Telex

Borgward ist tot! - de Tomaso darf nicht sterben!

Auch Journalisten brauchen Anregungen. Bei dem einen lösen sie Erinnerungen aus – und aus einem Puzzel von Erlebniseindrücken und aktuellen Abläufen entsteht ein neues Bild. Bei einem anderen braucht es dagegen nur eine aktuelle Presse-Information, die dann – weil es an Erfahrung fehlt – evtl. ein wenig  textlich umgeformt – zu einer scheinbar „tollen“ Meldung verarbeitet wird. - So habe ich aktuell gelesen, dass Borgward – wieder einmal – dieses Mal in China - in die Insolvenz geht. Als ehemaliger Besitzer eines Lloyd LP 400 Ganzstahl löst das gleich eine ganze Reihe von Erinnerungen aus.

Auch z.B. an die Fahrten, zusammen mit meinem Freund, Herman Kühne, in einem Borgward „Isabella“ Coupé, an die erlebnisreiche Fahrt mit einer neuen Lloyd „Arabella“, die als Fronttriebler ein ungewöhnliches Lenkverhalten aufwies oder auch, dass ich mal in Duisburg – ungebremst (!) - in einen Kreisverkehr einfahren musste, weil an meinem LP 400 durch einen hinteren Stoßdämpfer eine Bremsleitung durchgescheuert worden war. - Oder ich denke an Raphael Becker, einen begnadeten Kölner Maler und seine Erzählungen, wenn er mit dem Zug nach Bremen fuhr, um Herrn Carl F. W. Borgward persönlich (!) die Entwürfe für neue „Isabella“-Anzeigen vorzulegen.

Beim Blick heute morgen in die „Rhein-Zeitung“ gab es dann erst den eigentlichen Anstoß zu dieser Geschichte, als ich dort auf Seite 1 eine Titelzeile entdeckte, die da lautete:

„Andernach fehlen Millionen“

So kam es zu einer Initialzündung und dem Titel oben, denn ich hatte gestern auch etwas zu de Tomaso gelesen, was offenbar unreflektiert und ungeprüft z.B. beim „stern“ (aber auch bei anderen Medien) auf deren Internetseite eingestellt worden war. Da war zum Motor u.a. zu lesen:

„Der verbaute Motor stammt aus dem Hause Capricorn. Der deutsche Autozulieferer besitzt viel Erfahrung im Motorsport und sei etwa durch seine Schlüsselrolle bei der Auslieferung des Rennwagens Porsche 919 EVO bekannt.“

Bei Porsche könnte sicherlich „der Blume durch die Blume“ (ist das nicht toll gegendert?) etwas dazu sagen. Vom„stern“ wurde wohl nicht nachgefragt und hat offenbar selbst dann nicht mehr dazu schreiben können, als nun so im Internet zu lesen ist. Dabei könnte mit einem Hinweis auf den Porsche-Le Mans-Einsatz „damals“ erklärt werden, was sich so nun allerdings besser liest.

Dabei ist das eigentliche Thema der Geschichte im „stern“ das Wiederaufleben von de Tomaso inzwischen nicht nur mit einem Serien-Sportwagen mit V8-Motor (P 72), sondern nun auch mit..

„900-PS-Sportwagen De Tomaso P900 – das Hypercar mit V12-Motor, das nur 18 Mal produziert wird“

… - so der „stern“ und der dann 3.000.000 Euro kosten soll, aber – da nicht zulassungsfähig – nicht auf der Straße gefahren werden darf. - Auch im „stern“ zu lesen:

„Der P900 befindet sich noch in der Entwicklung, welche ebenso wie die ausstehende Validierung auf dem Nürburgring erfolgt. Im Sommer 2023 soll der Sportwagen dann in der Öffentlichkeit gezeigt und vollständig enthüllt werden.“

Bei „Validierung“ habe ich dann erst mal nachsehen müssen, was das heißt. Aber so was kann man auch bei einem 3-Millionen-Hypercar erwarten. Und Nürburgring macht sich immer gut! Mr. Capricorn hat sich dazu passend wohl gerade einen giftgrünen Ferrari zugelegt, den man – allerdings – auch auf der Straße fahren kann. - Nicht nur in der „Grüne Hölle“.

Damit bin ich dann der Produktionsstätte des neuen „Hypercar“, dem Nürburgring, nahe gekommen. Die – mit „CFK III MEUSPATH“ benamt - soll, wie man einer Veröffentlichung der mit der Erstellung betrauten Bauunternehmung netnehmen kann – netto – nicht nur 3 Millionen kosten, sondern sollte auch – sicherlich „netto“ – im September 2022 fertig gestellt sein. Mein zweites dazu eingestelltes Foto zeigt den Bauzustand in diesen 2022er Dezember-Tagen.

Der Name Borgward als Automobilhersteller ist nun endgültig „gestorben“. Es wurde in China Insolvenz angemeldet. Bei de Tomaso steht uns also noch einiges bevor. Immerhin haben die auch hier involvierten Chinesen gelernt, dass man mit nicht homologierten und für den Straßenverkehr nicht zugelassen Automobilen in Deutschland vorsichtig umgehen muss.

Nach Erfahrungen bei einer Marketing-Veranstaltung hier am Nürburgring im Sommer wurde  nämlich ein unzugelassener de Tomaso P 72 von der Polizei sichergestellt, weil er sich im „öffentlichen Raum“ befand. - Das jedenfalls, soll in Zukunft mit dem P 900 dann nicht passieren.

  • Jemand muss den Chinesen auch geflüstert haben, dass man Motor-KRITIK aktuell keine Presseinformationen zusenden sollte! - Die erste damals hatte ich noch erhalten. - So ein gemeinsamer Erfahrungsaustausch im Düsseldorfer „Malkasten“ zeigt nun Wirkung!

Schau’n wir mal, was sonst noch so alles passieren wird. - Nicht alles ist endlich!

Oder doch?

MK/Wilhelm Hahne
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NLS: Rück- und Ausblick zum Beginn der „EMS“ 2022!

Ehrlich! - Die Abkürzung im Titel habe ich der offiziellen Nürburgringseite im Internet entnommen. Ich bin kein Freund von Abkürzungen. - Aber die neue Form der Abkürzung dieser Motorsport-Messe – die heute beginnt - ist wohl der Entwicklung der Langstreckenserie über die Jahre angepasst, zu der aktuell auf der Nürburgring-Internetseite festgestellt wird: „Und Mittendrin der Nürburgring.“ („Mittendrin“ ist dort tatsächlich „groß geschrieben“.)

