2019

Erinnerung: Am 28. Juli ist F1 in „Hückenheim“!

Nein, das mit dem „ü“ (Umlaut = „u“ wird in Verbindung mit "e" zum 29. Buchstaben des Alphabets) im Titel zu dieser Geschichte ist kein Tippfehler. Ein Leser hat mich auf den Termin und in Verbindung mit dem Ort „Hückenheim“ bewusst darauf hinweisen wollen, dass es einen Schreibfehler in einem Plakat am TÜV-Tower (der Begriff „Turm“ wäre von gestern) des Nürburgrings gibt. - Aber ich kannte den schon!

Tatsächlich war dieses DTM-Plakat von Mitarbeitern der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG (wahrscheinlich lächelnd) aufgehängt worden, weil sie ihr Management wohl richtig einschätzen. - Und keinen Ärger wollen. Schließlich ist die deutsche Sprache auf einem Weg, den Sprachforscher schon vor rd. 10 Jahren voraussagten:

"Kannstema uber dem deutsch seine entwicklung eine diskusion fuhren?" – In ferner Zukunft dürfte dieser Satz bei Hütern deutscher Grammatik und Wortlehre keinen Unmut mehr erregen. Sprachforscher sagen die konsequente Kleinschreibung, neue Wortendungen und das Aussterben von Umlauten voraus.

Laut dieser Quelle („Welt“), befand sich damals schon die deutsche Sprache im Wandel. Es wurde vorhergesagt, dass die Umlaute ä, ö und ü dabei aussterben würden. Am Nürburgring hat die Veränderung, die Modernisierung der deutschen Sprache nun schon begonnen.

Das konnte man „damals“ schon deshalb vorhersagen, weil man die Computersimulation (!) nutzte. Am Nürburgring gibt man aktuell den Simulanten recht. So ganz konsequent ist man aber beim Management des Nürburgring-Pächters noch nicht, weil das Umfeld in Nürburg noch relativ deutsch ist. So geht man dann auch noch nicht „dönieren“, sondern einfach mittags zum Essen.

Es war ein Nürburger Würstchenbuden-Betreiber, dem – nach immer noch gültigen Begriffen – der Schreibfehler auffiel und der sich in den Sozialen Medien darüber lustig machte. - Aber nur einen Tag lang! - Dann war dieser Eintrag gelöscht.

Dafür instrumentalisierte das Nürburgring-Management diesen Fehler für seine Zwecke:

Es machte mit dem Hinweis auf diesen Fehler auf eine eigene Marketing-Personalanzeige aufmerksam. Wenn man die aufmerksam liest, muss man auch feststellen, dass für die Position eines Marketing-Managers in der dortigen Organisation keine deutschen Sprachkenntnisse verlangt werden. Es ist aber dort als wichtige Voraussetzung zu lesen:

„Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift“

Da auch „talentierte Quereinsteiger“ lt. Anzeige eine Chance erhalten, besteht die Möglichkeit, dass dort auch Leute, die die deutsche Sprache perfekt beherrschen, eine Anstellung als:

„Marketing Manager (m/w/d)“

finden. Das „d“ steht darin wohl für „divers“, also das so genannte „dritte Geschlecht“.

Was waren das noch für Zeiten, als mich vor Jahrzehnten an der alten Nürburgring-Einfahrt ein Schweizer Autofahrer fragte:

„Bin ich hier richtig am Nürnbergring?“

Er wollte zum Norisring, bei Nürnberg. - Da startete damals an diesem Wochenende gerade die DTM. In diesem Jahr startet sie vom 13. - 15. September am „Nurbürgring“. Und nicht vergessen: Die Formel 1 ist am 28. Juli in „Hückenheim“ unterwegs. Ob man dort „dönieren“ kann ist ungewiss.

Am „Nurbürgring“ muss man sich mit „Remagen“-Würstchen bescheiden. Die kommen nicht aus Remagen, sondern aus Hürth. Am „Nurbürgring“ gehören die zum Pflichtprogramm. Wie gutes Englisch in Wort und Schrift. - Dies bestimmt aus folgendem Grund:

  • Die Engländer schreiben heute noch so, wie sie vor 300 Jahren gesprochen haben: Trotz allen Wandels erweisen sich nämlich die Hochsprachen als stabil.

MK/Wilhelm Hahne
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Elektro-Rennmotorräder am Sachsenring: Unsinnig!

