als Serviceleister gegenüber seinen Lesern.

Beim aktuellen Durchstreifen von für ihn interessanten Internetseiten ist er so auf eine  Information des DMSB, des Deutschen Motorsport Bundes, gestoßen, wo zu lesen ist:

„Der DMSB sucht im Tender-Verfahren...“ - Natürlich muss man mir nichts zu „SimRacing“ erzählen. Ich habe darüber geschrieben, dass der DMSB diesen „Sport“ als offizielle Motorsport-Disziplin anerkennt. Ich weiß auch, dass der DMSB stolz darauf ist, vom DOSB, dem Deutschen Olympischen Sportbund, anerkannt und als Mitglied aufgenommen worden zu sein. - Nur hat der DOSB in Sachen Sport eine andere Einstellung als der DMSB. - Auf „Wikipedia“ ist zu lesen:

„Dem Thema E-Sport steht der DOSB kritisch bis ablehnend gegenüber.“

Aber das war nicht nur mir, sondern ist auch den Motor-KRITIK-Lesern bekannt, weil ich darüber schon informiert habe.

Was mir unbekannt war, ist die wohl andere Bedeutung des Wortes „Tender“, die ich bisher nur aus dem Song von Elvis Presley kannte. - Und was war dann ein „Tender-Verfahren“? - Also habe ich versucht, mich im Interesse meiner Leser einmal schlau zu machen. - Hier folgt das Ergebnis:

Tenderverfahren verständlich & knapp definiert
Das Tenderverfahren dient der Ermittlung von Preisen für Wertpapiere. Dabei geben die Bieter verdeckt und einmalig ein Angebot für den Ankauf ab. Der Höchstbietende erhält anschließend den Zuschlag für die Wertpapiere.
Englisch: Tender Issue
Das Tender- oder Ausschreibungsverfahren ist eine Methode, bei der Wertpapiere ­ in der Regel Anleihen ­ über Gebote emittiert (Emission) werden: Der Anbieter sammelt die eingehenden unterschiedlichen Gebote und teilt auf deren Grundlage zu. Bei der Zuteilung haben die Bieter mit den höchsten Geboten Vorrang.
Tender-Panel-Verfahren, Auktionsverfahren;
Verfahren zur Unterbringung einer Wertpapieremission im Rahmen einer Auktion. Nach Aufforderung des Emittenten bzw. der Führungsbank (Facility Agent) an die Mitglieder des Bankenkonsortiums (Tender Panel) werden Gebote, die über einem häufig vorgegebenen Mindestpreis liegen, von diesen abgegeben. Das Emissionsvolumen wird dann an die Meistbietenden, teilweise unter Bevorzugung großer institutioneller Bieter, nach Höhe des Gebots verteilt. Die von den Banken erworbenen Papiere werden meist am Markt weiter platziert.

Da ist zwar nicht von „SimRacing“ die Rede, aber von „Wertpapieren“. Der DMSB empfindet  wohl seine Ausschreibung in Sachen „SimRacing“ auch so, bzw. möchte sie zu einem Wertpapier  machen. - Wer mehr zahlt, wird Serien-Promotor! - Immerhin geht es um die „SimRacing-Championship“ des Jahres 2020!

Natürlich müssen die Teilnehmer im Besitz einer gültigen DMSB-Lizenz sein. Die Höhe des Nenngeldes wird dann wohl primär von der Höhe des Gebots bestimmt werden, die der DMSB aufgrund dieser Ausschreibung erhält.

Weil als Ansprechpartner beim DMSB ein Kevin Meinhardt erwähnt ist, konnte ich recherchieren, dass der für den DMSB noch in einer anderen Sache tätig – verantwortlich – ist. - Zu diesem Thema habe ich zwar gerade auch schon geschrieben, werde aber zu gegebener Zeit noch einmal darauf zurück kommen müssen!

MK/Wilhelm Hahne
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Dr. Ingolf Deubel: Wenn aus Macht Ohnmacht wird!

„Nein, nichts mehr von Liebe, Mitleid und Barmherzigkeit. Das kalte, stahlharte Wort Solidarität aber ist in dem Ofen des wissenschaftlichen Denkens geglüht.“ - Dieses Zitat habe ich auf den Seiten der Westfälischen Wilhelm Universität gefunden, als ich nach einem Honorar-Professor Dr. Ingolf Deubel suchte. - Zufall oder nicht: Ich habe ihn nicht (mehr?) gefunden.

