HMSC & AvD: Vereine im Clinch um den Oldtimer-GP!

Den Automobilclub von Deutschland e.V. kennt jeder; der Hessische Motorsport-Club e.V. in Wiesbaden ist dagegen sicherlich mehr den Oldtimer-Fans bekannt. Der war es nämlich, der zusammen mit dem AvD den ersten Oldtimer Grand Prix stemmte. Ich erinnere mich noch gut an diese Veranstaltung 1973, weil ich dort – es regnete in Strömen – am Samstag richtig nass wurde. Aber auch, weil ich danach – ich war für eine Zeitschrift des Bauer-Verlages unterwegs, der Chefredaktion der „Auto Zeitung“ empfahl, eine gute Oldtimer-Berichterstattung auch in der Zeit danach fest einzuplanen, weil ich der Oldtimer-Szene nach meinen Beobachtungen eine Zukunft gab. - Was auch geschah. - Dort – und danach – habe ich dann auch einen guten Kontakt zu Persönlichkeiten des HMSC aufgebaut, der von einer breiten Öffentlichkeit weniger mit dem Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring in Verbindung gebracht wurde, als der AvD, der dann auch im Titel der Veranstaltung erschien.  Wie kompliziert die Zusammenhänge waren, wurde mir eigentlich erst klar, als ich in den ersten Januartagen ds. Jrs. in den Besitz eines „Neujahrsschreibens“ dieses Clubs kam. Danach habe ich dann dazu eine Geschichte bei „lsr-freun.de“ lesen können, die sicherlich auf Basis dieses Briefes entstanden war. Was fehlte, war eine Gegenüberstellung mit einer Darstellung des AvD, dessen Verhalten in der Darstellung des HMSC schon etwas eigenartig wirkte. - Um die hat sich Motor-KRITIK dann auch bemüht. Und nicht vergebens! - Aber gut’ Ding will Weile haben, so dass ich erst heute sowohl den Inhalt des HMSC-Neujahrsbriefes, als auch die Darstellung zur gleichen Sache des AvD veröffentlichen kann. - Nun können sich zumindest die Motor-KRITIK-Leser dann selbst eine Meinung bilden. - Und auch auf die Zukunft des Oldtimer-GP hoffen! - (s. AvD-Darstellung gegen Ende der Geschichte!) - Richtig ist aber in jedem Fall, wenn diese Geschichte von mir so getitelt wird:

HMSC & AvD: Vereine im Clinch um den Oldtimer-GP!

Heute ist es üblich geworden, dass jeder ordentliche Verein, wenn er etwas darstellen will, einen Teil seiner Tätigkeit steuergünstig unter seiner Eintragung als e.V.  ausübt und damit auch – aber das muss vom Finanzamt bescheinigt werden – „gemeinnützig“ ist.

Man kann das alles detailliert im Internet erklärt finden, wo dann auch zu lesen ist:

„Der eingetragene Verein (kurz e.V.) zählt in Deutschland zu einem der häufigsten Gesellschaftsformen. Rund 600.000 Vereine sind im Vereinsregister eingetragen. Einen e.V. zeichnet vor allem sein ideeller Zweck aus, was bedeutet, dass der Verein keinen wirtschaftlichen Zweck verfolgt. Ein eingetragener Verein ist eine juristische Person und besitzt damit laut BGB Rechte und Pflichten, wodurch beispielsweise der Verein als Rechtsperson im eigenen Namen klagen kann.

Soll er in das Vereinsregister des jeweiligen Amtsgerichtes eingetragen werden, dann darf er kein wirtschaftliches Interesse verfolgen. Ein eingetragener Verein (e.V.) beschreibt eine Rechtsform, die ein gemeinsames Interesse, den sog. ideellen Zweck, verfolgt.“

Kein Wunder also, wenn so große Vereine wie der ADAC oder AvD – aber auch kleine, wie der DMSB e.V. - noch „Wirtschafts GmbH’s“ – oder ähnliche Firmenkonstruktionen – „nebenbei“ betreiben, um ihre steuergünstige Gesellschaftsform e.V. nicht zu gefährden.

So antwortet mir auf meine Anfrage beim AvD zum derzeitigen „Clinch um den Oldtimer Grand-Prix“ nicht etwa der „AvD e.V.“, sondern die „AvD Beteiligungs GmbH“, weil die von der gerade hinter den Kulissen ablaufenden Auseinandersetzung direkt betroffen ist.