*** Ab sofort - 9. Juli, 11 Uhr - mit aktuellen Fotos vom Sachsenring ***

Der Motorsport verkommt zur Satire. Gerade am letzten Wochenende gab es dazu eine Reihe von Beispielen, die nachdenklich machen sollten. Da wurde das Endergebnis des vor rd. zwei Wochen zu Ende gegangenen 24h-Rennens aufgrund von Vergehen gegen die „BoP“ korrigiert. Da durften sich Zuschauer, die am Fernsehen einer DTM-Übertragung folgten fragen, warum der Hersteller von Katzenfutter gerade in ihnen die richtige Ansprechpartner für eine entsprechende Werbung sieht. Solche, die schon am Sonntagfrüh den Fernseher eingeschaltet hatten, um mal einen Einblick in die an diesem Tag laufende Motorradveranstaltung am Sachsenring zu gewinnen, die immerhin mit „Großer Preis von Deutschland“ getitelt war, die konnten sich über ein Rahmenrennen zum „FIM Enel MotoE World Cup“ wundern. - Man geht mit der Zeit, lässt sich von politischen Strömungen beeinflussen, erwartet den Beifall der Ahnungslosen. - Wer eine „BoP“ als unglaublich wichtig und richtig empfindet, die nach besonderen „Spielregeln“ ausgetragenen Rennen der Formel E als spannend empfindet – obwohl er die Regeln eigentlich nicht versteht – der wird sicherlich auch so kurze Show-Einlagen mit E-Motorrädern als toll und zeitgerecht empfinden. Schließlich gibt es schon nach Minuten ein Ergebnis! - Da wird der Morgenkaffee auch beim Zuschauen nicht kalt. - Wer das allerdings realistisch betrachtet, der „hat den Kaffee auf“ und kann nur feststellen:

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Ein Krüger geht so lange zu BMW – bis er geht!

Immerhin ist er 27 Jahre lang in den unterschiedlichsten Positionen bei BMW pünktlich zum Dienst erschienen. Die letzten vier Jahre als Vorstandsvorsitzender. Und ein Norbert Reithofer, sein Vorgänger, vom Vorstandsvorsitzenden ohne zeitliche Distanz direkt zum Aufsichtsratsvorsitzenden aufgestiegen, hat versucht – nun mit neuem „Werkzeug“ - die Wünsche und Vorstellungen derer, die man der Familie Quandt zurechnen muss – zu erfüllen. Dazu hat man bei BMW immer wieder das „Bühnenbild“ für die Öffentlichkeit passend gewechselt. Damit es dem „Publikum“ gefiel. - Nachhaltig! - Aber es gibt aktuell niemanden bei BMW, der übernommene Funktionen in der Perfektion eines Eberhard von Kuenheim oder Wolfgang Reitzle ausfüllen könnte. - Aber es ist durchaus auch einem Eberhard von Kuenheim als einem seiner wenigen Fehler anzurechnen, wenn er wegen eines „quengeligen“ Betriebsrates, Wolfgang Reitzle den Weg an die Spitze des Münchner Automobilherstellers – der auch Motorräder baut – verwehrte. - Von da an ging‘s eigentlich in München bergab. Der wirtschaftliche Boom zu dieser Zeit vernebelte ein wenig das Bild. - Nun wird die Sicht klarer! - Dass das 1. Quartal 2019 „rote Zahlen“ brachte, ist kein Zufall.

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Haben die DMSB-Lizenzen alle den gleichen Wert?

Hört man bei Gesprächen in den Fahrerlagern deutscher Rennstrecken mal genau hin, muss der Eindruck entstehen, dass Motorsport in Deutschland ohne die Zustimmung des Deutschen Motorsport Bundes e.V. (DMSB) nicht möglich ist. Der DMSB ist schließlich der nationale Vertreter der FIA, der internationalen Sportbehörde.

Wenn aber in einer FIA-Meisterschaft z.B. ein Wertungslauf in Deutschland, auf der Nürburgring-Nordschleife durchgeführt wird, dann gelten die Vorschriften des DMSB nicht, weil die FIA die scheinbaren  „Gesetzmäßigkeiten“ des DMSB als „national“ einstuft und damit für sich das Recht in Anspruch nimmt, „ihre“ Rennen nach „internationalen“ Richtlinien auszutragen, die überall in der Welt gelten. - Nur auf der Nürburgring-Nordschleife bei DMSB-Veranstaltungen nicht!

