Meuspath: Schlendern wir mal durch‘s Gewerbegebiet!

Die zwei Herren, die am 16. Januar 2014 in Mainz unterwegs waren, die schlenderten nicht, sondern waren „zielgerichtet“ unterwegs. Man war zu einem „Informationsgespräch“ mit der Regierungschefin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, verabredet. - Gut zwei Woche später konnte man sich daran – in einem persönlichen Gespräch mit mir im Meuspather Gewerbegebiet – nicht mehr erinnern und hat mir eine interessante Ausrede aufgetischt, die – wenn man sie ernst nehmen würde – als ein Hinweis gedeutet werden könnte, warum der Ex-Regierungschef des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, später dann mal einen Beraterposten bei Boehringer in Ingelheim erhielt. Auf meine Nachfrage hin – vor gar nicht so langer Zeit - konnte sich bei Boehringer niemand erinnern, wer – intern – auf die Idee gekommen war, Kurt Beck als Berater zu verpflichten. - Auch das ist inzwischen Vergangenheit. Der Vertrag ist ausgelaufen. - Aber nicht mein Interesse an meinen Gesprächspartnern von Ende Januar 2014, die auch im Gewerbegebiet Meuspath immer noch vertreten sind. - Gerade zu diesem Gewerbegebiet, zu vielen Firmen, die dort arbeiten, die kamen und gingen, gäbe es eine Menge zu erzählen. Also habe ich einen ruhigen Sonntag – im Gewerbegebiet – genutzt, um mich ein wenig umzusehen und – anders als andere – die nur gezielt im Gewerbegebiet unterwegs sind, mich zu neuen Recherchen anregen zu lassen, einmal ein paar Dinge zu hinterfragen und evtl. in einen Zusammenhang zu bringen. - Das geht nicht, indem man durch‘s Gewerbegebiet rast! - Es gilt dort übrigens eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h. - Ich habe es noch langsamer gemacht und mir gedacht:

Meuspath: Schlendern wir mal durch‘s Gewerbegebiet!

Es ist lange her, dass sich ein Zweckverband gründete, der im Wesentlichen aus den drei Gemeinden Herresbach, Drees und Meuspath bestand, um Industriefirmen ein Gewerbegebiet in der Nähe des Nürburgrings  anbieten zu können, das ihre Arbeit – gleich ob als Automobilhersteller oder Zulieferer – in Verbindung mit der Teststrecke Nürburgring-Nordschleife erleichterte.

„Damals“ war auch die Nürburgring GmbH, eine Firmen-Tochter des Landes Rheinland-Pfalz mit 10 Prozent am Zweckverband beteiligt und der damalige Geschäftsführer dieser landeseigenen Firma führte auch auf den stattfindenden „Nicht-öffentlichen“ Sitzungen das „große Wort“. - Ein Insider schilderte mir die Situation so:

„Der war zwar nur zu 10 Prozent beteiligt, hatte aber zu 95 Prozent das Sagen!“

So wurde von Dr. Kafitz z.B. ein geplanter Hotel-Neubau abgeschmettert, der auf einem der vorderen Grundstücke, gleich an der B 258 und der Zufahrt (von Nürburg kommend) geplant war. Firmen, wie z.B. das damals in Adenau ansässige Abschleppunternehmen Bongard haben trotz mehrerer Versuche niemals einen Bauplatz im Meuspather Gewerbegebiet erhalten, weil da nur – so die damalige Argumentation – neue Arbeitsplätze entstehen und nicht eine Arbeitsplatzverlagerung stattfinden sollte.

Darum hat z.B. die Firma Bongard – nicht resignierend - dann ein Baugelände vom Bund erstanden, nachdem nahe der B 257 im Bereich Breidscheid ein Bundeswehrstandort aufgegeben wurde. Dass aber eine andere in Adenau ansässige Firma trotzdem ihren Sitz ins Meuspather Gewerbegebiet verlagern konnte, findet damit keine Erklärung. Es ist manches eben nicht logisch, sondern einfach so wie es ist. - So ist das eben in der Eifel! - Und nicht nur dort!