Auch beim HMSC, dem Hessischen Motor-Sport-Club ist es nicht der e.V., der bei der Mit-Organisation des „AvD-Oldtimer-Grand-Prix“ eine Rolle spielte, sondern wohl primär die „HMSC-Wirtschafts GmbH“. - Wie dem auch sei: Der HMSC e.V. hat Anfang ds. Jrs. seine Mitglieder in einem Neujahrsbrief so informiert:

„An die
Damen und Herren
Mitglieder des HMSC e.V.

Wiesbaden, 1. Januar 2021

Clubinterner HMSC-Neujahrsbrief 2021

Sehr geehrte Mitglieder des HMSC,

durch Maßnahmen und Versäumnisse seines Trägerclubs AvD e.V. und dessen AvD-Beteiligungs-GmbH ist der Vorstand des HMSC e.V. noch vor Weihnachten zu einschneidenden Veränderungen gezwungen worden. Sie haben dazu geführt, dass der HMSC e.V. am 14. Dezember 2020 schweren Herzens notariell den Verkauf seiner HMSC-Wirtschafts-GmbH an die Firma Gerhard Füller GmbH in Stadtallendorf beurkundet hat.

Der HMSC e.V. konnte mit diesem Schritt dazu beitragen, die Insolvenz der AvD-Oldtimer-Grand-Prix GmbH und Co. oHG abzuwenden, an der die HMSC-Wirtschafts-GmbH zu 25% beteiligt ist. Gleichzeitig konnte ein dem HMSC entstandener wirtschaftlicher Schaden anteilig ausgeglichen werden.

Vorausgegangen war ein monatelanges Ringen um die Durchführung des 48. AvD-Oldtimer-GP am Nürburgring unter den massiven Einschränkungen der Corona-Pandemie-Vorsorge. Die AvD-Beteiligungs GmbH hat dabei als alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführerin der OGP-OHG zahlreiche Unterlassungen, zweifelhafte Entscheidungen und eine massive Desinformation verursacht, die den 48. AvD-Oldtimer-Grand Prix schließlich mit mehr als 450.000.-€ verschuldet haben.

Als die Verfehlungen im September 2020 immer deutlicher wurden, haben die drei anderen Gesellschafter der OGP-OHG (CHRSN, Histomobil und HMSC) in einer außerordentlichen Gesellschafter-Versammlung am 1.Oktober 2020 die Notbremse gezogen und in einer Abstimmung mit 3:1-Zustimmung die Vertretungsberechtigung der OHG-Gesellschafter um alle drei Geschäftsführer erweitert.

Direkt anschließend konterte die AvD-Beteiligungs-GmbH diesen Beschluss mit der Niederlegung ihrer Geschäftsführung.

Trotz ihrer Verpflichtung bei der Mitwirkung zur wirtschaftlichen Stabilisierung der gemeinsamen OHG verweigerte die AvD-Beteiligungs GmbH seit dem 1. Oktober 2020 diese und behinderte obendrein durch Unterlassen von Informationen und geheime Verhandlungen mit Schuldnern und Gläubigern die Sanierungsbemühungen.

Zentrale Problempunkte waren dabei Kosten von 78.000.-€ statt 10.000.- für den Ferrari-Schaulauf mit Jacky Ickx, nicht genehmigte Hotelkosten für diesen Programmpunkt von 18.000.-€ und vor allem das Nicht-Eintreiben von Teilnehmergebühren für den Audi R8-Cup in Höhe von mehr als 60.000.-€ und offene Posten mit dem Ferrari-Club von mehr als 35.000.-€.

Diese teilweise bis heute fehlenden Einnahmen addierten sich zu einem unlösbaren Finanzproblem, als die abschließende Rechnung der Nürburgring 1927 GmbH statt auf gemeinsam budgetierte 175.000.-€ schließlich auf 242.000.- € lautete.

Anfang November wurde deutlich, dass die AvD-Beteiligungs-GmbH die Insolvenz der gemeinsamen OHG bewusst ansteuerte und die Vertreter des AvD in der letzten gemeinsamen Sitzung am 19.11.2020 in einem Hotel in Walldorf auf die Frage von Graf Dönhoff, ob denn der AvD an der Sanierung der OHG mitwirken, oder mit ihr untergehen wolle, durch Herrn Dr. Nowack wörtlich verlauten ließen: „Dann gehen wir lieber mit Ihnen unter“.

Die Sitzung wurde augenblicklich abgebrochen und die drei OHG-Gesellschafter CHRSN, Histomobil und HMSC traten zu einem Krisengespräch zusammen.

