Telex

Haben die DMSB-Lizenzen alle den gleichen Wert?

Hört man bei Gesprächen in den Fahrerlagern deutscher Rennstrecken mal genau hin, muss der Eindruck entstehen, dass Motorsport in Deutschland ohne die Zustimmung des Deutschen Motorsport Bundes e.V. (DMSB) nicht möglich ist. Der DMSB ist schließlich der nationale Vertreter der FIA, der internationalen Sportbehörde.

Wenn aber in einer FIA-Meisterschaft z.B. ein Wertungslauf in Deutschland, auf der Nürburgring-Nordschleife durchgeführt wird, dann gelten die Vorschriften des DMSB nicht, weil die FIA die scheinbaren  „Gesetzmäßigkeiten“ des DMSB als „national“ einstuft und damit für sich das Recht in Anspruch nimmt, „ihre“ Rennen nach „internationalen“ Richtlinien auszutragen, die überall in der Welt gelten. - Nur auf der Nürburgring-Nordschleife bei DMSB-Veranstaltungen nicht!

Die WTCR z.B., die während der Veranstaltungstage zum 24h-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife drei Wertungsläufe für „ihre Serie“ durchführte, die verlangte von den Fahrern kein DMSB-Nordschleifen-Permit und natürlich mussten die Fahrer keine besonderen Lehrgänge machen, weil zu diesen Rennen die Flaggen nach internationalen Regeln gezeigt werden mussten. -  Die Flaggenposten und Strecken-Marshals waren an diesen Renntagen besonders gefordert: Einmal „international“ (nach FIA-Bestimmungen), einmal „national“ (nach DMSB-Bestimmungen) tätig zu werden.

Nun werden nicht nur diese Leute auch immer wieder geschult und „lizenziert“. Auch die Ausbilder zum DMSB-Nordschleifen-Permit sind „lizenziert“. Vom DMSB. - Und das kostet natürlich. Alle Jahre wieder. Niemand kann in einer deutschen Rennorganisation ohne Lizenzen des DMSB auskommen. Da ist der Rennleiter, der Zeitnehmer, der Sportkommissar, der Technische Kommissar selbstverständlich durch den DMSB lizenziert. - Und entsprechend ausgebildet! - Sollte man denken!

An den Tagen um das 24h-Rennen passierte aber auch folgendes:

Es war als Rahmenveranstaltung auch ein „Classic“-Rennen ausgeschrieben, das ebenfalls – aber nur 3 Stunden – über die Nordschleife ging. Der Veranstalter dieses Rennen hat von jedem Teilnehmer inkl. der sogenannten Nebenkosten gut 1.000 Euro als Nenngeld kassiert. Es waren auch gut 200 Teilnehmer am Start. - Deutlich mehr als beim 24h-Rennen!

Aber es hätten noch mehr sein können. So wurden z.B. zwei Golf GTI der Baujahre 1982 deshalb von einem Technischen Kommissar nicht zum Start zugelassen, weil der Überrollkäfig nicht ordnungsgemäß – entsprechend dem Zertifikat – eingebaut war. - Wurde behauptet!

Das Problem war aber wohl weniger die Art des Einbaus, sondern die persönliche Ansicht des Technischen Kommissars. Denn nachdem das Rennen – ohne die zwei Golf GTI – gelaufen ist, hat der DMSB dem Besitzer der Fahrzeuge bestätigt, dass der Einbau – entsprechend dem Zertifikat – absolut richtig war:

„Bei dem Käfig aus Zertifikat 4-16/67 ist eine Montage mit Schweißung und Verschraubung zulässig.“

Doch der Veranstalter hat bisher noch nicht das gezahlte Nenngeld für die zwei Golf I GTI zurück gezahlt. Man enthält sich eines Kommentars und schiebt die Rückzahlung „vor sich her“. - Wie lange noch?

Der DMSB macht sich mit solchen Technischen Kommissaren – wie nicht nur in diesem Fall erlebt – einfach lächerlich und schadet dem Motorsport insgesamt! - Und dann wundert man sich in Frankfurt, wenn immer mehr Teams und Fahrer zum NAVC (Neuer Automobil- und Verkehrs-Club e.V) abwandern. - Die man dann verklagt, wenn sie nicht vorher ihre DMSB-Lizenz zurück gegeben haben.

In den DMSB-Unterlagen ist zur Arbeit der von dieser „nationalen (Frankfurter) Sportaufsicht“ lizenzierten Technischen Kommissare zu lesen:

„Ihnen kommt damit eine wichtige überwachende und kontrollierende Funktion zu. Der ordnungsgemäße, harmonische und faire Verlauf einer Veranstaltung sind entscheidend von ihrem Verantwortungsbewusstsein und ihrer Sorgfalt abhängig.“

Das steht in den Unterlagen des DMSB. Die Realität sieht leider anders aus und schadet dem Motorsport insgesamt. - Wenn ein solches Fehlverhalten öffentlich wird. - Weshalb z.B. die so genannte Fachpresse davon keine Kenntnis nimmt!

Ist darum alles gut?

MK/Wilhelm Hahne
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24h-Rennen: NITRO-Niveau – „Cobra 11“ ist besser!

Es ist beeindruckend, wie eindrucksvoll die „Hausordnung“ des DMSB beim 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife Wirkung zeigte. Jemand der auch die Lizenz zur Ausbildung von DMSB-Nordschleifen-Aspiranten hat, machte den Wert dieser Ausbildung durch seinen persönlichen Einsatz im Bereich „Brünnchen“ deutlich.

