2021

Touri-Fahrten: Chaos ohne Lehren daraus zu ziehen?

Es hat während der „Touristenfahrten“ auf der Nürburgring-Nordschleife am 4. Oktober einen schweren Verkehrsunfall gegeben, der nicht nur einen Toten forderte, sondern auch neben –   hoffentlich auszukurierenden Verletzungen bei einigen in den Unfall verwickelten Personen - auch bei mehr als zehn – zufällig - Unfallbeteiligten einen erheblichen Sachschaden hinterließ. - Wie vieles im Leben lässt sich das Ausmaß des Unfalls durch „eine Verkettung einiger unglücklichen Zufälle“ erklären. Er hat aber eine Basis, so dass ein solcher – oder ähnlicher Unfall – eigentlich zu erwarten war. Wie klar das auch z.B. bei der Polizei war, geht daraus hervor, das der Unfallbericht nicht – ich habe in meiner Geschichte vom 5. Oktober darauf hingewiesen – von der PI Adenau, die den Unfall aufnahm, nicht von der Polizeidirektion Mayen, die sonst „normalerweise“ informiert, sondern vom Polizeipräsidium Koblenz veröffentlicht wurde. - Nun hat es am vergangenen Sonntag wieder eine Reihe von Unfällen – darunter durchaus „böse“ – auf der Nürburgring-Nordschleife während der „Touristenfahrten“ gegeben. Bei der Schwere z.B. dreier Überschläge, darf man von einer Einschaltung der Polizei ausgehen. Man muss aber eine „sensible“ Behandlung dieses Themas registrieren. - Von der veranstaltenden Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG und der Polizei zum Beispiel. - Weil diese Unfälle nicht „in die politische Landschaft“ passen? Sie gefährden offensichtlich das Bild, dass man (alle Beteiligten?) von der „guten Situation“ am Nürburgring insgesamt – darzustellen versucht. - Darum möchte Motor-KRITIK hier auch zu der erneuten Unfall-Serie, die inzwischen offenbar als Normalität empfunden – oder jedenfalls so dargestellt wird - nach ein paar Schilderungen von persönlichen Eindrücken zu den Vorfällen am Sonntag als notwendige Zusammenfassung die Frage stellen:

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Doppel-Pack: Gute deutsch-russische Zusammenarbeit!

Nachdem der Massencrash während des „Touristenverkehrs“ am Nürburgring schon die Medien beschäftigt, weil so auch die Kehrseite einer wirtschaftlich interessanten Lösung verdeutlicht werden kann, muss man natürlich in der Geschäftsführung des verantwortlichen Veranstalters „gegen halten“. Das funktioniert auch – so weit ich das beobachten kann – eigentlich gut, da man „oben am Ring“ das politische Mainz – samt „Weisungsempfänger“ – in der Grundeinstellung hinter sich weiß. Das ist auch besonders den Öffentlich-Rechtlichen klar, die mit ihren gerne vorgenommenen Gebührenerhöhungen von der Politik abhängig sind und schon mal unter diesem Druck „automatisch“ wie „Weisungsempfänger“ reagieren. Darum habe ich z.B. die Berichterstattung im SWR aufmerksam verfolgt, die im Hörfunk mehr von „dpa“ bestimmt war, aber beim Fernsehen am Dienstagabend mit einer Eigen-Berichterstattung glänzte. Da habe ich z.T. bei der Erstausstrahlung fast ungläubig zugehört und -geschaut, so dass ich dann – Stunden danach – noch einmal einen Blick in die „Mediathek“ geworfen habe, um meinen ersten Eindruck bestätigt oder widerlegt zu bekommen. - Das Ergebnis war beeindruckend und spricht für eine klare Haltung in Strategie und Umsetzung beim Veranstalter der „Touristenfahrten“. - Nicht aber für eine gute und dann aber auch zeitaufwändige (und teure!)  journalistische Recherche! - Es wurde verbreitet, was den Veranstalter der „Touristenfahrten“ scheinbar entlastet. In der „Mediathek“ musste man als interessierter Zuschauer dann sogar – aus „rechtlichen Gründen“ (?) - auf das Bild verzichten. Das alles ist zwar aus Sicht eines aufmerksamen Beobachters „ziemlich einfach gestrickt“ (mit „Luftmaschen“), es wird aber dabei helfen, eine breite Öffentlichkeit - vielleicht – „ruhiger zu stellen“. - Ausgenommen: Die  „heimischen Intim-Kenner“ der Realität. - Trotzdem bleibt festzuhalten:

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Toter am Nürburgring: „Super-GAU“ im Kerngeschäft!