Dazu gehört z.B. die Feststellung, dass der Einfluss des jeweiligen Adenauer Verbandsbürgermeisters auf das Geschehen im Meuspather Gewerbegebiet besonders groß ist. Der Grund: Die Gemeinde Meuspath, würde es sich bei ihr um eine Privatfirma handeln, ist eigentlich „pleite“. Nun gibt es eine solche Situation nicht bei „Öffentlich-Rechtlichen“. In diesem Fall springt für notwendige Zahlungen die Verbandsgemeinde Adenau ein. Darum ist auch der Einfluss des jeweiligen Verbandsbürgermeisters – wie man auf öffentlichen Sitzungen auch beobachten konnte und kann – sehr groß.

Allerdings gibt es auch immer wieder „nicht-öffentliche Sitzungen“ - von mir als „Geheimsitzungen“ empfunden – in denen „Fälle“ hinter verschlossenen Türen besprochen werden, die die Öffentlichkeit nichts angehen. Dabei geht es hier meistens – so finde ich – auch um das Geld des Steuerzahlers.

Schon mit einem gewissen Basiswissen ausgestattet, habe ich mich dem Gewerbegebiet Meuspath von Osten kommend genähert. - Schilder weisen den Weg.

Kennt man sich ein wenig aus, ist man verwirrt, wenn man – sozusagen – uralte Eintragungen auf Hinweisschildern findet, die eigentlich das Auffinden von im Gewerbegebiete ansässigen Firmen erleichtern sollten.

Ich bin dann sofort an das andere Ende des Gewerbegebiets gefahren, um mir die Hinweisschilder dort anzusehen. Der gleiche Zustand „von gestern“, der nichts, aber wirklich rein garnichts über die aktuelle Firmenansiedlung hier im Meuspather Gewerbegebiet aussagt. - Schau‘n wir mal auf die Gottlieb-Daimler-Str.:

  • Werner Bluhm ist schon lange gestorben. Krebs! - Seine Firma ist lange verkauft.
  • Bridgestone Corporation hat sich schon lange zurück gezogen, das Gebäude ist verkauft.
  • KFB-Extramobile war insolvent, wurde nach China verkauft, dann immer wieder verkauft.
  • Capricorn AUTOMOTIVE GmbH, heißt lange anders und ist inzwischen verkauft.
  • Fiat Auto S.p.A. gibt es schon lange in diesem Gewerbegebiet nicht mehr.
  • Öhlins DTC, nur diese Firma gibt‘s noch.

Fangen wir also da – kurz hinter diesem einzig gültigen Hinweis auf dem Schild – unseren Spaziergang mal an und vergessen auch die – auf dem anderen Schild – genannten Firmen. - Realität ist:

Die schwedische Stoßdämpferfirma Öhlins gilt als Hersteller von Stoßdämpfern nicht nur auf dem Sektor der sportlichen Automobile als Maßstab. Das Unternehmen hier in Meuspath ist die deutsche Niederlassung. - Jaguar ist auch schon lange hier in der Eifel vor Ort und Aston Martin hat „damals“ nach der Pleite der „Bike World“, mit der sich auch ein Dr. Kafitz auf Kosten der Steuerzahler versucht hatte, das Gebäude hier in der Eifel übernommen. - Yokohama ist auch als Hersteller von Rennreifen von Bedeutung und z.B. mit mehr als 150 Reifen in der DMSB-Zulassungsliste für den Einsatz auf der Nürburgring-Nordschleife vertreten. Davor hat ein naher Verwandter des Vermieters der Yokohama-Halle eine Reihe von Garagen gebaut, als „Car Residence“ für sportliche Fahrzeuge, die ausschließlich am Nürburgring genutzt werden und hier auf „Herrchen“ warten.