Früher hatte einmal diese „Essener Motor Show“ wirklich für die VLN-Teilnehmer und Fans eine große Bedeutung. Zum Ausstellungstermin war nicht nur der Terminkalender fertig, sondern auch die Ausschreibung für die nächste Saison. Das hat sich geändert. Nicht nur, dass aus VLN nun NLS geworden ist, die NLS war auch schon zu VLN-Zeiten keine Meisterschaft mehr. Diesen Status hatte diese Langstreckens-Serie, die zunächst als -Pokal startete nur von 2001 bis 2019. - Danach sind den Organisatoren dieser Serie die Mehrkosten zu hoch gewesen, die der DMSB für die Ausschreibung einer Meisterschaft verlangt.

Aber man hat in diesem Jahr auch keine „Meister“ geehrt, sondern „Champions“! - Es wurde so – was 2018 noch richtig war – aus der „Nacht der Champions“ in diesem Jahr dann eine „falsche“  „Night of Champions“. - In einer Sprache, die eigentlich lt. Ausschreibung nur eine Nebenrolle spielt. Zitat:

3.1 Offizielle Sprache
Deutsch. Nur der deutsche vom DMSB genehmigte Reglementtext ist verbindlich.
Bei den Veranstaltungen kann die Kommunikation zwischen der Rennleitung und den Teilnehmern auch in englischer Sprache erfolgen.“

Im Jahre 2018 hatte diese „Siegerehrung“ noch 600 Teilnehmer; in diesem Jahr waren es „um 400 Personen. Daran war sicherlich die Höhe des Preises für die „Eintrittskarten“ nicht unbeteiligt. Hier kam wahrscheinlich schon die allgemein registrierte inflationäre Entwicklung zu deutlich zum Ausdruck. Pro Teilnehmer wurden satte 99 Euro verlangt (+ Getränke!)!

Ein Fahrer aus der Serie, die sich selbst dem „Breitensport“ zurechnet:

„Wenn ich zu der Veranstaltung hingegangen wäre, hätte ich noch wenigstens meine vier Monteure einladen müssen. Dazu kommen dann noch die Getränkekosten. - Und ich muss mir in diesem Jahr noch ‘nen Weihnachtsbaum kaufen!“

Während der Live-Übertragung auf „youtube“ wurde ich von Lesern angerufen, die mich auf gerade entdeckte „Besonderheiten“ aufmerksam machten. Die Feststellung eines Lesers war:

„Das ist doch – anders als von Ihnen dargestellt – eine richtige Breitensport-Serie! Eben wurde ein „Meister“ aufs Podium gerufen, der einen Scheck über 167 Euro erhalten hat!“

Wenden wir uns der Zukunft der NLS zu und vermelden – tatsächlich rechtzeitig zur EMS - die Termine für die – angeblich – mehrheitlich vorgesehenen 4h-Rennen:

  • 1. NLS-Lauf 18. März 2023
  • 2. NLS-Lauf 01. April 2023
  • 3. NLS-Lauf 15. April 2023
  • 4. NLS-Lauf 17. Juni 2023
  • 5. NLS-Lauf 08. Juli 2023 (6h-Rennen)
  • 6. NLS-Lauf 09. - 10. September 2023 (12h-Rennen???)
  • 7. NLS-Lauf 23. September 2023
  • 8. NLS-Lauf 07. Oktober 2023

Ich habe hinter dem Datum zum für 12h-Rennen 2023 deshalb drei Fragezeichen gemacht, weil aufgrund der neuen – noch nicht in vollem Umfang – vorgenommenen Änderungen an der Spitze der NLS-Organisation (die immer noch unter VLN-Flagge segelt!) eigentlich nur ungewiss sein kann, ob es dieses Rennen in der aus diesem Jahr bekannten Form noch geben wird. Wie überhaupt die Form aller NLS-Rennen in 2023 z.Zt. noch in Frage gestellt werden muss.

Aber die Auflösung der ITR (DTM) bietet die Chance, die durch die Rücktritte bei der NLS-Organisation entstandenen Lücken schnell wieder zu füllen. - Warum die ITR aufgelöst wird? - Nun, Gerhard Berger möchte sich nicht die Chance entgehen lassen, bei Audi (F1) noch mal richtig „abzusahnen“!

Trotzdem wird die Veröffentlichung einer gültigen Ausschreibung – vom DMSB genehmigt - für diese Langstrecken-Serie auch noch etwas auf sich warten lassen. - Was aber der Serie schaden wird! - Darum darf man auch nicht darauf hoffen,  dass die Serie in der Saison 2023 wieder so erstarkt, wie es offensichtlich am Nürburgring erträumt wird.

Zu den Terminveröffentlichungen für 2023 ist auf der Nürburgring-Internetseite zu lesen:

„Racing auf der legendären Nordschleife – die Nürburgring Langstrecken-Serie lädt acht Mal im Jahr zum heißen Tanz auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Bis zu 165 Rennwagen gehen dann in der Grünen Hölle auf Jagd nach Punkten und Trophäen. Dabei gelten die Grundsätze: immer auf rund 24 Kilometern Strecke und immer besonders publikumsnah. Besonderes Highlight - die ‚12 Stunden Nürburgring‘ im September!“

Das ist übrigens in den versprochenen (?) Details genau so stimmig, wie die Ankündigung zum „Oldtimer-Grand-Prix“ 2023:

„Die Zuschauer erwarten herausragende Starterfelder, in denen sich seltene und wertvolle Klassiker tummeln. Von Tourenwagen und GTs über Sportprototypen bis hin zu Formel-1-Boliden der Vergangenheit ist dabei die ganze Palette motorsportlicher Faszination zu bestaunen.“

Nun, die „Formel-1-Boliden der Vergangenheit“ werden z.B. fehlen. - Die fahren in Hockenheim! - Aber das weiß man am Nürburgring offenbar zur Zeit genau so gut, wie man die Entwicklung der NLS-Serie bisher eingeschätzt hat. - Nicht gut!

So ist das Nürburgring-Angebot, wie es derzeit auf deren Internetseiten angeboten wird, nicht mehr als eine „Wundertüte“! - Erst wenn man sie aufmacht, wird man – so oder so – überrascht sein!

Also warten wir mal gespannt auf die jeweiligen „Öffnungstermine“!

MK/Wilhelm Hahne
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Start in eine aufregende Motorsport-Nachsaison!

Gestern um 14:00 Uhr fiel der Startschuss zu Veränderungen im deutschen Motorsport, die sich in den nächsten Tagen und Wochen noch fortsetzen werden. Eingeläutet wurden sie durch die Herren

  • Ralph-Gerald Schlüter & Michael Bork,

die als Spitzen-Manager der aktuellen VLN-/NLS-Organisation ihre führenden Positionen als Geschäftsführer und Leiter Sport/Renndirektor VLN-Sport ab sofort zur Verfügung stellten, ihren Rücktritt erklärten.

Michael Bork informierte seine direkten Kontakte und Freunde schon kurz vorher mit einer e-Mail, die folgenden Wortlaut hatte:

„Hallo zusammen, liebe Freunde,

 hiermit möchte ich Euch persönlich mitteilen, das ich meine Tätigkeiten als Sportleiter und Renndirektor der Nürburgring Langstrecken-Serie, ehem. VLN, gekündigt habe, und ab sofort in diesen Funktionen nicht mehr für die Serie tätig bin.