Wie zur Bestätigung dieser OHG-schädlichen Handlungsweise bot die AvD-Beteiligungs-GmbH in einem Schreiben vom 24. November 2020 scheinheilig an, die Überschuldung und Insolvenz der OHG vermeiden zu wollen, wenn alle drei Gesellschafter ihre OHG Anteile kostenlos dem AvD überschreiben würden. Dieses unsittliche Angebot hätte bedeutet, dass der CHRSN rund 130.000.-€ und seine Beteiligung am OGP verloren hätte, dito Histomobil mit rund 50.000.-€ und der HMSC mit rund 40.000€.

Den drei Gesellschaftern CHRSN, Histomobil und HMSC blieben also nur zwei Möglichkeiten, die Insolvenz zu vermeiden:

- entweder Geld auftreiben und die Zahlungsunfähigkeit abwenden oder
- Eigentum und OHG-Anteile verlieren, aber dafür die OHG erhalten.

Das Vertrauen in den AvD ist seitdem aber so zerstört, dass man alles versuchte, solvent zu bleiben: die Gesellschafter CHRSN und Histomobil schossen Geld ein, es wurden neue Zahlungsziele mit dem Nürburgring vereinbart und ein CoViD-Überbrückungskredit beantragt. In dem Gespräch am 10. Dezember bei der Nürburgring GmbH verhielt sich GF Markfort indifferent - logisch, nachdem wir von internen Gewährsleuten erfuhren, dass der AvD am 8. und 9.12.2020 schon einen unabgestimmten Termin bei der Nürburgring-GmbH wahrgenommen hatte und dabei seine Autos mit F-AV-Kennzeichen ungeniert vor der Verwaltung parkte.

Gleichzeitig fragte der AvD aber schriftlich schon am 11.12. nach dem Ergebnis der Nürburgring-Gespräche und erhöhte den Druck mit Verweis auf das geltende Insolvenzrecht, ohne allerdings seine finanzielle Mitwirkung zu signalisieren.

Anfang Dezember signalisierte der HMSC, dass er ggf. bereit sei, seine GmbH zu verkaufen, wenn dadurch ein Investor gewonnen werden könnte. Ein erster möglicher Investor wurde seitens eines Vorstandsmitglieds benannt. Noch während der ersten Sondierungsgespräche benannte der CHRSN einen zweiten Investor, der sofort mit uns in Verhandlungen treten könne. Johannes Hübner traf sich mit dieser Firma und ihrem Finanzberater schon am 11.12.2020, dem Tag nach dem Nürburgring-Gespräch und handelte sämtliche Konditionen so aus, dass man sich bereits für 3 Tage später, am 14.12.2020 bei Rechtsanwalt und Clubfreund Reinhard Claus in Wiesbaden zur Vertragsgestaltung und anschließender Protokollierung treffen konnte. In rascher Folge gab es außerordentliche Vorstandssitzungen mit dem HMSC e.V., der HMSC-Wirtschafts-GmbH und auch CHRSN und Histomobil sowie Rainer Wehner und Reinhard Claus, um alle Schritte zu besprechen und abstimmen zu lassen.

Allen Beteiligten sei großer Dank gesagt, wie konstruktiv sie diese Rettungsmaßnahmen begleitet haben!

Noch am Samstag, 12.12.2020 signalisierte die Firma Gerhard Füller GmbH, Stadtallendorf, als Käufer und Investor ihre Zustimmung, am Sonntag wurde der von Reinhard Claus blitzschnell gefertigte Vertrag im Detail abgestimmt und um 22:30h teilte Fa. Füller mit, man werde sich am Folgetag, 14.12.2020 um 16 Uhr mit dem HMSC in Wiesbaden treffen.

Tatsächlich gestalteten sich die Verhandlungen am Montag einvernehmlich und um 17 Uhr
wechselten Dirk Dohse und Johannes Hübner nach der Besprechung bei Reinhard Claus, in die auch Rainer Wehner eingebunden war, gemeinsam zum Notar Volk, Wiesbaden, um den Verkauf der HMSC-GmbH wirksam zu protokollieren, die neue Geschäftsführung zu installieren und den HRG-Eintrag zu fertigen. Die HMSC-Wirtschafts-GmbH ist am 14.12.2020, 18 Uhr, wirksam verkauft worden. Die neue Geschäftsführung zahlt nicht nur den vereinbarten Kaufpreis an den HMSC e.V., sondern bringt als neuer Eigentümer der AvD-OGP-oHG-Anteile gleichzeitig eine Einlage von 130.000.- mit, die der oHG zum Ausgleich der Verbindlichkeiten zuwachsen. Damit sind sowohl die Insolvenz der AvD-OGP-GmbH & Co. oHG abgewendet, als auch deren Zwangsübertragung an die AvD-Beteiligungs-GmbH verhindert worden.