Die WTCR z.B., die während der Veranstaltungstage zum 24h-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife drei Wertungsläufe für „ihre Serie“ durchführte, die verlangte von den Fahrern kein DMSB-Nordschleifen-Permit und natürlich mussten die Fahrer keine besonderen Lehrgänge machen, weil zu diesen Rennen die Flaggen nach internationalen Regeln gezeigt werden mussten. -  Die Flaggenposten und Strecken-Marshals waren an diesen Renntagen besonders gefordert: Einmal „international“ (nach FIA-Bestimmungen), einmal „national“ (nach DMSB-Bestimmungen) tätig zu werden.

Nun werden nicht nur diese Leute auch immer wieder geschult und „lizenziert“. Auch die Ausbilder zum DMSB-Nordschleifen-Permit sind „lizenziert“. Vom DMSB. - Und das kostet natürlich. Alle Jahre wieder. Niemand kann in einer deutschen Rennorganisation ohne Lizenzen des DMSB auskommen. Da ist der Rennleiter, der Zeitnehmer, der Sportkommissar, der Technische Kommissar selbstverständlich durch den DMSB lizenziert. - Und entsprechend ausgebildet! - Sollte man denken!

An den Tagen um das 24h-Rennen passierte aber auch folgendes:

Es war als Rahmenveranstaltung auch ein „Classic“-Rennen ausgeschrieben, das ebenfalls – aber nur 3 Stunden – über die Nordschleife ging. Der Veranstalter dieses Rennen hat von jedem Teilnehmer inkl. der sogenannten Nebenkosten gut 1.000 Euro als Nenngeld kassiert. Es waren auch gut 200 Teilnehmer am Start. - Deutlich mehr als beim 24h-Rennen!

Aber es hätten noch mehr sein können. So wurden z.B. zwei Golf GTI der Baujahre 1982 deshalb von einem Technischen Kommissar nicht zum Start zugelassen, weil der Überrollkäfig nicht ordnungsgemäß – entsprechend dem Zertifikat – eingebaut war. - Wurde behauptet!

Das Problem war aber wohl weniger die Art des Einbaus, sondern die persönliche Ansicht des Technischen Kommissars. Denn nachdem das Rennen – ohne die zwei Golf GTI – gelaufen ist, hat der DMSB dem Besitzer der Fahrzeuge bestätigt, dass der Einbau – entsprechend dem Zertifikat – absolut richtig war:

„Bei dem Käfig aus Zertifikat 4-16/67 ist eine Montage mit Schweißung und Verschraubung zulässig.“

Doch der Veranstalter hat bisher noch nicht das gezahlte Nenngeld für die zwei Golf I GTI zurück gezahlt. Man enthält sich eines Kommentars und schiebt die Rückzahlung „vor sich her“. - Wie lange noch?

Der DMSB macht sich mit solchen Technischen Kommissaren – wie nicht nur in diesem Fall erlebt – einfach lächerlich und schadet dem Motorsport insgesamt! - Und dann wundert man sich in Frankfurt, wenn immer mehr Teams und Fahrer zum NAVC (Neuer Automobil- und Verkehrs-Club e.V) abwandern. - Die man dann verklagt, wenn sie nicht vorher ihre DMSB-Lizenz zurück gegeben haben.

In den DMSB-Unterlagen ist zur Arbeit der von dieser „nationalen (Frankfurter) Sportaufsicht“ lizenzierten Technischen Kommissare zu lesen:

„Ihnen kommt damit eine wichtige überwachende und kontrollierende Funktion zu. Der ordnungsgemäße, harmonische und faire Verlauf einer Veranstaltung sind entscheidend von ihrem Verantwortungsbewusstsein und ihrer Sorgfalt abhängig.“

Das steht in den Unterlagen des DMSB. Die Realität sieht leider anders aus und schadet dem Motorsport insgesamt. - Wenn ein solches Fehlverhalten öffentlich wird. - Weshalb z.B. die so genannte Fachpresse davon keine Kenntnis nimmt!

Ist darum alles gut?

MK/Wilhelm Hahne
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24h-Rennen: Reden wir mal über „Randerscheinungen“!