Die besonderen Ereignisse in den vergangenen Tagen und Wochen innerhalb des Gesellschafterkreises der VLN Sport GmbH lassen mich eine Unterstützung und das weitere Vertrauen in meine Person als Sportleiter und Renndirektor der Nürburgring Langstrecken-Serie durch die Gesellschafter der VLN Sport GmbH nicht länger erkennen.

Ich bedanke mich für die gemeinsame Arbeit mit Dir / Euch und für das von uns gemeinsam in den vergangenen sechs Jahren erreichte und wünsche Dir / Euch und der Serie für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Best regards

Michael Bork"

Ob sich Ralph-Gerald Schlüter in ähnlicher Form verabschiedet hat, entzieht sich der Kenntnis von Motor-KRITIK. Jedenfalls hat auch er – nach meinen Informationen -  zum gleichen Zeitpunkt seinen  Rücktritt erklärt.

  • Damit machen beide Herren den Weg für eine Neuordnung der VLN-/NLS-Serie für die Saison 2023 frei.

Auch beim so genannten eSport gibt es „Verschiebungen“, die zu Veränderungen führen werden, bzw. schon geführt haben. - Auch darüber wird hier in Motor-KRITIK informiert werden.

Der sonnige Herbst hat offenbar nicht nur für eine sympathische – farbliche – Veränderung in der Natur gesorgt, sondern auch die Motorsport-Szene zu Veränderungen angeregt, die sich in den nächsten Wochen noch dramatisch fortsetzen werden.

Motor-KRITIK wird zwar nicht unbedingt immer als erstes Medium, dafür aber dann umfassend informieren, auch Hintergrund-Informationen zu liefern versuchen.

So ist auch die eingetretene Veränderung bei der VLN/NLS für Motor-KRITIK-Leser sicherlich keine Überraschung, da ich schon seit Jahren auf Entscheidungen hingewiesen habe, die sich in der Praxis dann tatsächlich als nicht gerade die Serie stärkend erwiesen haben.

Aber: Die Zeit drängt! - Bis zur „Essen Motor-Show“ (vom 3. bis 11. Dezember 2022) sollten aber wenigstens die wichtigsten Entscheidungen gefallen sein. - Oder sich Veränderungen deutlich abzeichnen!

Motor-KRITIK wird informieren!

MK/Wilhelm Hahne
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„Nachwuchs“: Voller Wissen – ohne Lebenserfahrung!

Was folgt, ist eine persönliche Beobachtung und Wertung. Sie betrifft den Führungskräfte-Nachwuchs bei der Industrie, wodurch ein „Klimawechsel“ festzustellen ist. Da kommen inzwischen viele Nachwuchskräfte von Universitäten, werden – aufgrund ihrer „guten Vorbildung“ – dann gleich zu „Führungskräften“, die z.B. eine Abteilung leiten – manchmal auch mehr. Diese Leute verfügen zwar über ein hervorragendes Spezial-Wissen auf ihrem Gebiet – sind aber leider ohne wirkliche  Lebenserfahrung.

Genauso sehen dann ihre Entscheidungen aus. Die sind perfekt ausgerichtet an dem, was ihnen an Theorie in den Universitäten (= universitas magistrorum et scolarium = Gemeinschaft der Lehrer und Schüler) vermittelt wurde. Das ist alles gut und richtig, genauso wie die Lehre von Karl Marx, dessen Vorstellung vom Kommunismus auch „vorbildlich“ war und ist. - Nur war und ist sie leider nicht in die Praxis umsetzbar, da sie von Menschen umgesetzt werden müsste!

  • Menschen verhalten sich im normalen Leben nun mal anders, als wissenschaftlich manifestiert.

Darum wird in großen Firmen das Betriebsklima derzeit auch immer „unmenschlicher“, auch deshalb, weil sich ein kleiner Teil der Mitarbeiter auch der „Stimmung“, die „von oben“ beeinflusst wird, anzupassen versucht. Ich habe noch niemals so viele Klagen über das in Firmen „derzeit herrschende Betriebsklima“ gehört als aktuell.

Wir werden mehr und mehr „digital bestimmt“. Ein Computer nimmt keine Rücksicht auf „menschliche Stimmungen“. Statistiken beherrschen das Geschäftsleben. Dort müssen - spätestens von Quartal zu Quartal – Leistungssteigerungen ablesbar sein. So wird das den einfachen, „normalen“ Arbeitnehmern in „bilateralen Gesprächen“ bedeutet.

  • Ich möchte hier jetzt nicht noch die katastrophalen Auswüchse der „Bonus-System-Regelungen“ anführen!

Ich erinnere mich, die ersten wirklich deutlichen Spannungen zwischen lebenserfahrenen und wissenschaftlich geprägten Menschen schon in den 50er Jahren bei VW verspürt zu haben. Da prallten dann erstmals – nach meiner Beobachtung - zwei Welten aufeinander:

Eine Gruppe Mitarbeiter hatte in harter – sozusagen – „Handarbeit“ das Volkswagenwerk nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und prallte nun mit „Kopfarbeitern“, übertrieben formuliert – mit der „wissenschaftlichen Elite“ – ohne Lebenserfahrung – aufeinander. - Und fühlte sich benachteiligt!

Davon war dann auch die Gesamtstimmung bei VW bestimmt. Und so ist das heute wieder! - Oder sollte man sagen: Immer noch?

Gerade in letzter Zeit muss ich bei der Industrie Aktionen und dadurch ausgelöste Reaktionen beobachten, die – zumindest mich – nachdenklich stimmen.

Viele dieser Aktionen verlaufen auf dem Gebiet Vertrieb, Marketing, gehen also von Positionen aus, die eigentlich die Welt der „normalen Menschen“ zunächst einmal verstehen sollten, bevor sie dort erfolgreich eingreifen. Heute wird daraus mehr ein „angreifen“! - Leider ist das Wort „Versteher“ i heute auch  – wie wir aktuell lernen mussten – negativ besetzt.

  • So versuchen dann sehr gebildete Theoretiker ihre Idealvorstellungen im Sinne von besser werdenden Statistiken im Sinne einer optimalen Geschäftspolitik für ihre Firmen umzusetzen!   

Je weiter „oben“ die „Weisungsbefugten“ angesiedelt sind, desto peinlicher wird das Ergebnis „per Saldo“ sein. Denn mit ihren „Weisungen“ verbiegt sich auch ein Teil der „Weisungsempfänger“, weil man sich heute eben pragmatisch verhalten muss, wenn man im „Mainstream“ oben mitschwimmen will! - Schon hier ist das Ergebnis dann „verlogen“!