Für den Besitzer, bzw. seine Pächterfirma am Nürburgring, bedeuten die „Touristenfahrten“ das Kerngeschäft. Da nimmt man dann jeden Euro mit. Am Montag, dem 4. Oktober war man zwar mit einer Track-Day-Veranstaltung bis 17 Uhr auf GP-Kurs und Nordschleife ausgebucht, aber weil viele „Touristenfahrer“ schon vor der Nordschleifen-Einfahrt „mit den Hufen scharrten“, hat man dann noch mal um 17:30 Uhr die Pforten für „Touristenfahrten“ geöffnet.

Nun sind die aktuellen „Touristenfahrten“ nicht mit denen von vor Jahrzehnten zu vergleichen. Heute ist  der Altersdurchschnitt der Fahrer bedeutend jünger, deren Ausrüstung – oft auch der Automobile – anders als die der „Touristenfahrer“ z.B. in den 70ern. - Auch da war ich mit meinen Testobjekten – Automobilen und Motorrädern – mitten dabei. Auch die Industrie testete damals im „Touristenverkehr“. - Kein Problem! - Heute wäre das nicht mehr möglich!

Seit vielen Jahren fahre ich nicht mehr über die Nürburgring-Nordschleife, weil es mir bei den „Touristenfahrten“ zu gefährlich geworden ist. Aus „Touristenfahrten“ sind inzwischen „Terroristenfahrten“ geworden. So werden sie von der einheimischen Bevölkerung nicht nur benannt, sondern auch als solche empfunden. - Sie werden auch vom Veranstalter in einer „modernen Art“ beworben:

„Der Nürburgring, die Grüne Hölle. Erlebe die legendäre Kultstrecke aus Deinem eigenen Visier. Hautnah.“

Visier? - Besteht etwa Helmpflicht? - Nein! - Man ist aber bei dem „Touristenfahrten“ aktuell oft entsprechend ausgestattet unterwegs. Während sich in früheren Jahren „Sportfahrer“ vor ihren schnelleren Runden erst einmal „warm fuhren“, ist man jetzt sofort „flat“ unterwegs. Die Rundenpreise sind auch heute deutlich höher. Da möchte man schon von den ersten Metern an etwas von seinen Euro haben! - Gib Gas – Ich will Spaß!

Damals in den 80ern nur der Titel eines deutschen Spielfilms, wird das heute am Nürburgring in die  Realität umgesetzt. Das führt zu Unfällen, die eigentlich vermeidbar wären! - Man verlangt selbst von routinierten Berufs-Rennfahrern vor dem Befahren der Nürburgring-Nordschleife heute eine besondere Ausbildung, weil es sich – angeblich – um eine besonders schwierige Rennstrecke handelt. Fahranfänger dürfen die bei den „Touristenfahrer“ ohne jede Anleitung befahren.

  • An einem Montag genügt es, dafür - Runde für Runde - 25 Euro zu zahlen!

Während der „Touristenfahrten“ gilt die Straßenverkehrsordnung. Sagt der Veranstalter. Aber das Verhalten der Touristenfahrer wird nicht überwacht. Auch die Polizei kommt nur, wenn sie gerufen wird. Von Seiten der Politik wird dieses Thema ga-a-a-anz vorsichtig behandelt. Schließlich ist man froh, dass man das Thema Nürburgring – irgendwie – „vom Hals hat“. - So wird Vieles „unter der Decke gehalten“!