Ich möchte nicht vergessen die BMW-Dependance hier im Gewerbegebiet zu erwähnen, die in der Ex-FIAT-Halle eigentlich eine Nebenstelle des BMW-Testcenter in Nürburg ist. (Ein Foto lasse ich mal weg.) In Meuspath werden mehr die E-Schöpfungen der Münchner bearbeitet, die schon wegen ihrer Gefährlichkeit bei der Bearbeitung, hier gut abgeschirmt erfolgen kann.

Hier gab es vorher nicht nur FIAT, sondern auch schon mal das DTM-Team eines Wiesbadener Unternehmers, der sein Geld auch mit der Wartung von Flugzeugen verdient und mit einem entsprechenden Team, als Tuning-Spezialist für Volvo bekannt war und auch schon mal – aber da mit einem BMW M3 - zu den Gesamtsiegern des 24h-Rennens am Nürburgring zählte. Das war 1994 und die Fahrer waren Wlazik, Katthöfer, Rosterg.

Ich vergesse auch nicht, dass der Chef dieser Wiesbadener „Group“ mir mal vor langer Zeit einmal die Fahrwerkqualitäten eines Oldtimers nahe bringen wollte: Eines Opel Diplomat. - Doch ich kannte die schon aus eigenem Erleben in meiner beruflichen Vergangenheit. Ich hatte so ein Fahrzeug – in einer Karmann-Karosserie-Version – mal als Dienstwagen gefahren.

Doch weiter bei meinem Schlendern. Dieses Mal nicht in Gedanken, sondern in der Gegenwart, der Realität.

Wo dann über Jahre das capricorn TESTCENTER zu finden war, ist jetzt zu lesen, dass es sich hier um das „Gebäude Spa-Francorchamps“ der Firma „Manthey-Racing“ handelt. Manthey-Racing, durch die Gebrüder Raeder geführt und im Mehrheitsbesitz von Porsche, hat Gelände und Gebäude im Herbst des Jahres 2019 vom ersten Käufer des Nürburgrings, Robertino Wild, gekauft. Von diesem mittelständischen Unternehmer war dieses „Testcenter“ nur sporadisch genutzt worden und wohl so nicht wirtschaftlich zu betreiben. Manthey-Racing hat – wie man sehen kann – die seit dem Neubau nicht gut gepflegten Holzelemente inzwischen erneuern lassen.

Wie man überhaupt feststellen muss, dass sich Manthey-Racing zu einer dominierenden Firma hier im Gewerbegebiet Meuspath entwickelt hat. Sie beschäftigt die meisten Mitarbeiter aller hier ansässigen Firmen! - Es werden aktuell inzwischen so knapp 200 sein!

Bei Manthey-Racing hat man aktuell Pläne, die auch noch eine weitere Ausdehnung vorsehen, deren Umsetzung aber von einer Erweiterung des Gewerbegebiets abhängig ist. Mein persönlicher Eindruck ist, dass dieser „Porsche-Ableger“ von der Stuttgarter „Mutter“ auch gerne genutzt wird, wenn es um eine schnelle, termingerechte Abwicklung von Sonderaufträgen geht, die in Stuttgart mit dem Segen des dortigen Betriebsrats kaum zeitgerecht umzusetzen wären. - Doch diesen Segen gibt‘s dort wohl nicht! - In der Eifel ist eben manches anders!

Es sind auch hier – nicht zur Freude der Baubehörde – auf dem zugekauften Manthey-Gelände auch eine Reihe (um 20) von Einzelgaragen entstanden, die eigentlich nach dem Willen des Bauamtes  dort nicht mehr entstehen sollten.

Bei Phoenix, dem bekannten Renn- und Einsatz-Team für Audi-Fahrzeuge, wehen nicht nur bunte Fahnen, sondern beim Betrachten der Tafel nahe der Einfahrt wird auch deutlich, dass Phoenix kein reines Rennteam mehr ist, sondern auch „Rennsport-Know How für die Straße“ anbietet. - Die aktuelle Situation im Werks-Motorsport zwingt zu Veränderungen, Anpassungen.