Das reale Ergebnis: Automobilfirmen stoßen inzwischen beim Einkauf an ihre Grenzen, weil Zulieferer sich nicht mehr verbiegen lassen wollen, ihre Verträge kündigen. Der Herstellertraum vom „Ersatzteillager auf der Autobahn“ zeigt auch mehr und mehr Schwächen. Auf vielen Gebieten wird deutlich, an was sich eigentlich wichtige Entscheidungen zu orientieren haben:

  • Am Menschen! - Der ist aber selbst für gute Theoretiker scheinbar nur schwer kalkulierbar!

Der Mensch ist nun mal – weder als Individuum, erst recht nicht in der Masse - so perfekt wie es z.B. ein Marketingchef in seinem Studium gelernt hat und wird darum anders auf bestimmte „Ideallösungen“ reagieren, als ein „normaler“ Mensch, zu denen ein gebildeter Akademiker aufgrund seiner Vorbildung aber finden muss. Die angestrebte Lösung ist dabei sogar oft noch individuell – evtl. falsch! - durch „seinen“ Prof. geprägt, der ihn in eine bestimmte Richtung prägte!

  • Es geht eben nichts über Lebenserfahrung! - Das heißt: Ohne Lebenserfahrung geht wenig!

Daran gemessen, disqualifizieren sich heute schon eine Reihe von Entscheidungen in Politik und Wirtschaft. Da helfen dann auch nicht „Ablenkungsthemen“, obwohl deren Bedeutung sicherlich groß ist.

Alles hat eine Basis! - Aber die „aktuelle Basis“ erscheint – zumindest mir – inzwischen derzeit ein wenig verrutscht!

MK/Wilhelm Hahne
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Herbst 2022: ...die Frage ist: Wann wird es Winter?

Jeder Autofahrer wüsste darauf gerne die richtige Antwort. Denn er muss rechtzeitig sein Fahrzeug auf Winterreifen stehen haben. Damit man sicher unterwegs sein kann. - Meint der Gesetzgeber. - Es gibt für ein sicheres Fahren im Winter aber eigentlich nur einen wesentlichen Faktor und der wird von der Erfahrung des Fahrers bestimmt. - Trotz aller elektronischen „Assistenten“!

Gestern saß ich irgendwo in einer ländlichen Sparkassenfiliale und wartete. Draußen hörte man einen Rasenmäher. - Ich erinnere mich nicht, in einer ersten Dekade des Monats November schon mal einen Rasenmäher gehört zu haben. Aber tatsächlich ist der Rasen aktuell so gut gewachsen – und saftig grün – dass, wenn er „gepflegt“ erscheinen soll, geschnitten werden muss.

  • Also noch keine Winterreifenzeit? - Doch! - Wenn man vor Überraschungen geschützt sein möchte – und gesetzliche Strafen vermeiden will – dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Umrüstung auf Winterreifen!

Hier im Umfeld des Nürburgrings gilt schon seit vielen Jahren die Feststellung:

  • Wenn auf der Brücke am „Potsdamer Platz“ der erste Wagen abgeflogen ist, dann beginnt der Winter!

Diese Brücke ist ein Teil der B 258 an einer Stelle nahe dem Nürburgring, wo sich B 257 und 258 kreuzen. Exakter: Die B 258 kreuzt hier die B 257. Und Brücken sind eben bei erstem Nachtfrost besonders gefährlich. Während die Fahrbahn davor – obwohl vielleicht morgendlich feucht – noch Gripp hat, ist dann die Brückenfahrbahn befroren. Erfahrene Fahrzeuglenker wissen das. Da helfen dann den anderen auch keine elektronischen Assistenten. - Wenn’s gut geht, gibt es nur einen Blechschaden.

Weil ich zufällig in diesen Tagen auch – irgendwo – einen Polizisten traf (wir kennen uns nicht!), habe ich den mal mit der Feststellung konfrontiert:

„Na, jetzt beginnt für Euch auch bald wieder eine arbeitsintensivere Zeit durch die Unfallaufnahmen bei „Winter-Unfällen!“

Der hat dann als Antwort eine Feststellung getroffen, die mich überrascht, aber auch erinnert hat:

„Und die ersten Autos, die dann von der Straße fliegen, sind die schweren SUV’s!“

Dieser Polizist hat recht! Auch (!) im Winter ist ein hohes Fahrzeuggewicht von Nachteil. Da sind dann die E-Automobile gleich mehrfach betroffen, weil nicht nur bei Kälte deren  Batteriekapazität leidet, sondern diese Fahrzeuge – nicht zuletzt durch ihre Batterie -  auch besonders schwer sind.

Ich habe gerade eine lange, lange positive Geschichte zu einem neuen E-SUV mit großer Reichweite gelesen, habe über den hohen Preis gestaunt, konnte aber nirgendwo etwas über sein Gewicht lesen.

Achten Sie einmal darauf: Es hat sich in den letzten Jahren – fast unauffällig – in der Darstellung von Automobilen auch in der Anzeigenwerbung so einiges geändert. Es wird nicht mehr Technik im Detail beworben, auch der Endpreis (einschl. MWSt.) wird dort kaum noch erwähnt, ist offensichtlich kein Werbeargument mehr. Es wird aber immer die geringe Höhe der Leasingraten bei bestimmten Laufzeiten beworben. - Die Firmen-Marketingleute meinen das – mit der „geringen Höhe“ - wirklich ernsthaft!

Wer von den vielen Autokäufern, die sich aktuell ein Automobil bestellen, ersteht heute noch ein Automobil – gerade ein E-Automobil – gegen Barzahlung, kann es dann „seinem Besitz zurechnen“? Eine „normale“ Finanzierung ist auch immer seltener geworden, zumal einige Banken einen Kraftfahrzeugbrief (o.ä.) nicht mehr wirklich als „Sicherheit“ akzeptieren.

  • Der „Unwert“ von Automobilen wird durch die E-Automobile immer größer!

Auch die Autowelt – einschließlich ihres Umfeldes – hat sich ein wenig gewandelt. Automobile sind auch keine reinen Fortbewegungsmittel mehr. Sie dienen - gerade in Deutschland – immer noch und mehr - der Darstellung von Wohlstand. - Je teurer, desto besser! - Je größer, je lieber!

Der Annahmemeister bei einem großen Sportwagenhändler zu mir:

„Sie glauben ja gar nicht, wie viele unserer Käufer zwar gerade noch die Leasingraten bezahlen können, aber nicht mehr die normal anfallenden Inspektionskosten.“

Deren Höhe wird auch mit bestimmt vom Wert der verbauten Elektronik, die auch gepflegt und überwacht werden muss. Die aber auch vielfach nicht gebraucht würde, wenn man heute mehrheitlich noch die Kunst des Autofahrens beherrschen würde.

Diese „Kunst“ geht mehr und mehr verloren. - Da hilft weder Elektronik noch KI (Künstliche Intelligenz). - Da hilft auch der aktuelle Motorsport kaum noch! - Selbst ein DMSB-Permit versagt!