Die eindrucksvollsten Unfälle – für den TV-Sender NITRO - kamen überhaupt durch das Spezial-DMSB-Reglement für die Nordschleife zustande. Christian Menzel, als Fahrer beim Rennen dabei,  kritisierte noch vor Ort das DMSB-Nordschleifen-Permit deutlich als absolut unwirksam. Er sagte gegenüber "motorsport-total.com":

"Der Sinn des Permits war doch, die Leute besser vorzubereiten. Aber hier haben wir Fahrer, die diese Plastikkarte haben, aber völlig überfordert sind."

Aber auch andere „Regeln“ sorgten für eine Menge Unmut bei denen, die unter Einsatz von viel Geld am Geschäft von Nürburgring 1927 GmbH & Co KG und ADAC Nordrhein beteiligt waren. Es wird sicherlich nach dem Rennen zu der einen oder anderen Entscheidung noch Diskussionen geben. - Natürlich „hinter den Kulissen“. - Es gibt schließlich Anlässe genug.

Interessant war der Verlauf des Rennen sicherlich für Frank-Steffen Walliser, der auch als Besucher – einer von 230.000 (hihihi!) - dem Rennen beiwohnte. Er wird das Ergebnis sicherlich als Porsche-Manager mit der Baureihen-Verantwortung für die Modellreihen 911 und 718 nüchterner beurteilen, als das die Masse der Besucher getan hat.

Obwohl nur Stunden vor dem 24h-Rennen noch einmal durch eine „nachgebesserte BoP“ eingebremst, konnte Porsche mit seinem überarbeiteten GT3 vom Typ 911 zeigen, dass er zumindest auf der Nordschleife des Nürburgring immer noch siegfähig ist. - Wenn er nicht durch das Reglement – ob nun zu recht oder nicht – eingebremst wird.

Im VW-Konzern dürfte man zufrieden sein, da ein Audi R8 LMS, von „Phoenix“ in Meuspath eingesetzt, mit Rundenvorsprung vor einem Porsche 911 GT3 den Gesamtsieg davon trug.

„Mit Integration der GT-Straßenfahrzeuge in die Baureihe 911 und 718 können wir den für unsere kompromisslosen Straßensportwagen erforderlichen Besonderheiten deutlich früher Rechnung tragen als bisher.“

Das hat Frank-Steffen Walliser Anfang 2019 gesagt, als er die Baureihenverantwortung für die Modellreihen 911 & 718 übernahm. Bei der gerade durchgeführten Modell-Ergänzung beim Typ 718 - mit dem Serien-Modell GT4 - hat er gezeigt, dass er ein Gefühl dafür hat, was für Porsche – und den Verkauf - wichtig ist: Ein Sechszylinder-Motor!

  • Er ist übrigens nicht für die Kalkulation verantwortlich!

So ist es auch keine Überraschung, dass er mit einem 718 GT4-Coupe – es gibt ihn auch als Spyder – zum 24h-Rennen am Nürburgring angereist war. Mit der Weiterentwicklung des GT3 – gerade fahrwerkmäßig – ist er auf einem guten Weg. Aber er wird nicht daran vorbei kommen, in naher Zukunft auch beim Serienmodell 911 mindestens Motor und Getriebe eine andere Richtung zu geben.

Was mir noch als Besonderheit aufgefallen ist: BMW nutzte die Möglichkeiten einer 360-Grad-Kamera, um die Arbeit der Boxenmannschaft zu überwachen. Was leider nicht zu einem erwähnbaren Erfolg dieser Marke beitrug.

Beeindruckend für mich war auch die Tatsache, dass der Boxenstopp für die siegfähigen Fahrzeuge zwar in der Länge „zwangsweise“ vorgegeben war, so dass in dieser Zeit sogar vordere Bremsscheiben gewechselt werden konnten, aber dass die Fahrzeuge beim Betanken nicht mit den Rädern den Boden berühren mussten. - Eine besondere Art von „Sicherheitsvorgabe“ wenn man einmal das sonstige „Sicherheits-Alibi-Getue“ betrachtet.

Und nächstes Jahr freut sich dann NITRO auf ein noch effektvolleres Rennen. Denn auch bei „Cobra 11“ werden die Action-Szenen zunehmen. - Der Zuschauer – am Handy mit harten „Games“ verwöhnt – verlangt danach.

„Ludi publici!“

MK/Wilhelm Hahne
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Vom „DMSB-Hausrecht“ voll getroffen: David Perel

Meine Leser haben reklamiert, dass in der letzten Motor-KRITIK-Geschichte nicht „Ross & Reiter“ für das Urteil eines Frankfurter Richters genannt worden wären. Das ist deshalb nicht geschehen, weil eigentlich dieses in einer Gerichtsverhandlung bekannt gewordene – bisher unbekannte – Hausrecht des DMSB, nicht einen Einzelnen betrifft, sondern von grundsätzlicher Bedeutung ist.

Erstaunlich ist, dass erst jetzt – nach Jahren (!) - so einer breiteren Öffentlichkeit verdeutlicht wird, dass der DMSB sich mit seiner Verfügung, dass nur der auf der Nürburgring-Nordschleife Rennen fahren darf, der im Besitz eines DMSB-Nordschleifen-Permit ist, sich auf eine gefährliche Gratwanderung begeben hat. Bisher hatte der DMSB deshalb keine „Balanceprobleme“, weil diese Verfügung eines e.V. von (fast) allen, die davon betroffen waren, demutsvoll akzeptiert wurde.

