Touristenverkehr à la NG: „Grenzenloses“ Vergnügen!

Für die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG (Kurzform: NG) ist der Touristenverkehr auf der Nürburgring-Nordschleife die Haupteinnahmequelle. Sie wäre es auch wert, von zuständigen Behörden exakter beleuchtet zu werden. Schon der Mehrwertsteuer wegen. - Aber darüber wurde schon hier in Motor-KRITIK geschrieben. - Auch die Polizei hätte eigentlich Anlass… - Aber da gibt es wohl präzise Weisungen. Nicht erst seit gestern. - Und die Landesregierung… - Na ja, die ist froh, dass sie mit den Problematiken, die mit dem Besitz dieser Rennstrecke verbunden sind, nichts mehr zu tun hat. - Und man schaut angestrengt nach vorne! - Man möchte nicht mehr dorthin schauen, wo Probleme lauern. - Alles wird gut! - Und der Wähler wählt die, die ein Kulturgut geschlachtet haben. Nachdem sich Einzelne gute Stücke aus dem Fleisch geschnitten hatten. - Nun wird das Nürburgring-Schiff von Leuten gesteuert, die zwar auf dem Navi die Richtung ablesen können, aber die einen Lotsen bräuchten, wenn sie denn die Klippen umschiffen wollen, die richtige Löcher in den Schiffrumpf reißen können. Aber sie nutzen „Radar“, haben „digitale Pläne“ und ein gutes Gefühl. - Da geht es ihnen ähnlich wie den Touristenfahrern auf der Nürburgring-Nordschleife. - Für sie ist:

Touristenverkehr à la NG: „Grenzenloses“ Vergnügen!

Es gibt schließlich nicht nur ABS, ASR, ESP und Abstandswarner, sondern es gibt auch Spielekonsolen, auf denen man die Nürburgring-Nordschleife trainieren kann. Und so geht man die dann auch die Nordschleife bei den Touristenfahrten geradezu spielerisch an. Schließlich werden Fahrfehler von den verbauten Sicherheitssystemen korrigiert. Das hat ihnen die Autoindustrie vorgegaukelt. - Wieso sollte man also noch Autofahren lernen? - Und mit dem „Üben“ auf Spielkonsolen wurde ihr Sicherheitsgefühl gestärkt.

Früher, in der „analogen Zeit“, da kannte man noch das Gefühl, das als Angst bezeichnet wurde. - Aber wer hat heute noch Angst? - Natürlich weiß man wie das ist, wenn man – weil zu schnell – von der Strecke fliegt. - Na und? - Aber jeder ist ein „cooler Typ“. - Es gibt keine Versager mehr, nur noch Talente.

Da schiebt man sich, wenn man sich „Scheiße fühlt“ mal etwas „Stoff“ rein. So wie der Motor Benzin braucht, braucht man auch selbst ein wenig „Anregung“. Die braucht man nicht, wenn man an der Spielkonsole sitzt. Man wählt den geilsten Sportwagen aus dem Programm und – los geht‘s. - Mit Ton!

Natürlich kracht es dann! - Die Spielkonsole – man hat ja nicht das billigste Modell – lässt dann schon das Splittern von Glas und das Knittern von Blech hören. - Aber eigentlich bleibt das Auto selbst heil. - Man kehrt zurück auf die Strecke und – weiter geht‘s!

Wenn man dann mit seinem mattschwarz gespritzten E 36 auf der Nordschleife bei den Touristenfahrten unterwegs ist, dann lässt man es natürlich so richtig krachen. Schließlich kostet jede Runde richtig Kohle. Aber man weiß ja wie‘s geht. Und man hat – ach, eigentlich weiß man es nicht so genau – wieviel Airbags an Bord? Und man hat sich in teuren Schalensitzen mit Sicherheitsgurten fest verzurrt. - Da werde ich es diesem Blödmann mit seinem Mercedes vor mir doch mal so richtig zeigen was Premium ist!  - Haste verstanden, Alter?

Und schon läuft auf der Nürburgring-Nordschleife, die lt. Polizei während der Touristenfahrten als „öffentlicher Raum“ gewertet wird, bei dem – natürlich! - die StVO gilt, ein „kleines Rennen“.

Aber Raserwettbewerbe sind in Deutschland auf öffentlichen Straßen verboten. Und der Nürburgring ist bei Touristenfahrten ein öffentlicher Raum, eine öffentliche Straße, wie es mir ein verantwortlicher Polizei-Dienststellenleiter erklärte. - Darum sorgt die Polizei auch auf der Nürburgring-Nordschleife bei Touristenfahrten kostenlos für Ordnung, ahndet Verkehrsverstöße, bestraft z.B. „unangemessene Geschwindigkeit“. - Abgesehen davon, dass es während der Touristenfahrten auch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Strecke gibt, die aber niemand beachtet.

  • Schließlich ist die Nürburgring-Nordschleife eine von der FIA abgenommene Rennstrecke!

Darum (?) wird auch die StVO nicht beachtet. Denn auf öffentlichen Straßen gilt z.B. auch bei Einbahnstraßen das so genannte „Rechtsfahrgebot“. Auf dem Nürburgring nutzt man aber – wie selbstverständlich – die Ideallinie. Die wird sogar in Fachzeitschriften propagiert. Da muss man das doch auch fahren können. - Oder?