Weil Motorsport heute überwiegend mit einer „modernen“ Generation von Rennfahrzeugen betrieben wird, zu deren Wartung man – mindestens – einen „Mechatroniker“, besser noch einen studierten Elektroniker benötigt, während man „früher“ mit einem „Mechaniker“ auskam.

Die Erde scheint sich in den letzten Jahren (und Jahrzehnten) immer schneller zu drehen. - Kann es sein, dass es davon einigen Firmenlenkern „schwindelig geworden“ ist?

MK/Wilhelm Hahne
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Was macht ein Motor-Journalist an „Halloween“?

Im Jahr 2022 kauft er dann Sonderangebote, wie sie – das Marketing hat sich auch dieses „Feiertags“ bemächtigt – nun üblich zu werden scheinen. Es gibt auch andere Beispiele. Da wurde z.B. aus Karfreitag „Car-Friday“! - Und niemand will’s gewesen sein! -Auch „Halloween“ war vor langer, langer Zeit ein Feiertag, der unter dieser Bezeichnung nur in Irland wirklich Bedeutung hatte. Doch viele Iren sind nach Amerika ausgewandert. Dort wurde traditionell dieser Tag weiter gefeiert. In Amerika wurde dann auch schnell ein Geschäft daraus gemacht.

Inzwischen gibt es – die NATO macht’s möglich – auch viele tausend Amerikaner in der Eifel. Nicht nur darum - kennt man „Halloween“ jetzt auch hier. - Die Welt ist eben zusammengewachsen! - ??? - Es gibt dann auch – und das ist wichtig! - viele Sonderangebote im Internet. - Man brauch dann nicht bis zum „Black Friday“ (25. November) zu warten!

Aber an „Halloween“ war auch Nennschluss – um 12 Uhr mittags – für den aus Witterungsgründen in den späten Herbst verlegten 2. NLS-Lauf dieses Jahres. Ursprünglich für den 9. April geplant, findet der 2. NLS-Lauf 2022 nun am 5. November 2022, einem Samstag, statt.

  • Wem es noch nicht aufgefallen sein sollte: Aus ursprünglich 10 VLN-Läufen in einem Kalenderjahr, sind inzwischen 8 NLS-Läufe geworden! - Auch 2023 wird es nur 8 NLS-Läufe geben!

So wie die Wetterberichte vorher sagen, wird es am kommenden Wochenende zwar schon etwas kühler, aber sonst doch besser als im April dieses Jahres sein. - Damals hatte man – so man den NLS-Oberen glauben kann, viele Starter. So war in Verbindung mit der Absage und der Ankündigung der Verlegung zu hören:

„Die Verschiebung des zweiten Rennens ist für die Fans und alle Beteiligten eine große Enttäuschung, schließlich hatten mehr als 140 hochkarätige Fahrzeuge – allein 28 in den Klassen SP9 und SP-X – für das Rennen über die Distanz von vier Stunden in der Grünen Hölle genannt. ‚Wir haben uns die Entscheidung, die Veranstaltung frühzeitig zu verschieben, nicht leicht gemacht‘, sagt Ralph-Gerald Schlüter, Geschäftsführer der VLN Sport GmbH & Co. KG. ‚Die Unwägbarkeiten sind jedoch nicht kalkulierbar und es war uns gerade in der heutigen Zeit wichtig, den Teams keine unnötige Anreise zuzumuten. Zum Glück haben wir einen Ersatztermin mit dem Rennstreckenbetreiber vereinbart, so dass die Saison voraussichtlich am Ende doch alle geplanten acht Rennen umfassen wird.‘"

Das ist alles Vergangenheit! - Die NLS wird nun zum Wochenende von der Realität eingeholt werden. Da hat auch eine Verlängerung des „Nennschluss“ keine Wunder vollbracht, der vom Veranstalter mit Genehmigung des DMSB (vom 26. September), von Montag auf Dienstag (12 Uhr) dieser Woche verlegt wurde.

So wird dieser Mittwoch für die NLS zum „Tag der Wahrheit“. Sicherlich ein „gruseliger“ Tag. Aber die NLS-Oberen haben es so gewollt: Dienstag, an „Halloween“ gab’s den „gruseligen“ Nennschluss und heute dann die Verkündung des „gruseligen Ergebnisses“.

Es ist das 7:05 Uhr-Nennergebnis, das heute auf den VLN-Internetseiten (die sind immer noch so benannt!) für den 2. NLS-Lauf am 5. November – offiziell um 8:43 Uhr - verkündet wurde:

  • 94 Teilnehmer! - Davon sind 9 (in Worten: neuen) SP9-/SPX-Fahrzeuge. In der V4 sind 3 Fahrzeuge (in Worten: drei!) genannt!

Erinnern wir uns an den RCN-Lauf vom 29. Oktober:

  • Da waren – wie immer – keine SP9-/SPX-Fahrzeuge am Start. - Aber es waren 30 V4-Fahrzeuge genannt!

Wer als Zuschauer gerne vielen Tourenwagen und serienmäßigen GT-Fahrzeugen auf der Nürburgring-Nordschleife zusieht, der kommt einen Tag nach diesem 2. NLS-Lauf sicherlich auf seine Kosten. Am Sonntag, dem 6. November 2022 ist die Nürburgring-Nordschleife von 9:00 – 16:30 Uhr wieder für die „Terroristenfahrten“ geöffnet, wie hier vor Ort von den Kundigen die „Touristenfahrten“ bezeichnet werden.

Und der Veranstalter freut sich über 30 Euro pro Runde!

MK/Wilhelm Hahne
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Der DMSB reagiert schnell und agiert (!) sensibel!

Gestern war ich zusammen mit meinem Computer im Internet unterwegs. Das geht mäßig schnell, wie mir ein „Fachmann“ sagte, der mir einen Glasfaseranschluss verkaufen wollte. Mir geht es dagegen fast zu schnell, weil ich auch noch begreifen muss, was ich sehe. Das heißt, dass ich das was ich sehe, erst lesen und dann auch noch begreifen muss. - Und manches ist sozusagen unbegreiflich!

Da fühle ich mich schon angesprochen, wenn ich im Internet an einen Ausspruch von Konrad Adenauer erinnert werde, der da lautete:

„Wir alle leben unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“

Da bin ich dann mal – um meinen Horizont zu erweitern – auf die Internetseite des DMSB gegangen, wie ich das oftmals tue, wenn ich beispielhaft meinen Horizont erweitern möchte. Schließlich bin ich ein moderner Mensch. - Ich denke oft an den DMSB!

„Ich denke oft an Piroschka“, dürfte ich heute zwar (noch) sagen, weil auch Audi in Ungarn Motoren produzieren darf, aber das wäre – wenn ich einem Film-Kritiker glauben darf – eine „Erinnerung an Opas Kino“. - Wer geht noch ins Kino?  - Popkorn macht dick. - Mache ich mir vielleicht vor, darum gehe ich eben ins Internet! - Und finde gleich einen Anstoß zum Nachdenken!