Nun hat es gestern aber bei den „Touristenfahrten“ nicht nur Leitplankenschäden und bei den Automobilen verbogenes Blech gegeben, sondern auch einen Toten und eine Reihe von Verletzten. Bei einem Massen-Crash, offenbar ausgelöst durch einen Betriebsmittelverlust. Normalerweise wird so etwas unauffällig abgehandelt mit: „Unfall bei Posten 125.“

Mir war die Schwere des Unfalls klar, als ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene durch’s Dorf in Richtung Nürburgring über die B 258 fuhr und später dann mit den gleichen optischen und akustischen Signalen in Richtung Mayen (Krankenhaus) zurück fuhr. - Und man hörte einen Hubschrauber. - Sonst gab es keine Informationen, weil zur gleichen Zeit zufällig im Internet Chaos herrschte. - Das war erst um 1:26 Uhr – also am 5. Oktober - behoben.

Um 20:48 Uhr – am 4. Oktober -  wurde aber schon die Polizei-Meldung zum Unfall unter „Blaulicht“, einem Presseportal, das einem Unternehmen der „dpa“ zugerechnet werden muss, veröffentlicht. Die Meldung kam nicht von der Polizei-Inspektion Adenau oder der Polizei-Direktion Mayen, sondern direkt vom Polizeipräsidium Koblenz. Und praktisch alle danach erschienenen Presseinformationen, auch die erste - erschienen um 22.20 Uhr auf den Internetseiten von „Die Rheinpfalz“ - hatten eine entsprechende „dpa“-Meldung als Basis.

Ich habe heute am Vormittag die Staatsanwaltschaft am Nürburgring wahrgenommen, habe den Polizeihubschrauber registriert, der die Unfallstelle von oben fotografisch festgehalten hat, habe gehört, dass nun ein Gutachter eingeschaltet ist und weiß darum, dass ich ab sofort keine Detail-Informationen mehr zum Unfall erhalte – da ein „schwebendes Verfahren!

  • Seit 12 Uhr – heute Mittag – ist die Nordschleife aber wieder zum Befahren frei gegeben! 

Damit meine Leser, die mich bei dieser Berichterstattung sehr unterstützt haben, auch von mir – von Motor-KRITIK – eine Information erhalten, die sie sonst nirgendwo finden können, füge ich hier zum Abschluss dieser Geschichte ein Stück Ausschnitt-Foto ein, das einen Eindruck von dem vermittelt, was man gar nicht mit Worten schildern kann.

Wie es dazu kommen konnte, werden wir wahrscheinlich nie „ungeschminkt“ erfahren. Weil es wahrscheinlich nicht erwünscht ist! - Und Lehren wird man aus diesem schrecklichen Unfall wohl auch kaum ziehen. - Aber man wird sicherlich viele „schöne Worte“ finden!

Der Rubel muss schließlich rollen!

MK/Wilhelm Hahne
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„Stern“-Spaltung: Strategisch klug oder nur dumm?

Es kommt für die Betrachter immer auf die Position an, aus der sie die Entwicklung zu einer  Entscheidung erst beobachten, dann betrachten und schließlich bewerten. Dieser Eindruck entsteht bei Motor-KRITIK, wenn man die Reaktion der Öffentlichkeit beobachtet, die sich auch in der Berichterstattung der Medien wider spiegelt. Die Aktionäre haben z.B. auf der gerade erfolgten (virtuell durchgeführten) außerordentlichen Hauptversammlung des Daimler-Konzerns zu 99,9 Prozent der Zerlegung des Konzerns zugestimmt. Aus Motor-KRITIK-Sicht ist die Zustimmungs-Quote in diesem Fall „normal“, denn sie ist aus meiner persönlichen Sicht eigentlich ein Stück „Bauernfängerei“. Andere sehen das anders, weil ihre Position eine andere ist! - Wer weiß denn schon, ob nicht die Weiterführung einer – wieder aus meiner Sicht - „dummen“ Idee, nicht auch das Erreichen einer vertraglich vereinbarten Bonus-Zusage für den neuen Vorstandsvorsitzenden – oder wen sonst auch immer – eine Voraussetzung ist. - Aber eine breite Öffentlichkeit wird diese „Zerlegung“ des „Erfinders des Automobils“ wohl auch kaum als negativ empfinden, weil sie ihr sehr gut verkauft wird. - Zunächst in kleinen „Appetit-Happen“ über eine lange Vorlaufzeit! - Aktuell dann „unterfüttert“ mit schnell erscheinenden, von Entscheidern zur Trennung vorbereiteten Pressemeldungen, die dann – in unserem digitalen Zeitalter – auch schnell und ungeprüft via Nachrichtenagenturen von den Medien auf ihre Internetseiten durchgeleitet werden. - Gut gemacht! - Aber als Journalist mit einiger Branchenerfahrung muss man sich – wenn man jahrzehntelang speziell die Entwicklung in der Automobilbranche verfolgt hat – schon die Frage stellen:

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Jochen Mass wurde 75: Hat er alles richtig gemacht?

