Telex

RZ informiert: „LSB: Neustart mit Hindernissen“

Wenn ich heute zum Frühstück die „Rhein-Zeitung“ gelesen habe, so war ich nicht erstaunt, dass ich dort nichts vom 24h-Rennen in Le Mans lesen konnte oder von der MotoGP in Barcelona. Es ist eine Zeitung, die mehr Wert auf Lokales legt. Sie ist eben in Rheinland-Pfalz zu Hause. Darum bin ich als „alter Leser“ dieser Zeitung auch nicht erstaunt, wenn ich auf Seite 23 heute eine Geschichte finde, die so überschrieben ist, wie diese Motor-KRITIK-Geschichte getitelt wurde. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht die nun scheidende Präsidentin des Landessportbundes von Rheinland-Pfalz, Karin Augustin.

Der ist dann noch auf der gleichen Seite eine Geschichte gewidmet, die mit

„Uneitle Vermittlerin inmitten der Eitelkeiten“

überschrieben ist. - Nach dem Lesen dieser Geschichten fragt man sich, ob man als Journalist so uninformiert sein kann, wie man sich bei der „Rhein-Zeitung“ aktuell gibt.

Dabei fällt einem dann ein, dass die Ex-Frau des ehemaligen Wirtschaftsministers und heutigen Landtagspräsidenten von Rheinland-Pfalz, Hendrik Hering, heute die Frau des Verlegers der „Rhein-Zeitung“ ist, bzw. um genau zu sein: Sie ist die Frau eines der Geschäftsführer des Mittelrhein-Verlages, in der die „Rhein-Zeitung“ erscheint, Walterpeter Tweer. - Diese Frau ist auch die Schwester des Innenministers von RLP, Roger Lewentz.

Und die jetzt scheidende LSB-Sportbund-Präsidentin, Karin Augustin, ist die Schwester des Hendrik Hering. Sie war aber nicht nur eine „passende“ Landessportbund-Präsidentin, die jährlich aus dem Innenministerium für ihren Verein mit mehr als 10 Millionen Euro  beglückt wurde, sie ist auch Gründungsmitglied der „LSB-Sportstiftung“, die 2010 mit einer Einlage von 25.000 ins Leben gerufen wurde.

Hans-Peter Schössler, Geschäftsführer der „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, Koblenz, steuerte da noch am Eröffnungstag gleich 100.000 Euro zu.

Karin Augustin ist auch im Aufsichtsrat dieser landeseigenen (!) „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“ vertreten, wobei es dann nicht erstaunt, dass sie für den Landessportbund als Präsidentin dann eine Presseerklärung im Jahre 2014 mit unterzeichnete, die da lautete:

„Zum Ausscheiden von Hans-Peter Schössler als Lotto Geschäftsführer
Verfasst von Pressestelle LSB RLP am 12. März 2014
Stellungnahme des rheinland-pfälzischen Sports zum Ausscheiden des Lotto-Geschäftsführers Hans-Peter Schössler

Der Rückzug des Geschäftsführers Hans-Peter Schössler aus dem Unternehmen des Sports, der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, wird von den Mitgesellschaftern, den drei Sportbünden Pfalz, Rheinhessen und Rheinland, sowie der Präsidentin des Landessportbundes Karin Augustin tief bedauert, aber mit allergrößtem Respekt zur Kenntnis genommen.

Über Jahrzehnte war Hans-Peter Schössler der Motor des rheinland-pfälzischen Sports, zunächst als Hauptgeschäftsführer des LSB. Anschließend diente er 16 Jahre bei Lotto dem Gemeinwohl und dabei auch dem Sport auf allen Ebenen und stellte seine Person dabei stets in den Hintergrund. Dass der 66jährige Schössler nicht schon längst im Ruhestand ist, unterstreicht sein unermüdliches Engagement. Er stolperte über eine Affäre, die nach einer Selbstanzeige nun in einer Anklage der Staatsanwaltschaft Koblenz mündete. Dies ist ein herber Schlag für alle sozialen, kulturellen und sportlichen Institutionen. Noch ist die Anklage beim Amtsgericht nicht zugelassen. Tragisch ist dabei, dass Schössler unter diesen Umständen mit seinem gewünschten Rückzug Schaden vom Unternehmen fernhalten will, und ein grandioses Lebenswerk nicht den würdigen Abschluss findet.“

Hans-Peter Schössler ist der Mann, dem unter der Geschäftsnummer: 2050 Js 63838/13 - 8 Ns vom Landgericht Koblenz bestätigt wurde, dass das Urteil des Amtsgerichts Koblenz von 20. November 2014 Gültigkeit hat, mit dem er wegen Betruges in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt wurde, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt ist.

  • Seine Berufung gegen das Urteil wurde damit auf seine Kosten als unbegründet abgelehnt. Das Urteil des Amtsgerichts ist somit rechtskräftig.

Hans-Peter Schössler ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, das ihm durch den Bundespräsidenten verliehen und durch seinen Freund, Ex-Ministerpräsident Kurt Beck, überreicht wurde. - Er trägt es heute mit der Würde, die man von einem Betrüger erwarten kann, dessen „tragischer Rückzug“ aus dem Lotto-Geschäft von Frau Augustin Monate vorher bedauert wurde.

So einige Zusammenhänge wurden von Motor-KRITIK hier schon einmal im Zusammenhang mit Ereignissen um den Nürburgring ein wenig beleuchtet. Die Geschichte wurde im Oktober 2013 veröffentlicht und ist betitelt mit:

„Über Freunde und Ehrenmänner“

Beim Lesen der heutigen Ausgabe der „Rhein-Zeitung“ habe ich mich darum noch mal ein wenig erinnern müssen. Dabei ist das nur ein kleiner Teil, der die „Zusammenarbeit“ - und die Zusammenhänge - hinter den Kulissen verdeutlicht, die in der Praxis den „Kölsche Klüngel“ noch zu übertreffen scheinen. - Ich war – bin – bei meinen Recherchen zum Thema Nürburgring schon „damals“ darauf gestoßen und darum auch bei den Landespolitikern nicht gerade beliebt, weil sie – bis heute - nicht wissen, wie viel ich eigentlich insgesamt weiß.