Was nutzt mir da ein Glasfaseranschluss. Es geht eben nichts ohne mein „Kopf-Archiv“! Ich denke also. Dabei fällt mir ein... – also da war doch was! - und denke mal nicht an „Piroschka“, sondern an Claudia Pechstein. Da hatte doch das Verwaltungsgericht… - War da nicht sogar ein Urteil des BGH-Urteil aufgehoben worden? - Richtig! - Es war auch festgestellt worden, dass Urteile öffentlich sein müssen. - Boah! - Da hatte der DMSB aber verdammt schnell reagiert! - Da werden im Oktober 2022 schon Urteile von 2021 veröffentlicht! - Na ja, das „Pechstein-Urteil“ ist auch erst aus Juli 2022!

Und während ich gedankenvoll mit der Maus weiter über die Seite cruise… - Verdammt! - Was ist das? (Übrigens: „cruise“ ist englisch und „to cruise“ ist – übersetzt - = „herumfahren“. Das nur, damit die Leser meinen Horizont kennen! - s.o. Adenauer-Zitat!) - Jetzt folgt das Zitat von der DMSB-Internetseite, am 25. Oktober 2022 dort eingestellt:

„Vorschriften für die Ausrüstung der Fahrer/ Beifahrer
Ab sofort wird der Artikel 1.1.h) (Nur für den Slalomsport zulässige Helmnormen) um die Norm ECE22/06 ergänzt.
Es wird darauf hingewiesen, dass ab 01.01.2023 Overalls gemäß dem FIA-Standard 8856-2000 welche vor 2013 hergestellt wurden ihre Gültigkeit verlieren. Erkennbar ist dies am fehlenden FIA-Hologrammlabel (Darstellung nachfolgend). Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass auch die übrige Flammhemmende Bekleidung (mit Ausnahme der Socken) ab dem 01.01.2024 ihre Gültigkeit verliert, sofern lediglich die Kennzeichnung ohne FIA-Hologrammlabel vorhanden ist.“

Da werden sich die Lieferanten von Renn-Overals aber freuen! - Aber wo wollen die so schnell – in wenigen Wochen! - und zu welchen Preisen? - noch das notwendige NOMEX-Material herbekommen und verarbeiten? - Wer kennt von den betroffenen Teams und Fahrern überhaupt die neue Bestimmung?

Der DMSB ist schon ein toller Verein! Er ist nicht nur „eingetragen“, sondern hat auch die richtige Einstellung. Ich lese nämlich auch auf den DMSB-Seiten:

„Angesichts der anhaltenden Lieferkettenprobleme durch die nach wie vor herrschenden globalen Rohstoff- und Logistik-Engpässe ruft der DMSB alle Sportler, Funktionäre und Vereine zu vorausschauendem Handeln auf. Da sich die bereits seit Wochen angespannte Lage über den Winter durch eine kritische Phase in der nationalen Energieversorgung verschärfen könnte, hat der DMSB bereits wichtige Maßnahmen ergriffen.“

Der DMSB hat eben – zu Allem! - die richtige Einstellung. Beim Cruisen finde ich auch:

DMSB-NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE
Stand: 1. Februar 2022
...„Der tatsächliche Impact von Motorsport auf die Umwelt ist vermutlich weitaus geringer,
als es in der öffentlichen Wahrnehmung eingeschätzt wird. Dem Motorsport kann
deshalb nicht die Aufgabe zukommen, einen gesamtgesellschaftlichen
Transformationsprozess zu bewerkstelligen. Als traditionelles, manchmal
öffentlichkeitsträchtiges Betätigungsfeld vieler Unternehmen aus der Automobil- und
Zulieferindustrie sind aber seine Symbolkraft und sein subjektiv wahrgenommener
Umwelteffekt groß.“ ...

Aber das ist ja auch von Februar 2022, während die DMSB „Overall-Gesetzgebung“ erst vom 25.  Oktober 2022 ist. - Also bitte bis 01.01.2023 umsetzen! - Dalli, dalli! - Wie sagte schon Konrad Adenauer so schön:

„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“

MK/Wilhelm Hahne
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100 Jahre: Hans-Erdmann Schönbeck war „ein Herr“!

Bei „Wikipedia“ lebt er auch heute noch. Tatsächlich wurde er 9. September ds. Jrs. 100 Jahre alt  und ist am 18. Oktober gestorben. Nicht nur bei „Wikipedia“ lebt Hans-Erdmann Schönbeck weiter; kaum ein Medium hat seinen Tod wahrgenommen. Unauffällig, wie er – „als Herr“ – seine Arbeit in all seinen beruflichen Positionen sozusagen „mustergültig“ ausführte, hat er diese Welt für immer verlassen.

Noch in in diesem Jahr – 2022 - wurde aber besonders der erste Teil seines Lebens noch in vielen Buchbesprechungen erwähnt, als der Bestseller-Autor Tim Pröse ein Buch veröffentlichte, das mit seinem Titel - „...und nie kann ich vergessen“ – besonders auf die Erlebnisse des „Zeitzeugen“ Hans-Erdmann Schönbeck abhob. Tatsächlich war der zu diesem Zeitpunkt 99jährige ein Stalingrad-Überlebender, wurde den Widerstandskämpfern zugerechnet. Das Buch landete – darum? - dann auch direkt auf Platz 2 der SPIEGEL-Bestsellerliste in der Rubrik Sachbuch/Hardcover.

Sein Tod noch im gleichen Jahr, jetzt im Oktober, wurde dagegen kaum registriert. Ich habe Hans-Erdmann Schönbeck nach seinem Wechsel von Audi zu BMW 1974 kennen gelernt. Er war ein Mann, der – was den Vertrieb von Automobilen betraf – wusste, wovon er sprach.

Natürlich war er auch von seinen Erlebnissen als Panzer-Offizier im Zweiten Weltkrieg und seinen Erlebnissen bei Stalingrad geprägt. Aber sein Leben ging auch danach weiter. Er studierte ab 1946 an der TH in München, nachdem er schon zu Kriegsbeginn eine landwirtschaftliche Lehre abgeschlossen hatte. 1950 begann er bei der MAHAG in München, einem der großen VW- und Porsche-Großhändler dann seine eigentliche berufliche Laufbahn als Volontär, die ihn vom Gebietsleiter zum Verkaufsleiter und weiter zum Verkaufsdirektor (mit Prokura!) werden ließ.

Dann gab es den beruflichen Sprung zum Vertriebsleiter Inland bei Audi. 1970 war er dann schließlich dort Vorstandsmitglied Gesamtvertrieb und wurde 1974 dann zu BMW nach München abgeworben.

  • Die bisherigen Privat-Importeure sollten durch werkseigene BMW-Importniederlassungen ersetzt werden! Er hatte auf diesem Gebiet Audi-Erfahrung!