Wie als Beweis für das doppelbödige Handeln des AvD e.V. und seiner Beteiligungs-GmbH schickte der AvD am 21.12.2020 um 18:05 Uhr (!) ein Schreiben, in dem zur Vermeidung der Insolvenz der OHG eine sofortige Zahlung der Nürburgring-Rechnung gefordert wurde  erstaunlich, dass sich der AvD hier zum Geldeintreiber der Nürburgring GmbH machte. Der Grund war, dass der AvD einen letzten Versuch startete, die OHG-Anteile der anderen Gesellschafter noch abzuräumen, denn ihm war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt, dass die OHG durch den neuen Gesellschafter gerettet war.

Bekannt war dem AvD allerdings, dass sich die Nürburgring 1927 GmbH schon am Freitag, den 18.12.2020 in den Weihnachtsurlaub verabschiedet hatte - ein entsprechendes Mail hatte auch der AvD am 18.12.2020 erhalten. Trotzdem spiegelte der AvD seinen Mitgesellschaftern noch am 21.12.2020 vor, man müsse sofort zahlen, wenn die Insolvenz vermieden werden solle...

Der HMSC hat mit dem Verkauf seiner HMSC-Wirtschafts-GmbH, diese erzwungene Übernahme von OHG-Anteilen durch den AvD für immer verhindert.

Diese Tatsachen sind für die HMSC-Vorsitzenden Dirk Dohse und Johannes Hübner Grund genug, jeglichen Kontakt und Zusammenarbeit mit Dr. Noack und Lutz Linden als verantwortliche AvD-Mitarbeiter einzustellen. Sie sind mit dem Vorstand des HMSC e.V. überein gekommen, dass der AvD, der den Ruin der HMSC-Wirtschafts-GmbH betrieben und der GmbH mehr als 40.000.-€ Schaden zugefügt hat, nicht mehr der sportliche Trägerclub des HMSC e.V. sein darf.

Der HMSC e.V. hat seine Mitgliedschaft im AvD als Korporativclub folglich am 22. Dezember 2020 schriftlich mit Wirkung zum nächstmöglichen Termin gekündigt.

Dem hat der AvD e.V. mit Wirkung zum 31.12.2020 entsprochen. Wir müssen Sie deshalb darauf hinweisen, dass zunächst im Falle von Pannen ab dem 1. Januar 2021 der AvD nicht mehr Assisteur und Hilfeleister ist.

Wir werden schon am 6. Januar 2021 mit dem ADAC-Hessen darüber verhandeln, welche Vorteile HMSC-Mitglieder im Rahmen der angestrebten Korporativclub-Mitgliedschaft mit dem ADAC mit deutlich umfangreicherem Leistungsangebot zukünftig wahrnehmen können.

Falls die AvD-OGP-OHG-Anteilseigner es möglich machen können, den traditionsreichen Oldtimer-Grand-Prix weiter durchzuführen, haben sie signalisiert, den HMSC und seine engagierten Clubmitglieder gern wieder als Mitwirkende in Auftrag nehmen zu wollen - der HMSC wird aktiv werden können, ohne weiterhin das enorme Risiko der Durchführung tragen zu müssen.

Wir bitten Sie um Verständnis für diesen umfangreichen HMSC-Neujahrsbrief und danken Ihnen schon heute für Ihre Unterstützung des und Ihre Treue zum HMSC!

Mit den besten Wünschen für Ihr 2021,

Ihr Vorstand des HMSC e.V. vertreten durch
Dirk Dohse HMSC-Präsident und Johannes Hübner, HMSC-Vizepräsident“

Schon im Interesse einer umfassenden Information meiner Motor-KRITIK-Leser, habe ich dann den AvD um eine offizielle Stellungnahme zu diesem „Neujahrsbrief“ gebeten, der heute mit dem Zusatz bei mir einging:

...„im Anhang sende ich Ihnen nun die beiden erbetenen Stellungnahmen zum HMSC-Neujahrsbrief einerseits und zur Zukunft des AvD-Oldtimer-Grand-Prix andererseits zu. Um Ihnen ggf. die Verarbeitung und Ablage beider Aussagen zu vereinfachen, habe ich diese in separaten Dateien angefügt.