Man hat die geforderten Ausbildungskosten und Gebühren hingenommen, weil man sich von dieser „Organisation“ abhängig fühlte, weil – so wird überzogen argumentiert – ohne den DMSB in Deutschland kein Motorsport möglich wäre. Man fühlte sich durch dieses „Monopol“ - wie es empfunden wird – eingeschüchtert, wollte die evtl. Rache eines kleinen e.V. vermeiden. Die vom DMSB beauftragten Ausbilder haben gerne kassiert, nachdem der DMSB auch bei ihnen kassiert hatte und nun jährlich die anfallenden Gebühren bei den Fahrern abgreift.

Der englische Rennfahrer, David Perel, fühlte sich deshalb von der DMSB-Verfügung, ihn als Fahrer nicht zum 24h-Rennen zuzulassen besonders betroffen, da ihm eigentlich zu der vom DMSB vorgeschriebenen Basis eigentlich nur wenige Rennrunden auf der Nordschleife fehlten. - Er ist auf vielen Rennstrecken der Welt zu hause und versteht nicht, was eigentlich auch unverständlich ist. - So hat er geklagt. Und verloren. - ??? - Weil das DMSB-Nordschleifen-Permit plötzlich zum „DMSB-Hausrecht“ zählt. - Das keiner kennt!

Weil nicht jeder den englischen Rennfahrer David Perel kennen muss, füge ich hier einmal seine Erfolge in 2018 ein, wie ich sie von seiner Internetseite kopiert habe:

„Full List of Achievements
    • Upgraded from Bronze to Silver FIA Driver Ranking
    • Pole Position – Spa Francorchamps – GT Open Championship
    • New Spa Francorchamps Lap Record for GT3 cars
    • 4th – Budapest Pro-Am – GT Open Race 1
    • 1st – Spa 24 Hours Pro-Am Category – Blancpain Endurance Series
    • Pole Position – Suzuka 10 Hours – Intercontinental GT Championship
    • 2nd – Suzuka 10 Hours Pro-Am Category – Intercontinental GT Championship
    • 2nd – Silverstone Pro-Am – GT Open Race 2
    • 1st – Nurburgring Pro-Am – Blancpain Sprint Series Race 2“

Die FIA hatte diesen Fahrer also gerade 2018 vom „Bronze“-Status in den „Silber“-Status als Rennfahrer erhoben und der DMSB möchte ihm – gegen eine „kleine Schutzgebühr“ - das Rennen fahren auf der Nürburgring-Nordschleife beibringen. Weil er deren „Bedingungen“, willkürlich festgelegt, um wenige Rennrunden nicht erfüllt hatte!

Der Teameigner der Start-Nummer 22 (ein Ferrari) hatte ihn anderen guten Fahrern vorgezogen, weil David Perel über eine große Rennerfahrung mit Ferrari GT3-Fahrzeugen verfügt. Wie man den ersten Trainingsergebnissen entnehmen kann, fährt an seiner Stelle nun Dontje Indy, ein niederländischer Rennfahrer, der aber bisher primär mit Mercedes GT3-Fahrzeugen Rennerfahrung sammeln konnte.

Gleich wie das Rennen für die Start-Nummer 22 endet: Diese DMSB-“Hausrecht“-Satire ist nach dem 1. Akt sicherlich nicht zu Ende, weil dafür auch kein Beifall zu erwarten ist. Nachdem der DMSB im 1. Akt die Richtung vorgegeben hatte, darf man auf die sicher zu erwartende Fortsetzung gespannt sein. - Der DMSB hat sich mit seiner Art der Ablehnung eines ausländischen Spitzenfahrers sicherlich keinen Gefallen getan. - Zumal er – dazu habe ich eine gutachterliche Bewertung mit klarer Aussage bereits veröffentlicht – keinerlei Berechtigung besitzt, ein solches „Permit“ zwingend vorzuschreiben!

MK/Wilhelm Hahne
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Es gelten die Regularien der Hausordnung des DMSB!

Wo man die nachlesen kann? - Nun, sie sind noch nicht geschrieben. Sie sind darum auch unbekannt. Aber auch ein kleiner e.V. hat das Recht darauf, eine eigene Hausordnung zu haben. - Soweit das den DMSB betrifft, ist die – wie gesagt - bisher unbekannt. Sie existierte bisher wohl nur in den Köpfen der DMSB-Verantwortlichen. D.h., die Hausordnung ihres Vereins ruhte in deren Köpfen. - Weil in der Ruhe die Kraft liegt?

Aber nun hat ein Frankfurter Richter dem DMSB in einer Verhandlung am 19. Juni 2019 nahe gelegt, diese mit Überzeugung vorgetragene Hausordnung auch transparent zu machen und z.B. schnellstens schriftlich zu fixieren.

Nun kann eine Hausordnung eigentlich nur von einem Eigentümer vorgegeben werden. In diesem Fall geht es aber um das DMSB-Nordschleifen-Permit, das wohl – so habe ich das verstanden – Teil der DMSB-Hausordnung ist. - Die niemand kennt!

Da gibt es tatsächlich Leute die glauben, der DMSB wäre der nationale Vertreter der international anerkannten FIA, der Fédération Internationale de l'Automobile, der darauf achten soll, dass die Regeln des internationalen Sportgesetzes eingehalten werden.   - Tatsächlich ist es aber wohl nur  ein regional (national) tätiger e.V. mit einer Frankfurter Hausordnung.