So hat er mir es damals – als er schon bei BMW war – erzählt, weil mich persönlich interessierte, warum er zu BMW gekommen war. Dieser „tiefere Grund“ wurde bisher nirgendwo und niemals  erwähnt. Ich war auch nicht unbedingt – damals wie heute – der Meinung, dass seine Meinung  und die des Herrn von Kuenheim „zur Sache“ richtig war.

Hans-Erdmann Schönbeck hatte die Aufgabe, bei BMW – so nebenbei - das umzusetzen, was er vorher schon bei Audi angeregt hatte:

Schönbeck sagte mir damals, dass man damit eine schnellere Information der „Zentrale“ sicherstellen wolle, weil die durch Privat-Importeure nicht zuverlässig schnell – und vielleicht auch subjektiv beeinflusst – erfolge.

Nach meiner Erfahrung war das zwar objektiv richtig, aber real-politisch falsch. Gerade BMW profitierte z.B. stark von der Meinung des unabhängigen Privat-Importeurs Hoffmann in New York. Ohne ihn hätte es z.B. keinen BMW 507 gegeben und der Vergaserhersteller BING hätte sicherlich erst sehr viel später zum durch Unterdruck gesteuerten Vergaser gefunden.

Ich wusste aber auch zu diesem Zeitpunkt schon, wie „zuverlässig“ eine Reihe von Statistiken sind, die damals bei der Automobilindustrie im Umlauf waren. Das ist inzwischen noch schlimmer geworden, da heute z.B. jeder große Hersteller über eine eigene Leasing-Gesellschaft verfügt.

  • Aber da – könnte man sagen – „betrügt“ sich der Hersteller selber, weiß also um die „getürkten“ Statistiken!

Eine solche Situation hat sich ein Hans-Erdmann Schönbeck Zeit seines Lebens sicherlich nicht vorstellen können. Er war eben „ein Herr“, hatte die Moralvorstellungen, von denen auch ein Eberhard von Kuenheim bestimmt war.

Hans-Erdmann Schönbeck hat nach seiner BMW-Zeit, die er – nachdem er dort noch in den Aufsichtsrat aufgestiegen war, aufgrund seines Alters – kurz vor seinem 67. Lebensjahr – beendet. Er war danach aber noch 4 Jahre Präsident des VDA und danach noch ein paar Jahre Präsident des europäischen Automobilherstellerverbandes.

  • Immer „ein Herr“, immer korrekt! - Schönbeck hat alle Position in seinem Leben mit der richtigen Einstellung dazu ausgefüllt.

Da kann man fast verstehen, dass er sich nun im Alter von exakt 100 Jahren von unserer Welt verabschiedet hat. Das war auch nicht mehr „seine Welt“!

Sozusagen still und ohne eine Häufung von Nachrufen in den Medien hat er uns verlassen.

Wer so alt wird, ist in unserer modernen Welt auch schon lange vergessen!

Wilhelm Hahne

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NLS 8: Anlass – den „November-Blues“ anzustimmen“?

Als alter Mann hat man oft den Eindruck, immer häufiger mit jungen Leuten zu tun zu haben, die von dem was sie machen, relativ wenig Ahnung zu haben scheinen. Da werden z.B. tolle „Facebook“-Seiten gemacht, denen ich entnehmen kann, dass die „VLN“  eine“ Professionelle Sportliga“ ist. - Da bin ich dann schon erschrocken! - Hätte ich da eigentlich beim ersten Lauf 1977 mitfahren dürfen, weil ich doch eigentlich ein richtiger Amateur war – und bin?

Da habe ich mal schnell in die 2023er-Ausschreibung der Serie, die sich nun „NLS“ nennt geschaut und – war schon ein wenig beruhigt. Da ist zu lesen:

„Die Nürburgring Langstrecken-Serie (ehemals VLN) ist die größte und populärste Breitensport-Rennserie weltweit… - Mehr als 150 Tourenwagen und GT-Fahrzeuge, die in der Regel mit mehreren sich am Steuer abwechselnden Fahrern besetzt sind, gehen regelmäßig bei den einzelnen Rennen an den Start.“

Mir ist das Wort „regelmäßig“ im vom DMSB abgesegneten Text aufgefallen, weil ich gerade vorher in der „Vorläufige Teilnehmerliste“gesehen hatte, dass für den „PAGID Racing 46. DMV Münsterlandpokal am kommenden Wochenende exakt 104 Teilnehmer gemeldet haben. (Status 19.10.2022. 08:16:36).

Da ich auch über den 7. NLS-Lauf berichtet hatte, ist mir aufgefallen, dass danach anderswo „vom 6. Rennen der Saison“ oder vom „vorletzten Rennen“ geschrieben wurde. Was auch richtig (+ 1x falsch) ist, da der erste VLN-Lauf ausgefallen und in den November verlegt wurde.

  • Was soll ich nun schreiben, wenn ich über den vor uns liegenden NLS-lauf informieren möchte?

Denn der 8. NLS-Lauf ist jetzt das siebte Rennen dieser Serie in der Saison 2023 und somit – erst jetzt (!) – das vorletzte Rennen. Da hatte ich die Idee, mich mal dort zu informieren, wo auch der/die Besitzer des Nürburgrings mehrheitlich (?) leben. - Ich habe es jedenfalls mal in Russland versucht. Das Ergebnis:

Dort zählt man wohl noch anders. Oder anders formuliert: Dort hat man noch weniger Ahnung. Aber ich hatte allen Grund, noch einmal alle Rennen an den Fingern abzuzählen, was sicherlich einfacher ist, als das digital zu machen. Das Ergebnis:

  • NLS 8 ist das siebte Rennen und der vorletzte NLS-Lauf in diesem Jahr und wird am 22.10.2022 das erste Rennen seit 23 Jahren sein, in dem weniger als 100 Starter in der Startaufstellung stehen!

Ich bin dann – nach dem Frühstück - schon gegen 9:30 Uhr am Nürburgring gewesen um zu schauen, ob man jetzt auch noch die Teams – wie in der ersten kritischen Corona-Phase üblich – schon am Donnerstag anreisen lässt, um eine korrekte Aufstellung im Fahrerlager zu gewährleisten.

Heute, am Donnerstag vor dem Rennen, war aber alles anders. Die Einfahrt zum Fahrerlager war gegen 9:30 Uhr verschlossen. Ein Autotransporter setzte gerade wieder rückwärts und versuchte es dann über die Zufahrt zum „alten“ Fahrerlager. Dort, wo sonst die Anmeldung der  Rennteams erfolgt und sie alle wichtigen Unterlagen erhalten, war noch geschlossen und „zu früh“ angereiste Transporter parkten in Verlängerung dieser ersten Anlaufstelle, um auf einen möglichen Einlass zu warten.