Um die Motor-KRITIK-Leser auch aktuell über die Vorwürfe des Landesrechnungshofes von Rheinland-Pfalz zu informieren, die bei der von der „Rhein-Zeitung“ beschriebenen aktuellen  „Entlastung des Präsidiums“ durch die LSB-Mitgliederversammlung eine Rolle spielten, habe ich eine pdf-Datei des:

„Auszug aus dem Jahresbericht 2018 Nr. 11 Sportförderung des Landes
- zweckwidrige und unwirtschaftliche Verwendung von Fördermitteln -“

in den „Anhang“ zu dieser Geschichte eingestellt. - Damit meine Leser insgesamt eine Ahnung von dem erhalten können, was in Rheinland-Pfalz Normalität zu sein scheint.

Jeder schafft auf seine Weise ein „grandioses Lebenswerk“. So schuf Kurt Beck z.B. den Nürburgring-Skandal, mit dem „Baudenkmal“ einer nicht funktionierenden Achterbahn.

Kunst am Bau?

MK/Wilhelm Hahne
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Motorsport 2018: Der Fahrer ist immer der Depp!

Dieser Titel ist die Beantwortung einer Leserfrage. - Was soll man auch sonst antworten? - Tatsächlich haben die Fahrer – gerade die im so genannten „Breiten-Motorsport“ - oft den Eindruck, dass willkürlich gegen sie Strafen verhängt werden, während Funktionäre und auch „Sport-Behörden“ machen können was sie wollen. Irgendwie wird dann alles passend argumentiert. Oder sie werden mit Versprechungen „ruhig gestellt“. - Es gibt dafür sicherlich viele Beispiele, wovon natürlich die meisten oft nur einem kleinen Kreis, nämlich dem der direkt Betroffenen, bekannt sind oder werden.

Motor-KRITIK möchte an die willkürliche Einführung eines Nordschleifen-Permit durch den DMSB e.V. erinnern, der dazu – entsprechend einer gutachterlichen Stellungnahme einer renommierten Frankfurter Kanzlei – keine Berechtigung hatte.

Die gibt es auch bis heute nicht. Aber die Fahrer zahlen für Lehrgänge und ein Permit, das es eigentlich nicht geben dürfte. Selbst die FIA nimmt diesen Alleingang des DMSB nicht ernst. Bei im Rahmen von FIA-Serien auf der Nürburgring-Nordschleife durchgeführten Rennen wird von den Fahrern kein Permit verlangt. - Das wird auch nicht vom DMSB beanstandet.

  • Alles ist gut! - Hier die FIA – da der DMSB. - Aber alle sind sind einig, wenn es um‘s Geld geht!

Darum sind auch Sportstrafen so wichtig. Da baut man z.B. Rennstrecken, die keine Anforderungen mehr stellen, wo weiße Linien den Streckenrand bestimmen, weil die so genannten Auslaufzonen so etwas Unendliches bekommen haben. Wer die „weißen Linien“ dann überfährt, der macht sich strafbar.

Weil es Fahrer gibt, denen es genügt an einem Wochenende ein Rennen gefahren, „ihrem Sport“ nachgegangen zu sein, denen wird dann schon mal die Teilnahme an der Siegerehrung zur Pflicht gemacht. - Wer nicht dabei sein will (kann), zahlt 500 Euro Strafe.

Wenn aber ein Rennleiter, ein Funktionär eine Fehlentscheidung trifft, die z.B. beim Start eines Rennens zum Chaos führt, da annulliert man dann das Rennen nach der Zieldurchfahrt der Sieger. Argument: Würde man es werten, hätten sich eine Reihe von Fahrern strafbar gemacht!

Was so nicht stimmt! - Denn es war ein organisatorischer Fehler, der beim Start für ein Chaos sorgte! Aber so kann man es offiziell kaschieren. - Da sollten die Fahrer doch dankbar sein!

Weil das nicht unbedingt der Fall ist, weil die teilnehmenden Fahrer nicht nur Nenngeld gezahlt haben, sondern auch andere Kosten hatten, ein Rennen über die gesamte Distanz fuhren, das dann nicht gewertet wurde, verspricht die Rennleitung diesen Teilnehmer einen kostenlosen Start bei einem Rennen in 2019. - Ohne dass sie dann Nenngeld zu zahlen hätten!

Aber das ist nur eine mündliche Zusage!

Im anderen Fall gewinnt ein Fahrer, der eigentlich nicht gewinnen konnte. Aber die „gedachten Gewinner“ fallen aus. Dieses Ergebnis stört einen Teilnehmer, der hinter dem Zufalls-Sieger einkam – und er wirft dem Sieger „unfaires Verhalten“ (Fahren) vor. Dafür gibt es aber, außer seiner Aussage, keinerlei Beweise. - Auch kein Video!

Da kann dann die Rennleitung das Rennergebnis nur offiziell bestätigen. Aber zum zweiten Lauf in dieser Serie darf dann der Gewinner des ersten Laufes nicht mehr antreten. Die Rennleitung gibt ihm sein Nenngeld zurück und schickt in nach Hause. - Er sei zu unfair! - Beweise? - Gibt es nicht. Aber die Rennleitung hat entschieden! - Eine Schreibtisch-Entscheidung!

Weil heute auch Rennveranstaltungen am Schreibtisch entwickelt werden können, offensichtlich von Leuten, denen es an praktischer Erfahrung fehlt, muss dann schon mal – wie gerade passiert – eine Ausschreibung wenige Tage vor einem Rennen neu erfolgen.

Oder es wird in einem Flyer zu einer geplanten Veranstaltung ein Rennen angekündigt, von dem der Promotor dieser Serie dann erst durch den Flyer erfährt. Aber er nimmt das hin, glaubt dem Veranstalter. - Das führt dann zu o.g. „Änderungen“.

Aber man hat auch nicht bedacht, dass es zu diesem Rennwochenende in einem anderen Land eine Großveranstaltung gibt, bei der auch deutsche Streckenmarshals gerne anreisen. Die dann – durch ihre Abwesenheit - diese „Provinzveranstaltung“ (verglichen mit „Le Mans“) beinahe torpedieren.

Aber natürlich auch, weil der Veranstalter versuchte hier zu sparen.