Das 24h-Rennen, das an diesem Wochenende ausgetragen wird also wohl nach der „Hausordnung“ des DMSB durchgeführt. Man kann in der Ausschreibung des veranstaltenden ADAC-Klubs lesen:

1.3 DMSB Genehmigung
Die Veranstaltung wurde vom DMSB unter der Reg.-Nr.
1/19 am 16.11.2018 genehmigt.
1.4 Zugelassene Starterzahlen
Training:
170 Fahrzeuge
Rennen:
3 Startgruppen mit max. à 70
Fahrzeuge jedoch max. 170 Fahrzeuge
2. Status der Veranstaltung
National A/NEAFP

Es ist demnach eine „nationale Veranstaltung mit ausländischer Beteiligung“. Nach der „Hausordnung“ des DMSB benötigt man aber auf der Nürburgring-Nordschleife dessen besondere Genehmigung zum Befahren dieser Rennstrecke. Dafür gibt es zwar keinen Grund, denn jeder Touristenfahrer kann diese Rennstrecke mit jeder Art von Kraftfahrzeug – so schnell wie er will -  befahren, wenn er im Besitz eines deutschen oder ausländischen Führerscheins ist.

Aber wenn der DMSB ein Rennen auf der Nordschleife „zulässt“, weil er dazu von der FIA berechtigt wurde, dann gilt auch gleichzeitig „deutsches Hausrecht“. Das kann für einen ausländischen Teilnehmer – trotz Rennerfahrung auf der Nordschleife - dann im Extrem bedeuten: Ausländer raus!

Die FIA, deren Internationales Sportgesetz (ISG) durch den DMSB in seiner Umsetzung national überwacht werden soll, kümmert sich übrigens einen Teufel um das Hausrecht dieses eingetragenen Vereins in Frankfurt! - Beim im Umfeld des 24h-Rennens durchgeführten FIA-WTCR-Lauf ist ein DMSB-Nordschleifen-Permit nicht vorgeschrieben! - Wobei auch das ISG übrigens nach deutschem Rechtsverständnis kein Gesetz im formellen Sinn ist, da es nicht von einem Hoheitsträger erlassen wurde.

Vom DMSB wird gerade beim jetzt stattfindenden 24h-Rennen vorgeführt, dass man schon zwischen „international“ und „national“ wegen der dann geltenden „Hausordnung“ eines Provinz-Vereins unterscheiden muss.

Motor-KRITIK wird nach angemessener Frist nach dem 24h-Rennen noch einmal das Thema aufgreifen. Ich möchte nämlich gleichzeitig die „DMSB-Hausordnung“ vorstellen, deren schriftliche Fixierung und Transparentmachung von einem Frankfurter Richter dem e.V. am 19. Juni 2019 empfohlen wurde. - So lange müssen sich meine Leser gedulden.

Ich halte diesen Termin deshalb hier fest, um meinen Lesern die Möglichkeit zu geben, die Weiterentwicklung bei diesem „DMSB-Trauerspiel“ auch später einmal zeitlich werten zu können.

MK/Wilhelm Hahne
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Problemfall Nordschleife: Oder nicht oder doch?

„73 Kurven, 25,378 Kilometer – die Nordschleife des Nürburgrings ist die größte Herausforderung im Leben eines Rennfahrers“, ist in einer „motorsport“-Beilage zu „Auto Bild“ aus Anlass des 24h-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife zu lesen.

René Rast erklärt darin z.B. zum Streckenabschnitt „Flugplatz“:

„Früher gab es dort eine Kuppe, auf der das Auto abgehoben hat. Inzwischen ist die Kuppe abgetragen worden.“

Das bedeutet natürlich, dass dieser Streckenabschnitt schneller geworden ist. Der DMSB hatte darin offenbar einen „Sicherheitsaspekt“ gesehen. Denn auch deren Präsident, Hans-Joachim Stuck, sagte zu diesem Thema der „motorsport-total.com“ anlässlich der Ennstal-Classic 2018:

"Rennwagen wie die der GT3-Kategorie sind nicht mehr zum Springen geeignet. Deshalb haben wir einige Stellen wie den Flugplatz entschärft und wenn wir die Rundenzeiten um die acht Minuten halten, ist das auch okay"

DMSB-Sicherheits-Motto: Strecke schneller, Rennfahrzeuge langsamer!  Zu den inzwischen so weiter „entschärften“ Stellen gehört auch der Streckenabschnitt „Schwedenkreuz“. In „facebook“ war vor kurzer Zeit von einem mir unbekannten Fahrer zu lesen, dass er anlässlich eines AMG-Testtages erstmals in einem GT3 gesessen wäre und dass er – nachweisbar durch die elektronische Aufzeichnung -     

  • ...das „Schwedenkreuz“ mit einer Geschwindigkeit von 246 km/h durchfahren hätte!

Das ist glaubhaft, da inzwischen ein GT3 – wie durch VLN-Ergebnisse beweisbar – von jedem „Gentleman-Driver“ schnell bewegt werden kann. René Rast, ein Profi, sagt zu diesem Streckenabschnitt und unterstreicht damit das obige Zitat:

„Mit 260 km/h durch diese Linkskurve zu fahren, ist ein echtes Abenteuer. Im Qualifying am Schwedenkreuz stehen zu lassen, heißt, wirklich einiges zu riskieren.“

Der DMSB-Präsident, Hans-Joachim Stuck, bewertete zum Zeitpunkt der Ennstal-Classic (Juli 2018), wo er im Auftrag des VW-Konzerns mit einem Porsche 356 Carrera GT, Baujahr 1961, am Start (83. im Ziel) war, aber die im Juni 2018 durchgeführten Rekordfahrten des VW-Konzerns auf der Nordschleife schon kritisch:

„Auf dem Nürburgring hatte ich Sicherheitsbedenken. Ich bin froh, dass es vorbei ist und nichts passiert ist".