Dafür aber auf anderen Internetseiten das Ergebnis einer Verhandlung vor dem OLG Koblenz gegen  Ingolf Deubel, gegen den heute gegen Mittag das Urteil verkündet wurde:

  • Wegen Untreue und uneidlicher Falschaussage zu zwei Jahren und drei Monaten Haft.

Noch gestern am späten Nachmittag und frühen Abend gab es bei mir mehrere Anrufe von interessierten Lesern, die fest davon ausgegangen waren, dass ich als Beobachter dem Prozess beigewohnt hätte. - Nein, hatte ich nicht! - Warum auch? - Ich hatte zu Zeiten als es angebracht war, das über Herrn Dr. rer. pol. Deubel geschrieben, was Fakt war.

Aber nicht nur über ihn! - Er war bei diesem Nürburgring-Projekt nur ein „Helfer“, der im Bewusstsein der Macht über die er verfügte, selbstherrlich Fehler gemacht hatte. Aber selbst mir gegenüber – der auch „in der Sache“ eine Hausdurchsuchung durchleiden musste – war er formvollendet korrekt! Wenn ich Fragen hatte, hat er sie auf nette Art abgeschmettert. So, als er z.B. im Oktober 2008 mit einem Brief – handunterschrieben! /mit Füller) – antwortete:

„Sehr geehrter Herr Hahne,

für Ihre E-mail vom 19. Oktober 2008 danke ich Ihnen.

Bereits im Zuge der Konzepterstellung wurde das Projekt Nürburgring 2009 gutachterlich begleitet. Unabhängig davon beauftragte der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH im Oktober 2007 eine unanhängige Prüfungsgesellschaft damit, das Gesamtkonzept für die Erlebnisregion nochmals einer umfassenden wirtschaftlichen Analyse zu unterziehen. Die Gutachter kamen u.a. zu dem Ergebnis, dass das Projekt im Businessplan zutreffend abgebildet wurde  und das Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist. Aufgrund des internen Charakters sehe ich mich allerdings nicht in der Lage, Ihnen dieses Gutachten zugänglich zu machen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Deubel“

Als er mir dann nach der ersten Urteilsverkündung des OLG Koblenz mal mitteilte, dass er selbst nicht im Besitz des Urteils wäre, da habe ich es mir besorgt und ihm eine Kopie zukommen lassen.

Nein, ich finde das neue Urteil in mehrfacher Hinsicht nicht gerecht! - Auf der einen Seite ist es zu milde, dann auch zu hart, weil es – wäre es um vier Monate kürzer ausgefallen – ihn finanziell nicht in den Ruin treiben würde. Aber in der Hauptsache auch deshalb, weil andere Politiker, die eigentlich bei dem Projekt „Nürburgring 2009“ viel mehr in der Verantwortung standen, einfach „so davon kommen“.

Nehmen wir Hendrik Hering, der als studierter Jurist Verträge verantwortet, die das Land Rheinland-Pfalz – und damit den Steuerzahler – viele Millionen gekostet haben. Oder den jovialen Ministerpräsidenten Kurt Beck, der allen Vieles versprochen und nicht gehalten hat!

Er hat – gestützt von anderen „Politikern“ - einen Misstrauensantrag überstanden, hat es für richtig empfunden sich „in der Sache“ als „unschuldig“ zu empfinden, ist aber dann – krankheitsbedingt? - zurück getreten. - Das war am 16. Januar 2013.

Ab 1. Juni 2013 war der „kranke“ Kurt Beck  – neben seinen anderen „politischen Aufgaben“, die ihm sofort angeboten wurden – dann bis zum 31. Mai 2017 Mitglied des Berater-Kreises bei Boehringer in Ingelheim. - Bei dieser Firma erinnert sich übrigens aktuell niemand mehr, warum gerade Beck!

Und Dr. Deubel geht jetzt ins Gefängnis, verliert seine Rentenansprüche, muss die Prozesskosten tragen. Dieser Mann muss für eine ganze unfähige Regierungsmannschaft nun alleine den Rücken hinhalten! - Ein „Bauernopfer“?

Und wer spricht von den durch die Insolvenz einer landeseigenen GmbH um viel Geld betrogenen Unternehmern, die gutgläubig den Versprechungen eines Kurt Beck glaubten? - Und den Steuerzahlern, die für das kollektive Versagen dieser Politiker zahlen müssen, weil die ein Volksvermögen verschleuderten?