Das 24h-Rennen ist in einer Zeit entstanden, in der man für den wachsenden Amateur-Motorsport die Angebots-Palette „nach oben“ erweitern wollte. Dann geriet dieses Angebot in eine Phase, in der  man ohne ein Werksfahrer-Aufgebot die Zuschauer nicht mehr hinter dem Ofen hervor locken konnte. Außerdem wurde der Motorsport nicht nur – für reine Amateure – viel zu teuer, sondern wurde auch – von anderen Amateuren - „überreglementiert“. Zur Spannungserhöhung – bzw. um eine spürbare Spannung zu schaffen – kamen die „BoP“, Mindest-Standzeiten und anderer „Blödsinn“ (wie das DMSB-Nordschleifen-Permit) hinzu, der nichts mit dem „Sport“ zu tun hat, um den es eigentlich mal an „der Basis“ ging, ihn auch nicht positiv beeinflusst hat. Jetzt galt es, den Interessen der Werke und Werksfahrer zu entsprechen. Beim 24h-Rennen ging das so weit, dass man 2018 sogar ein Safety-Car einsetzte, um aus einem Langstrecken-Rennen eine Kurzzeit-Satire zu machen. (2019 war dann ein Safety-Car ausdrücklich nicht mehr geplant!) - Natürlich müssen nun alle Beteiligten im Arbeitsbereich der Boxen mit flammensicherer Kleidung und Helm ausgestattet sein. „Ohne“ wurde ein Teamchef mit 500 Euro vom DMSB bestraft! - Natürlich nicht die Mitarbeiterinnen von NITRO, weil ein Helmtragen denen wohl die Frisur kaputt gemacht haben würde. - Immerhin sind noch keine „Arbeitsschuhe“ mit Stahlkappen-Einlage Vorschrift! Voraussetzung zur Teilnahme ist auch kein normaler Menschenverstand oder ein normales, menschliches Verhalten. - Dann würden ja auch die Voraussetzungen zum Abkassieren für den DMSB entfallen. - Motor-KRITIK möchte aber in diesem Zusammenhang nicht nur auf diese,  sondern auch andere – Details und Geschehnisse im Umfeld des diesjährigen Großereignisses in der Eifel hinweisen.

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Nürburgring-Urteil des EuGH: „Ich habe fertig!“

Am 19. Juni 2019 hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg das Urteil in einem Verfahren gesprochen, in dem der Verein „Ja zum Nürburgring“ gegen die Europäische Kommission geklagt hatte. Da fallen einem dann schon die „berühmten Worte“ des Herrn Trapattoni ein. Wie auch: „Die waren schwach wie eine Flasche leer.“ - Aber zurück von der Fuß- zur Kopf-Arbeit: „Ja zum Nürburgring“ wurde stark vom ADAC unterstützt. Dessen Vorsitzender, Otto Flimm, hatte sich im Nachhinein über die Abläufe beim Verkauf des Nürburgrings nicht nur gewundert, sondern fand sie auch „beklagenswert“. Man ist mit seinem Eindruck vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gezogen. Das Urteil das nun – sozusagen auf Europa-Ebene – gesprochen wurde ist „bewundernswert“. Auf insgesamt 30 Seiten meiner Kopie, die im Wesentlichen der Urteilsbegründung dienen, wird dem Leser verdeutlicht, dass der Verein eigentlich zu Vielem gar nicht berechtigt war. Natürlich kann man die Europäische Kommission in Brüssel verklagen, aber man sollte es besser lassen. Denn der ADAC – nicht „Ja zu Nürburgring e.V“ - wird das Ergebnis insgesamt einen größeren Betrag gekostet haben, um nun zu erfahren: „Die  Klage wird abgewiesen. Der Ja zum Nürburgring e.V. trägt seine eigenen Kosten sowie die Kosten der Europäischen Kommission.“ - Weil es eindrucksvoll ist, die Begründung zu diesem Teil des Urteils zu lesen, finden Motor-KRITIK-Leser eine Kopie des gesamten Urteils im Anhang zu dieser Geschichte. - Ich, weil juristisch nicht vorgebildet, verstehe da so Einiges nicht. - Aber vielleicht weiß ich auch zu viel. Man muss vielleicht Jura studiert haben, um 1 + 1 nicht mehr zusammen zählen zu können. - Für meine Person muss ich feststellen:

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24h-Rennen: NITRO-Niveau – „Cobra 11“ ist besser!

Es ist beeindruckend, wie eindrucksvoll die „Hausordnung“ des DMSB beim 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife Wirkung zeigte. Jemand der auch die Lizenz zur Ausbildung von DMSB-Nordschleifen-Aspiranten hat, machte den Wert dieser Ausbildung durch seinen persönlichen Einsatz im Bereich „Brünnchen“ deutlich.

Die eindrucksvollsten Unfälle – für den TV-Sender NITRO - kamen überhaupt durch das Spezial-DMSB-Reglement für die Nordschleife zustande. Christian Menzel, als Fahrer beim Rennen dabei,  kritisierte noch vor Ort das DMSB-Nordschleifen-Permit deutlich als absolut unwirksam. Er sagte gegenüber "motorsport-total.com":

"Der Sinn des Permits war doch, die Leute besser vorzubereiten. Aber hier haben wir Fahrer, die diese Plastikkarte haben, aber völlig überfordert sind."

