Seit 1990 erster GP von Frankreich in Paul Ricard

Paul Ricard ist eine Rennstrecke, die scheinbar als Rennstrecke für die Formel 1 ausgedient hatte, nachdem sie 1999 an eine von Bernie Ecclestone dominierte Firma verkauft worden war. Ecclestone ließ sie umbauen und nahm dort erhebliche Investitionen vor. Die Strecke besteht praktisch nur aus Fahrbahnen und Auslaufzonen, was nicht nur schwere Unfälle fast ausschließt, sondern diese Strecke so auch zu einer fast idealen Teststrecke werden lässt. Je nach Anforderungen der Firmen, sind 180 Streckenvarianten zwischen 6,105 km und 826 m möglich. Die Mietpreise sind allerdings auch sehr hoch. Trotzdem ist Paul Ricard – auch unter „Le Castellet“ bekannt – als Teststrecke sehr beliebt, da sich ein für Privatmaschinen (auch kleine Düsen-) nutzbarer Flughafen direkt neben der Strecke befindet und man auch in einem direkt an der Strecke liegenden Hotelkomplex Quartier beziehen kann.

In diesem Jahr fand dort nach 28 Jahren wieder ein Großer Preis von Frankreich statt. Für die neue Generation der Formel 1-Fahrer war diese Strecke also unbekannt und machte deutlich, wer sich nun wirklich zu den kompletten Rennfahrern zählen kann. Die Teams taten sich z.T. etwas schwer, da es zu dieser Strecke noch keine Basisdaten gab.

Umso interessanter sind die Ergebnisse. Natürlich interessiert das Rennergebnis, aber das ist schon in jeder Montags-Zeitung zu finden. Motor-KRITIK liefert dazu seit Beginn dieser Saison eine ergänzende Tabelle, die sich an der jeweils schnellsten Rennrunde der schnellsten 10 Fahrer orientiert.

Dieses Mal waren wir besonders gespannt, wie Lewis Hamilton seine Aussage nach dem Qualifying umsetzen würde, wo er sich zu der Äußerung hinreissen ließ:

„Ich glaube, ich kann mich im Rennen sogar verbessern.“

Das war, wenn man einen Blick in die Tabelle wirft, eine der vielen Worthülsen, die heute gerne benutzt werden, um Eindruck zu schinden. Lewis Hamilton fuhr das Rennen im Stil – und mit der Einstellung – eines am Erfolg orientierten Taxifahrers zu Ende. Schnellster im Qualifying; Erster im Rennen. - Hamilton hat nun wieder die WM-Führung übernommen. Ich persönlich wundere mich, wie erwachsene Menschen, oft bei Fernsehsendern oder anderen „Stimmungsmachern“ beschäftigt, den Gewinn der F1-Weltmeisterschaft in 2018 durch Lewis Hamilton überhaupt in Frage stellen können.

Fahrerisch ist ein Lewis Hamilton wirklich „Spitze“. Aus meiner Sicht ist Sebastian Vettel – wenn man jeweils die komplette Rennfahrerpersönlichkeit wertet – da nicht konkurrenzfähig. Auffallend gut sind aus meiner Sicht da z.B. ein Kimi Raikkönen oder ein Fernando Alonso. Alonso habe ich in meiner Liste mit einem „roten Punkt“ versehen, damit seine Leistung nicht übersehen wird: Mit einem unterlegenen Rennfahrzeug, das aber – wie man sehen kann – von einem guten Motor befeuert wird, fährt Alonso die sechstschnellste Runde im Rennen. Im Qualifying erreichte er nur Platz 16, auf dem er auch das Rennen beendete.

Ich habe für diesen Grand Prix eine zweite Tabelle erstellt, die die Leistung der besten sechs Fahrer/Fahrzeug-Kombinationen vergleichbar machen soll, in dem die Leistung der Fahrer in den Teams von Mercedes, Ferrari und Red Bull an der Differnz zwischen der Leistung in Q3 und der schnellsten Rennrunde gemessen wird. Hier wird die Leistung eines Valtterie Bottas besonders deutlich, der – wie man im Fernsehen mit bekommen konnte – durch den Crash mit Vettel das Rennen mit einem beschädigten Unterboden fahren musste. Und dieser Mann fuhr dann einen neuen Rundenrekord, kam aber in meiner Tabelle „nur“ auf Platz drei. Was für die Auswirkungen des Schadens spricht. - Aber auch dafür, wie sehr z.B. ein Lewis Hamilton nur „auf Ankommen“ fuhr. In meiner Tabelle findet man ihn auf Platz fünf.

Jetzt geht‘s – hopp-la-hopp – in den nächsten zwei Wochen zu den nächsten zwei Rennen in Österreich und England. Denn es sollen in diesem Jahr schließlich insgesamt 21 Formel 1-Rennen werden, in denen die Fahrer um die „Krone“ Fahrer kämpfen. -

Während die Werke an einer anderen Wertung interessiert sind, die aber die Zuschauer weniger  interessiert.

Der Fahrer repräsentiert mit seiner Leistung in der Formel 1 eine Marke, verdeutlicht die Qualität eines Motors, die Leistung eines Teams.

MK/Wilhelm Hahne

 

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