Auch die Firma Black Falcon hat sich stark ausgebreitet, residiert nicht nur in der Nähe des großen Kreisverkehrs hier im Meuspather Gewerbegebiet, sondern hat praktisch gegenüber noch eine große Halle übernommen, die vorher einmal von WIGE genutzt wurde, hat auch die Innenfläche des Kreisels gekauft. Vom Einsatz der werksunterstützten Mercedes-AMG-Werkswagen hat man sich zurück gezogen, setzt nun auch Porsche ein und unterstützt die Herrenfahrer technisch und mit Know-How, die ihr Geld in ihr Hobby Motorsport investieren. - Viel Glück!

Ich habe in den vielen Jahren, in denen ich im Motorsport unterwegs bin schon einige Mal erlebt, dass so Multi-Millionäre zu einfachen Millionären wurden. - Durch den Motorsport! - Für einige dieser wohlhabenden Motorsport-Fans war es auch eine Fahrt in die Pleite und die persönliche Verarmung!

Aus dem „Kreisel“ heraus kommt man auch zu einem auffallend gestalteten Gebäude der Hyundai Motor Group, die auch hier im Gewerbegebiet ihr Nürburgring Testcenter betreibt. Mit hohem technischen Aufwand, der sich dann auch in der Qualität der Serienfahrzeuge der Koreaner widerspiegelt. Es gibt inzwischen auch ein Serienfahrzeug mit der Zusatzbezeichnung „N“ im Angebot, womit man auf die Entwicklung dieses sportlichen Fahrzeugs auf der „N“ordschleife hinweisen möchte.

Wenn man aus dem „Kreisel“ in die Rudolf Diesel-Straße abbiegt, passiert man nicht nur die Testcenter von VW/Audi und Mercedes, sondern auch den Betrieb der Firma Nett, die als Servicepartner der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG bekannt ist, als Lieferant der immer wieder auf der Nordschleife beschädigten Leitplanken bei Rennen und Touristenfahrten. Diese Firma hat auch die FIA-Zäune gesetzt. Das zweite Foto auf diese Firma zeigt auch eine seit Jahren vorhandene Baustelle der VW AG. Die Ausschachtungen waren zum größten Teil schon vorgenommen, als der Diesel-Skandal für das  Bauvorhaben den STOP bedeutete. - Man war in Wolfsburg der Meinung, dass man in einer solchen Phase deutlich machen muss, wie wenig Geld man hat. - Eigentlich sollte dann in 2020 mit dem Bau einer Tiefgarage zur verdeckten Unterbringung von „Erlkönigen“ und einer Reihe von Büros begonnen werden, aber man hat sich in Wolfsburg wohl noch nicht entschließen können.

Wenn man die Möglichkeit nutzt, auf einem kleinen Platz am Ende der Rudolf Diesel-Straße zu wenden, stößt man auch auf die Nürburgring-Versuchsabteilung der Firma Pirelli, die auch die Nürburgring-Nordschleife zur Entwicklung ihrer Straßenreifen nutzt. Auf dem gleichen Grundstück hat die Firma MH Sport-Promotion ihren Sitz, deren schnelle Feuerwehr-Fahrzeuge nicht nur den Nürburgring-Fans bekannt sind, sondern die – speziell für den Einsatz im Motorsport entwickelt – auch hier für andere Rennstreckenbetreiber gebaut werden. So sind diese Feuerwehr-Fahrzeuge, auf der Basis von amerikanischen V8-Pick-ups, inzwischen z.B. auch an der Rennstrecke in Dubai zu finden.