Es gibt dann auch – wegen der Umstellung insgesamt - zeitliche Veränderungen, die die Anreise anderer Teilnehmer früher notwendig machen. Doch die können das aus beruflichen und geschäftlichen Gründen nicht. - So gibt es Absagen.

Und viele (der wenigen) Zuschauer erfahren erst nachdem sie angereist sind, dass die Veranstaltung nicht so abläuft wie geplant und angekündigt. Aber die zahlen die – auch vorher – angekündigten Eintrittspreise.

Immerhin gibt es mehr als 35 Stunden „Aktion“ an drei Veranstaltungstagen. - Aber die laufen anders ab als vom Zuschauer gedacht – weil ursprünglich anders angekündigt.

Nun ja, kann ja mal passieren! - Und gab es nicht überall den Hinweis:

„Änderungen vorbehalten.“

Änderungen im Motorsport des Jahres 2018 wären tatsächlich angebracht. Auch z.B. in Sachen „BoP“ (Balance of Performance). - Das heißt aus Motor-KRITIK-Sicht: Man sollte sie abschaffen!

In Le Mans starten an diesem Wochenende in der GTE-Pro-Klasse auch neu entwickelte BMW M8. Wie das Training zeigte: Aussichtslos. - Wie kommentiert das der BMW-Rennleiter:

„Aber ich habe das vollste Vertrauen in die BoP!“

Welcher Privatfahrer hat noch Vertrauen in die Sportbehörden, die reglementieren, wie es der Industrie in den Kram passt. - Oder sie verschieben ihre Entscheidungen, passen Ausschreibungen an.

  • Wie hätten Sie‘s denn gerne?    

Bisher – in 2018 – ist eigentlich der Privat-Fahrer „immer der Depp“! 

  • Wird er so behandelt weil er einer ist?
  • Oder lässt er sich „zum Deppen machen“?

Man sollte mal – sowohl hier wie da – darüber nachdenken!

MK/Wilhelm Hahne
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13. Juni 2018: Gedanken zur Zeit!

Da läuft gerade auf meinem Handy eine Meldung auf. Es hat gepiept. Und ich muss mich zwingen nicht zu piepen, als ich lese, was man beim SWR für wichtig hält:

„Dieselaffäre: VW akzeptiert einen Strafbefehl in Höhe von einer Milliarde Euro.
13. Juni 2018 – 17:56“

Natürlich hinterfrage ich diese Meldung und stelle fest, dass der Bußgeldbescheid von der Staatsanwaltschaft Braunschweig ergangen ist, wo man feststellt:

„Der Bußgeldbescheid sieht eine Geldbuße in Höhe von insgesamt EUR 1 Mrd. vor, die sich aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung in Höhe von EUR 5 Mio. sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von EUR 995 Mio. zusammensetzt.“

Aber wichtig und entscheidend – für „die Macher“ bei VW ist:

„Durch den Bußgeldbescheid wird das gegen Volkswagen laufende Ordnungswidrigkeitsverfahren beendet.“

Die Staatsanwaltschaft konnte eigentlich keine höhere Strafe verhängen, als sie gesetzlich vorgesehen ist. Das wären dann 5 Millionen Euro gewesen. Da hat sie dann noch den „Rahm abgeschöpft“, den VW nach Ansicht der Juristen 995 Millionen Euro betragen hat. Man spricht von „wirtschaftlichen Vorteilen“, die die Volkswagen AG in dieser Höhe durch den Betrug (!) an vielen VW-Kunden – es sind um 11 Millionen - erreicht hätte.

Der Staat schöpft den „Rahm ab“, der aus den Überzahlungen von rd. 11 Millionen VW-Dieselkäufern besteht. - Und die Mehrzahl dieser Kunden guckt „in die Röhre“?

  • Ist nun Recht gesprochen worden?

Frau Merkel sieht zwar das „Verbrechen“, aber wertet die Abläufe diplomatisch. Als Politiker ist man denen verpflichtet, die in der Volkswirtschaft Bedeutung haben. Und die Automobilhersteller haben Bedeutung – für die Politiker – weil sie Arbeitsplätze schaffen. - Da möchte man dann „nicht stören“.

Andere Wirtschaftsunternehmen verdienen gut an der Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern. Und man urteilt „milde“. - Schließlich lebt man – irgendwie – miteinander, voneinander. - Warum sollte man die gute Zusammenarbeit gefährden?

Man kann zwar von Ethik und Moral reden und entsprechende verbindliche Konzern-“Gesetze“ vor sich hertragen, aber entscheidend ist, was in der Praxis passiert.

Und das ist nicht so zu bewerten, wie das jetzt die Staatsanwaltschaft Braunschweig getan hat – und auch andere Gerichte machen, sondern muss eigentlich an einem ganz anderen Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches gemessen werden:
   

  • § 129 - Bildung krimineller Vereinigungen


Da werden durch „Chefs“ in den Firmen „kriminelle Vereinigungen“ gebildet, um für die Firma Gewinne zu erzielen, die ihre Einkommen in Millionenhöhe rechtfertigen.

Da wird nicht nur betrogen, sondern auch im Vorfeld gelogen, da werden Begriffe wie „Sicherheit“ und „Umweltfreundlichkeit“ missbraucht, um den Kunden tief in die Tasche zu greifen.

Dass man mit „Sicherheit“ auch Unsicherheit verkauft, verschweigt man gerne; selbst das Thema Bremsen wird z.B. bei Audi nicht ernst genommen. Herr Stadler hat zwar gerade eine Hausdurchsuchung hinter sich, aber das Bremsenproblem – z.B. bei den RS-Modellen – noch ungelöst vor sich.

Aber er veranlasst Mitarbeiter – unter Ausnutzung des vorhandenen Abhängigkeitsverhältnisses – sich „loyal“ zu verhalten. - Aber diese „Loyalität“ wird nicht nur bei Audi erwartet.
   

  • Die Mitarbeiter werden „unmerklich“ zu einer kriminellen Vereinigung zusammen geschweißt! - Und machen sich so strafbar!