Nun ja: Erst Freitag ist eine offene Zufahrt wichtig, weil die „VV“ dann gerne das Geld für die auch möglichen „Test- und Einstellfahrten“ kassiert. Teilnehmer an der letzten Veranstaltung beanstandeten übrigens bei „Motor-KRITIK“, dass dort falsche Zahlen angegeben waren. Es könne zwar sein, das „kleine Tourenwagen“ nur 580 Euro zahlen müssten, für GT3-Fahrzeuge würden aber 685 Euro kassiert, zu denen dann noch – in allen Fällen - 30 Euro pro Passagier kämen, von denen man gerne möglichst viele an einem Freitag-Nachmittag mitnehmen möchte. - Um Einnahmen zu generieren. - Und „VV“ generiert 30 Euro mit!

Sozusagen „knurrend“ wurde mir vorgetragen, dass man die drei Stunden Fahrt, für die man am Freitag vor NLS-Lauf 7 bezahlt hatte, dann nicht nutzen konnte, da diese Veranstaltung schon – - vertragswidrig (?) – vom Veranstalter nach zwei Stunden (!) (gegen 18:00 nicht 19:00 Uhr) beendet wurde.

Die Stimmung unter den NLS-Teilnehmern ist derzeit schlecht. Auch die Vielzahl aller reglementarisch in den letzten Jahren verordneten Maßnahmen tragen nicht dazu bei, die NLS gegenüber der „alten VLN“ attraktiver zu machen.

Es wäre dringend an der Zeit, den „Chefdirigenten“ der Serie durch einen neuen zu ersetzen. Auch der „1. Geiger“, der gerade zur NLS-Lauf 8 die Standzeiten beim Boxenstopp für SPX-Fahrzeuge noch mal von 30 sec auf 45 sec gegenüber den Zeiten für SP’9-Fahrzeuge erhöht hat, könnte besser anderswo hin passen, zumal „sein Instrument“ nicht mehr in das eigentliche „Arrangement“ passt.

Es passt allerdings sehr gut zur derzeitigen Besetzung des „Orchesters“ und ist besonders gut für einen „November-Blues“ geeignet!

MK/Wilhelm Hahne
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Lesertipp: Wenig Ärger durch bequemes Abschreiben?

Ein Leser fragte mich in einem Gespräch, warum ich mir das Leben so schwer mache, weil ich mit meiner Meinung doch sowieso nichts grundsätzlich ändern kann. - Natürlich hat er recht! - Ich möchte auch nichts ändern, sondern nur evtl. ein paar Menschen zum Nachdenken anregen. Aber tatsächlich ist das „Mitschwimmen im Mainstream“ für einen Journalisten anstrengungsloser. Man erhält zwar dann keinen Beifall, aber doch hier und da – zumindest - ein verständnisvolles Kopfnicken von Pragmatikern.

Nicht unbedingt von den Autoren, Richard David Precht und Harald Welzer, die gerade mit ihrem neuen Buch, „Die vierte Gewalt – Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist“ schon allgemein – und nicht nur „hier und da“ – ein wenig anecken. - Obwohl sie natürlich recht haben. - Wie auch mein Leser.

  • Mit folgendem Beispiel möchte ich aber klar machen, dass man als Journalist auch mit Abschreiben anecken kann. Selbst wenn man „nur“ aus einem Roman zitiert!

Es folgen ein paar Sätze aus dem Roman „Unterleuten“, wobei schon dieser Titel ein wenig doppeldeutig ist. Die Autorin, eine Frau, könnte wohl auch „Unter Leuten“ gemeint haben. In dem Buch ist u.a. (auf Seite 114) zu lesen:

„Da waren sie also die Lösungen. Damit kannte Kron sich aus. Immerhin steckten jeden Morgen zwei überregionale Tageszeitungen in seinem Briefkasten. Früher hatte er die Blätter als Reportagen aus dem Herzen des Feindes gelesen, heute las er sie als Satiremagazine. Er wusste, wie man mit Schweinegrippe Pharmaprodukte verkaufte, mit Terrorismus Wirtschaftskriege legitimierte und mit Klimakonferenzen den heimischen Markt gegen Billigimporte schützte. Er beherrschte die dazu passende Rhetorik. Auf einer Pressekonferenz hätte er jeden beliebigen Schwachsinn erklären können, zum Beispiel, warum trotz Bankenkrise eine Regulierung der globalisierten Märkte leider nicht möglich sei. Er wusste, wann man ‚alternativlos’ und ‚Sachzwang‘ sagen musste, nämlich in jedem zweiten Satz. Er kannte die Argumentationsfiguren, mit denen Verantwortung von den Kommunen auf die Länder, von der Landesebene auf die Bundesregierung und von der Bundesregierung nach Brüssel abgeschoben wurde. Soziale Ungerechtigkeiten ließen sich bestens legitimieren, indem man darauf verwies, das Wirtschaft und Wohlstand andernfalls nach China abwandern würden.“

Das ist wirklich ein Zitat und – abgeschrieben! - Es stammt aus dem Roman einer jungen Autorin, die erst 1974 geboren wurde, Jura studierte, in Europa- und Völkerrecht promovierte. Sie hat schon Bücher geschrieben, die Welterfolge wurden und wurde nicht nur – 2018 – mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, sondern auch zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

Auch wenn die Autorin Juli Zeh heißt, kann man sich das Buch im November oder Dezember kaufen, zumal es – ungebunden, als Paperback – nur 12 Euro kostet. Zehn Liter Diesel – aber auch Benzin - sind teurer!

Wenn ich – normalerweise – nicht überwiegend mit „Motorthemen“ beschäftigt wäre, könnte die obige Darstellung von aktuell erlebbaren Abläufen auch auf meinem Computer entstanden sein. Aber eine solche Schilderung von Erlebbarem durch einen Journalisten wird wohl anders empfunden, als die von einer intelligenten Schriftstellerin.

Wie dem auch sei: Ich bleibe „bei meinen Leisten“ – und schreibe in Zukunft weiter über „Motorthemen“ und den Nürburgring, der in der Eifel liegt, die zu meiner zweiten Heimat geworden ist und die schon ein wenig darunter leidet, dass sich die Realität oftmals politischen Wunschvorstellungen unterordnen muss, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Diese Geschichte ist thematisch vielleicht auf meinen Motor-KRITIK-Internetseiten ein wenig fremd, passt aber eigentlich doch „ins Bild“.

Wie auch meine demnächst folgenden Geschichten zeigen werden. - Hoffe ich! - Denke ich!

Natürlich werden sie von mir nicht als ein Produkt der „vierten Gewalt“ empfunden, sondern als eine klare, unverzerrte Darstellung der Realität, nicht nur als subjektive Meinung. - Denn diese „Meinung’“ wird auch von Fakten gestützt, die man – „von anderer Seite“ – gerne übersieht.

Das alles also „Demnächst in diesem Theater“!

MK/Wilhelm Hahne
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