Wenn man jetzt wieder zurück zur Gottlieb-Daimler-Straße kommt und den Kreisel an der ersten Ausfahrt verlässt, auch um wieder aus dem Gewerbegebiet Meuspath heraus zu kommen, passiert man nicht nur den Lackiererbetrieb Manheller, inzwischen auch als erfolgreiches Motorsport-Team ein Begriff, sondern auch die Gebäude der Firmen GetSpeed und Continental. Conti ist Mieter bei GetSpeed und das Entstehen dieses Betriebes hätte eigentlich eine Extra-Geschichte verdient, könnte auch gut ein Buch füllen. Derzeitiger Besitzer ist Frau Heinemann, ihr Mann, Dr. Axel Heinemann, ist „nur“ Gesellschafter. Es ist der gleiche Dr. Heinemann, der „damals“ in einer gemeinsamen Firma mit Robertino Wild, den Nürburgring gekauft hatte.

Eine Firma dieses Auch-Nürburgring-Käufers und -Beinahe-Besitzers befindet sich direkt gegenüber, aber ich gehe nicht davon aus, dass immer noch ein enger persönlicher Kontakt zwischen den beiden Unternehmern besteht, nachdem Dr. Heinemann einen kleinen 500.000 Euro-Kredit gerichtlich einklagen musste. Dr. Heinemann hatte diesen Kredit „damals“ als eine kleine Hilfe für einen Freund empfunden, der vorübergehend einen „kleinen Engpass“ hatte. Robertino Wild hatte die Zahlung an ihn aber wohl als Einlage in die gemeinsame Firma empfunden, die man zum Kauf des Nürburgrings gegründet hatte und die inzwischen einen russischen Besitzer hat, der damit nun auch über den Nürburgring gebietet.

Die hier auf den Fotos gezeigte Firma capricorn COMPOSITE GmbH (im Handelsregister in Düsseldorf eingetragen) sollte man nicht mit der capricorn COMPOSITES GmbH verwechseln, die ursprünglich mal Holzstraße Beteiligungs GmbH hieß, und dann – als Robertino Wild die Holzstraße aufgeben musste – sich in die capricorn CAMPUS Verwaltungs GmbH wandelte, um in Aachen den Campus aufzustocken. Auftraggeber war jener Prof. Schuh, der nicht nur der Post mit seinen E-Transporter per Saldo Probleme bereitet hat, weil schließlich die Post als Hersteller in der Verantwortung war, sondern der auch dann seine neue Firma, zur Produktion eines E-Kleinwagens geschickt in eine Insolvenz in Eigenverwaltung schicken musste, aus der sie gerade aufzuwecken versucht.

Es ist fast unglaublich, was einem bei einem Schlendern durch ein Gewerbegebiet am Nürburgring alles auf- und einfällt. - Natürlich habe ich mal hier und da – weil es mir aus Erfahrung sinnvoll erschien – ein wenig nachrecherchiert. Im Fall capricorn COMPOSTE GmbH hat die Recherche ungefähr drei Monate in Anspruch genommen. Um schließlich darauf zu stoßen, dass Robertino Wild inzwischen Mieter der vorher in seinem Besitz befindlichen Firma ist. - Dass ich zu diesem Recherche-Ergebnis kam, ist vor allen Dingen den – scheinbar -  cleveren Akteuren zu verdanken, die meine Recherche dadurch zu verhindern suchten, dass sie das betreffende Grundbuchamt angewiesen haben, mir keinen Einblick ins Grundbuch zu gestatten.

Soweit ich das recherchieren konnte: Eigentlich kein Grund zur Aufregung. Robertino Wild versucht, ein „Sale-and-lease-back“-Konzept zu seinen Gunsten umzusetzen. Man verkauft seine Firma – Grundstück und Gebäude – an einen Zahlungswilligen, versucht die eigene Kapitalbindung zu verringern, um den „Cashflow“ zu verbessern. - Im Normalfall – im Jahre 2020 - alles normal!

Nehmen wir doch – aktuell – den Fall McLaren. Auch dort braucht man „frisches Geld“, das den laufenden Kosten entgegen steht. McLaren hat die englische Regierung um eine Kredit gebeten. Die Minister haben das abgelehnt. So möchte McLaren durch eine „Sale-and-lease-back“-Aktion viele Millionen „locker zu machen“.