Driften ist – natürlich – auf dem Nürburgring während der NG-Touristenfahrten verboten! - Aber man schaue doch mal bei „YouTube“ nach und kann dann sogar einen Mitarbeiter mit seinem „Beast of the Green Hell“ driften sehen. Mit qualmenden Hinterradreifen. Was bei den vorhandenen 585 PS – und dem entsprechenden Drehmoment - eines Mercedes-AMG GTR nicht schwer ist.

Und in diesem Gewirr von verwirrten Autofahrern einer neuen, digitalen Generation, sind dann die so genannten „Renntaxis“ unterwegs. Verantwortungsvolle Sportfahrer sind in diesen Taxi-Fahrzeugen kaum noch zu finden. Viele tun es nur wegen des Geldes. Und wegen des Geldes werden auch Taxi-Lizenzen vergeben. Vom Nürburgring-Verpächter.

So ist das dann eine recht geile – und explosive - Mischung von sich selbst überzeugten Möchte-gern-Rennfahrern und professionellen Taxifahrern während der Touristenfahrten unterwegs, wo es dann – evtl. - der Eine dem Anderen einmal zeigen möchte.

  • Raserwettbewerbe im öffentlichen Straßenverkehr?

Hinzu kommt noch etwas anderes, das ich aber erst in einer weiteren Geschichte zum Thema „Renntaxi“ einmal präzise darstellen möchte.

Damit kommen wir dann zu dem Oberthema, das für die Nürburgring-Nordschleife aktuell mit „Sicherheit“ benannt werden muss. - Da fehlt bisher jede Voraussetzung. Da müsste nicht gekleckert, da müsste geklotzt werden! - Wenn man denn schon ein Konzept hätte!

Sicherheit kann auch nicht mit den Avis-Leihwagen dargestellt werden, die besetzt mit „Aushilfsfahrern“ (als „Sherifs“) und Funkgeräten dann auf gewissen Abschnitten des Nürburgrings aus topografischen Gründen keine Funkverbindung zur Zentrale herstellen können, weil die Firma Riedel die Sendeleistung aufgrund eines Einspruchs einer Kontrollbehörde in 2017 wieder zurückfahren musste.

Aber von der Geschäftsführung des Nürburgring-Pächters werden immer wieder imposante Zahlen von kontrollierenden, im Touristenverkehr mitfahrenden Fahrzeugen genannt, die jedoch kaum in der Lage sind, wirklich Sicherheit herstellen zu können. - Einmal abgesehen davon, dass man Leihwagen nicht so ausstatten kann, wie man das mit Fahrzeugen im Eigenbesitz für diesen Zweck machen würde.

Sicherheit – das ist das Wort, welche das Denken der Verantwortlichen am Nürburgring nicht erst seit gestern beherrscht. Aber sie müssen „nach draußen“ eine heile Welt darstellen. Und so heißt es auch zum Thema Touristenfahrten am Nürburgring:

  • Alles ist gut!

Besorgniserregend ist, dass Aufsicht führende Behörden beide Augen zu diesem Thema verschließen. - Weil es entsprechende Anweisungen „von oben“ gibt?

Sollen wir uns jetzt damit trösten, dass es – irgendwann mal – eine Zeit geben wird, wo autonome Automobile – und das noch elektrisch betrieben – den Nürburgring umkreisen? - Und die Besitzer sitzen dann – das wäre vielleicht die Idealvorstellung der Nürburgring-Betreiber – im bisher meistens leeren  „Nuvolari-Restaurant“ des Lindner-Hotels und warten auf die Ŕückkehr ihres Fahrzeuges mit neuer Bestzeit.

Jetzt muss etwas getan werden! - Die Sicherheitseinrichtungen auf der Nordschleife müssen auf das Niveau der Zeit gebracht werden. Das umso mehr, als eine Mehrheit der Fahrer im aktuellen Touristenverkehr auf der Nürburgring-Nordschleife längst einem Niveau entspricht, das schon „von Morgen“ ist. Im jeden Fall jenseits jeder aktuellen Möglichkeiten. Ihr Vergnügen beim Befahren der Nürburgring-Nordschleife ist jedenfalls „grenzenlos“. Da werden dann schon mal – ganz leicht – dreistöckoige Leitplanken überwunden.

Da spricht man heute wohl in gepflegtem Manager-Deutsch von „Out of Control“!

Und die Buchhaltung der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG verbucht die Einnahmen aus dem „Touristenverkehr“, ohne die der Pächter schnell in den „roten Zahlen“ wäre.

Die wahrscheinlich erste Verlust-Veranstaltung in 2018 - „Winterhell“ am 20. Januar – muss schließlich auch irgendeinen Ausgleich finden.

Zum Beispiel durch den Touristenverkehr 2018 auf der Nürburgring-Nordschleife, der derzeit – nicht nur für die zahlenden Gäste, sondern auch für den Pächter ein geradezu „grenzenloses Vergnügen“ ist.

MK/Wilhelm Hahne

PS: Hier können Sie sich einen optischen Eindruck von der Realität verschaffen. Wer „A“anklickt, sollte auch bei „B“ klicken und einen Eindruck gewinnen von der super-geilen Welt in der wir leben. - Alles wird gut! - Man muss nur nach vorne schauen und die Realität übersehen!

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