Für Dr. Ingolf Deubel hat nach einer Phase der Macht nun die Phase der Ohnmacht begonnen, die viele Bürger unseres Landes aber schon lange quält!

MK/Wilhelm Hahne
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Wir alle können von der Rallye Monte Carlo lernen!

Die Anregung zu dieser kleinen Geschichte resultiert eigentlich aus einer Frage meiner Frau. Ich saß heute mit dem Rücken am warmen Kachelofen (natürlich „nachhaltig“ beheizt) auf einer kleinen Holzbank, hatte die Stöpsel des Kopfhörers von meinem i-Phone im Ohr und schaute mir kurze Videos auf „YouTube“ von der aktuellen Rallye Monte Carlo an. - Meine Frau fragte ein wenig belustigt, „Arbeitest du wieder?“ und war überrascht von mir ein „Ja“ zu hören.

Ich habe ihr dann erklärt, dass in den Videos sehr oft eine Häufung von kritischen Situationen zu sehen ist. „Daraus kann man lernen“, habe ich erklärt und um die „alte“ Weisheit ergänzt:

„Aus Fehlern anderer zu lernen ist billiger, als sie selbst zu machen!“

Das ist eigentlich jedem einleuchtend, aber: Was sollte daran nun „Arbeit“ sein? - Meine Frau hat diese Frage nicht gestellt, aber ich habe ihr erklärt, welche Lehren man als Autofahrer aus solchen kleinen Videos zur Rallye Monte Carlo ziehen kann, wenn man nicht „sensationshungrig“ auf den kleinen Bildschirm schaut, sondern sich bewusst die einzelnen Szenen anschaut.

„Selbst die Automobilindustrie könnte aus diesen Videos lernen!“

Das hat natürlich ihr Interesse gefunden und ich habe ihr an Hand der Beispiele in den kleinen Videos gezeigt, dass es eigentlich kein Rallye-Fahrzeug gibt, das über eine elektronische Handbremse verfügt!

Außerdem kann man an Beispielen in den Videos sehen, dass sich die routinierten Rallyefahrer aus kritischen Situation oft nur dadurch „retten können“, dass sie kräftig Gas geben – und so ihr Fahrzeug wieder „gerade ziehen“. - Weil es überwiegend Fronttriebler sind.

  • Weniger Geübte – und eigentlich - „langsamere Fahrer“ geraten aber in Schwierigkeiten!

An auch zu sehenden Beispielen wird nämlich klar, dass in der gleichen Kurve, unter gleichen Umständen ein Bremsen – mit der Fußbremse - fehlerhaft ist. Dass man aber eine „richtige Handbremse“ auch zum Lenken nutzen kann. Was von den Rallyefahrern z.B. in engen Kehren bewusst eingesetzt wird, um das Heck zu einem passenden Eindrehen zu bewegen.

  • Man lernt auch: Gasgeben kann einen Unfall verhindern!

Da man „im Falle eines Falles“ intuitiv handelt – handeln muss - sollte man sich vorher mit solchen Situationen beschäftigen. Da kann auch die Rallye Monte Carlo eine Anregung,  das Anschauen der Videos eine Art von „mentalem Training“ sein. - Meine Frau war begeistert. - Sie erzählte mir, dass sie im Winter auch schon mal gerne die Handbremse „zum Lenken“ benutzt hatte. - Früher! - Denn heute hat sie ein Automobil mit einer elektronischen Handbremse. - Aber sie war – sagte sie mir – auch schon vor dem Anschauungsunterricht am Beispiel der aktuellen „YouTube“-Videos fest entschlossen:

„Mein nächster Neuwagen muss eine ‚richtige‘ Handbremse haben!“

Es wird ihr schwer fallen, da ein passendes Automobil zu finden. Welche Art der Handbremsenbetätigung bei Neuwagen zu finden ist, wird heute nicht mehr von den Nutzern, sondern von den Fertigungstechnikern bestimmt, die auf Hinweis aus dem Controlling die fertigungstechnisch kostengünstigste Lösung suchen. - Das ist nun mal die elektronische Handbremse! - Basta!

Die Automobilindustrie verkauft uns das als „qualitatives Wachstum“!

MK/Wilhelm Hahne
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Am Geburtstags-Wochenende auf Entdeckungsreise!

