Hin zur Basis: Klimawandel & Bibel & „journalist“!

Die Bibel habe ich -zigmal in der Hand gehabt und seit Jahrzehnten den „journalist“ gelesen, der in letzter Zeit auch schon mal – die Zeit erfordert es (?) – eine „journalistin“ war. Ich habe schon für das „Sonntagsblatt“, nun aktuell mit dem Untertitel „360° evangelisch“ vor Jahrzehnten geschrieben, in dem  u.a. mal zu lesen war: „Der Bibel ist natürlich nicht zu entnehmen, wie ‚Himmel und Erde‘ entstanden sind. Die ‚Schöpfungsgeschichte’  der Bibel ist kein wortwörtlich zu verstehender Bereich. Dass Theologie und Kirche jahrhundertelang darauf bestanden, hat viel Schaden angerichtet und den tieferen Sinn der biblischen Botschaft getrübt.“ - Aktuell lese ich nun  in „Die grüne Ausgabe“ von „journalist“: „Damit Nachrichtenorganisationen effektiver über die Klimakrise informieren können, sind sie ebenfalls darauf angewiesen, dass ihr Publikum zumindest Basiswissen zum Klimawandel erwirbt.“ - Im „journalist“ war davon nichts zu finden. Nur der Tipp: „Jeder sollte Klimareporter sein.“ - Im „journalist“ wurde also keine Basis vermittelt. - In der Bibel wurden nur „Märchen“ erzählt? - Also habe ich mich – auf meine Art – um eine Basis bemüht. Die beginnt mit der Entstehung unserer Welt!

Hin zur Basis: Klimawandel & Bibel & „journalist“!

Das Ende der Schöpfungsgeschichte habe ich in der Vergangenheit oft abends spät lesen können, nachdem ich die Nachttisch-Schublade irgendwo in einem Hotelzimmer geöffnet hatte. Dort lag fast immer eine Bibel. - Nur: Wer hat die gelesen? - Wenn sie für mich – in der „richtigen Sprache“ – lesbar war, dann habe ich zumindest gerne darin geblättert. Am Anfang stand immer die Schöpfungsgeschichte, die dann endete:

„So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.
Am 7. Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.„

Die Kirchen haben immer Wert auf diesen Ruhetag gelegt. Die Gewerkschaften auch, aber sie forderten noch einen Tag mehr für ihre Beitragszahler. Direkt nach dem 2. Weltkrieg führten die Alliierten zwar den 8-Stunden-Tag ein, aber den – wie von der Bibel empfohlen – für dann 6 Tage. „Am siebten Tage sollst du ruhen“ stand zwar im „Alten Testament“, aber das reichte den Gewerkschaften im Wirtschaftswunderland nicht. "Samstags gehört Vati mir", war der Slogan, der auch allen Arbeitnehmern gefiel. - Und so ist es heute noch!

Da ich das alles erlebt habe, erlaube ich mir auch, hier die damalige Meinung des Heinrich Nordhoff, Chef des Volkswagenwerks zu zitieren, der dazu feststellte:

„Sicher wäre ein freier Samstag für viele ein schönes Geschenk, aber für viele auch ein Fluch. Die meisten Menschen leben ohnehin auf der Flucht vor sich selbst. Ihnen wäre ein fehlender Arbeitstag kein Segen, sondern die Leere würde noch vergrößert. Und die trostlose Flachheit, mit der die meisten ihre freie Zeit vertrödeln, würde noch stärker zu Tage treten."

So etwas würde ein Herr Diess heute niemals sagen. Er weiß was sich gehört! - Wie man auf der aktuellen IAA sehen konnte! - Obwohl auch er  – wie Nordhoff – gerne entscheiden möchte, was der Kunde zu kaufen hat: So wird es bei VW in Zukunft keine Schaltgetriebe mehr geben!

Und die Politik schreibt dem Kunden E-Automobile vor. Auch die Politiker kennen keine Basis. Aber wenn doch starke Wählergruppen danach verlangen… - Wegen der Zukunft! - Doch für wen sind wie viel Jahre Zukunft?

  • Und man stößt darauf: Jeder denkt zunächst an sich und „seine Zukunft“!