Wer auf mehr als 28.000 Tage seines Lebens zurück blicken kann, hat in seinem Leben offensichtlich kaum etwas falsch gemacht. Diese „Bewertung“ kann vor allen Dingen dann getroffen werden, wenn das Geburtstagskind den wichtigen „mittleren Teil“ seine Lebens als Rennfahrer verbracht hat und heute in einer schönen Gegend Frankreichs wohnt. Das war in jener Zeit, als er beruflich diesen Sport ausübte – wie man so schön sagt – „saugefährlich“. Jochen Mass hat in der damaligen Zeit einige seiner Freunde mit zu Grabe tragen müssen!

  • Es war eine andere Zeit im Motorsport, in der sich auch Menschen zu einer anderen Art Persönlichkeit entwickeln konnten, als das heute der Fall ist.    

Jochen war einer jener Fahrer, der um seine Grenzen wusste, aber auch die der Physik respektierte, deren Grenzen sich nun mal nicht verschieben lassen. Ich kannte ihn aus der Anfangszeit im Motorsport, als er noch mit einem Alfa Romeo bei Berg- und Flugplatzrennen unterwegs war. Ab und an sind wir die gleichen Rennen gefahren. Jochen war eigentlich – aus meiner Sicht – ein ganz normaler Motorsport-Fan, der Spaß daran hatte, die Grenzen dieses Sports abzutasten und zu erfahren. - Ein sehr talentierter Fan!

Jochen ist dann mit Glück – und den richtigen Sponsoren – in der Formel 1 gelandet, hat aber auch da niemals „F1-Allüren“ an den Tag gelegt. - Jochen ist immer Jochen geblieben! - Ein Mensch, der nicht nur Spaß am Motorsport hatte, sondern dann auch – fast zufällig – sein Geld damit verdiente.

Eigentlich hatte er mal Seemann – und da natürlich Kapitän – werden wollen. So war es sicherlich „normal“, dass er – als es ihm wirtschaftlich gut ging – auch eine eigene Segel-Yacht hatte. Er hat den Motorsport immer als „die schönste Nebensache der Welt“ empfunden und ihr den Anteil in seinem Leben zugestanden, der ihr auch zu kam.

Ich bin später als Journalist mit ihm zusammen getroffen. Wir haben uns offen ausgetauscht. Ich habe meine Meinung zu Fahrern und Funktionären – oder Automobilen und Menschen – die wir beide kannten, überprüfen können. Wir haben unsere Meinungen geäußert, argumentiert und abgeglichen. Das wäre heute mit „modernen Rennfahrern“ nicht mehr möglich!

Die sind – überwiegend – vom Marketing bestimmt, haben eigentlich keine eigene Meinung - bzw. äußern sie nicht öffentlich – sind „Aushängeschilder“ von Teams, Firmen und Sponsoren.

Natürlich hat auch Jochen Mass schon mal Kompromisse machen müssen, aber im direkten Kontakt – so von Mensch zu Mensch – ist er immer der Jochen geblieben, wie ich ihn mal kennen gelernt hatte. Und wenn ein Journalist – den er gut kannte (!) - eine gute Idee hatte, dann hat er die mit umgesetzt. - So ist das Foto, stehend auf der Sitzbank seiner Kawasaki entstanden. Oder die Foto-Sequenz, bei der er sich in eine Deutschland-Fahne wickelt. - Eine Idee – wie das Kawa-Foto – des Fotografen Wolfgang Drehsen!