Dass ich Geburtstag hatte, war – und ist – kein Geheimnis. Viele Freunde und Bekannte haben mir gratuliert und auch eine dreistellige Anzahl von Motor-KRITIK-Lesern. - Ich habe mich über alle Glückwünsche gefreut und möchte – auch weil das so weniger Zeit erfordert – auf diesen Seiten Allen herzlich Danke sagen! - Interessant ist, dass unter den Gratulanten sogar Pressechefs der Industrie waren. - Ehemalige! - Es gibt sogar einen ganz mutigen Pressechef, der aktuell sehr gute Arbeit leistet und sich nicht – wie seine Kollegen – hinter Unwissen und viel Arbeit versteckte, sondern seine (Frei-)Zeit für eine persönliche Gratulation opferte.

Ich weiß jede Gratulation – dankbar! - zu werten und möchte hier auch ein paar nennen, die mir durch Ihre Form – oder dass ich sie überhaupt erhielt – besonders aufgefallen sind.

Da schreibt mir z.B.:

„Dein alter Co-Pilot und Wegbegleiter Rainer B. aus M.“ u.a. „Was für ein Alter, Alter. Was für eine Gnade, dass Du das alles noch erleben kannst mit klarem Kopf und physischer Mobilität. Das ist schon ein Geschenk des Himmels.“

Wenn man in 2020 seinen 80. Geburtstag feiern kann, fallen einem solche Sätze ein. Das mit dem „Co-Pilot“ stimmt sogar: Wir haben mal zusammen mal ein 24h-Rennen auf dem Nürburgring bestritten. Zusammen mit noch einem Journalisten-Kollegen sind wir in einer stark besetzten Klasse Dritte geworden. - Meine ich mich erinnern zu können.

Es haben sich auch ehemalige Kollegen der „Auto Zeitung“ an mich erinnert, wo ich vor Jahrzehnten mal als Ressortleiter für den Motorrad-Teil verantwortlich war. Die waren damals nicht immer mit mir glücklich, aber haben mich – nach Jahrzehnten – wohl inzwischen positiv in Erinnerung.

Am Sonntag bin ich dann mit meiner Frau in einem Lokal zum Abendessen gewesen, das ich nun schon viele Jahre nicht mehr besucht habe. Aber der Inhaber des Lokals erinnerte sich an mich nur positiv, verließ wegen uns – meiner Frau und mir – seine Küche und konnte sich sogar noch erinnern, dass ich vor 28 Jahren der erste Gast in seinem damals neu eröffneten Restaurant war.

Übrigens: Landespolitiker haben mir dieses Mal nicht gratuliert. Vor einer Reihe von Jahren schon! - Was soll ich daraus schließen? - Dass keiner der „Herren am Ring“ mir gratuliert hat, war von mir erwartet worden. Es sind eben schlichte Menschen, die sich selber den Fachleuten zugeordnet haben.

Bemerkenswert an diesem Geburtstags-Wochenende war, dass ich eine Anregung erhalten habe, wie man bei der VLN-Organisation unter Mithilfe der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG auf die Idee zu dem „Schmutzigen Löffel“ gekommen sein könnte. In dem von mir besuchten Lokal lag eine Karte aus, die im Titel einen „Signalarm“ der Bundesbahn zeigte, weil dieses Lokal, das sich heute „Stellwerk“ nennt, in einem alten Bahnhof agiert. - Kann es sein, dass auch VLN- und Nürburgring-Mitarbeiter zu den Besuchern dieses Lokals im nahe gelegenen Monreal gehören?

Nun ist inzwischen dieser „Signalarm“ auf den VLN-Internetseiten wagerecht eingestellt Das bedeutet nach dem Reichsgesetzblatt von 1892: „HALT“! - Aber auch das wird man bei den derzeitigen Herrschern am Ring nicht wissen.

45 Grad nach oben geneigt, bedeutet es nach der ersten Signalordnung für die Eisenbahnen Deutschlands „FREIE FAHRT“!

Wofür gibt es ein „Stellwerk“?

MK/Wilhelm Hahne

PS: Während ich diese Geschichte einstelle, gehen immer noch „nachträgliche Glückwünsche“ ein. - Danke! - Danke! - Danke!

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Motorsport im Rentenalter: Je oller, je doller!