Das hinderte ihn aber nicht daran, bei einem weiteren Rekordversuch des VW-Konzerns mit einem E-Prototypen die Zielflagge zu schwingen, weil er dazu wohl – sicherlich auch im Auftrag es VW-Konzerns – verpflichtet war. - Außerdem kann man, wenn man im „Mainstream“ mitschwimmen will, nichts gegen den Rekordversuch eines E-Automobils auf der Nordschleife haben.

Am Wochenende toben nun wieder die Teilnehmer des 24h-Rennens über die Nordschleife. Eine gefährliche Mischung von „ziemlich langsam“ bis „richtig schnell“ und manche der Spitzenfahrer fürchten die Überrundungen. Zu solchen Situationen meint z.B. ein Sheldon van der Linde:

„Den Verkehr zu managen, ist der beängstigende Teil für mich.“

Nur Mut! - Der DMSB und deren Präsident werden sich je nach Situation passend äußern. Nach ihren „Sicherheitsentscheidungen“ der letzten Jahre an der Nordschleife werden sie von Fachleuten  aber wohl kaum ernst genommen werden. - Oder nicht oder doch?

Aber diesem „Sportverein“ (e.V.) ist wohl zunächst wichtig, mit ihren Sicherheits-Phrasen bei einer breiten Öffentlichkeit gut anzukommen. Man darf auch nicht übersehen:

  • Für die Automobilhersteller ist der Motorsport primär eine Marketing-Plattform!

Und nicht vergessen: Wer bezahlt, bestimmt die Musik! - Der DMSB-Präsident tanzt dazu!

MK/Wilhelm Hahne
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Vettel 2018: „Ich habe es vermasselt!“ - Wirklich?

In 2019 – in Kanada – war Sebastian Vettel uneinsichtig und hatte eine bemitleidenswerten Auftritt am Ende des Formel 1-Grand-Prix in Montreal. Beim „Großen Preis von Deutschland“ in Hockenheim 2018 war das Ende des Rennens für ihn zwar auch bemitleidenswert, aber da hatte Vettel eine klare Meinung zu seinem „Pech“, die hier im Titel noch einmal – als seine persönliche Einschätzung – zu seinem Abflug ins Kiesbett wiederholt wurde.

Es ist kein Geheimnis, dass ich persönlich Sebastian Vettel nicht für eine wirklich perfekte Rennfahrer-Persönlichkeit halte, aber ich bemühe mich, alle Geschehnisse – nicht nur in der Formel 1 – noch einmal zu hinterfragen, um zu einer gerechten Einschätzung und Bewertung zu finden.

So hat mich das Geschehen 2018 in Hockenheim – nicht nur weil es überraschend war – immer noch beschäftigt. Ich habe mir viele Video-Schnipsel – und die immer wieder - zu dem „Abflug“ von Sebastian Vettel in der „Sachskurve“ des Motodroms von Hockenheim in den letzten Monaten angesehen. Natürlich kann er – er bremste ganz außen an – einen Fehler gemacht haben. Aber eigentlich war seine“Linie“  – bei leichtem Regen und feuchter Strecke – richtig gewählt. Es war nicht die „Ideallinie“ die er fahren wollte, er hatte eine „Regenlinie“ im Auge, die weiter oberhalb der Ideallinie liegt – und bei Regen eigentlich die sicherere Kurvendurchfahrtslinie sein sollte.

Aber da blockierten dann die Räder der Hinterachse beim Anbremsen am oberen Streckenrand, so dass Sebastian Vettel vermutete, er habe „10 Meter zu spät gebremst“. Sebastian Vettel damals:

„Ich habe es vermasselt. - Es war mein Fehler!“

Ich bin mir da heute nicht mehr so sicher, dass das wirklich ein Fehler von Sebastian Vettel war. Was nicht nur ich – sondern auch die Kollegen – bei diesem Fall nicht bedacht hatten:

  • Der DMSB erkennt seit 2016 den „Driftsport“ nicht nur als eine Motorsport-Art an, sondern man findet im „DMSB-Driftsport-Reglement“ die Formulierung:   

„Pro-Drift-Wettbewerbe sollten auf Rennstrecken mit Sicherheitszonen stattfinden.“

Zu solchen Rennstrecken gehört nicht nur der Nürburgring, sondern auch der Hockenheimring. - Wahrscheinlich auch weitere Rennstrecken.

So sah es z.B. nach einer Drift-Veranstaltung vor Jahren auf dem Nürburgring-Grand-Prix-Kurs aus. Natürlich wird man versuchen die optischen Spuren nach einem Rennen zu beseitigen, aber für mich, der auch jahrzehntelang als Motorradfahrer unterwegs war ist klar, dass darunter der „Grip“ der Strecke leidet.

So werden nicht nur „unerklärliche“ Motorradunfälle – gerade bei feuchter Strecke – z.B. in der „Dunlop“-Kehre des Nürburgring Grand-Prix-Kurs verständlich, sondern so findet – vielleicht – auch der Vettel-Unfall 2018 in Hockenheim eine mögliche Erklärung.