Als ich für ein Motor-Magazin gedanklich auf der Suche nach einer etwas ausgefallenen Geschichte war, habe ich ihn gefragt, ob er mir seine AC Cobra mal leihen könne, damit ich den Lesern dieses Magazins mal davon ein paar Eindrücke vermitteln könne, weil man die sonst nur mit dem Kauf eines solchen Ausnahme-Automobils gewinnen kann. - Er hat mir dann „seine Cobra“ mal für eine Woche überlassen.

Ich erinnere mich auch , dass er mal morgens zu Testfahrten mit Porsche am Nürburgring zu spät erschien. Jacky Ickx und er waren die Fahrer. Im Plan stand, dass er in der ersten Phase zum Einsatz kam. Aber er war an diesem Morgen spät dran, kam im letzten Moment mit seiner Kawasaki vom Hotel angebraust. Ickx hatte schon im Porsche Platz genommen. Jochen wollte aber seinen Teil der Arbeit – wie vorgesehen – erfüllen. Da ist Jacky wieder ausgesteigen, Jochen hat mir den Zündschlüssel seiner Kawa mit den Worten in die Hand gedrückt, „...wenn mal was ist“ und ist in seine erste Nordschleifenrunde gestartet.

Wir hatten uns Wochen zuvor mal darüber unterhalten, dass man am Nürburgring niemals die erste Runde schnell fahren sollte. Jochen war meiner Meinung, dass man – wenn man sicher und schnell die Nordschleife umrunden möchte - das erst in der dritten Runde tun solle.

In diesem Fall – das Porsche-Team baute noch den Funkmast auf – kam Jochen aus seiner ersten Runde nicht „pünktlich“ zurück. - Ich hatte meine Stoppuhr mitlaufen lassen. Da habe ich das Porsche-Team kurz informiert, mich auf Jochens Kawa geschwungen und habe ihn dann in der „Bergwerk-Kurve“ gefunden.

Er stand – unverletzt - inmitten der „Schrottteile“ seines Porsche-Sportwagens, den er hier in der „Bergwerk“-Kurve zerlegt hatte. In seiner ersten Runde! - Wir haben dann auf das Porsche-Team gewartet, dass einige Minuten nach mir am Unfallort eintraf. Jochen hat dann gesagt:

„Aber ich fahre die Kawa zurück! - Du kannst hinten drauf Platz nehmen!“

Ich kann nicht sagen, dass ich mich wohl gefühlt habe, obwohl ich Jochen kannte. Schließlich hatte er gerade vorher auch vergessen, worüber wir Wochen vorher noch gesprochen hatten.

Aber wenn ich nun heute – einen Tag nach seinem 75. Geburtstag – das Leben von Jochen Mass noch mal so Revue passieren lasse, dann sind mir primär nicht seine vielen Erfolge präsent, sondern mehr jene Momente, an denen es „noch mal gut gegangen ist“. Das waren schon einige.

Aber Jochen hat wohl in seinem Leben – so weit das möglich war – alles richtig gemacht!

Lieber Jochen! - Nachträglich herzlichen Glückwunsch zu deinem 75. Geburtstag!

Wilhelm Hahne

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Nur Betriebsräte? - VW immer ein besonderer Fall!

In Braunschweig wurden gerade in einem Prozess zwei Personal-Verantwortliche des VW-Konzerns freigesprochen, die nach Vorwürfen der Staatsanwaltschaft den Betriebsräten zu hohe Gehälter (einschl. Boni) zugestanden haben sollten.

  • Dumme Frage: Wofür erhalten Betriebsräte Boni?

Der Vorwurf der Staatsanwälte wurde u.a. damit begründet, dass mit einer „Überzahlung“ der VW-Konzern 5 Millionen € weniger verdient und damit auch weniger Steuern gezahlt hätte. - Toll!

  • Wie hoch sind nun nach dem Freispruch die Kosten – zu Lasten der Staatskasse?

Natürlich wurden die Betriebsräte „großzügig“ für ihre Leistungen (auch mal weg zu gucken?) entlohnt.

  • Das war bei VW doch schon immer so. - Erinnert sich niemand der „Rotlicht-Affäre“?