Aber auch andere „Regeln“ sorgten für eine Menge Unmut bei denen, die unter Einsatz von viel Geld am Geschäft von Nürburgring 1927 GmbH & Co KG und ADAC Nordrhein beteiligt waren. Es wird sicherlich nach dem Rennen zu der einen oder anderen Entscheidung noch Diskussionen geben. - Natürlich „hinter den Kulissen“. - Es gibt schließlich Anlässe genug.

Interessant war der Verlauf des Rennen sicherlich für Frank-Steffen Walliser, der auch als Besucher – einer von 230.000 (hihihi!) - dem Rennen beiwohnte. Er wird das Ergebnis sicherlich als Porsche-Manager mit der Baureihen-Verantwortung für die Modellreihen 911 und 718 nüchterner beurteilen, als das die Masse der Besucher getan hat.

Obwohl nur Stunden vor dem 24h-Rennen noch einmal durch eine „nachgebesserte BoP“ eingebremst, konnte Porsche mit seinem überarbeiteten GT3 vom Typ 911 zeigen, dass er zumindest auf der Nordschleife des Nürburgring immer noch siegfähig ist. - Wenn er nicht durch das Reglement – ob nun zu recht oder nicht – eingebremst wird.

Im VW-Konzern dürfte man zufrieden sein, da ein Audi R8 LMS, von „Phoenix“ in Meuspath eingesetzt, mit Rundenvorsprung vor einem Porsche 911 GT3 den Gesamtsieg davon trug.

„Mit Integration der GT-Straßenfahrzeuge in die Baureihe 911 und 718 können wir den für unsere kompromisslosen Straßensportwagen erforderlichen Besonderheiten deutlich früher Rechnung tragen als bisher.“

Das hat Frank-Steffen Walliser Anfang 2019 gesagt, als er die Baureihenverantwortung für die Modellreihen 911 & 718 übernahm. Bei der gerade durchgeführten Modell-Ergänzung beim Typ 718 - mit dem Serien-Modell GT4 - hat er gezeigt, dass er ein Gefühl dafür hat, was für Porsche – und den Verkauf - wichtig ist: Ein Sechszylinder-Motor!

  • Er ist übrigens nicht für die Kalkulation verantwortlich!

So ist es auch keine Überraschung, dass er mit einem 718 GT4-Coupe – es gibt ihn auch als Spyder – zum 24h-Rennen am Nürburgring angereist war. Mit der Weiterentwicklung des GT3 – gerade fahrwerkmäßig – ist er auf einem guten Weg. Aber er wird nicht daran vorbei kommen, in naher Zukunft auch beim Serienmodell 911 mindestens Motor und Getriebe eine andere Richtung zu geben.

Was mir noch als Besonderheit aufgefallen ist: BMW nutzte die Möglichkeiten einer 360-Grad-Kamera, um die Arbeit der Boxenmannschaft zu überwachen. Was leider nicht zu einem erwähnbaren Erfolg dieser Marke beitrug.

Beeindruckend für mich war auch die Tatsache, dass der Boxenstopp für die siegfähigen Fahrzeuge zwar in der Länge „zwangsweise“ vorgegeben war, so dass in dieser Zeit sogar vordere Bremsscheiben gewechselt werden konnten, aber dass die Fahrzeuge beim Betanken nicht mit den Rädern den Boden berühren mussten. - Eine besondere Art von „Sicherheitsvorgabe“ wenn man einmal das sonstige „Sicherheits-Alibi-Getue“ betrachtet.

Und nächstes Jahr freut sich dann NITRO auf ein noch effektvolleres Rennen. Denn auch bei „Cobra 11“ werden die Action-Szenen zunehmen. - Der Zuschauer – am Handy mit harten „Games“ verwöhnt – verlangt danach.

„Ludi publici!“

MK/Wilhelm Hahne
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Vom „DMSB-Hausrecht“ voll getroffen: David Perel

Meine Leser haben reklamiert, dass in der letzten Motor-KRITIK-Geschichte nicht „Ross & Reiter“ für das Urteil eines Frankfurter Richters genannt worden wären. Das ist deshalb nicht geschehen, weil eigentlich dieses in einer Gerichtsverhandlung bekannt gewordene – bisher unbekannte – Hausrecht des DMSB, nicht einen Einzelnen betrifft, sondern von grundsätzlicher Bedeutung ist.