Heute wird selbst Freitags keine Zeit mehr in der Schule vertrödelt, wie „Fridays for Future“ zeigt, Man verzichtet auf einen Tag Basisausbildung, geht für eine bessere Zukunft auf die Straße.

  • Doch was ist eine bessere Zukunft? - Wie passt die in die Zeitrechnung, die das Schicksal unserer Erde bestimmt?

Da erinnere ich mich zufällig an eine Aussage des deutschen Schriftstellers Johann Gottfried Seume, einem Mann aus dem 18. Jahrhundert, der einmal gesagt hat:

„Wenn wir nicht von vorne anfangen, dürfen wir nicht hoffen, weiter zu kommen.“

Wenn ich mich jetzt noch an die Bibel-Inhalte und die der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „journalist“ erinnere, dann müsste ich doch einfach mal – um dem Klima-Thema eine Basis zu geben – meinen Lesern erzählen, wie denn die Erde wirklich entstanden ist. - Dachte ich.

Da ich mich an die Entstehung der Erde nicht erinnern kann, bin ich auf die Aussagen von Wissenschaftlern angewiesen. Mir ist dazu eingefallen, dass ich schon ein wissenschaftlich geführtes Museum – von mehreren Besuchen her – kenne, in dem mir die Entstehung der Erde – und das was an Klimaentwicklung danach kam – auf der Basis von glaubhaften wissenschaftlichen Untersuchungen gut erklärt wird.

So bin ich dorthin gefahren, um meinen Lesern mit ein paar Fotos und vielen Worten die Entstehung der Welt zu erklären. Aber auch zu erzählen, was klimatisch danach passierte.

Dort – im Museum angekommen - habe ich dann zunächst erfahren, dass schon im 18. Jahrhundert der Geologe James Hutton die Meinung vertrat:

„Die Gegenwart ist der Schlüssel zur Vergangenheit“

Diese Aussage habe ich dann zum Anlass genommen, um bei diesem Museumsbesuch zu begreifen, dass man in der Eifel durch Tiefbohrungen in den Maaren – wovon es wohl 77 gibt – aufgrund der dann zählbaren Ablagerungen – „Warven“ – praktisch die Zeit rückwärts zählen kann. Die Eifel-Maare sind wie Klima-Archive!

Aber kommen wir zunächst mal zur Entstehung der Welt. Am Anfang, so erfahre ich hier im Museum, war der Wasserstoff. Die Erde entstand – so lese ich – aus einer kalten, rotierenden Gas- und Staubwolke. Und ich lese weiter:

„Im solaren Umfeld kam es durch die Kraft der Massenanziehung zur Verdichtung und damit zu steigendem Druck und zunehmender Erhitzung. Die Erde entwickelte sich durch die Anlagerung kleinerer Materialklumpen zu ihrer heutigen Größe. Die einfallende Materie und Verdichtung, sowie die zunehmende Eigengravitation heizten das Erdinnere bis etwa 1000 °Celsius auf. Durch radioaktiven Zerfall begann sich die Erde weiter zu erwärmen und erreichte innerhalb weniger Millionen Jahre etwa 2000 °C, die Temperatur, bei der Eisen schmilzt.“

Es gibt in diesem Museum auch eine Art von großem „Diarama“, wo durch den Besuchern eine Vorstellung davon vermittelt wird, wie es „früher“ einmal in der Eifel aussah.

Hier hat eine Schulklasse vor dem großen „Diarama“ Platz genommen und lässt sich erzählen, wie es „früher“ einmal war und warum man das mit Hilfe der Maare (die „Klimaarchive“) auch zuverlässig informieren kann. Da wuchsen Palmen, waren Krokodile unterwegs und durch die Ur-Wälder der Eifel tobten wilde Halbaffen. - Es herrschten eben auch andere Temperaturen!

Damit kommen wir dann auch zur Klimaentwicklung über Millionen Jahre. Die wird nicht so sehr von CO2 bestimmt, sondern mehr von der Sonne. Wir gehören praktisch zum Sonnensystem und es hat sich inzwischen herum gesprochen, dass die Erde eine Kugel – und keine Scheibe – ist, die sich um ihre Achse dreht. Dazu gibt es im Museum auch grafische Darstellungen.

