Mirco Markfort und sein „Akt der Verzweiflung“!

Wer schiebt schon gerne ungelöste Probleme vor sich her? - Bestimmt nicht der Geschäftsführer der Nürburgring-Betreibergesellschaft mit dem Titel „Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, Mirco Markfort. - Er verkündet nur Lösungen. Für den „ring°racer“: „Er wird wieder laufen!“ - Er hat niemals exakt verkündet, wann das sein wird. - Eigentlich wird ihm auch alles geglaubt. - Aber am letzten Samstag war dann doch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ etwas ungläubig, als sie ihren Redakteur in ihrer Nr. 167, auf Seite 40 die Frage stellen ließ: „Zurück in die Hölle?“ - In den Tagen vor dem Formel 1-Rennen in Hockenheim hatte der Ressortleiter Sport der FAZ recherchiert, dass es am Nürburgring Pläne gibt, die Formel 1 wieder an den Nürburgring zurück zu holen. - Er hatte von den Reaktionen berichtet, die solche Pläne bei Rennfahrern und u.a. einem Teamchef (aus der Eifel) auslösten und seinen Eindruck in Worte gefasst, die wir hier zu einem Titel verarbeitet haben:

Mirco Markfort und sein „Akt der Verzweiflung“!

Am letzten Samstag meldete sich schon in aller Frühe ein Leser von Motor-KRITIK, der auch ein Leser der „Frankfurt Allgemeinen Zeitung“ ist („Dahinter steckt immer ein kluger Kopf!“), um aufgeregt zu informieren, was dort zu lesen wäre:

„Die wollen die Formel 1 auf die Nordschleife zurück holen!“

Er war ein wenig „baff“, als ich ihn – ruhig und unaufgeregt - nicht nur bat, mir doch mal ein Foto – es dürfe ruhig schlecht sein – von der Seite zu schicken. Aber irgendwie war ich schon erstaunt, dass ein Kollege an diese Information gekommen war, die hier oben am Nürburgring der allerhöchsten Geheimhaltungsstufe unterliegt. - Aber ich habe auch gesagt:

„Das ist richtig. Die FAZ hat recht!“

Ehrlich: Ich hatte mich bisher nicht getraut meine Recherche-Ergebnisse in dieser Sache zu veröffentlichen, weil meine Leser – überwiegend in Sachen Motorsport kenntnisreich – mich dann gleich für total verrückt erklärt hätten.

  • Aber Tatsache ist: Es gibt wirklich eine Arbeitsgruppe am Nürburgring – wenn ich richtig gezählt habe: 5 Leute - die sich darum bemühen soll, das Unmögliche möglich zu machen.

Ich habe an diesem 21. Juli 2018 auf diesen Motor-KRITIK-Seiten erst einmal unter „Aktuell“ meinen Lesern den Tipp gegeben, sich an diesem Tag mal die FAZ zu gönnen. - Weil es vielleicht Motor-KRITIK-Leser gibt, die diese drei Euro lieber sparen wollten, weil sie Ahnung haben, durchschauen was „da oben“ wirklich los ist, habe ich mich nun zum Schreiben dieser Geschichte entschlossen.

Natürlich habe ich mir die FAZ aber selber gekauft und muss meinem Kollegen, Anno Hecker, gratulieren:

  • Gut recherchiert und so geschrieben, dass man begreift, wer da verzweifelt ist!

In die FAZ ist zu lesen:

„Die Formel 1 zurück auf der Nordschleife?“, fragt ein Motorsport-Teamchef und Eifelbürger dieser Tage. „Nie im Leben. Ist das ein Scherz?“ Nein, Mirco Markfort meint es ernst. Er hat Liberty Media, Mehrheitsbesitzer der Formel-1-Vermarktungsrechte, die Rückkehr angeboten. Markfort ist der Geschäftsführer der Nürburgring- Betreibergesellschaft: „Wir sind überzeugt, dass es möglich ist.“

Anno Hecker, der Sport-Chef der FAZ, fügt hier an:

„Die Offerte wirkt wie ein Akt der Verzweiflung.“

Dazu muss man sagen, dass offensichtlich eigentlich nur Wenige am Nürburgring arbeiten, die in allen Details die Motorsport-Szene kennen und das Thema Motorsport „aus dem ff“ beherrschen. So kann es dann passieren, dass sie in Unkenntnis von Zusammenhängen zu solchen Beschlüssen kommen, wie sie hier am Nürburgring offensichtlich gefallen sind, mit einer Argumentation die so „überzeugend ist“, dass man noch einmal mehr darüber lachen kann. - Mirco Markfort argumentiert in der FAZ:

