Tolle Planung am Nürburgring für Finale unter Rot!

Man kann wirklich nicht sagen, dass am Nürburgring nichts getan wird. Manchmal muss man sich aber die Frage stellen, was sich die, die diese Aktivitäten veranlasst haben, sich denn dabei gedacht haben. - Ab und an bin ich – aber auch Andere - rund um den Nürburgring unterwegs und manches Gesehene regt zum Nachdenken an. Bevor ich eine Geschichte – wie diese – schreibe, tausche ich mich aber auch noch mit Fachleuten aus. In diesem Fall habe ich – wenn ich die aktuell wahrnehmbare Situation an der Nürburgring-Nordschleife geschildert habe – nur Kopfschütteln geerntet. Und vielleicht die Bemerkung: Aber beim DMSB z.B. müsste man doch wissen … - schließlich ist deren Präsident... - Richtig! - Bauliche Veränderung der Art wie sie in den letzten Wochen – aber auch schon Jahren – am Nürburgring durchgeführt werden, dürfen nicht nur reiner Aktionismus sein, sondern sollten in diesem Fall einen Sinn ergeben, z.B. mehr Sicherheit für Fahrer und Teilnehmer zu bieten. - Wobei es an anderer Stelle sicherlich richtig ist, wenn man da z.B. Rasengittersteine verlegt. - Da sage ich dann gerne „Olé“! - Welche Auswirkungen die unverständliche Planung am Nürburgring haben kann, war gerade aktuell bei einem Langstreckenrennen im fernen Australien zu beobachten, so dass ich auf der Basis meiner – aber auch die anderer Betrachter - gemachten Beobachtungen unter Hinweis auf den dort nach einem Unfall erfolgten Rennabbruch hier feststellen kann:

Tolle Planung am Nürburgring für Finale unter Rot!

Wirkliche Rennfahrer schwärmen genauso von einem Kurs bei Bathurst/Australien, dem Mount Panorama Circuit, wie sie von der Nürburgring-Nordschleife schwärmen. Diese Rennstrecke in Australien wurde zwar erst gut 10 Jahre nach der Nürburgring-Nordschleife eröffnet, aber sie entstand wie die Nürburgring-Nordschleife als eine Art von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Beide Rennstrecken sind auch insofern vergleichbar, weil sie Landstraßencharakter besitzen, also keine dieser unglaublich sicheren und – für wirkliche Rennfahrer – reizlosen Retorten-Rennstrecken sind. Sie verfügen nicht über riesige Auslaufzonen, die Rennfahrzeuge bewegen sich auf großen Teilen der Strecke wie in einem Kanal. Eingezwängt zwischen mehrstöckigen Leitplanken.

Je näher diese Leitplanken an der eigentlichen Strecke stehen, desto größer ist die Gefahr, dass ein Fahrzeug das die Straße – aus welchen Gründen auch immer – verlässt, Bruchteile von Sekunden später beim Aufprall auf die Leitplanken nicht nur verformt, sondern auch zu einer „Schikane“ auf der Rennstrecke wird.

In Bathurst kam bei einem 12h-Rennen rd. 20 min vor Rennende ausgangs einer Kurve ein Fahrzeug von der Strecke ab, und wurde – weil hier die Leitplanken sehr nahe der Strecke stehen – dann querstehend nach dem Unfall mit seiner Karosse auf der Straße die Ideallinie versperrend, zu einem spät wahrzunehmenden und problematischen Hindernis für nachfolgende Konkurrenten.

Zwei haben ihn noch – gerade so – passieren können, ein drittes Rennfahrzeug konnte trotz einer hastigen Lenkbewegung nach links, aber den Aufprall nicht mehr verhindern. Zum Glück blieben beide Fahrer praktisch unverletzt. Aber das Rennen musste – der vielen Trümmer und der querstehenden Unfallfahrzeuge wegen - „unter Rot“ beendet werden.

Nun wurde schon auf diesen Internetseiten vermeldet, dass es über den Winter am Nürburgring eine Reihe von Baumaßnahmen gibt, die die Sicherheit dieser wunderbaren Rennstrecke Nordschleife weiter verbessern sollen. Da wurden nicht nur einige Kilometer der Straße neu asphaltiert, sondern auch neue FIA-Zäune aufgestellt.

Weil aber der Platz nicht reichte, hat man an einigen Stellen die Leitplanken weiter in Richtung Fahrbahn versetzt, um die FIA-Zäune dann dahinter aufstellen zu können.