Wir alle kennen die scheinbar bedeutenden Entscheidungen des DMSB für mehr Sicherheit, die sich für den Fachmann z.T. als „dumme Alibi-Entscheidungen“ darstellen und einfach nur vom Geld bestimmt werden. So sind z.B. eine Reihe von „Sicherheitsmaßnahmen“ am Nürburgring – wie u.a. auch das DMSB-Nordschleifen-Permit primär von „geschäftlichen Motiven“ bestimmt und eine reine „Augenwischerei‘“!

Ich habe die offiziellen Informationen des DMSB, sowohl das 2019er DMSB-Reglement Driftsport als auch die 2019er DMSB-Ausschreibung zum DMSB-Drift-Cup als pdf-Dateien in den Anhang zu dieser Geschichte eingefügt und möchte meine Leser bitten, mir doch – nachdem sie nun einen Eindruck von den möglichen negativen Auswirkungen der DMSB-Entscheidung erhalten haben – ihre persönlichen Eindrücke und Details nach dem Besuch einer solchen „DMSB-Drift-Cup“-Veranstaltung zu schildern.

MK/Wilhelm Hahne
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Pietätloser geht’s nicht: "Sterbebild #1 – Gebraucht"

Der Startpreis am 29. Mai 2019 war EUR 1,00 – Inzwischen gibt es sechs Gebote, von denen das letzte vom 1. Juni 2019 um 10:40 Uhr abgegeben wurde. Geboten wurden da EUR 20,50 inkl. MwSt. bei kostenlosem Standardversand. - Es ist auch eine Artikel-Nummer angegeben.

Der Hinweis auf dieses Angebot kam von einem meiner Leser, der es auch schon – auf seine Art – im Internet kommentiert hat. Er hatte mich, schon ein wenig fassungslos wirkend, auf dieses Angebot in einem professionellen eBay-shop hingewiesen:

Dazu heißt es bei eBay:

„Weitere tolle Angebote finden Sie in meinen laufenden Auktionen und zum „Sofort-Kauf“ in meinem eBay-shop. - Schauen Sie einfach mal vorbei!“

Es ist auch zu lesen:

„Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, daß wir so viele positive Bewertungen erreichen konnten.“

Ist dieses Angebot ein „Zeitzeichen“?

Ich möchte es hier nicht weiter kommentieren, sondern eine „Bewertung“ meinen Lesern überlassen. - Mein Kommentar ist eigentlich schon im Titel erfolgt!

MK/Wilhelm Hahne
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BMW & Hubert Hahne: Bis dass der Tod sie scheidet.

Natürlich könnte ich aus eigenem Erleben die Situation von BMW nach dem Krieg beschreiben, aber ich habe es als richtig empfunden, nachstehend dafür Wikipedia-Zitate zu verwenden. Beim Suchen nach passenden, kurzen Zitaten ist mir aber auch nicht entgangen, dass Wikipedia so eine Art Bibel ist: Man muss daran glauben.

Aber es stimmt, wenn dort zur Nachkriegssituation von BMW zu lesen ist:

„In München waren bis dato nie Automobile produziert worden, zusätzlich war das Stammwerk zerbombt und von Demontagen betroffen. Zunächst hielt sich das Unternehmen mit der Fabrikation von Motorrädern, Kochtöpfen und Fahrzeugbremsen über Wasser.“

Dann muss man einen Zusammenhang zwischen zwei Wikipedia-Informationen herstellen:

„1961 stellte das Unternehmen den völlig neu entwickelten BMW 1500 der „Neuen Klasse“ vor. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten wurde der Typ durch die Modelle BMW 1600, 1800 und 2000 ergänzt und zu einem großen Erfolg, der durch seine Siege bei Tourenwagenrennen verstärkt wurde.“

Und:

„1961: Der legendäre Paul G. Hahnemann („Nischen-Paule“) wird Vertriebsvorstand.“

Dabei muss ich mich an ein Gespräch erinnern, das ich mit Paul G. Hahnemann nach seinem Ausscheiden bei BMW hatte. Ab 1970 hatte Eduard von Kuenheim den Vorstandsvorsitz bei BMW übernommen und „Nischen-Paule“ hatte von der Zukunft von BMW andere Vorstellungen als Eberhard von Kuenheim. Eberhard von Kuenheim setzte sich durch. - Paul G. Hahnemann erzählte mir danach, warum BMW – d.h. also eigentlich er – den Motorsport in Verbindung mit der „neuen Klasse“ favorisiert hatte:

„Wir hatten nicht genug Geld für eine aufwendige Werbung, da kam Hubert Hahne im richtigen Moment zu uns, um durch Motorsporterfolge die ‚Neue Klasse‘ mit Rennsiegen und Titeln zu promoten. - Es gab zu dieser Zeit keine bessere und billigere Werbung.“

Das kann man verstehen, wenn man weiß, was ein Hubert Hahne verdiente und in Wikipedia liest:

„In den Sechziger- und Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts war die wirklich große Zeit der Tourenwagenrennen. Dies entstand wegen der Konkurrenzsituation Alfa-Romeo (GTA, GTAm) zu BMW (1800 TI/SA, 1602, 2002) und Ford (Lotus Cortina, Escort Twin Cam) bei den Wagen bis zwei Liter Hubraum und BMW (CSL) zu Ford (Capri RS) bei den hubraumstärkeren Fahrzeugen. Es gab eine heiß umkämpfte und sehr populäre „Tourenwagen-Europameisterschaft“, deren spektakulärstes Rennen die 6 Stunden für Tourenwagen auf der Nürburgring-Nordschleife war. Hubert Hahne gelang es am 6. August 1966 im Rahmenprogramm des Großen Preises von Deutschland als ersten Fahrer, auf seinem Werks-BMW 2000 TI die Nordschleife im Rennen mit einem Tourenwagen unter 10 Minuten (09:58,5 Minuten) zu umrunden.“

