Klage eines Eifel-Wanderers in der Corona-Zeit!

Hier in Motor-KRITIK haben wir schon über die Real-Situation berichtet, die aber eigentlich mehr die Gruppe „Zuschauer bei Rennen“ betraf. Natürlich waren damit auch die Interessen der Gruppe „Eifel-Touristen und Wanderer“ gestreift, die hier in der Hocheifel, im Umfeld der „Hohen Acht“ auch direkt von den Maßnahmen der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG betroffen sind. Diese Maßnahmen sind nicht gerade als „touristenfreundlich“ zu bezeichnen, zumal sie auch nicht nur die Touristen treffen, sondern auch jene, zu deren Einkommen der Touristenverkehr „ein Scherflein“ beisteuert. - Nachfolgend gebe ich unkommentiert den Inhalt einer E-mail wider, die so sowohl an den Bürgermeister von Nürburg, als auch an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau gerichtet ist. - Ich habe nur Anrede und „Freundliche Grüße“ fehlen lassen. - Motor-KRITIK-Empfehlung: Man sollte handeln und sie nicht nur zur Kenntnis nehmen, die ...

Klage eines Eifel-Wanderers in der Corona-Zeit!

„Seit vielen Jahren, genauer schon seit über 30 Jahren besuche ich regelmäßig die Eifel. Als Kind noch mit meinem Vater anlässlich des Langstreckenpokals und des 24-Std-Rennens, ist meine Eifelliebe im letzten Jahrzehnt immer mehr nur noch der Region an sich, den Menschen und der Erinnerung geschuldet, als dem Geschehen auf dem Ring an sich. Die Gründe sind ja offensichtlich, denn mit Breitensport hat das Geschehen dort oben nichts mehr zu tun. Aber mein Anliegen ist nur indirekt mit dem Geschehen auf der Strecke verbunden. Am Wochenende des 04. und 05.Juli wollte ich nämlich mit meinem Camper am Ring halten und eine Wanderung unternehmen. Diese Route konnte ich in den letzten Jahren schon häufig gehen und auch einige Male mit dem MTB absolvieren.

Nun musste ich am letzten Wochenende leider die Erfahrung machen, dass dies nicht mehr möglich ist. Zumindest nicht wenn dort eine Veranstaltung statt findet. Nach einigen Runden durch die Dörfer und um den Ring mussten wir feststellen, alle Parkplätze sind gesperrt. Freie Tagesparkplätze für Camper, oder gar Übernachtungsmöglichkeiten waren nicht zu finden. Und selbst wenn wir uns auf dem nahegelegenen Campingplatz in Müllenbach einen Platz hätten organisieren zu können, dann hätten wir gar nicht um die Nordschleife wandern dürfen! Anlässlich der VLN wurden nämlich alle Wanderwege rund um den Ring gesperrt. Und dieses Vorgehen erklärt sich mir nur nicht logisch, sondern auch rechtlich nicht wirklich. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass die Wanderwege um die Nordschleife öffentlich sind und damit auch von der Öffentlichkeit genutzt werden dürfen. Natürlich bin ich kein reiner Wanderer, ein Interesse am Nürburgring ist nicht zu verleugnen, aber trotzdem ist die Situation ja bezeichnend und tatsächlich habe ich auch andere (“echte“) Wanderer getroffen, die sich ähnlich verwundert zeigten, als wir auf einem Wanderparkplatz Nahe Adenau sogar von einem Fahrer der “Verkehrswacht“ angesprochen wurden, das Wandern an der Nordschleife nicht erlaubt sei und unter Strafe stünde.

Schlussendlich sind wir nach einem Frühstück in unserem Camper, dass wir mangels Parkmöglichkeiten im Kurzzeitparken (max. 2 Std.) im Gewerbegebiet Meuspath zu uns genommen haben, weiter gereist und haben die nächsten Tage in Hellenthal verbracht. Frühstück, Mittag- und Abendessen in Ihrer Region sind genau so ausgefallen, wie weitere tolle Erinnerungen. Erinnerungen wie die aus meiner Kindheit, als ich mit Papa zur Hohen Acht gewandert bin, um dort am Zaun gespannt den Rennautos zu zuschauen, die Mischung aus Öl, Benzin und Wald zu riechen, Mittags ein Schnitzel beim Seuter zu essen und nach jedem Rennen durch die Stille der Eifel zum Auto zurück zu wandern und im Auto glücklich ein zu schlafen.

Vielleicht nehmen Sie meine Nachricht als eine Stimme von sicherlich vielen wahr, die sehr traurig sind, wie die Dinge bei Ihnen so laufen. Vielleicht denken Sie sogar mal darüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre, wie andere Städte auch, Übernachtungsplätze bereit zu stellen. Und vielleicht denken Sie dabei auch daran, dass hinter meinem Wunsch Sie weiter zu besuchen und tolle Erinnerungen lebendig zu halten nicht nur ein egoistischer Gedanke steckt, sondern Ihre Region und die Menschen, von Menschen wie mir leben.

Ich wünsche Ihnen und allen Eifeler‘n Gesundheit und bedanke mich ganz ausdrücklich dafür, dass Sie sich hoffentlich Zeit genommen haben meine E-Mail nicht nur zu lesen, sondern meine Worte auch kurz wirken lassen.“

Der Schreiber dieser Zeilen kam bisher immer wieder aus dem Ruhrgebiet – wie viele andere Eifel-Touristen auch - in unsere Region, die „Hohe Eifel“.

Ob sie alle auch weiterhin kommen?

MK/Wilhelm Hahne
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