Erstaunlich ist, dass erst jetzt – nach Jahren (!) - so einer breiteren Öffentlichkeit verdeutlicht wird, dass der DMSB sich mit seiner Verfügung, dass nur der auf der Nürburgring-Nordschleife Rennen fahren darf, der im Besitz eines DMSB-Nordschleifen-Permit ist, sich auf eine gefährliche Gratwanderung begeben hat. Bisher hatte der DMSB deshalb keine „Balanceprobleme“, weil diese Verfügung eines e.V. von (fast) allen, die davon betroffen waren, demutsvoll akzeptiert wurde.

Man hat die geforderten Ausbildungskosten und Gebühren hingenommen, weil man sich von dieser „Organisation“ abhängig fühlte, weil – so wird überzogen argumentiert – ohne den DMSB in Deutschland kein Motorsport möglich wäre. Man fühlte sich durch dieses „Monopol“ - wie es empfunden wird – eingeschüchtert, wollte die evtl. Rache eines kleinen e.V. vermeiden. Die vom DMSB beauftragten Ausbilder haben gerne kassiert, nachdem der DMSB auch bei ihnen kassiert hatte und nun jährlich die anfallenden Gebühren bei den Fahrern abgreift.

Der englische Rennfahrer, David Perel, fühlte sich deshalb von der DMSB-Verfügung, ihn als Fahrer nicht zum 24h-Rennen zuzulassen besonders betroffen, da ihm eigentlich zu der vom DMSB vorgeschriebenen Basis eigentlich nur wenige Rennrunden auf der Nordschleife fehlten. - Er ist auf vielen Rennstrecken der Welt zu hause und versteht nicht, was eigentlich auch unverständlich ist. - So hat er geklagt. Und verloren. - ??? - Weil das DMSB-Nordschleifen-Permit plötzlich zum „DMSB-Hausrecht“ zählt. - Das keiner kennt!

Weil nicht jeder den englischen Rennfahrer David Perel kennen muss, füge ich hier einmal seine Erfolge in 2018 ein, wie ich sie von seiner Internetseite kopiert habe:

„Full List of Achievements
    • Upgraded from Bronze to Silver FIA Driver Ranking
    • Pole Position – Spa Francorchamps – GT Open Championship
    • New Spa Francorchamps Lap Record for GT3 cars
    • 4th – Budapest Pro-Am – GT Open Race 1
    • 1st – Spa 24 Hours Pro-Am Category – Blancpain Endurance Series
    • Pole Position – Suzuka 10 Hours – Intercontinental GT Championship
    • 2nd – Suzuka 10 Hours Pro-Am Category – Intercontinental GT Championship
    • 2nd – Silverstone Pro-Am – GT Open Race 2
    • 1st – Nurburgring Pro-Am – Blancpain Sprint Series Race 2“

Die FIA hatte diesen Fahrer also gerade 2018 vom „Bronze“-Status in den „Silber“-Status als Rennfahrer erhoben und der DMSB möchte ihm – gegen eine „kleine Schutzgebühr“ - das Rennen fahren auf der Nürburgring-Nordschleife beibringen. Weil er deren „Bedingungen“, willkürlich festgelegt, um wenige Rennrunden nicht erfüllt hatte!

Der Teameigner der Start-Nummer 22 (ein Ferrari) hatte ihn anderen guten Fahrern vorgezogen, weil David Perel über eine große Rennerfahrung mit Ferrari GT3-Fahrzeugen verfügt. Wie man den ersten Trainingsergebnissen entnehmen kann, fährt an seiner Stelle nun Dontje Indy, ein niederländischer Rennfahrer, der aber bisher primär mit Mercedes GT3-Fahrzeugen Rennerfahrung sammeln konnte.

Gleich wie das Rennen für die Start-Nummer 22 endet: Diese DMSB-“Hausrecht“-Satire ist nach dem 1. Akt sicherlich nicht zu Ende, weil dafür auch kein Beifall zu erwarten ist. Nachdem der DMSB im 1. Akt die Richtung vorgegeben hatte, darf man auf die sicher zu erwartende Fortsetzung gespannt sein. - Der DMSB hat sich mit seiner Art der Ablehnung eines ausländischen Spitzenfahrers sicherlich keinen Gefallen getan. - Zumal er – dazu habe ich eine gutachterliche Bewertung mit klarer Aussage bereits veröffentlicht – keinerlei Berechtigung besitzt, ein solches „Permit“ zwingend vorzuschreiben!