Auch Mercedes-Testfahrern wurden – abends an der Theke – vom Chef der Gruppe schon mal ermahnt, dass man nicht so einfach und „krass“ auf Fehler hinweisen könne. Man möge sich auch erinnern, für wen man arbeite. Es wäre auch eine gewisse „Loyalität“ angebracht.

Und der Kunde vertraut diesen „Märchenerzählern“. Und zahlt. Und die Staatsanwaltschaft kassiert. - Und der Kunde „schaut in die Röhre“.

Schöne Gesellschaft!

MK/Wilhelm Hahne
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Kanada.GP: Das Mercedes-Problem ist „Toto“ Wolff!

Zugegeben: Ich habe den Höhepunkt des Rennens verschlafen, als ein „FIA-Girl“ (so ähnlich muss die sportrechtlich gültige Bezeichnung wohl lauten) den „Großen Preis von Kanada“ eine Runde zu früh abwinkte. - Sonst lief alles so, wie von mir gedanklich eingeschätzt.

Lewis Hamilton zeigte Einsatz, wenn beim Bremsen Rauch von seinen Reifen aufstieg. Ergebnis: Team-Kollege Bottas hatte seine Chance. Und am Ende tobte „Toto“ Wolff. - Lewis Hamilton legt ihn sich gerade zurecht. - Der verhandelt nämlich seine Verträge noch selber. Das ist ungewöhnlich und führt nicht zum ersten Mal zu einer Konfrontation – zum Nachteil des Teams.

Hamilton ist da kein Vorwurf zu machen, wohl aber „Toto“ Wolff, der seinen Verhandlungspartner unterschätzt. Wolff‘s Großvater war da früher einfacher.

Wenn nun bald der neue Vertrag unterzeichnet ist, wird Lewis sicherlich wieder zu seiner alten Form zurück finden.

Doch zurück zum Ergebnis in Kanada, mit dem ich wieder in einer kleinen Aufstellung – anders als Andere – die fahrerischen Leistungen auch der Teilnehmer für meine Leser verdeutlichen möchte, die nicht aus der ersten Startreihe, sondern – wie z.B. Grosjean – von Platz 20 starteten:

Es war auch nicht Vettel, der die schnellste Rennrunde fuhr, sondern Verstappen, dessen F1 von einem Renault-Motor befeuert wird. Den zweiten Platz belegt Ferrari; erst auf Platz drei folgt ein Mercedes. - Und „Toto“ Wolff tobt. Dort wo man glaubte gewinnen zu können, fährt man Platz zwei und fünf ein. - Natürlich gab es „technische Probleme“ bei Hamilton. „Probleme“ gab es da auch schon im Qualifying. Bottas konnte sie nicht optimal nutzen. - Nutznießer war Ferrari, ein Team, das jetzt auch in der Teamwertung Mercedes scheinbar gefährlich nahe rückt.

Ich warte gespannt auf die Vertragsunterzeichnung von Hamilton. Damit werden dann – das ist meine Meinung – eine Reihe von „technischen Problemen“ bei Mercedes beseitigt sein.

Werfen wir noch kurz einen Blick auf die Differenzen zwischen der Qualifyingzeit und schnellster Rennrunde bei vier Fahrern:

  • Max Verstappen 2,927 sec
  • Valtterie Bottas  3,135 sec
  • Lewis Hamilton  3,187 sec
  • Sebastian Vettel 3,200 sec

Ich habe beruhigt schlafen können. Der 14 Jahre alte Rundenrekord war nicht in Gefahr. Man hat gegen Ende auch Benzin sparen müssen. Es wurden zwar 70 Rennrunden gefahren, aber nur 68 gewertet. Wegen des Fehlers beim Abwinken. Dem Sportgesetz wurde mit dieser Wertung dann Genüge getan.

Man darf davon ausgehen, dass die in Kanada eingesetzten Kehrmaschinen auch FIA-abgenommen waren. - Alles wie es sein muss.

Aber macht das den Reiz eines Formel 1-Grand-Prix aus?

MK/Wilhelm Hahne
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Werkstatt-Qualität: Nicht von der Optik bestimmt!

Was mir in letzter Zeit auffällt ist, dass Audi wohl sehr großen Wert auf die Außendarstellung legt. Die modernen Audi-Stützpunkte sind optische Leckerbissen. Tolle, silbern, leicht wirkende Blöcke. Wie überhaupt das Niveau der Gebäude gewisser Automobil-Händler inzwischen einen neuen Premium-Wert erreicht hat.

Aber garantiert die Außendarstellung die Wertigkeit des Kundendienstes? - Man verspricht mit der neuen Außendarstellung scheinbar Besseres. Aber sind auch die Mitarbeiter mit gewachsen? Haben  auch sie an Wertigkeit zugelegt? - Im Kundendienst zum Beispiel.

Pech! - Der Kunde ist Mensch geblieben, evtl. einer mit Schwellenangst. - Auch das Automobil ist nicht nutzvoller, nur komplizierter geworden. Das Automobil ist immer noch nur so gut, wie der Mensch es bei der Montage entstehen ließ. Da kommen viele Teile zusammen. Die auch schon mal den „Kontakt‘“ verlieren können.

Da ist z.B. ein Firmenbesitzer und -Lenker davon überzeugt, dass ein Audi A 8 ihn so repräsentiert, wie er gerne von seinen Kunden wahrgenommen werden möchte. Er hat die Fabrikatsreihen vor dem Kauf durchdacht. - Mercedes? - Nein, da fühlt er sich nicht richtig dargestellt, ein BMW ist auch nicht „sein Ding“. Also muss es ein Audi sein!

Opel und Ford scheiden aus. Ein VW könnte es vielleicht mal sein, wenn er sich denn im Ruhestand befindet. Der Audi A8 ist zwar derzeit nicht sein einziges Automobil, aber nun mal das, mit dem er sich richtig dargestellt fühlt. - Vorsprung durch Technik eben!

  • Auch der Mensch braucht einen Rahmen!

Sein Lebensmittelpunkt, privat und mit seiner Firma, ist Mönchengladbach. Er lebt und arbeitet gerne hier. Das hier, der Niederrhein, ist ein Stück Heimat.