Die Zeit mag alle Wunden heilen, aber nicht die Situation, wie sie sich nach dem 2. Weltkrieg in Wolfsburg entwickelt hatte. Die ersten internen Spannungen entstanden nach den ersten Aufbaujahren, als die, die mit harter Arbeit – aber ohne akademische (Kriegs-)Ausbildung - dann mit einer neuen Schicht von Akademikern die ersten „Differenzen“ austrugen.

Die einen hatten „geschuftet“ und wussten, wie hart das Leben sein kann und wie „der Hase läuft“; hatten „die Drecksarbeit“ geleistet; die anderen waren „gebildet“ und hatten sonst keine Ahnung – da ohne jede Berufserfahrung. Die erhielten aber aufgrund ihrer besseren Ausbildung gleich die besseren Positionen!

Überhaupt kam es dann in der Nachkriegszeit zu einer Umorganisation in der Automobilindustrie insgesamt. Es wurden neue „Zwischenschichten“ im Management eingezogen, weil man doch den „gebildeten Nachwuchs“ nicht auf der „unteren Ebene“ einordnen konnte!

  • In Japan standen zu dieser Zeit Akademiker mit Doktortitel hinten auf den Müllwagen! - Es gab weltweit geradezu eine „Akademiker-Flut!

Die „untere Ebene“ hatte durch harte Arbeit in der Realität aber erst die Voraussetzungen für den folgenden Erfolg geschaffen! - So habe ich damals z.B. Mitarbeitern geraten die neu bei VW in eine leitende Position „von außen“ einstiegen – und die mich um meine Meinung gebeten hatten – immer „mit dem Rücken zur Wand“ über die Gänge in der Verwaltung in Wolfsburg zu gehen, damit sie nicht „von hinten abgestochen wurden“.

So habe ich das wörtlich erklärt! Man hat sich daran gehalten!- Und mir ist auch später diese  persönliche Einschätzung der „Stimmung“ in Wolfsburg „als richtig“ bestätigt worden!

Später ist mir mal bei der Vorstellung eines neuen VW-Modells im Ausland ein mir unbekannter VW-Mitarbeiter  aufgefallen, der kenntnisreich die teuersten Getränke – auf Kosten von VW – bestellte. Ich konnte ermitteln, dass es sich um einen Betriebsrat handelte, den man deswegen eingeladen hatte (und scheinbar „ungebremst“ Zusatzkosten verursachen ließ!), damit er – wie ich hörte -  „kein Theater machte“, wenn die der Presse zur Verfügung gestellten Testwagen „über Nacht“ wieder für die nächste Gruppe fertig gemacht werden mussten.

  • Solche Arbeitszeiten waren eben gewerkschaftlich nicht vorgesehen!

Aber so wurden dann von Seiten des Betriebsrats erst keine Einwände geäußert! - So einfach wurden bei VW Probleme unkonventionell beseitigt!

Wenn man also durch solche – und ähnliche Beispiele weiß – „wie das Leben in Wolfsburg spielte“ (und spielt?), dann betrachtet man das gerade in Braunschweig vorgeführte „Schauspiel“ mit anderen Augen!

Aber der Öffentlichkeit wurde vorgeführt, dass man „alles getan hat“! - Ohne Rücksicht auf Kosten!

Und im „Diesel-Skandal“ reiht sich der Honorar-Professor Martin Winterkorn inzwischen würdevoll in die Reihe von erkrankten anderen „Spitzenleuten“ ein, zu denen auch Kurt Beck und Dr. Jürgen Pföhler zu zählen sind. - Kurzfristig und schwer erkrankt!

Gute Besserung! - Bevor im Fall Winterkorn z.B. der Anklagepunkt „bandenmäßiger Betrug“ gerichtlich geklärt wird.

Oder nicht? - Oder doch?

MK/Wilhelm Hahne
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Die NLS befindet sich auf einem Verschiebebahnhof!