Da sich die Erde – trotz eines wohl vorhandenen Eisenkerns – nicht gleichmäßig gewichtet ist und so um die eigene Achse ein wenig pendelt, kommt es in langen, langen Zeitabschnitten immer wieder zu einer Annäherung an die Sonne. Damit wird es dann heißer. Oder auch kälter, wenn die Erde wieder „zurück pendelt. Durch die grafische Darstellung im Museum erhält man davon eine Vorstellung.

Die Erde braucht viele, viele Umdrehungen – über rd, 41.000 Jahre – um ihre Neigung zur Sonne um 2,4 Grad zu verändern, die neben anderen „Kleinigkeiten“ darüber entscheiden, ob es hier auf Erden kälter oder wärmer wird. Dazu braucht es keine anderen Einflüsse, die wir aber in diesem Moment unseres Daseins auf der Erde, aber wohl nicht nur kalkulieren, sondern klein halten sollten!

  • Aktuell, so erfahre ich, sind wir eigentlich wieder unterwegs in Richtung Eiszeit, die wir dann in ca. 2000 Jahren erreichen werden.

Nun gibt es in diesem Museum auch eine grafische Darstellung davon, wie sich das Klima über Millionen Jahre verändert hat. Wobei die Grafik 15 Grad Celsius – plus natürlich – als „normale“ Durchschnittstemperatur festgehalten hat. War es mal wärmer, hat man dieses „Mehr“ wie ein Schoko-Sahnehäubchen oben auf gesetzt. Es hat also immer – wie man sehen kann – „normale“ Temperatur-Überhöhungen in der Vergangenheit gegeben.

Daneben wirkt dann die uns von allen Seiten angedrohte Klimaveränderung fast wie „ein kleineres Problem“. Von der vor uns liegenden „Eiszeit“ wird keiner der derzeit Lebenden betroffen sein. Da jeder auch nur an „seine Zukunft“ denkt, geht man dafür gerne auf die Straße und macht ein „großes Problem“ daraus. So erhalten die „richtige Politik“ und ihre Macher auch eine Bedeutung, die sie auch mit plakathaften Argumenten in ihrem Sinne nutzen.

Wenn ich durch ein Einkaufscenter gehe, den ganzen aktuellen „Verpackungsmüll“ bewusst zur Kenntnis nehme, wenn in Deutschland die Strompreise inzwischen mit zu den höchsten in der Welt entwickelt haben, die Lebenshaltungskosten – zusammen mit den Vorstandsbezügen – immer weiter steigen, wenn ich den Müll sehe, den vielleicht – verantwortungsvolle Klima-Protestler – in Autobahn-Ausfahrten aus dem Autofenster entsorgen, dann mache ich mir auch Sorgen! - Nicht um mich, sondern um die, die sich Sorgen machen!

  • Unser selbst gemachtes, aktuell diskutierte Klima-Problem, das unabhängig von der „natürlichen“ Klimaveränderung ist, lässt sich nicht mit wenigen – öffentlich wirksamen – Anpassungen ändern, sondern nur mit Änderung unserer Gesamteinstellung dazu, was wir als „lebenswichtig“ erachten.

Eigentlich wollte ich aber zunächst mal versuchen, den Klima-Sorgen meiner Mitbürger eine Basis zu geben. Weil das die Bibel nicht kann, es mir vom „journalist“ auch nahe gelegt wurde.

Also werde ich hier meine Geschichte enden lassen!

Fast vergessen: Wenn einer meiner Leser auch mal das Museum in der Eifel besuchen möchte:

Es ist das „Maarmuseum“ in Manderscheid, nicht gar so weit vom Nürburgring entfernt. Es lohnt in jedem Fall eine Touristenfahrt dorthin. Die derzeitigen Öffnungszeiten sind… - Ich habe es mir mal einfach gemacht und alle wichtigen Daten einkopiert. - Es fehlt nur der Eintrittspreis: 3,00 Euro!

Diese Geschichte nur, weil ich – obwohl nur Motor-Journalist - mich aufgefordert fühlte, für meine Leser eine „Basis“ für eigenes Denken zu schaffen.

Denn die Bibel hat nicht immer recht und auch das zweite„Triell“  hat – zumindest mir – nicht unbedingt weiter geholfen!

MK/Wilhelm Hahne
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