Aber die Eifel ist das, was er – auch – zum Leben braucht. Und so ist er dann an diesem Tag mit dem Audi A8 von Mönchengladbach in Richtung Eifel unterwegs. Er kennt dort ein Café, wo man noch den Kuchen selber backt. Dort möchte er mal die Beine unter den Tisch stellen und entspannen vom Stress, der ihn in Mönchengladbach ständig umgibt. - In der Eifel dort, hat noch nicht einmal sein Handy Kontakt zur Außenwelt.

Dort gibt es eben noch Orte, wo man sich fühlen kann, wie im Gestern. So schön es ist, in einer modernen Welt viel Geld zu verdienen, so schön ist es, in einer Welt wie „von gestern“ Ruhe zu finden, sich erholen zu können.

So lässt sich der Firmenlenker von seinem Audi A8 in die Eifel tragen. - Jedenfalls bis kurz vor seinem Ziel. Da stottert dann sein Audi, im Armaturenbrett blinken Lämpchen und sein modernes  Fortbewegungsmittel beschließt in ein Notprogramm zu fallen.

Was soll man da als Fahrer machen? - In diesem Fall beschließt der Fahrer, in seinem Stamm-Café anzurufen, um seine Situation zu schildern. - Er würde – vielleicht - später kommen. - Man tröstet den Stammgast, bietet an, ihm entgegen zu kommen, um ihn dann in eine der modernen, großen Audi-Werkstätten zu begleiten, die es auch in der Eifel gibt.

Immerhin gibt es dort einen mit seiner Firmengruppe bedeutenden Repräsentanten des VW-Konzerns. Dazu gehört natürlich auch eine Audi-Verkaufsstelle in lockerem „Silber“, groß und gewaltig wirkend. - Natürlich auch eine Werkstatt, ein Audi-Kundendienst.

Umsorgt vom begleitenden „Kundendienst“ des Cafés, der dem Stammkunden mit irgendeinem – aus Sicht der Audi-Mannen - „Fremdfabrikat“ entgegen gekommen ist, rollt man mit dem Audi gleich in die Werkstatt der Audi-Service-Station.

Die Café-Besitzerin wartet in ihrem schmutzigen, weil artgerecht genutzten Allrad-Geländewagen, vor dem Audi-Repräsentationsgebäude.

Schon Minuten später erscheint ein Verkäufer im blütenweißen Hemd, um ihr mit einer schnellen, eindeutigen Handbewegung und dem Zuruf, sie möge doch „das Ding“ von dieser Stelle entfernen, einen kleinen Schock zu versetzen.

Drinnen in der Werkstatt nickt inzwischen ein Meister dem Audi A8-Besitzer gnädig zu: Man würde sich kümmern.

Doch das ist dem A 8-Besitzer zu wenig. Er hätte gerne einen Leihwagen und… - Gemach, gemach! - Man habe keinen Leihwagen. - Der Werkstatt-Mitarbeiter wirft einen Blick auf das Kennzeichen des Fahrzeugs und fragt: „Sie kommen aus Mönchengladbach?“ - „Ja! - Warum?“ - „Dann fahren Sie dort auch bitte in die Werkstatt!“

Der Audi A 8-Besitzer ist entsetzt. Aber sein Auto ist doch defekt, am Armaturenbrett blinken Warnleuchten, sein Auto hat den Top-Speed auf 60 km/h limitiert und bis zur Werkstatt in Mönchengladbach sind es mehr als 140 Kilometer!

Der Audi-Mitarbeiter ist unerbittlich. Das wäre kein Problem! Dem Auto würde damit kein Schaden zugefügt. Es würde nur halt etwas länger dauern.

Tatsächlich hat der Audi A 8-Besitzer sich gefügt, sich fügen müssen. Er hat zurück noch mehr Zeit als gedacht benötigt, weil er Nebenstrecken wählen musste, um beim aktuellen Top-Speed seines Audi nicht auf den viel befahrenen Hauptverkehrswegen zu einem Verkehrshindernis für andere Verkehrsteilnehmer zu werden.

„Erreicht den Hof mit Müh‘ und Not!“ - Sein dortiger Audi-Partner tröstet ihn. - Und bald ist dann auch der Audi A 8 wieder gesund.

- ??? -

Erklärung des Meisters: Bei der Fahrt über die wohl für den Audi zu schlechten Straßen der Eifel hat sich unter der Haube ein Stecker gelöst. Er hat ihn wieder in die richtige Position gebracht. - Kundendienst! - Und: „Gute Fahrt!“

Was lernen wir daraus?

  • Funktionierende Stecker in einem Automobil können genauso wenig einen persönlichen, guten Kundenservice ersetzen, wie repräsentative, Selbstbewusstsein ausstrahlende, große, gewaltige Marken-Baudenkmäler.

Auch Größe kann relativ sein!

MK/Wilhelm Hahne
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„Begrüßung“ zum 24h-Rennen Nürburgring 1978

Man könnte die Diskussion um die Abläufe und Geschehnisse beim 24h-Rennen 2018 am Nürburgring sicherlich endlos fortsetzen. Zu bestimmten Details wird – später - aber auch noch etwas geschrieben werden müssen. - Heute möchte ich – unkommentiert – nur die Begrüßung wortgetreu wiedergeben, die im Programm zum 24h-Rennen 1978 auf dem Nürburgring zu finden ist. Sie war  unterzeichnet von:

Otto Flimm
Vizepräsident des ADAC
Vorsitzender des ADAC Nordrhein

Der Zeitplan lautete damals:

Abnahme: 6. Oktober 1978 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr
          7.Oktober 1978    7.00 Uhr bis 11.00 Uhr
Pflichttraining: 7. Oktober 1978 7.00 Uhr bis 13 Uhr
Beginn des Rennens: 7. Oktober 1978 16.00 Uhr
Ende des Rennens: 8. Oktober 1978 16.00 Uhr

Es war damals – natürlich – eine andere Zeit, bei der man folgende Renndienste im Fahrerlager registrieren konnte:

CASTROL – Hamburg (ARM)
Deutsche Renault-Oele – Köln
FICHTEL & SACHS – Schweinfurt (ARM)
GOODYEAR – K. H. Tibor – Köln
KLEBER – Mettmann
KONIStoßdämpfer – Ebernhahn (ARM)
MICHELIN – Karlsruhe
TEXTAR – Leverkusen
VALVOLINE – Hamburg (ARM)

Und die Begrüßung der zahlenden Zuschauer lautete:

„Das 24-Stunden-Rennen des ADAC Nordrhein unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Langstreckenrennen, die in anderen Teilen der Welt unter dem gleichen Titel laufen. Es ist eine Veranstaltung, die sich mehr an den Nachwuchsfahrer und den Amateur wendet als an Langstreckenprofis. Mit gutem Grund: Schon immer war die Förderung des Breitensports ein besonderes Anliegen des ADAC. Es kommt uns deshalb darauf an, unseren aktiven Fahrern mit verhältnismäßig geringem Einsatz die Teilnahme an einem klassischen Langstreckenrennen mit ziemlich gleich verteilten Siegeschancen zu bieten.