„Die Formel 1 fährt auch in Baku um Zentimeter an Mauern vorbei.“

Das ist die Argumentation des Geschäftsführers der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG! - Ein Niki Lauda, nach seiner Meinung zu den Vorstellungen eines Mirco Markfort befragt, die Formel 1 auf der Nürburgring-Nordschleife fahren zu lassen, gibt – da grippekrank – nur eine knappe Antwort per SMS:

„Super. Nein.“

Kürzer, klarer, kann man es nicht sagen. Auch nicht verständlicher ausdrücken. Wenn es andere Antworten zu dieser Frage geben sollte, sind sie reines Marketing-Deutsch, wie z.B.:

  • Das Beste wollen, nicht anecken, keine verbindliche Meinung äußern.

Verständlich ist dagegen die Aussage, die aus Richtung der Formel 1-Organisation, vom Marketingchef der Liberty Media kommt und vom Sportchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ so wiedergegeben wird:

 „Ja, wir haben darüber gesprochen. Aber es gab keine finanzielle Offerte. So hat es zu nichts geführt.“

Zu nichts geführt! - Das hat auch nicht die Aussage des Mirco Markfort vor langer Zeit zur Zukunft des „ring°racer“.

Wenn ein Mirco Markfort in der jetzigen Art weiter macht, hat auch die VLN keine Chance. Erst recht nicht die Formel 1 am Nürburgring.

Selbst der Geldbringer „Touristenfahrten“ ruht auf tönernden Füßen. - Die leicht wegbrechen können.

Dazu wird wohl noch eine Erklärung für die Motor-KRITIK-Leser notwendig werden. - Wir arbeiten dran!

Weil wir in einigen Details unser Wissen – und unsere Meinung – mit denen der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG in dieser Sache abklären – und um Fakten bereichern - wollten, haben wir gegen Ende letzter Woche – am Freitag – keine Antwort mehr auf unsere Fragen erhalten, um am Samstag – nachdem wir noch eine Frage nachgeschoben hatten – durch eine „automatische E-mail“ zu erfahren:

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bin ab dem 8. August wieder für Sie erreichbar.
Meine E-Mails werden während meiner Abwesenheit nur in unregelmäßigen Abständen gelesen.
Ihre Nachricht wird nicht weitergeleitet - eine schnelle Antwort nach meiner Rückkehr verspreche ich Ihnen schon jetzt.
Während meiner Abwesenheit hilft Ihnen auch gerne meine Kollegin XXX-XXXX XXXX weiter.
Sie erreichen sie per E-Mail unterXX@XXX.XX und per Telefon: xxxxx/xxxxx

Genauso stelle ich mir die Antwort eines Pressechef einer Firma vor, deren Geschäftsführer daran denkt – und es offensichtlich auch für durchführbar hält – die Formel 1 wieder auf der Nordschleife starten zu lassen.

Man kann in der FAZ lesen:

„Markfort will Liberty aus der Reserve locken, seit die Amerikaner beteuern, die Formel 1 wolle in Zukunft immer etwas Besonderes bieten. Was gäbe es Spektakuläreres als ein Rennen auf der Nordschleife, und sei es nur alle paar Jahre, vielleicht außer Konkurrenz?“

Klar, die Formel 1 baut zwanzig spezielle Fahrzeuge, speziell für den einen Einsatz –„nur alle paar Jahre“ (!) -  auf der Nürburgring-Nordschleife!
Vergleichbarer Vorschlag von Motor-KRITIK:

  • Ein Spaziergang für Nürburgring-Touristen über die Schienen des „ring°racer“, mit Sicherungsleinen - gegen einen Absturz - gesichert, für den wohlfeilen „Abenteuer“-Betrag von 49,90 € pro „Spaziergang“. (Video-Aufzeichnung inbegriffen!)

Da wird dann doch eine „Touristen“-Rundfahrt über die Nordschleife zum Preis von weniger Euro pro Runde geradezu als ein „Schnäppchen“ empfunden. - Und ist nicht so gefährlich!

Aber ob das ein Geschäftsführer der Nürburgring-Betreibergesellschaft hin bekommt?

Das wäre dann kein „Akt der Verzweiflung“ mehr, sondern eine Offenbarung!

MK/Wilhelm Hahne
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