Und da beide Angelegenheiten formal die AvD Beteiligungs GmbH betreffen, bin ich angehalten, Ihnen auch im Namen dieser zu antworten.“ …

Hier nun zunächst die direkte Stellungnahme der AvD Beteiligungs GmbH von heute, dem 13. Januar 2021 zum oben einkopierten Neujahrsbrief des HMSC:

„Stellungnahme zum Neujahrsbrief des HMSC e. V. vom 1. Januar 2021

Im Neujahrsbrief des HMSC e. V. geben die Unterzeichner, die Herren Dirk Dohse als Präsident und Herr Johannes Hübner als Vizepräsident, zahlreiche Interna der AvD-OGP-OHG nach außen. Abgesehen davon, dass die Vorgänge tendenziös und ohne die gebotene Trennung von Tatsachendarstellung und Tatsachenwertung schildern, ist die Darstellung bereits aufgrund starker Verkürzungen geeignet, einen falschen Gesamteindruck der Entwicklungen zu erwecken. Man könnte den Eindruck erlangen, dass hier der Versuch betrieben wird, den AvD in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen, um von eigenen Versäumnissen und Unterlassungen abzulenken.

Anders als im HMSC-Neujahrsbrief dargestellt, hat die AvD Beteiligungs GmbH die Entscheidung, den AvD-Oldtimer-Grand-Prix 2020 durchzuführen, keineswegs im Alleingang getroffen. Vielmehr ist der diesbezügliche Beschluss im Rahmen einer Gesellschafterversammlung gefasst worden, an der alle Vertreter von CHRSN-Sport GmbH, Histomobil GmbH, HMSC-Wirtschafts-GmbH und AvD Beteiligungs GmbH teilgenommen haben. Die Beschlussfassung erfolgte auf Grundlage und in Kenntnis einer Budgetplanung, an der die Vertreter aller Gesellschafterinnenmitgewirkt hatten. Dabei war das allseitige Wissen gegeben, dass die dortigen Annahmen unter Vorbehalt getroffen worden waren und jederzeit von den Realitäten überholt werden konnten.

So kam es etwa dazu, dass dort vorgesehene Zahlungen seitens des Ferrari-Club-Deutschland – diesen Vertrag hatte nicht die AvD Beteiligungs GmbH für die OHG abgeschlossen – sowie seitens des R8-Cup nicht wie vereinbart flossen.
Maßnahmen, die die neue Geschäftsführung der OHG zur Beitreibung der Außenstände einleitete, fruchteten nicht.
Auch Corona-bedingt entstanden Zusatzkosten, die nicht allein den Funktionsträgern, sondern auch und gerade den Teilnehmern zugute kamen.

Diese äußerten sich während und im Nachgang der Veranstaltung sehr positiv und waren dankbar, endlich wieder den geliebten Sport ausüben zu können. Das gilt in gleicher Weise für die Teilnehmer des Ferrari-Schaulaufes, zu dessen
Durchführung sich alle Gesellschafter der AvD-OGP-OHG ausdrücklich bekannt hatten. Über die Umsetzung kam es erst im Nachhinein zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gesellschafterinnen der AvD-OGP-OHG.
 

Unterschiedliche Meinungen existieren offenkundig auch zum Verhalten des Geschäftsführers der Nürburgring GmbH während des Treffens am 10. Dezember 2020. Eine tatsächliche Beurteilung können ausschließlich die beteiligten
Verhandlungsführer vornehmen. In ihrem Bericht uns gegenüber war insbesondere von indifferentem Verhalten nicht die Rede. Auch in diesem Punkt zeigt der HMSC-Neujahrsbrief also Abweichungen.

 

Es wird wohl auch das Geheimnis der Brief-Verfasser bleiben, welche Gewährsleute am 8. und 9. Dezember vor der Nürburgring-Verwaltung Fahrzeuge mit F-AV-Kennzeichen gesehen haben (wollen). Davon abgesehen, dass aufgrund
der Örtlichkeiten Besucher so gut wie keine Chance haben, vor dem Gebäude zu parken und ihr Fahrzeug daher in der Regel in der Tiefgarage des Ring-Boulevard abstellen, umfasst der Nummernkreis der Kennzeichen-Kombination F-AV immerhin 9999 Varianten, von denen gerade einmal rund 25 dem AvD zugeordnet sind. So wird diese Buchstaben-Kombination auch vom in Frankfurt ansässigen Telekommunikationsunternehmen Avaya genutzt. Aufgrund von Urlauben und der Arbeitsplanung können wir jedenfalls feststellen, dass sich an den fraglichen Tagen keine Mitarbeiter des AvD aus beruflichen Gründen am Nürburgring aufgehalten haben.