Der Nürburgring mit seinen Abwechselungen und Schwierigkeiten wird dazu beitragen, selbst 24 Stunden nicht zu lang werden zu lassen. Das gilt für die Aktiven, denen ich viel Erfolg im fairen Wettkampf wünsche, aber auch für die zahlreichen Helfer, Betreuer und Funktionäre, und schließlich auch für die Zuschauer, denen ich einen spannenden Rennverlauf wünsche.“

MK/Wilhelm Hahne

PS: Ich danke dem Motor-KRITIK-Leser für die Erinnerung daran – und die Information!

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F1: Der Sieger ist nicht immer der Schnellste!

Auch dieses Mal gibt es von Motor-KRITIK eine übersichtliche Zusammenstellung von Daten, die zum Rennergebnis des Grand Prix in Spanien eine Übersicht bietet, die die fahrerischen Leistungen besser beurteilen lässt.

Dieses Mal ist der Unterschied zwischen der schnellsten Runde im Qualifying und Rennen, beim schnellsten Fahrer, Daniel Ricciardo, in der Motor-KRITIK-Liste auch mit

  • 1,829 sec für den 4,655 Kilometer langen Kurs in Barcelona

aus unserer Sicht annehmbar. Beim Sieger des Rennens, Lewis Hamilton, betrug der Unterschied

  • bei einem solchen Vergleich  - mit 2,960 sec - gut eine Sekunde mehr.

Was darauf schließen lässt, dass Hamilton im Rennen nicht unter Druck stand und sein Rennen stressfrei – ganz im Sinne von Mercedes – einteilen und abspulen konnte.

Die Liste zeigt aber auch, dass ein Max Verstappen sicherlich der auffallendere Rennfahrer, schon durch seine gewagten Aktionen ist, aber sein Team-Kollege, Daniel Ricciardo, ist in jedem Fall der „rundere“, bessere Rennfahrer – ganz im Sinne seines Arbeitsgebers. Ricciardo war in seiner schnellsten Rennrunde knapp eine Sekunde schneller als sein holländischer Teamkollege.

Hier ist die die Übersicht, die die Leistungen der schnellsten zehn Fahrer im F1 Grand-Prix in Spanien offen legt. Da ist auch die Rundenzeit eines Brendon Hardtley auffallend, der vom 20. und letzten Startplatz immerhin noch auf Platz 12 im Rennen fuhr. - Man achte auch auf die ausgeglichene Leistung eines Kevin Magnussen, der von Platz 7 in der Startaufstellung auf Platz 6 das Rennen beendete und auch die sechstschnellste Runde fuhr.

Sebstian Vettel war nicht so erfolgreich, wie man dem guten Start von Startplatz drei - gleich auf Platz zwei annehmen konnte. Sein zusätzlicher Reifenwechsel in einer Safety-Phase des Rennens war ein Fehler, den er elegant auf die Reifen geschoben hat. Weil der in dieser „langsamen Phase“ des Rennens zuvor zu stark abgekühlt war, kam er dann desswegen – sagt er - an den Boxen ein wenig zu spät zum Stehen, was seine „Abfertigung“ verzögerte.

Beim nächsten Mal geht‘s durch die Leitplankenschluchten von Monte Carlo.

Auch da werden wir bei Motor-KRITIK wieder die Liste erstellen, die wir für die F1-Saison 2018 als besonderen Leser-Service entwickelt haben.

MK/Wilhelm Hahne
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H.-J. Stuck: DMSB-Präsident mit der Nase für Geld!

Als Präsident eines  – im Motorsport – bedeutenden Vereins, hat man eigentlich so seine Verpflichtungen. Die da anfallenden Termine korrespondieren leider nicht immer mit denen, die einem Hans-Joachim Stuck besonders wichtig sind: Wenn‘s um Geld geht! - Manchmal, gerade bei Motorsportveranstaltungen lässt sich das Eine mit dem Anderen zwar gut verbinden, aber es gibt für Herrn Stuck auch andere Termine die interessant sind.

Nun hält sich schon seit Jahren in der Motorsport-Szene das Gerücht, dass der DMSB-Präsident mit dem VW-Konzern ein gut dotiertes vertragliches Verhältnis unterhält, das auch gewisse Erfordernisse an seine Terminplanung stellt.

Der Szene ist entgangen, dass dieser Vertrag seit 2016 nicht mehr existiert und ein Hans-Joachim Stuck bei seiner Arbeit für den VW-Konzern, bzw. deren einzelne Marken, jeweils als freier Unternehmer auftritt, wenn er entsprechende Aufträge erhält. Wenn er als solcher in Wolfsburg im Geschäft bleiben will, kann er z.B. auch wichtige Termine des e.V., dem er als Präsident vorsteht, keine Rücksicht nehmen.

So einen wichtigen Termin gab es Ende April in Frankfurt. Der Präsident des DMSB hatte zur 21. Ordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag, 21. April 2018, geladen. Und alle, alle kamen. Bedeutende Mitglieder sind für den deutschen Motorsport die nicht unwesentlichen, großen Automobilklubs, wie ADAC und AvD, aber noch eine Reihe von weiteren – nicht unwichtigen Vereine – die im deutschen Motorsport eine Rolle spielen.