Der Anstoß zu dieser Geschichte kam von einem Leser, der mir u.a. die Frage stellte: „Ist Motorsport in der heutigen Zeit noch ein gesellschaftlich akzeptierter Sport?“ Und dessen Gedanken zur derzeitigen Situation im deutschen Motorsport nicht damit endeten, dass ich in seiner e-Mail lesen konnte: „Mensch, deutscher Motorsport Bund, werde wach und gehe auf die Leute zu, anstatt jede kleine Rennserie weiter aus Euren Büros in Frankfurt kaputt zu reglementieren!“ - Das ist der Aufschrei eines gequälten Amateur-Sportlers! - Der kommt nicht von ungefähr. - Nachstehend möchte ich – auch in diesem Zusammenhang – noch mal auf eine Entwicklung hinweisen, die ich persönlich als „krank“ empfinde und bei denen sich die handelnden Personen wohl auch nicht richtig wohl fühlen. Sonst würde die Entwicklung, hin zu einer angestrebten „Endlösung“, nicht in so vielen kleinen Schritten, also quasi unauffällig erfolgen.

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NLS 8: Barbarisches Barbarossa-Langstreckenrennen!

Der Titel zum Rennen ist nicht zufällig entstanden. Der sportliche Ausrichter dieses Rennens ist der MSC Sinzig e.V. im ADAC. Sinzig gilt als eine von fünf „Barbarossa-Städten“ in Deutschland, weil sie von Friedrich I. (genannt Barbarossa) mehrfach besucht wurde und er sich z.T. dort länger aufgehalten hat. So erinnert man nicht nur mit einem Barbarossa-Denkmal in der Stadt selbst an diesen deutschen König, sondern auch mit einem entsprechenden Titel für ein Langstreckenrennen am Nürburgring, der d. 50 Kilometer entfernt liegt. Barbarossa war kein Barbar, aber das diesjährige Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife machte – zumindest auf mich – in seinen Abläufen – und das schon zu Beginn – einen barbarischen Eindruck. - So kam es auch zum Titel zu der folgenden Geschichte, der nichts mit dem Nebel verdeckt, der den Beginn des Rennens verzögerte aber in seiner Dauer nicht veränderte:

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Sonntags nie! - Gilt nicht bei „Touristenfahrten“!

Die Nürburgring 1927 GmbH & Co., KG weiß das. Die Polizei sieht nichts, hört nichts, weiß nichts. Das war auch wieder am letzten Sonntag so. Auf der Nürburgring-Nordschleife gab es – wie meistens am Sonntag – viel Schrott! - Menschen kamen offensichtlich nicht zu schaden. Sonst hätte man die Polizei informieren müssen. - Müsste nicht auch bei Personenschäden die Staatsanwaltschaft tätig werden?

„Werde eins mit jeder Kurve und Gerade – und dem Mythos Nürburgring“, empfiehlt der Veranstalter. Das scheinen die „Touristenfahrer“ z.T. falsch zu verstehen. Sie werden nur „eins“ mit den Leitplanken einer einzelnen Kurve oder Geraden. Obwohl die Polizei die Nordschleife als eine Straße des öffentlichen Verkehrs – bei den „Touristenfahrten“ - empfindet, ist sie mit Informationen zu Unfällen auf dieser „öffentlichen Straße“ sehr sparsam.

Es kann auch sein, dass sie da auf Empfehlung ihrer vorgesetzten Behörde handelt. Denn nicht nur die Polizei, sondern auch die Staatsanwaltschaften, sind Weisungsempfänger! Und da die Landesregierung wohl jede Art von negativer Berichterstattung seit der Insolvenz ihrer landeseigenen Gesellschaft nicht sehr schätzt, werden viele interessante – der aktuellen – Informationen zu diesem Thema, wie eine geheime Verschlusssache behandelt.

  • Alle Weisungs-Empfänger verhalten sich entsprechend!

Wie natürlich auch die Landesregierung! - Obwohl sie weiß, dass der Nürburgring-Skandal  durch den letzten Entscheid eines EU-Gerichtshofs wieder „auf kleiner Flamme“ weiter kocht. Auch die Insolvenz in Eigenverwaltung (!) ist übrigens bisher genau so wenig abgeschlossen, wie der Verkauf des Nürburgrings nach der letzten Gerichtsentscheidung.

Wenn man einmal versucht – was schwierig ist – die Unfälle am letzten Sonntag während der „Touristenfahrten“ mit den Informationen dazu durch die Polizei abzugleichen, wird man stutzig.