MK/Wilhelm Hahne
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Es gelten die Regularien der Hausordnung des DMSB!

Wo man die nachlesen kann? - Nun, sie sind noch nicht geschrieben. Sie sind darum auch unbekannt. Aber auch ein kleiner e.V. hat das Recht darauf, eine eigene Hausordnung zu haben. - Soweit das den DMSB betrifft, ist die – wie gesagt - bisher unbekannt. Sie existierte bisher wohl nur in den Köpfen der DMSB-Verantwortlichen. D.h., die Hausordnung ihres Vereins ruhte in deren Köpfen. - Weil in der Ruhe die Kraft liegt?

Aber nun hat ein Frankfurter Richter dem DMSB in einer Verhandlung am 19. Juni 2019 nahe gelegt, diese mit Überzeugung vorgetragene Hausordnung auch transparent zu machen und z.B. schnellstens schriftlich zu fixieren.

Nun kann eine Hausordnung eigentlich nur von einem Eigentümer vorgegeben werden. In diesem Fall geht es aber um das DMSB-Nordschleifen-Permit, das wohl – so habe ich das verstanden – Teil der DMSB-Hausordnung ist. - Die niemand kennt!

Da gibt es tatsächlich Leute die glauben, der DMSB wäre der nationale Vertreter der international anerkannten FIA, der Fédération Internationale de l'Automobile, der darauf achten soll, dass die Regeln des internationalen Sportgesetzes eingehalten werden.   - Tatsächlich ist es aber wohl nur  ein regional (national) tätiger e.V. mit einer Frankfurter Hausordnung.

Das 24h-Rennen, das an diesem Wochenende ausgetragen wird also wohl nach der „Hausordnung“ des DMSB durchgeführt. Man kann in der Ausschreibung des veranstaltenden ADAC-Klubs lesen:

1.3 DMSB Genehmigung
Die Veranstaltung wurde vom DMSB unter der Reg.-Nr.
1/19 am 16.11.2018 genehmigt.
1.4 Zugelassene Starterzahlen
Training:
170 Fahrzeuge
Rennen:
3 Startgruppen mit max. à 70
Fahrzeuge jedoch max. 170 Fahrzeuge
2. Status der Veranstaltung
National A/NEAFP

Es ist demnach eine „nationale Veranstaltung mit ausländischer Beteiligung“. Nach der „Hausordnung“ des DMSB benötigt man aber auf der Nürburgring-Nordschleife dessen besondere Genehmigung zum Befahren dieser Rennstrecke. Dafür gibt es zwar keinen Grund, denn jeder Touristenfahrer kann diese Rennstrecke mit jeder Art von Kraftfahrzeug – so schnell wie er will -  befahren, wenn er im Besitz eines deutschen oder ausländischen Führerscheins ist.

Aber wenn der DMSB ein Rennen auf der Nordschleife „zulässt“, weil er dazu von der FIA berechtigt wurde, dann gilt auch gleichzeitig „deutsches Hausrecht“. Das kann für einen ausländischen Teilnehmer – trotz Rennerfahrung auf der Nordschleife - dann im Extrem bedeuten: Ausländer raus!

Die FIA, deren Internationales Sportgesetz (ISG) durch den DMSB in seiner Umsetzung national überwacht werden soll, kümmert sich übrigens einen Teufel um das Hausrecht dieses eingetragenen Vereins in Frankfurt! - Beim im Umfeld des 24h-Rennens durchgeführten FIA-WTCR-Lauf ist ein DMSB-Nordschleifen-Permit nicht vorgeschrieben! - Wobei auch das ISG übrigens nach deutschem Rechtsverständnis kein Gesetz im formellen Sinn ist, da es nicht von einem Hoheitsträger erlassen wurde.

Vom DMSB wird gerade beim jetzt stattfindenden 24h-Rennen vorgeführt, dass man schon zwischen „international“ und „national“ wegen der dann geltenden „Hausordnung“ eines Provinz-Vereins unterscheiden muss.

Motor-KRITIK wird nach angemessener Frist nach dem 24h-Rennen noch einmal das Thema aufgreifen. Ich möchte nämlich gleichzeitig die „DMSB-Hausordnung“ vorstellen, deren schriftliche Fixierung und Transparentmachung von einem Frankfurter Richter dem e.V. am 19. Juni 2019 empfohlen wurde. - So lange müssen sich meine Leser gedulden.

Ich halte diesen Termin deshalb hier fest, um meinen Lesern die Möglichkeit zu geben, die Weiterentwicklung bei diesem „DMSB-Trauerspiel“ auch später einmal zeitlich werten zu können.