In der Vereinssatzung des DMSB ist unter § 8, Abs. 2 zu lesen:

„Die Mitgliederversammlung besteht aus den von den Mitgliedern entsandten Delegierten, den Vertretern der Motorsportjugend (§ 18) sowie den Mitgliedern des Präsidiums. Die Delegierten bzw. die Ersatzdelegierten sowie die Vertreter der Motorsportjugend sind dem Präsidium spätestens drei Wochen vor der Mitgliederversammlung schriftlich mitzuteilen.“

Soweit war alles richtig. Nur der Präsident des DMSB war nicht da. - Leider auch nicht zum ersten Mal bei einer der jährlichen Mitgliederversammlungen des DMSB. - Schon im letzten Jahre hatte er sich wegen eines „wichtigen Termins“ entschuldigen lassen.

In der Vereinssatzung ist unter Absatz 8 des gleichen § zu lesen:

„Die Mitgliederversammlung wird geleitet von dem Präsidenten, im Verhinderungsfall durch dessen Stellvertreter.“

In diesem Fall wurden die von den Mitgliedervereinen entsandten Delegierten von einem Ehrenpräsidenten, Herr Winfried Urbinger, begrüßt, der zu den Gründervätern des DMSB gehört.

Das hat aber nicht alle Delegierten beruhigen können, die hinter vorgehaltener Hand schon über das eigentümlich wirkende Wegbleiben des Präsidenten bei der einzigen Mitgliederversammlung im Jahr tuschelten. Ein Delegierter eines der großen Klubs ist dann tatsächlich aufgestanden und hat das – aus seiner Sicht - unmögliche Verhalten eines Hans-Joachim Stuck als Präsident des DMSB gerügt, der diesem Mal wieder – natürlich entschuldigt – fehlte.

Die anwesenden Delegierten wurden aber nicht informiert, was ihren Präsidenten davon abgehalten hatte, dieser wichtigen Mitgliederversammlung fern zu bleiben. Es war ein Auftrag aus dem VW-Konzern, dem Hans-Joachim Stuck gerne nachgekommen ist, weil er hier – als freier Unternehmer – pro Kalendertag bezahlt wurde. Weil es sich hier um acht Tage handelte, kam da schon ein erkleckliches Sümmchen zusammen, das sich der DMSB-Präsident nicht entgehen lassen wollte.

Nun gibt es beim DMSB auch einen Ethikkodex, wo man u.a. lesen kann:

„Einladungen jeglicher Art müssen angemessen sein und im Rahmen der üblichen Zusammenarbeit stattfinden. Entscheidend ist stets, dass die Einladung einem Geschäftszweck oder der Repräsentation dient und der Eindruck einer unzulässigen Beeinflussung ausgeschlossen ist.“

Aber wie bereits geschrieben: Hans-Joachim Stuck war als „freier Unternehmer“ unterwegs. Im sonnigen Spanien! Er rundete dort für die von Volkswagen eingeladenen Journalisten das Bild ab, dass der Automobilhersteller mit seiner Presse-Veranstaltung vom 13. bis 20 April 2018 unter dem Titel:

„GTI Performance Days 2018“

auf dem Circuit Ascari vermitteln wollte. - Das Ende war also an einem Freitagabend, der Flughafen Malaga ist knappe 100 Kilometer entfernt, so dass unter normalen Umständen… -

Aber was ist für einen DMSB-Präsidenten, der selbst eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Rennstrecken als eine notwendige Sicherheitsmaßnahme empfindet schon normal?

MK/Wilhelm Hahne
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4. F1-Grand-Prix: Mit Safety-Car wird‘s spannend!

Dieser Grand Prix fand in Baku statt, der Hauptstadt von Aserbaidschan, Azerbaidschan oder Azerbaycan, wenn man es aserbaidschanisch schreibt. Dort gibt es – wenn dort die Formel 1 unterwegs ist – nicht nur den „schnellsten Leitplankenkanal“ der Welt, sondern auch auf diesem Straßenkurs immer wieder Überraschungen, weil hier kein Rennen ohne Crash abgeht.

So war es auch an diesem Rennsonntag, dem 29. April 2017. Da gab es den ersten Crash schon in der ersten Runde und Christian Danner, der Fachkommentator von RTL meinte, dass Zurückhaltung für einen Rennfahrer hier besser wäre.

Aber niemand hat sich an diesen klugen Ratschlag mit einem „Bitte nach Ihnen“ gehalten. So wurde  Vieles unvorhersehbar, weil Rennen fahren, wie es Richard von Frankenberg einmal formulierte, „ein Schachspiel ohne Bedenkzeit“ ist.

Ein Lewis Hamilton musste seinen Sieg „so hinnehmen“. Es gab einen Mercedes-Sieg mit Vettel-Unterstützung und ein Sahara Force India mit Mercedes-Motor wurde von Sergio Perez auf‘s Treppchen gefahren.

Das Endergebnis dieses Formel 1-Grand Prix spiegelt das Leben wider: Manches ist Glücksache!

Da war Motor-KRITIK zu Beginn der Rennsaison gut beraten, eine Tabelle zu entwickeln, die den Motor-KRITIK-Lesern eine Übersicht über den Rennverlauf auf Basis der jeweils gefahrenen schnellsten Rennrunde vermittelt 

So sieht man in einer klaren Übersicht, wie verrückt das Feld zwischen Qualifying und Rennergebnis durcheinander gewirbelt wurde. Der lange Zeit wie ein Sieger aussehende Sebastian Vettel fuhr auch nicht – wie man denken sollte - die schnellste Runde. Und vier der Starter, die sich unter den schnellsten Zehn im Rennen bewegten, erreichten erst gar nicht das Ziel.

Die Differenz zwischen schnellster Qualifying- und Rennrunde betrug auf dem exakt 6.003 Meter langen Stadtkurs von Baku für

    • Bottas, Pechvogel des GP-Rennens,  3,312 sec
    • Vettel, den Sieger im Quali 3,  schon 4,032 sec

Ein Vettel-Verbremser nach einer langen Safety-Car-Phase kurz vor Rennende brachte die Entscheidung, nachdem Bottas durch ein Reifenplatzer seine gerade gewonnene Führung gegenüber Vettel verlor und seinem Team-Kollegen Lewis Hamilton den Gesamtsieg überlassen musste, der damit dann auch wieder die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft übernahm.