Auch heute, am Mittwoch, nach einem „ereignisreichen“ Ablauf der „Touristenfahrten’“ am letzten Sonntag, gibt es keinerlei Informationen durch die Polizei dazu. Dabei war die Polizei-Direktion Mayen durchaus fleißig, hat – auch zu dem bewussten Wochenende – schon eine Reihe von Informationen veröffentlicht, aber keine zum Thema Nürburgring und „Touristenfahrten“.

Es war wohl am Sonntag am Nürburgring aus Sicht der Polizei „nichts los“! - Am Freitag hatte man in Nürburg einen schwarzen Porsche Turbo gestohlen, aber sonst… - Es gab wohl nichts, was die Öffentlichkeit zu interessieren hätte.

Dabei knallte es nach Motor-KRITIK-Beobachtungen am Sonntag schon gleich nach der Öffnung der Strecke am „Schwedenkreuz“. Die Strecke war danach lange geschlossen. Es gab dann nach der Öffnung schnell weitere Unfälle, die eine weitere Streckenschließung nach sich zogen. Es waren auch Betriebsmittel im Spiel. So ging das dann weiter. Insgesamt müsste es am Sonntag um 10 Unfälle gegeben haben.

Aber das ist wohl alles am Nürburgring zu einem Stück Normalität geworden. Für die GmbH & Co. KG als Veranstalter, für die Polizei, das Abschlepp-Unternehmen, die Firma, die die Leitplanken wieder ersetzen muss.

Wie man sich bei einem Unfall bei den „Touristenfahrten“ verhalten soll? - Der Veranstalter beantwortet diese Frage so:

„Auf keinen Fall wenden oder rückwärts fahren! Nach einem Unfall ist die Weiterfahrt verboten.
Richtig ist: Das Fahrzeug sicher am Fahrbahnrand abstellen, das Warndreieck aufstellen und nachfolgende Teilnehmer warnen, ohne sich selbst hierbei in Gefahr zu bringen.
Den Unfall unter der Notrufnummer 0800 0302 112 melden. Hierbei ist die genaue Angabe wichtig, was, wo, mit wie vielen Verletzten geschehen ist.“

Motor-KRITIK-Hinweis: An den ersten Tagen der Woche ist übrigens ein Unfall um 5 Euro billiger als am Wochenende! Das Befahren der Nordschleife (eine Runde) kostet dann nur 25 statt 30 Euro!

MK/Wilhelm Hahne
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1000-Kilometer-Rennen: Die Curry-Wurst war besser!

Nein! - Ein Versuch ist nicht strafbar! - Aber irgendwie hatte das am Samstag (!) auf dem Nürburgring-Gesamtkurs durchgeführte 1000-Kilometer-Rennen in der erlebten Realität wenig mit dem zu tun, was man als Zuschauer in der eigentlichen Vergangenheit des „alten“ 1000-Kilometer-Rennens am Nürburgring erleben konnte. Hier wurde etwas – auch im Internet – versprochen, was dann nicht zu halten war. Ich – und wir bei Motor-KRITIK – waren davon nicht überrascht. Ich habe noch die „Hoch-Zeit“ der 1000-Kilometer-Rennen am Nürburgring erlebt. Ich kann vergleichen. Weder Wagen- noch Fahrer-Qualitäten waren dieses Mal auf dem Niveau von „damals“. Für mich war das diesjährige 1000-Kilometer-Rennen aber immerhin eine perfekte akustische Begleitung beim Essen einer – guten (!) - Curry-Wurst, die so zu einer „scharfen Rennwurst“ wurde. - Als Journalist so – eigentlich nur zum Essen – vor Ort, ist mir aber noch einiges ein- und aufgefallen. - Das habe ich dann nachstehend – mit Fotos garniert – für meine Leser mal notiert. Denn ein 1000-Kilometer-Rennen braucht auch eine Kulisse und eine Atmosphäre, die von den Besuchern als positiv empfunden wird. Die schafft nicht alleine ein Veranstalter, sondern auch der Besitzer des Nürburgrings bzw. dessen Verpächter-Firma. - Schau’n wir mal! - Aber eigentlich – um schon jetzt das Ergebnis meiner journalistischen Bemühungen zusammen zu fassen:

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