NLS 2021: Die „Chefs“ haben nichts dazu gelernt!

Die Termine für die Rennen der NLS-Serie – und die Testfahrten – liegen längst fest. Aber es gibt im Januar 2021 noch keine Ausschreibung – erst recht keine vom DMSB genehmigte – nach deren Studium sich die interessierten Teams dafür oder dagegen entscheiden könnten.

Als die Serie noch unter dem Titel VLN vermarktet wurde, war das so lange anders, wie die Serie noch von erfahrenen Motorsportlern geführt wurde. Da gab es – Corona war unbekannt – noch jeweils im Spätherbst – bevor der Winter richtig einbrach – die „Motor-Show“ in Essen, bei der dann – am Ende der jeweiligen Motorsport-Saison – nicht nur die Siegerfahrzeuge aus den wichtigen Rennen des aktuellen Sportjahres zu sehen waren.

  • Zu diesem Ausstellungstermin war dann auch in VLN-Zeiten die jeweils neue Ausschreibung für die Serie des neuen Jahres zu erhalten, damit sich interessierte Teams für die neue Saison entsprechend vorbereiten konnten.

Nun als NLS-Serie „verkauft“, gibt es auch im Januar 2021 noch keine Ausschreibung. Auch für die NLS-Serie in 2020 war eine DMSB-genehmigte Ausschreibung erst am 11. Februar 2020 einzusehen. Da wurden allerdings die ersten Renntermine wegen Corona auch deutlich in die Jahresmitte verschoben.

Für das Jahr 2021 hat man allerdings schon den ersten NLS-Lauf mit der 66. ADAC-Westfalenfahrt für den 27. März geplant, während die so genannten Einstellfahrten schon am 20. März stattfinden sollen. - Diese Termine, obwohl man die Corona-Problematik kennen sollte!

  • Jean Todt, der Präsident des Automobil-Weltverbandes (FIA) erwartet übrigens in 2021 keine „annähernd normale Saison“!

In 2020 konnten – durch die Corona-Pandemie bedingt – nur fünf NLS-Läufe realisiert werden, bei denen im Durchschnitt 141 Fahrzeuge am Start standen von denen – auch durchschnittlich – dann 112 Fahrzeuge das Rennen beendeten. - Kein Wunder, dass die Rennen – auch durch die erforderlich Umbaukosten im Fahrerlager – (deren Rechnungen bis heute – wie zu hören - noch nicht alle bezahlt sind!) die Serie nicht unbedingt ein Geschäft war.

Deshalb ist eigentlich unverständlich, dass der Veranstalter der Serie auch in diesem Jahr – in 2021 – den Teams nicht Gelegenheit gibt, sich durch eine zeitige Veröffentlichung der Ausschreibung, mit den Details der Serie zu beschäftigen um sich auch bei der Vorbereitung der Fahrzeuge darauf optimal einstellen zu können.

Allerdings haben die Verantwortlichen für die neue Ausschreibung nicht versäumt, die bisher in der NLS-Serie startenden Teams in einem „Neujahrsbrief“ darauf aufmerksam zu machen, dass mit der neuen Ausschreibung „keine Revolution“, sondern nur „eine Evolution“ zu erwarten wäre. So liest man z.B.:

„Die Nenngelder werden für die Saison 2021 zum ersten Mal seit 2019 leicht angepasst. Die moderate Preisanhebung um zumeist zwischen fünf und sechs Prozent deckt im Wesentlichen eine spektakuläre Neuerung in der NLS ab: Künftig liefert bei allen Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie ein Helikopter aufsehenerregende Livebilder für den Stream. Die stärkere Medialisierung bietet so auch den Teams neue Vermarktungsmöglichkeiten.“

In Verbindung mit höheren Benzinpreisen und der – Corona-bedingt – früheren Anreise, bedeutet das für viele Teams schon eine spürbare Erhöhung der Kosten. Die sich noch weiter erhöhen werden, da sich nicht nur die nutzbaren Zeiten am Freitagnachmittag – „nunmehr von der VLN VV ausgerichtet“ – deutlich erhöhen werden, sondern auch die Preise dafür. - Man formuliert das in dem „Neujahrsbrief“ so:

„Neu und attraktiver als bisher sind die Probe- und Einstellfahrten am Freitagnachmittag vor dem Rennen, die nunmehr von der VLN VV ausgerichtet werden. Drei anstatt zwei Stunden Tracktime auf der VLN Variante stehen für Fahrten mit Beifahrern zur Verfügung, sofern es die Corona-Auflagen zulassen.“

Man sollte auch – bitte - nicht die „Ergänzung“ überlesen, die da heißt: …“sofern es die Corona-Auflagen zulassen.“

Wenn man schon in dem Brief an die bisherigen Teilnehmer, Details aus der kommenden Ausschreibung zitiert, warum legt man sie dann nicht insgesamt vor, sondern beschränkt sich in dem Brief, aus dem hier zitiert wurde auf die Ankündigung:

„Die Ausschreibung befindet sich in den letzten Zügen und wird demnächst zur Verfügung stehen.“

Wenn die für die NLS-Serie verantwortlichen Organisationen, die VLN VV GmbH & Co. KG und die VLN e.V. & Co. OHG in dieser Art weiter machen, könnte es sein, dass auch die NLS-Serie demnächst „in den letzten Zügen“ liegt.

Deren „Chefs“ haben in 2020 nichts dazu gelernt!

MK/Wilhelm Hahne

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