Ich habe die großen Tourenwagen-Rennschlachten dieser Zeit z.T. als Zuschauer erlebt, weiß auch, dass BMW immer noch von den sportlichen Erfolgen dieser Zeit profitiert. Die Zeit hat sich gewandelt. Mein Bruder Hubert wurde Zeit seines Lebens von der Öffentlichkeit als BMW-Mann empfunden. Heute sind Werksfahrer von ihrer Einstellung her eher „Fremdenlegionäre“.

Wenn es heute noch jemanden mit einer Einstellung wie Jörg Müller – ähnlich der meines Bruders -  gibt, so muss der nach 25 Jahren als Werksfahrer für BMW eine Festanstellung einzuklagen versuchen - Er hat den Prozess verloren. - BMW das Gesicht. - Meine Meinung.

Mein Bruder Hubert wurde inzwischen am 17. Mai 2019 (fast) anonym in Adenau – „ein Stück Nürburgring“ – in einem Urnengrab beigesetzt.

Eine stille Trennung!

MK/Wilhelm Hahne
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24h-Quali: Organisation + Zuschauer = ungenügend!

Es wurde vom Veranstalter schon ein gewisser Aufwand betrieben. Das konnte man auch für ein Nenngeld von 2.100 Euro pro Fahrzeug erwarten. - 100 hatten genannt! - Aber muss im Fahrerlager wirklich noch zusätzlich zu den Marshalls - vor den Boxen-  ein Security-Team im Fahrerlager für Ordnung sorgen? - Diese Sicherheits-Abordnung machte mächtig Eindruck. - Auf die Marshalls vor den Boxen. - Weil die neuen Sicherheitskräfte sich in die Aufgaben der anderen einzumischen versuchten. -So kam es – hier und da - zu „kleinen Differenzen“.

Gleich zu Anfang klappte auch Dieses oder Jenes nicht. Da entsprach nicht alles den Erwartungen der Teams. Zum Beispiel die Test- und Einstellfahrten auf dem GP-Kurs, die am Samstag 450 Euro zusätzlich kosteten.

Ergänzung und Korrektur vom 23. Mai: Dank einer Leserinformation kann ich jetzt sagen: Die Test- und Einstellfahrten auf der GP-Strecke am Samstag morgen waren für die Teilnehmer des Quali-Rennens kostenlos. Man musste zwar eine Nennung abgeben, aber es wurden keine zusätzlichen Gebühren aufgerufen. Lediglich Teams die nicht in der Teilnehmerliste des Rennens standen mussten bei Abgabe der Nennung 450 € zahlen! - Schon daraus resultierte bei einigen Teilnehmern - hier wie da - eine Verärgerung, da nun Fahrzeuge auf dem GP-Kurs unterwegs waren, die nicht gerade in der Leistung mit der von GT3-Fahrzeugen harmonierten.-

- Oder fehlende Flaggensignale an der Strecke, durch die es zu teuren Crashs kam. - Und Verletzungen!

Aber eigentlich wurde vor dem Rennen nur vorsichtig gemurrt. Ein GT 3-Profi zu Fahrzeug und Strecke: Eigentlich könne man auf der Nordschleife heute – nach den Korrekturen an „Flugplatz“ und „Schwedenkreuz“ - mit den heutigen GT3‘s jeden Idioten fahren lassen, wenn seine Reaktionszeiten kurz sind. Darum erstaunt die Feststellung eines anderen GT3-Profis der festhält:

„Es gab so viele „Blinde“ am Sonntag! Obwohl bei unter 100 Autos wenig Stress aufkommen sollte. Viele Fahrer waren trotz Permit endlos überfordert.“

Ein anderer „Profi“ aus der VLN, hier als Beobachter unterwegs, schüttelte nur den Kopf ob der überzogenen Organisation, die – vielleicht dadurch – unperfekt wirkte. Warum dieser VLN-Mann die Fehler bei anderen und nicht bei der eigenen Veranstaltungsserie sieht, bleibt sein Geheimnis.

Zuschauer gab es nicht viele, aber es hatten viele von den Wenigen an die Nordschleife gefunden, die eigentlich nicht wegen des Sports kommen, sondern nur, „um mal die Sau raus zu lassen“. - Wie das eben bei den Zuschauern über die Jahre immer krasser geworden ist. - Der sportliche Wert runter, der Krawall rauf!

Über das Veranstaltungswochenende wurden 24 Strafen für sportliche Vergehen ausgesprochen, davon 17 Mal wegen Überschreiten der auf 60 km/h festgesetzten Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse. Das differierte dann von 66,3 bis 75,9 km/h.

Auf dem Parkplatz „Brünnchen“ gab es nicht nur den üblichen ruhestörenden Lärm schon am Freitagabend, sondern natürlich auch am Samstag in der Nacht. - Aber da haben die angesprochenen Zuschauer jeweils bereitwillig – nach Aufforderung - die Lautstärke ihrer Musik abgesenkt.