Kurz vor meinem Geburtstag habe ich Anlass, noch mal ein paar Jahre zurück zu denken. Beim Aufräumen – wie man das bei einem Jahreswechsel schon mal macht – fielen mir zwei alte Fotos in die Hände. Eins zeigt u.a einen meiner Brüder – Bernd, der vor zwei Jahren verstarb – Wolfgang Savelsbergh und mich vor dem Start zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring im Jahre 1995  mit einem Opel Astra. Wir haben damals nicht unsere Klasse gewonnen – wir wurden nur Zweiter – aber zusammen mit „Juppi“ Bermes haben Wolfgang und ich dann in diesem Jahr nicht nur in Spa-Francorchamps beim 24h-Rennen einen Klassensieg eingefahren, sondern auch – da die besten Ergebnisse eines Gruppe N-Fahrzeugs in der Addition beider 24h-Rennen eine Sonderwertung erfuhren - gleich noch für das Mühlner-Team die „European Community Challenge" gewonnen, die in diesem Jahr erstmals ausgeschrieben war.

Hier die zwei Erinnerungsstücke. So sah das damals am Nürburgring aus. - Damals war ich erst 62 Jahre alt und ich erinnere mich – ungerne – daran, dass meine Team-Chefin, Renate Mühlner, nach dem 24h-Rennen am Nürburgring lange nicht mehr mit mir gesprochen hat, weil ich in der letzten Runde einen möglichen Klassensieg „vergeigt“ habe.

Ich bin zwar mit einem Rückstand von 1 Minute und 26 Sekunden nach dem Klassensieger auf Platz zwei in der Klasse, aber immerhin auf Platz zehn im Gesamtklassement eingelaufen. - Mit einem Zweiliter-Gruppe N! -  Unsere Klasse war mit 19 Fahrzeugen besetzt. Insgesamt waren beim 24h-Rennen am Nürburgring 149 Fahrzeuge am Start.

Ich hatte beim „Reifen-Poker“ verloren. Wir waren während des gesamten Rennens immer irgendwo zwischen Platz 1 und 3 unterwegs gewesen. Den letzten Turn fuhr ich – im Regen. Als die Strecke abtrocknete, kamen alle zum Reifenwechsel herein. Nur ich bin „draußen geblieben“. Es war eine Fahrerentscheidung! - Sie war falsch! - Es waren zwar nur noch wenige Runden zu fahren, aber in der letzten Runde waren meine Regenreifen „total fertig“. Das Auto fuhr sich wie auf Schmierseife.

Da habe ich mich dann in der letzten Runde vor der „Wippermann/Eschbach“-Passage überholen lassen müssen. Mein Auto war praktisch unfahrbar geworden, so dass man mir auf dem kurzen Streckenstück bis zum Zielstrich noch fast 1,5 Minuten abgenommen hat.

Ich persönlich habe mich damit getröstet, dass ich bei einem eigentlich notwendigen Reifenwechsel auch „nur“ Zweiter geworden wäre. Wichtig war mir, trotz allem noch unter die ersten Zehn im Gesamtklassement gekommen zu sein. Natürlich habe ich nicht vergessen, dass 1995 GT-Fahrzeuge beim 24h-Rennen verboten waren. - Aber war der Motorsport deswegen zweitklassig?

1995 wurden zwei Werks-M3 in diesem Rennen durch Unfall zerstört, Ravaglia/Duez/Burgstaller gewannen, vor einem Gruppe N-M3 mit Johannes Scheid/Hans Widmann/Ingo Jeleniowski. - 1998 zeigte dann BMW, dass man für einen Gesamtsieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring nicht unbedingt einen M3 braucht. Ein BMW-Diesel schlug hier einen BMW M3. - Es geschah exakt das, was leitende Herren bei BMW um jeden Preis vermeiden wollten: Ein BMW M3, ein Automobil, an dem BMW mehr Geld verdiente als an einem Diesel, wurde geschlagener Zweiter.

1998 war – verglichen mit heute – noch ein „ehrliches Jahr“. Der Veranstalter nannte 63.000 Zuschauer! - Und es gab 153 Starter. - Das war das Jahr, bevor – aus Marketinggründen – große Zahlen erwünscht waren und durchgesetzt wurden. Da gab es dann über 200 Starter, von denen dann die erst offiziell auf dem Bildschirm erschienen, wenn andere ausgefallen waren. - Starten durfte alles, einschl. einem VW-Transporter – wenn ich mich richtig erinnere.

Bei dieser Gelegenheit: Dass ein 24h-Rennen auf dem Nürburgring anstrengend ist, wird nicht bestritten, aber ich sage aus eigener Erfahrung: Ein 24h-Rennen in Spa-Francorchamps ist anstrengender!

MK/Wilhelm Hahne
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