 

Am 22. Dezember 2020 erhielt die AvD Beteiligungs GmbH durch die HMSC-Wirtschafts GmbH Kenntnis vom erfolgten der Anteile des HMSC e. V. an der HMSC-Wirtschafts GmbH per 14. Dezember 2020. Aus dem vorliegenden Neujahrsbrief erfahren wir nun den Ablauf des etwa genauer, und die Geschwindigkeit, mit der die Eigentumsübertragung betrieben wurde, ist gut ablesbar. Von einer Einbindung der HMSC-Mitglieder oder gar einem
zustimmenden Mitglieder-Votum ist in dem beinahe drei DIN-A4-Seiten umfassenden Neujahrsbrief bemerkenswerterweise nichts zu lesen.

 

Die lange Reihe der im HMSC-Neujahrsbrief von den Verfassern nicht objektiv und korrekt dargestellten Sachverhalte ließe noch weitere Anmerkungen unsererseits zu. Da wir uns aber nicht zuletzt an den im Gesellschaftsrecht herrschenden Grundsatz der Vertraulichkeit von Gesellschafterversammlungen gebunden fühlen, verbietet es sich uns entsprechende Interna der AvD-OGP-OHG preiszugeben.
 

Kurzum: Die Inhalte des HMSC-Neujahrsschreibens weisen wir aus den vorgenannten Gründen in aller Deutlichkeit zurück.
 

AvD Beteiligungs GmbH
Malte Dringenberg
(Pressesprecher)"

Meine Leser, darunter sicherlich auch viele Freunde des „AvD Oldtimer Grand Prix“, wird aber bei aller Argumentation hin und her – oder her und hin – interessieren, wie es nun in 2021 mit dieser inzwischen zur Traditionsveranstaltung, geradezu zu einer Kult-Veranstaltung angewachsenen Nürburgring-Veranstaltung weiter geht. - Hier gibt es zwar auf der AvD-Internetseite aktuell eine Terminierung, die sich so liest:
 

„DER TERMIN FÜR DEN 49. AvD-OLDTIMER-GRAND-PRIX 2021 STEHT FEST!

VORBEHALTLICH DER TERMINBESTÄTIGUNG DURCH DIE FIA FINDET ER
AM NÜRBURGRING VOM 13.08. – 15.08.2021 STATT“

Motor-KRITIK hätte es aber gerne genau - und zuverlässig - gewusst und hatte den AvD gebeten, sich auch zur Durchführung des Oldtimer-Grand-Prix in 2021 kurz zu äußern. - Hier folgt die offizielle Stellungnahme:

„Stellungnahme zur Zukunft des AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring

Eine Einschätzung zur Zukunft des AvD-Oldtimer-Grand-Prix können wir nicht abgeben, da die AvD Beteiligungs GmbH seit dem vergangenen Herbst nicht mehr operativ als geschäftsführende Gesellschafterin der AvD-OGP-OHG tätig ist.

Wir haben seitens der nun geschäftsführenden Gesellschafterinnen leider keine Informationen zum Fortgang der Planungen für die diesjährige Ausrichtung erhalten.

In jedem Fall wünschen wir den Fans des historischen Motorsportes, seien sie Teilnehmer, seien sie Zuschauer, dass der AvD-Oldtimer-Grand-Prix 2021 wie gewohnt stattfindet.

AvD Beteiligungs GmbH
Malte Dringenberg
(Pressesprecher)“

Meine Leser haben sicherlich Verständnis dafür, dass ich bei der Bedeutung des Themas für den Oldtimer-Sport insgesamt, hier einmal nicht die Originale als pdf-Datei in den Anhang gestellt, sondern die Darstellung beider „Vereine“ hier direkt einkopiert habe, damit sie auch von den Lesern insgesamt – und im Zusammenhang - wahrgenommen werden können. Nur so kann eine eigene Meinung entstehen.

Konrad Adenauer hätte zur aktuellen Situation wahrscheinlich festgestellt:

„Die Lage war noch nie so ernst!“

Womit nicht nur Konrad Adenauer im oben dargestellten Fall recht gehabt hätte!

MK/Wilhelm Hahne
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