Am Sonntag dagegen war dagegen die schon bei anderen Veranstaltungen negativ aufgefallene „Bauwagentruppe“ - in diesem Jahr ohne Bauwagen – schon gegen Mittag in „Höchstform“. Wohl aufgebracht wegen der „Zurechtweisung“ durch die Polizei in der Nacht vorher und angetörnt durch den  Alkohol, warf man ganze Bierkisten mit Leergut den Hang hinunter; die Musik war extrem laut, der weggeworfene Müll war nicht zu übersehen.

Da kamen dann drei Ordner ins Spiel, die aber nicht ernst genommen wurden, so dass die Polizei alarmiert wurde. Die rückte mit sechs Mann an, ließ die „Truppe“ ihre Sachen in Autos und Wohnwagen packen, die Fahrzeuge abschließen und nahm die Schlüssel mit. - Diese „Fans“  konnten die Fahrzeugschlüssel dann am nächsten Tag als sie – hoffentlich - wieder nüchtern waren  bei der Polizei abholen. - Die Nürburgring 1927 GmbH & Co KG hat diesen „Herren“ zusätzlich ein Hausverbot erteilt und ihr Verhalten zur Anzeige gebracht.

Die Schilderung dieser Abläufe sollte die Fans, die demnächst zum 24h-Rennen anreisen wollen daran erinnern, dass dieses Rennen eigentlich eine Motorsportveranstaltung und kein Anlass für einen zusätzlichen „Vatertagsausflug“ ist.

MK/Wilhelm Hahne
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Millionen für den Fußball: Setzt Audi für VW Akzente?

Als ich am 18. Mai gegen 17:30 Uhr in ein kleines Eifeldorf von rd. 200 Einwohnern einfuhr, stand am Dorfeingang eine Gruppe Jugendlicher und schwenkte eine rote Fahne, die beim Näherkommen unschwer als Fahne des FC Bayern auszumachen war. - Wegen der blauen Routen. - Ich hatte über den Nachmittag nicht das Radio eingeschaltet, hatte – beim Autofahren – nicht auf die auf meinem Handy eingehenden Sondermeldungen geschaut und wusste jetzt trotzdem: Bayern München ist – wieder mal – Deutscher Fußball-Meister. - Dieses Mal in 2019.

Obwohl ich kein Fußball-Fan bin, war 10 Tage vorher hier auf Motor-KRITIK in einem anderen Zusammenhang der FC Bayern auch Thema in einer meiner Geschichten gewesen. (HIER nachzulesen.) Der Titel der Geschichte hätte auch zu dieser Geschichte gepasst: „Aus gegebenem Anlass: Es verändert sich alles!“

So möchte ich dann heute quasi eine Ergänzung dieser Geschichte vornehmen, weil ich zum Zeitpunkt des Entstehens der „alten“ Geschichte noch davon ausgehen musste, dass Audi – obwohl mit 8,33 Prozent an der Münchner Fußball AG beteiligt – trotzdem als Sponsor noch vor 2025 ausscheiden würde, da inzwischen mit der BMW AG, der Münchner Konkurrenz von Audi, schon von Seiten des FC eine „Letter of Intent“, eine Absichts-, eine Willenserklärung unterzeichnet worden war, mit der beide Seiten die Ernsthaftigkeit ihrer bisherigen Gespräche, die das Ende der Audi-Sponsorenschaft – möglichst schon vor offiziellem Vertragsende 2025! - in Aussicht stellte.

Uli Hoeneß, der „Leuchtturm“ (mit kleinen „dunklen Stellen“) des Münchner Fußballvereins und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG, hatte schon im März 2019 bestätigt, man habe „eine Vereinbarung mit BMW für die Zukunft“.

Inzwischen ist diese „Zukunft“ wieder vorbei und man schreitet in eine neue Zukunft mit Audi. Der neue Audi-Chef, Bram Schot, hat nicht nur den Wunsch von BMW auf einen früheren Einstieg von BMW bei der „FC  Bayern München AG“ abgeschmettert, sondern auch die bisherige Sponsorschaft deutlich (so um 50 Prozent der bisherigen jährlichen Summe) erhöht.

Damit keine Irrtümer entstehen: Neben dieser AG, die 2016 einen Umsatz von 618 Millionen Euro versteuerte und lt. Bilanz einen Gewinn von 40,3 Millionen Euro erwirtschaftete, gibt es natürlich noch den „Fußball-Club Bayern, München e.V“, der mit knapp 300.000 Mitgliedern doppelt soviel Mitglieder aufweist, als die CSU in Deutschland! - Und natürlich gemeinnützig ist!

BMW, die Firma, die bei dem entscheidenden Treffen von ihrer Spitzen-Crew, Krüger, Peter und Nota vertreten wurde, traf Anfang Mai auf das Bayern-Team Hoeneß, Hainer und Rummenigge.

Jetzt, nachdem die Fußball AG mal wieder Deutscher Meister geworden ist, hat man das Ergebnis dieser dann letzten Verhandlung mit den BMW-Oberen bekannt gegeben:

  • BMW wird nicht Sponsor des neuen Deutschen Fußball-Meisters werden.

Interessant ist der Grund der von Seiten der Fußball-Bayern für das Nichtzusammenkommen mit den Auto-Bayern genannt wird:

„Aufgrund fehlender Vertrauensbasis!“

BMW hat übrigens das „Aus“ bestätigt!

Und VW-Diess wird im Aufsichtsrat der Bayern AG wahrscheinlich bald Gesellschaft durch Audi-Schot erhalten.

MK/Wilhelm Hahne
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