MK/Wilhelm Hahne
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Problemfall Nordschleife: Oder nicht oder doch?

„73 Kurven, 25,378 Kilometer – die Nordschleife des Nürburgrings ist die größte Herausforderung im Leben eines Rennfahrers“, ist in einer „motorsport“-Beilage zu „Auto Bild“ aus Anlass des 24h-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife zu lesen.

René Rast erklärt darin z.B. zum Streckenabschnitt „Flugplatz“:

„Früher gab es dort eine Kuppe, auf der das Auto abgehoben hat. Inzwischen ist die Kuppe abgetragen worden.“

Das bedeutet natürlich, dass dieser Streckenabschnitt schneller geworden ist. Der DMSB hatte darin offenbar einen „Sicherheitsaspekt“ gesehen. Denn auch deren Präsident, Hans-Joachim Stuck, sagte zu diesem Thema der „motorsport-total.com“ anlässlich der Ennstal-Classic 2018:

"Rennwagen wie die der GT3-Kategorie sind nicht mehr zum Springen geeignet. Deshalb haben wir einige Stellen wie den Flugplatz entschärft und wenn wir die Rundenzeiten um die acht Minuten halten, ist das auch okay"

DMSB-Sicherheits-Motto: Strecke schneller, Rennfahrzeuge langsamer!  Zu den inzwischen so weiter „entschärften“ Stellen gehört auch der Streckenabschnitt „Schwedenkreuz“. In „facebook“ war vor kurzer Zeit von einem mir unbekannten Fahrer zu lesen, dass er anlässlich eines AMG-Testtages erstmals in einem GT3 gesessen wäre und dass er – nachweisbar durch die elektronische Aufzeichnung -     

  • ...das „Schwedenkreuz“ mit einer Geschwindigkeit von 246 km/h durchfahren hätte!

Das ist glaubhaft, da inzwischen ein GT3 – wie durch VLN-Ergebnisse beweisbar – von jedem „Gentleman-Driver“ schnell bewegt werden kann. René Rast, ein Profi, sagt zu diesem Streckenabschnitt und unterstreicht damit das obige Zitat:

„Mit 260 km/h durch diese Linkskurve zu fahren, ist ein echtes Abenteuer. Im Qualifying am Schwedenkreuz stehen zu lassen, heißt, wirklich einiges zu riskieren.“

Der DMSB-Präsident, Hans-Joachim Stuck, bewertete zum Zeitpunkt der Ennstal-Classic (Juli 2018), wo er im Auftrag des VW-Konzerns mit einem Porsche 356 Carrera GT, Baujahr 1961, am Start (83. im Ziel) war, aber die im Juni 2018 durchgeführten Rekordfahrten des VW-Konzerns auf der Nordschleife schon kritisch:

„Auf dem Nürburgring hatte ich Sicherheitsbedenken. Ich bin froh, dass es vorbei ist und nichts passiert ist".

Das hinderte ihn aber nicht daran, bei einem weiteren Rekordversuch des VW-Konzerns mit einem E-Prototypen die Zielflagge zu schwingen, weil er dazu wohl – sicherlich auch im Auftrag es VW-Konzerns – verpflichtet war. - Außerdem kann man, wenn man im „Mainstream“ mitschwimmen will, nichts gegen den Rekordversuch eines E-Automobils auf der Nordschleife haben.

Am Wochenende toben nun wieder die Teilnehmer des 24h-Rennens über die Nordschleife. Eine gefährliche Mischung von „ziemlich langsam“ bis „richtig schnell“ und manche der Spitzenfahrer fürchten die Überrundungen. Zu solchen Situationen meint z.B. ein Sheldon van der Linde:

„Den Verkehr zu managen, ist der beängstigende Teil für mich.“

Nur Mut! - Der DMSB und deren Präsident werden sich je nach Situation passend äußern. Nach ihren „Sicherheitsentscheidungen“ der letzten Jahre an der Nordschleife werden sie von Fachleuten  aber wohl kaum ernst genommen werden. - Oder nicht oder doch?

Aber diesem „Sportverein“ (e.V.) ist wohl zunächst wichtig, mit ihren Sicherheits-Phrasen bei einer breiten Öffentlichkeit gut anzukommen. Man darf auch nicht übersehen:

  • Für die Automobilhersteller ist der Motorsport primär eine Marketing-Plattform!

Und nicht vergessen: Wer bezahlt, bestimmt die Musik! - Der DMSB-Präsident tanzt dazu!

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