So sind die Randstreifen zwischen Leitplanken und Rennstrecke noch schmaler geworden. Hier kann kein Fahrzeug mehr – weil evtl. einen Motorschaden erlitten – neben der Strecke abgestellt werden. Es wird immer in die Strecke hineinragen und nach einer Kurve evtl. so für ein nachfolgendes Rennfahrzeug ein unüberwindliches Hindernis sein.

Hier ein Blick auf die aktuellen „Randerscheinungen“ auf der Nürburgring-Nordschleife. Nicht alle „schmalen Randstreifen“ sind aus 2017/2018, sondern auch schon in den Jahren vorher entstanden. Gedankenlos wird in der gleichen Art wohl immer weiter verfahren. Es ist unverständlich, dass man sich zu der so selbst geschaffenen Situation, aus denen früher oder später in Rennen Unfall-Schwerpunkte werden können, keinerlei Gedanken, sondern gedankenlos weiter macht. - Es wird schon gut gehen!

Dieses Jahr ist es – abgesehen von den so beim genannten Unfall entstandenen zwei Fahrzeug-Totalschäden zwar in Bathurst – für die Fahrer – relativ gut ausgegangen, aber 2006 starb auf der australischen Rennstrecke der Neuseeländer Mark Porter bei einem Rennen der V8-Supercar-Serie, als sein Fahrzeug, nach einem Fahrfehler quer auf der Strecke stehend, von einem anderen Wagen mit nahezu unverminderter Geschwindigkeit auf der Fahrerseite getroffen wurde.

Auch in Bathurst sind die Randstreifen eben zu schmal, wie sie jetzt auf der Nürburgring-Nordschleife auch schmaler gemacht wurden.

Nur so konnte man schließlich gut aussehende FIA-Zäune dahinter aufbauen. Teuer und sinnlos. Aber so muss der jeweilige Rennleiter auch keine Strafen aussprechen, weil ein Rennfahrer durch Verlassen der eigentlichen Strecken einen Zeitvorteil erlangt hat. Der kleinste Fahrfehler führt hier zum Crash und bei den zwischen den einzelnen – im gleichen Rennen – startenden Rennfahrzeugen mit gewaltigen Leistungsdifferenzen, kommt es dann zu Überholmanövern, die eine reine Glückssache sind, weil nicht nur die Geschwindigkeitdifferenzen der Fahrzeuge sehr groß sind, sondern auch die eingeführten „Code 60“-Zonen, die für alle Teilnehmer gleich überraschend zu Bremsmanövern zwingen, inzwischen zu so manchem „Auffahrtunfall“ geführt haben, weil zu große Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den Teilnehmern auch zu nicht mehr ausreichenden Bremsstrecken werden.

Wenn aber inzwischen fast alle „Abstelltaschen“ neben der Strecke mit Rasengittersteinen ausgelegt sind, so ist das gegenüber „früher“ durchaus als Fortschritt zu begrüßen. Aber die Menge der inzwischen benötigten Anzahl dieser Steine scheint nicht mehr durch den Bestand gedeckt zu sein, den man nach dem Abbau der im letzten Jahr angelegten unsinnigen „Auslaufzonen“ am „Brünnchen“ wohl anlegen konnte.

 

Die Plakate für die in diesem Jahr wieder durchgeführte Schlagerveranstaltung „Olé“ hängen längst. Da aber die Zuhörer/Zuschauer der Veranstaltung im letzten Jahr bei den herrschenden Wetterbedingungen z.T. bis zu den Knöcheln im Matsch stehen mussten, möchte man denen in diesem Jahr bessere Bedingungen bieten.

Man festigt den Zuschauerplatz in der so genannten „Müllenbachschleife“ inzwischen mit Rasengittersteinen und versucht die Abwasser-Situation an dieser Stelle auch für die Rennfahrer zu verbessern, indem man sich um eine Verbesserung der dort vorhandenen Kanalisation bemüht. - Die Rennfahrer profitieren in diesem Falle um das Bemühen um das Festival „Olé“. - Davon versteht man schließlich etwas.

Was man – wenn man als Fahrer mit Praxiserfahrung in Rennen einen Blick darauf wirft – von den „Verbesserungen“ an der Rennstrecke nicht unbedingt sagen kann. Nach meinem Eindruck ist es aber – wie ich schon im Titel feststellte, eine...

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Buthorst bleibt mit dem aktuellen Rennabbruch in diesem Jahr sicherlich nicht alleine. Am Nürburgring wurden aktuell dafür die Voraussetzungen verbessert.

So kann man das schließlich auch sehen!

MK/Wilhelm Hahne
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