Robertino Wild versucht offensichtlich das gleiche Konzept zu nutzen. Nur mit einem anderen Effekt, weil so viel Millionen nach einem Verkauf nicht übrig bleiben. Immerhin gab es noch Belastungen, die bei einem Verkauf abgelöst werden müssen. Außerdem wird der neue Käufer zur Absicherung der – sicherlich nicht kleinen – Monatsmiete Sicherheiten verlangt haben, weil sonst der Kaufpreis darunter gelitten hätte. - Aber sei es wie es ist: Ich möchte als eine Tatsache festhalten:

  • Robertino Wild ist nicht mehr Besitzer, sondern Mieter „seiner“ Firma capricorn COMPOSITE GmbH in Meuspath!

Wenn ich seine Gesamtsituation betrachte, entsteht bei mir der Eindruck, dass ich sie realer einschätzen kann, als er sie wohl selbst empfindet. Zumal ich aktuell feststellen musste, unter welchem Druck er zum Verkauf seiner Firma offensichtlich Anlass hatte. - Die Details werden sich auf Dauer nicht verbergen lassen, so dass ich sie hier nicht weiter aufführen werde. - Ich möchte der Entwicklung nicht vorgreifen!

Allein schon die Tatsache, dass ich beim Weiterschlendern auf dem Grundstück neben seiner Firma einen Bagger entdecke, der dieses Grundstück für eine Bebauung vorzubereiten scheint, machen deutlich, wie sich Robertino Wild auch hier zeitlich verkalkuliert hat. Er hatte das Grundstück vom Zweckverband gekauft und es lange Zeit – Jahre - unbearbeitet gelassen, obwohl er beim Kauf durchblicken ließ, dass er es dringend zur Ausweitung seiner capricorn COMPOSITE GmbH benötigen würde.

Schon Ende letzten Jahres kamen die Verantwortlichen des Zweckverbandes zu einem „nicht öffentlichen“ Gespräch zusammen, bei dem man beschloss, Robertino Wild einen Termin für die Bebauung des Grundstücks zu setzen. Das ist (war!) der 1. Oktober 2020!

Wie ich recherchieren konnte, hat Robertino Wild auch einen Bauantrag für dieses Grundstück gestellt, der auch genehmigt wurde, genehmigt ist. Ich habe aber keinen Unternehmer ausmachen können, der von ihm rechtzeitig – vor dem 1. Oktober 2020 – einen Auftrag zur Bebauung erhalten hätte. Dafür hat er dann – wie er wohl hofft – rechtzeitig einen Bagger bestellt, der durch seine Art der Vorbereitung deutlich machen soll, dass eine Bebauung kurz bevor steht.

Das wird den Zweckverband aber – wie zu hören – nicht davon abhalten, ihn – um es nett zu formulieren – um die Rückgabe des Grundstücks zur weiteren schnellen Verwertung zu bitten. - Weil die Rückabwicklung nicht so einfach glatt verlaufen wird – Motor-KRITIK-Vorhersage – wird davon demnächst auch „öffentlich“ zu hören sein.

Die Fortsetzung dieser Geschichte erfolgt also erst „demnächst“. - Ich habe zunächst mal nach meinem Spaziergang durchs Gewerbegebiet dieses „Schlendern“ - weil nun die Ausfahrt des Geländes erreicht war – abgebrochen.

Doch die Zeit läuft. Und ich – als Journalist – laufe mit. Es wird also mit Sicherheit eine Fortsetzung geben, die – so wie ich die Entwicklung einschätze – nicht lange auf sich warten lassen wird.

Die eine Firma wird gehen, andere werden kommen; es wird genau so weitergehen, wie man es aktuell auch an der Genauigkeit der Hinweise auf den Schildern am Eingang des Gewerbegebiets Meuspath ablesbar und bei einem Schlendern durchs Gewerbegebiet festzustellen ist.

  • Meine Leser mögen sich – bitte - noch ein wenig gedulden!

Ich schlendere dann demnächst mal wieder. - Wer sollte das sonst auch machen?

MK/Wilhelm Hahne
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