Ich persönlich habe mich über Platz 2 von Kimi Raikkonen gefreut, der von Startplatz 6 kam.

Am Ende wird zusammengezählt!

MK/Wilhelm Hahne
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So wird ein Vergleich möglich: Moto GP in den USA

Die Motor-KRITIK-Leser sind ganz schön zwischen Formel 1 und Motor GP hin und her gerissen. Motor-KRITIK hatte die Formel 1-Ergebnisse dieses Jahres jeweils durch eine Aufstellung kommentiert, die die schnellste Rennrunde zum Maßstab nimmt. Wir haben sie in Relation zu den Ergebnissen/Platzierungen im Qualifying, Startaufstellung und Rennen gestellt.

Das macht nicht nur eine schnelle Übersicht über die Leistungsfähigkeit des Materials, sondern auch des Fahrers möglich. - Auffallend waren bei der Formel 1 in bisher allen Rennen der Saison die großen Zeitunterschiede zwischen schnellster Qualifying- und schnellster Renn-Runde.

Das gibt es sonst in keiner Motorsportart, hatte Motor-KRITIK behauptet. Da hat es dann schon ungläubige Leser gegeben, weil man doch beim Qualifying in allen wichtigen Motorsportarten nicht nur mit wenig Benzin, also gewichtsmäßig leichter, sondern auch mit so genannten Qualifying-Reifen an den Start geht. Da sollte es also schon einen Unterschied in den Rundenzeiten geben.

Gibt es auch. Aber nicht unbedingt so viele Sekunden wie in der aktuellen Formel 1.

  • In China fuhr Ricciardo im F1-Rennen die schnellste Rennrunde und war damit exakt 3,801 sec langsamer als in seiner schnellsten Qualifying-Runde, deren Länge 5,451 Kilometer betrug.
  • Am letzten Wochenende gab es in den USA eine Moto GP-Lauf. Sieger war Marc Marquez auf seiner Honda. Die Differenz zwischen schnellster Qualifying- und Renn-Runde betrug hier 0,947 sec bei einer Streckenlänge von 5,516 Kilometer!

Damit man einmal auch die Leistungen der Fahrer und die Güte des Materials in der Moto GP mit der in der Formel 1 vergleichen kann, habe ich für diesen Moto GP-Lauf in Amerika eine Tabelle exakt nach dem gleichen Schema erstellt, wie ich sie bisher auch für die Formel 1-Läufe veröffentlichte.

So ist also das Ergebnis in der Moto GP beim USA-Lauf, wenn man die Leistungen der Fahrer an ihrer schnellsten Rennrunde misst. Marc Marquez war zwar auch im Qualifying der Schnellste, musste aber dann von Startplatz 4 starten, weil er mit einer entsprechenden Strafe belegt wurde, nachdem er in seiner Auslaufrunde beim Qualifying einen schnellen Konkurrenten – Maverik Vignales – behindert hatte.

Im Rennen ist dann Marquez den Konkurrenten auf und davon gefahren, weil er nicht in Zweikämpfe verwickelt werden wollte, wie er erklärte. Wenn es da nämlich „zu hart“ zugeht, werden in Zukunft von den Kommissaren härtere Strafen verhängt.

Die veränderte Einstellung der Funktionäre beruht auf einem „Kontakt“ zwischen Marquez und Rossi beim letzten Rennen, wo Marquez mit Rossi umzuspringen versuchte, wie man – vielleicht – mit unerfahrenen Youngstern umgehen kann. - Rossi kam zum Sturz. Marquez wurde zwar bestraft, aber – so auch die Meinung einer Reihe seiner „Kollegen“ - zu gering.

Daraus resultierte jetzt in Texas dann die „Alleinfahrt“ von Marc Marquez. Mit seiner Erklärung dafür hat er sich zwar auch keine neuen Freunde geschaffen, aber man sollte registrieren, dass dieses Ausnahmetalent im Motorrad-GP-Sport z.B. bisher alle Großen Preise der USA von 2013 bis 2018 – also sechs insgesamt – gewonnen hat.

Bei Fahrern gibt‘s eben noch keine „BoP“! - Und eine Einheitselektronik - wie bei der Moto GP – bedeutet auch nicht, dass die „Einstellungen“ einheitlich sind. Es sind auch keine Reifenwechsel – zur Spannungserhöhung beim Zuschauer – vorgeschrieben, wie in der Formel 1.

Dort entscheidet man – zur Spannungserhöhung – mal so, dann aus Sicherheitsgründen – mal so. Wie es den „Machern“ gefällt oder sie es – z.B. aus Marketinggründen - als richtig empfinden. Was trotzdem zu einem Umsatzrückgang bei der Formel 1 in 2017 von rd. 15 Millionen Euro geführt hat. - Und nicht nur beim Umsatz. - Aus einem Gewinn in 2016 (made by Ecclestone) wurde Verlust in 2017 (made by Liberty).

Da muss man natürlich z.B. bei den „Grid-Girls“ in 2018 sparen.

Aber man investiert anderswo. Zum Beispiel in ein „Konzert“ zu einem F1-Termin. Da bot man den US-Fans z.B. 2017 beim F1-Grand-Prix in Austin/Texas – dem gleichen Ort, an dem jetzt der Moto GP-Grand-Prix lief – ein Konzert des Popstars Justin Timberlake. - Und startete dafür das F1-Qualifying zwei Stunden später.

Und Fahrer werden von den „Machern“ in den F1-Teams evtl. nach Alter, nicht nach Können genutzt. Ein Beispiel dafür in der Formel 1 ist Kimi Raikkonen (38), der in Rennen im Ferrari-Team den „Wasserträger“ für Sebastian Vettel spielen muss. Nicht weil er schlechter ist, sondern weil er – vom Alter her betrachtet – im Ferrari-Team keine Zukunft hat.

Ich mache persönlich keinen Hehl aus meiner Einstellung: Meine „Königsklasse“ im Motorsport ist die Moto GP. - Und mein Lieblingsfahrer dort: Der „alte“ Valentino Rossi (39)!

In Austin fuhr er mit der viertschnellsten Rennrunde von Startplatz 5 kommend auf Platz vier im Rennen.

MK/Wilhelm Hahne
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